Patientenleitlinie: Diabetes und Augen
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Schäden an der Netzhaut vorbeugen

Schäden an der Netzhaut und andere Folgeschäden durch Diabetes lassen sich bei einigen Menschen mit Typ-2-Diabetes vermeiden, wenn Blutzucker und Blutdruck gut eingestellt sind: 

  • Wird ein sehr hoher HbA1c-Wert von über 9 gesenkt, lässt sich bei etwa 32 von 100 Behandelten eine Schädigung der Netzhaut verhindern. 

 Eine besonders strenge Blutzuckereinstellung (Senken des HbA1c-Wertes auf 7 oder weniger statt auf 7,9) kann etwas häufiger Folgeschäden vermeiden, verursacht aber auch mehr gefährliche Unterzuckerungen: 

  • Eine Analyse aller aussagekräftigen Studien zeigt: Eine besonders strenge Blutzuckersenkung konnte im Vergleich zu einer weniger strengen bei etwa 3 von 100 Behandelten zusätzlich Schäden an der Netzhaut verhindern. Gleichzeitig traten bei etwa 4 von 100 Behandelten schwere Unterzuckerungen auf, die behandelt werden mussten. 

Für Menschen mit Typ-1-Diabetes zeigt eine Untersuchung aller vorhandenen Studien, dass eine strenge Blutzuckereinstellung für mehr Betroffene hilfreich ist: 

  • Mit einer strengen Blutzuckereinstellung entwickelten etwa 6 von 100 Menschen mit Typ-1-Diabetes Schäden an der Netzhaut. Bei weniger strenger Einstellung waren es 24. Hier hat die strenge Behandlung also 18 von 100 Betroffenen vor Schäden an der Netzhaut bewahrt.  

Durch die Senkung des Blutzuckers lässt sich das Entstehen von Netzhautkomplikationen manchmal verhindern. Unklar ist allerdings, ob dadurch auch schwere Sehbeeinträchtigungen, Erblindung oder Eingriffe am Auge vermieden werden können. In mehreren Studien war das nicht der Fall.

Folgeschäden lassen sich manchmal auch vermeiden, wenn der Blutdruck gesenkt wird. Die Leitlinie empfiehlt, den oberen (systolischen) Wert auf etwa 140 zu senken. Eine besonders strenge Blutdrucksenkung hat keine positive und keine negative Wirkung auf Folgeschäden am Auge. 

Für die Behandlung von Typ-2-Diabetes gibt es eine eigene Leitlinie und eine Patientenleitlinie. Sie finden sie kostenlos im Internet unter www.netzhautkomplikationen.versorgungsleitlinien.de. Dort finden Sie ausführliche Informationen darüber, wie Ihr Diabetes festgestellt und behandelt werden sollte, welche Behandlungsziele für Sie gelten können und was Sie selbst zu einer gelungenen Behandlung beitragen können. 

Für die Behandlung eines Typ-1-Diabetes gibt es ebenfalls eine eigene Leitlinie: www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/057-013.html

Wie Sie bei Diabetes Ihre Ernährung umstellen können und was Sie im Alltag beachten sollten, erfahren Sie in einer Patientenschulung. Mehr Informationen zu einer guten Patientenschulung finden Sie auch in der Kurzinformation "Schulung bei Diabetes", kostenlos im Internet unter www.patienten-information.de/kurzinformationen/diabetes/diabetes-und-schulung

Die Leitlinie empfiehlt:
Nach Meinung der Experten sollen Sie beim Arztgespräch und bei einer Diabetes-Schulung über folgendes aufgeklärt werden: Es besteht die Gefahr von Schäden an der Netzhaut, deshalb sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig - auch wenn Sie keine Beschwerden haben.
2. Auflage, 2016. Version 2

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    Diabetes mellitus kann Schäden an Ihrer Netzhaut im Auge (Retina) hervorrufen. Fachleute nennen diese Krankheit diabetische Retinopathie. Vorbeugung und Behandlung sind bei dieser Folge der Zuckerkrankheit sehr wichtig.

Für diese Information haben wir die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Prävention und Therapie von Netzhautkomplikationen bei Diabetes genutzt. Diese ist für Ärztinnen, Ärzte und andere medizinische Fachleute gedacht.

Hier finden Sie das methodische Vorgehen beschrieben.

Spezielle Angebote für Menschen mit Diabetes-bedingten Schäden an der Netzhaut finden Sie unter den folgenden Adressen:

Selbsthilfe zu Diabetes allgemein

Deutscher Diabetiker Bund e. V.
E-Mail: info@diabetikerbund.de
Internet: www.diabetikerbund.de

Bundesverband Insulinpumpenträger e. V.
E-Mail: info@insulinpumpentraeger.de
Internet: www.insulinpumpentraeger.de

Insuliner
E-Mail: insuliner@t-online.de
Internet: www.insuliner.de

Selbsthilfe bei Sehbehinderung oder Erblindung

Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.
E-Mail: info@dbsv.org
Internet: www.dbsv.org

Bund zur Förderung Sehbehinderter / Landesverband Berlin-Brandenburg e. V. (BFS)
E-Mail: info@bfs-ev.de
Internet: www.bfs-ev.de

Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e. V. (DVBS)
E-Mail: info@dvbs-online.de
Internet: www.dvbs-online.de

Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin gegr. 1874 e. V. (ABSV)
E-Mail: info@absv.de
Internet: www.absv.de

Bundesvereinigung Eltern blinder und sehbehinderter Kinder e. V.
E-Mail: info@bebsk.de
Internet: www.bebsk.de

PRO RETINA Deutschland e. V.
E-Mail: info@pro-retina.de
Internet: www.pro-retina.de

Wo sich eine Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe befindet können Sie auch bei der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) erfragen:

Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS)
Wilmersdorfer Straße 39
10627 Berlin
Telefon: 030 31018960
Fax: 030 31018970
E-Mail: selbsthilfe@nakos.de
Internet: www.nakos.de

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