Magenkrebs – was für Sie wichtig ist

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Vielleicht wurde bei Ihnen Magenkrebs festgestellt oder es besteht der Verdacht darauf. Eine Krebserkrankung ist eine schwere Belastung und wirkt sich stets auf das gewohnte Lebensumfeld aus. Damit umzugehen, ist nicht leicht.

Hier erfahren Sie, was Magenkrebs ist und welche Untersuchungen auf Sie zukommen. Außerdem lesen Sie, welche Behandlungen Fachleute empfehlen.

Auf einen Blick

Erkrankung

In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 14 000 Menschen an Magenkrebs. Anfänglich verursacht Magenkrebs oft keine Beschwerden. Es können unbestimmte Krankheitszeichen auftreten, wie Druckgefühl, Schluckbeschwerden oder Gewichtsverlust.

Untersuchung

Mithilfe einer Magen-Spiegelung kann Magenkrebs gut erkannt werden.

Behandlung

Hat der Krebs noch nicht gestreut, ist eine Heilung möglich. Dann empfehlen Fachleute eine Operation. Meist wird vorher mit einer Chemotherapie begonnen, die nach der Operation fortgesetzt wird (perioperative Chemotherapie). Hat Magenkrebs im Körper gestreut (metastasiert), können Medikamente zum Einsatz kommen.

Der Magen

Alles, was wir essen und trinken, geht durch den Magen. Er nimmt die Nahrung auf, verarbeitet sie zu einem Speisebrei und gibt sie in kleinen Portionen an den Darm weiter. Der Magen ist ein Muskel-Schlauch. Er liegt im linken Oberbauch. Die Magenwand ist von innen mit einer Schleimhaut bedeckt. Eine Schicht aus Drüsen bildet Magensäure für die Verdauung.

Was ist Magenkrebs?

Krebszellen vermehren sich ungebremst, verdrängen gesundes Körpergewebe und breiten sich im Körper aus. Geht der Krebs von Drüsen der Magen-Schleimhaut aus, so lautet der Fachbegriff Magenkarzinom

Streut Magenkrebs, siedeln Metastasen häufig in Leber, Lymphknoten, Lunge und Bauchfell. Magenkrebs ist mit 14 000 neuen Erkrankungen pro Jahr eher selten. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum erkranken etwa 60 000 Menschen in Deutschland an Darmkrebs.

Magenkrebs feststellen

Beschwerden, die auf Magenkrebs hinweisen, sind oft nicht eindeutig. Zunächst kann es zu allgemeinen Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Aufstoßen, weniger Appetit, Mundgeruch oder Bauchschmerzen kommen. 

Im Verlauf können die Beschwerden stärker werden und neue hinzukommen. Bei folgenden Anzeichen soll Ihr Arzt oder Ihre Ärztin zur Abklärung eine Magen-Spiegelung veranlassen:

  • Schwierigkeiten beim Schlucken

  • häufigem Erbrechen

  • starkem Appetitverlust

  • ungewolltem Gewichtsverlust

  • blutigem oder schwarz gefärbtem Stuhl (Teerstuhl)

  • Blutarmut (Anämie) durch Eisen-Mangel

Mit einer Magen-Spiegelung kann man Magenkrebs zuverlässig feststellen: Ein biegsamer Schlauch wird über die Speiseröhre in den Magen geschoben. Dabei können auch Gewebeproben entnommen und im Labor auf Krebszellen untersucht werden.

Die Behandlung planen

Um die Behandlung zu planen, sind weitere Untersuchungen nötig: ein Ultraschall des Magens von innen (endoskopischer Ultraschall), ein Ultraschall der Leber und eine Computertomografie (CT). Mittels dieser Untersuchungen beurteilt das Ärzteteam, wie groß der Krebs ist und ob er sich im Körper ausgebreitet hat. 

