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Patienteninformationen des ÄZQ

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8 Wer an der Behandlung beteiligt ist

2. Auflage, 2016. Version 2 – Druckversionpdf.png | Kapitelübersicht | weitere Informationen

An der Versorgung von Menschen mit Diabetes können viele Ärzte und Gesundheitsberufe beteiligt sein. Es ist nicht leicht zu überschauen, welche Untersuchung oder Behandlung wann von wem durchgeführt werden sollte. Ihr betreuender Arzt oder Ihre betreuende Ärztin (Hausarzt/Hausärztin oder Diabetologe/Diabetologin) behält hier den Überblick. Er oder sie veranlasst alle Überweisungen zum empfohlenen Zeitpunkt. Und er oder sie sollte auch alle Untersuchungsergebnisse und mögliche Behandlungen bei anderen Spezialisten kennen.

Der betreuende Arzt oder die betreuende Ärztin soll Sie bei der Diagnose Typ-2-Diabetes sofort zur Kontrolluntersuchung an eine Augenärztin oder einen Augenarzt überweisen, bei Typ-1-Diabetes ab dem elften Lebensjahr oder fünf Jahre nach Diagnose. In der Folge wird er oder sie Sie an die empfohlenen augenärztlichen Kontrolltermine erinnern.

Eine Mitbetreuung durch die Augenärztin oder den Augenarzt erfolgt:

  • regelmäßig im Rahmen der Kontrolluntersuchungen auf möglicherweise vorliegende Schäden der Netzhaut;
  • sofort bei auftretenden Komplikationen und Warnzeichen;
  • nach Bedarf durch Festlegung der Augenärztin oder des Augenarztes, wenn Schäden an der Netzhaut bereits festgestellt wurden.

Was die Leitlinie außerdem beim Festlegen der Kontrollabstände und der Verständigung zwischen den Ärztinnen und Ärzten empfiehlt, lesen Sie im Kapitel "Schäden an der Netzhaut feststellen".

8.1 Selbsthilfe

Es gibt Hinweise, dass der Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe Menschen mit Diabetes helfen kann, mit der Erkrankung und ihren Beeinträchtigungen besser fertig zu werden. Die Selbsthilfe bietet Informationen, Beratung und Begleitung. Wenn Sie den Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe suchen, fragen Sie möglichst frühzeitig Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Adressen und Ansprechpartner finden Sie auch hier.

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8.2 Strukturierte Behandlungsprogramme

Es besteht für gesetzlich Versicherte die Möglichkeit, sich in sogenannte strukturierte Behandlungsprogramme (englisch: Disease Management Programme, DMP) einzuschreiben. Diese Programme wurden für verschiedene chronische Erkrankungen eingerichtet. Auch für Diabetes gibt es je ein DMP für Typ-1- und für Typ-2-Diabetes. Diese Programme haben das Ziel, die Versorgung von chronisch kranken Patienten zu verbessern. Nähere Auskünfte zu einem solchen Programm erteilt die Ärztin oder der Arzt, die betreffende Krankenkasse oder eine Selbsthilfeorganisation (siehe "Rat und Unterstützung").

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8.3 Wie finde ich eine gute Arztpraxis?

Wer sich darüber informieren möchte, woran eine "gute Arztpraxis" zu erkennen ist, kann die Broschüre "Woran erkennt man eine gute Arztpraxis – Checkliste für Patientinnen und Patienten" zu Rate ziehen. Sie ist im Internet frei verfügbar unter der Adresse www.arztcheckliste.de.

Selbsthilfeorganisationen haben ebenfalls eine Liste von Praxen, an die sich Menschen mit Diabetes wenden können.

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zuletzt verändert: 22.08.2016 12:52