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8 Rehabilitation

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Als Rehabilitation bezeichnet man alle medizinischen, psychotherapeutischen, sozialen und beruflichen Leistungen, die eine Wiedereingliederung der Patienten in Familie, Gesellschaft und Berufsleben zum Ziel haben. Diese Leistungen sollen es den Erkrankten ermöglichen, besser mit krankheitsbedingten Problemen fertig zu werden.

In der Rehabilitation bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden herzkranke Patientinnen von einem Team verschiedener Fachkräfte dabei unterstützt, ihre körperliche und seelische Gesundheit bestmöglich wiederzuerlangen und langfristig zu erhalten.

Die Leitlinie empfiehlt:

Die Rehabilitation soll ein fester Bestandteil bei der Versorgung von Herzpatientinnen und Herzpatienten sein.

Die Grundlage dafür sollen Trainingsprogramme bilden, die speziell auf die Bedürfnisse der Betroffenen abgestimmt sind.

Ihnen soll eine Rehabilitation bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen angeboten werden:

  • nach einem Herzinfarkt;
  • nach einer Bypass-Operation.

In ausgewählten Situationen sollte Ihnen auch nach einem kathetergestützten Eingriff am Herzen eine Rehabilitation angeboten werden, zum Beispiel wenn Ihr Risiko für ein akutes Koronarsyndrom besonders hoch ist oder wenn es Ihnen schwer fällt, Ihre Medikamente regelmäßig zu nehmen oder zu Kontrolluntersuchungen zu erscheinen.

Viele Studien liefern Hinweise, dass Rehabilitation bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirksam ist. So verbesserten sich beispielsweise die körperliche Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität, Risikofaktoren nahmen ab und weniger Betroffene starben an ihrer KHK.

Phasen der Rehabilitation

Die Rehabilitation bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird in drei Phasen eingeteilt:

Phase I – Frühmobilisation
Die Patientinnen und Patienten bewegen sich unter fachlicher Anleitung so früh wie möglich, etwa einige Schritte gehen oder auf der Stelle treten. Diese sogenannte Frühmobilisation erfolgt bereits im Krankenhaus.

 

Phase II – Rehabilitation

Die Rehabilitation erfolgt direkt nach der akuten Behandlung im Krankenhaus. Diese Phase wird auch als Anschluss-heilbehandlung (AHB) oder Anschlussrehabilitation (AR) bezeichnet. Sie dauert in der Regel 3 Wochen.

Die ärztliche Leitlinie empfiehlt den Übergang von Phase I in Phase II, ohne den Behandlungs- und Betreuungsverlauf zu unterbrechen. Nach akutem Koronarsyndrom oder einer Bypass-Operation mit unkompliziertem Verlauf kann die Phase II bereits nach einer Woche beginnen.

Die Rehabilitation kann tagsüber in einer Einrichtung in Wohnortnähe (ambulant) oder in einer spezialisierten Rehabilitationsklinik (stationär) stattfinden. Bei der Entscheidung hierüber sollten der Wunsch des Betroffenen, medizinische und psychosoziale Gesichtspunkte sowie die Verfügbarkeit von geeigneten Rehabilitationseinrichtungen berücksichtigt werden.

 

Phase III – Langzeitbehandlung

Die lebenslange Nachsorge und Betreuung sollte am Wohnort in der Regel von niedergelassenen Ärzten und Ärztinnen erfolgen.

Die ärztliche Leitlinie empfiehlt Menschen mit KHK – besonders nach einem Eingriff am Herzen –, an einer ambulanten Herzgruppe teilzunehmen. Ziel ist, ein regelmäßiges körperliches Training zu fördern und ein gesundheitsförderliches Verhalten zu erlernen.

Ebenfalls empfiehlt die Leitlinie, die Risikofaktoren der Betroffenen regelmäßig zu kontrollieren sowie stetig und persönlich darüber zu beraten, wie das Fortschreiten der KHK verhindert oder verlangsamt werden kann. Dabei arbeitet ein Team aus Hausarzt, Kardiologin, Rehabilitationsarzt und Herzgruppenärztin zusammen.