Anschließend kann eine Bauch-Spiegelung zum Einsatz kommen. Bei dieser Untersuchung handelt es sich um einen kleinen operativen Eingriff. Dabei prüft das Ärzteteam, ob der Krebs bereits das Bauchfell erreicht hat. Auf diese Weise kann man unnötige große Operationen vermeiden.

Magenkrebs behandeln

Ein Team bestehend aus verschiedenen ärztlichen Fachleuten (Tumorboard) bespricht gemeinsam Ihre Behandlung und stimmt diese mit Ihnen ab. 

Wenn der Krebs noch nicht gestreut hat, ist eine Heilung möglich. Dann empfehlen Fachleute eine Operation: Der Magen wird teilweise oder vollständig entfernt. Bei Krebs am Magen-Eingang wird auch der untere Teil der Speiseröhre mit herausgenommen. 

Zusätzlich zu einer Operation kann vorher und/oder hinterher eine Chemotherapie allein oder kombiniert mit Bestrahlung (Radiochemotherapie) in Frage kommen. Wird der Krebs früh entdeckt und ist noch sehr klein, kann er unter Umständen über die Speiseröhre mit speziellen Instrumenten entfernt werden. Der Fachbegriff für dieses schonende Verfahren lautet endoskopische Resektion

Hat Magenkrebs im Körper gestreut, ist er nicht mehr heilbar. Fachleute empfehlen dann Medikamente, die das Krebswachstum zeitweise aufhalten. Ziel dieser Behandlung ist, Beschwerden zu lindern und Leben zu verlängern. Forschergruppen erproben derzeit neue Medikamente, zum Beispiel eine Immuntherapie

Ausführliche Informationen zu den Behandlungsmöglichkeiten finden Sie in der Patientenleitlinie "Magenkrebs": www.leitlinienprogramm-onkologie.de/patientenleitlinien

Was Sie selbst tun können

Das Leben ohne Magen verlangt ein völlig neues Essverhalten. Die Betroffenen können nur noch sehr kleine Portionen essen und oft fehlt der Appetit. Deshalb nehmen manche in den ersten Monaten nach der Operation ab. Doch jeder reagiert anders: Einige haben kaum Probleme, andere klagen über erhebliche Beschwerden.  

Um das neue Essverhalten zu erlernen, empfehlen Ihnen Fachleute eine professionelle Ernährungsberatung. Es ist ratsam, diese in ärztlicher Absprache zu wiederholen. Hier finden Sie Tipps von Betroffenen und Fachleuten für Ernährung:

  • Essen Sie stets langsam und kauen Sie gründlich. Nehmen Sie häufige (6 bis 10), aber dafür nur kleine Portionen zu sich.

  • Beginnen Sie mit einer einfachen Kost und probieren Sie aus, was Sie vertragen. Neue Lebensmittel testen Sie am besten einzeln. Dabei kann ein Ernährungsprotokoll hilfreich sein.

  • Nur der Magen bildet einen Stoff, der für die Aufnahme von Vitamin B12 notwendig ist. Daher erhalten Sie nach einer Magen-Entfernung alle 3 Monate Vitamin B12 als Spritze.

  • Bleiben Sie in Bewegung. Die körperliche Aktivität sollte an Ihre Kräfte angepasst sein und Sie nicht überfordern. Regelmäßiges, leichtes Training stabilisiert Ihren Körper und hilft auch gegen Müdigkeit.

  • Eine Krebserkrankung löst häufig Ängste oder Depressionen aus. Sie und Ihre Angehörigen können jederzeit psychoonkologische Betreuung erhalten.

September 2020, herausgegeben von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung

Mehr zum Thema

  • Patientenleitlinie Magenkrebs

    Der Link führt zur Webseite des Leitlinienprogramms Onkologie, das heißt Sie verlassen unser Portal Patienten-Information.de.

Wo Sie eine Selbsthilfeorganisation in Ihrer Nähe finden, erfahren Sie bei der NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen).

Internet www.nakos.de 
Telefon 030 31018960

Selbsthilfe-Organisationen:

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