In bestimmten Situationen sollte Ihnen eine zeitlich begrenzte Rehabilitation in einer darauf spezialisierten Einrichtung angeboten werden (ambulantes oder stationäres Heilverfahren):

  • wenn Sie trotz Behandlung Beschwerden haben, die Sie in Ihrem Alltag einschränken;
  • wenn bei Ihnen viele Risikofaktoren vorliegen;
  • wenn Sie seelisch oder durch Ihr Umfeld stark belastet sind;
  • wenn Sie voraussichtlich bald berufs- oder erwerbsunfähig oder pflegebedürftig sind.

Eine Rehabilitation bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollte Folgendes beinhalten:

  • die medizinische Überwachung und Betreuung;
  • Kontrolle und bei Bedarf Anpassen der Behandlung mit Medikamenten;
  • Patientenschulung und Informationen;
  • körperliches Training;
  • psychische Unterstützung, zum Beispiel um schwere oder zeitlich andauernde Depressionen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln;
  • eine bedarfsgerechte, persönliche soziale Beratung und Unterstützung der Betroffenen bei der beruflichen und sozialen Wiedereingliederung.

 

Die Leitlinie empfiehlt:
Auch Ihre Angehörigen sollen in die Beratungen und Schulungen einbezogen werden. Dann können unter anderem die Bewältigung des Alltags, aber auch partnerschaftliche und sexuelle Probleme besprochen werden.

Patientenschulung

Auf eine Leistung der Rehabilitation soll hier noch einmal gesondert eingegangen werden – die Patientenschulung. Wichtig ist, dass Sie Ihre Krankheit verstehen und lernen, mit ihr umzugehen. Patientenschulungen helfen dabei. So können Sie das Gespräch mit dem Arzt besser gestalten und aktiv am Behandlungsprozess mitwirken.

Die ärztliche Leitlinie empfiehlt folgende Inhalte einer solchen Schulung:

  • Krankheitsverständnis: die Grundlagen der KHK mit ihren Folgen und Behandlungsmöglichkeiten werden vermittelt;
  • Vorbeugen, Erkennen und Behandeln von Risikofaktoren und Risikoerkrankungen;
  • Kennenlernen und Aufklären über einen gesundheitlich günstigen Lebensstil, zum Beispiel Rauchverzicht, gesunde Ernährung und körperliches Training (Koronar-Sportgruppen);
  • Hilfen und Unterstützung, um eigenverantwortlich an der Behandlung mitzuwirken;
  • psychologische Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung;
  • verhaltenstherapeutische Schulungsprogramme speziell für Übergewichtige und Raucher;
  • Bewältigen von Stress, etwa mit Entspannungstraining;
  • speziell auf Sie abgestimmte Schulungen, zum Beispiel zur Blutzuckerselbstkontrolle, wenn Sie Diabetes haben, oder zur Blutdruckselbstkontrolle bei Bluthochdruck.

Fragen Sie am besten Ihre Ärztin, welche Schulung in welcher Form für Sie in Frage kommt.

Bewegung und körperliches Training

Bewegung tut gut. Fachkräfte zeigen Ihnen Übungen, die Ihre körperliche Aktivität wieder steigern können, zum Beispiel mit Bewegungstherapie. Sie werden Schritt für Schritt an dieses Training herangeführt, während Ihre Herz-Kreislauf-Funktionen beobachtet und überwacht werden. Die körperliche Belastung wird dabei stets Ihrem persönlichen Gesundheitszustand angepasst und stufenweise gesteigert.

Nach dem Aufenthalt in einer Reha-Einrichtung können Sie zum Beispiel eine Herz-Gruppe besuchen, um körperlich fit zu bleiben (siehe Kapitel "Herz-Gruppen").

Gut zu wissen: Rehabilitation

Verordnung
Informationen und Hinweise zur Verordnung von Reha-Leistungen bei der Rentenversicherung finden Sie unter: www.deutscherentenversicherung.de.

Reha-Servicestellen
Unterstützung bei der Auswahl des Trägers und der Stellung der Anträge erhalten Sie auch bei sogenannten Reha-Servicestellen. Diese gibt es in allen Bundesländern. Die Adressen finden Sie im Internet unter: www.reha-servicestellen.de.

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zuletzt verändert: 07.03.2017 16:48