Gesundheits-Apps – Worauf ist zu achten?

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Gesundheits-Apps gibt es in Hülle und Fülle. Sie können in vielen Bereichen zum Einsatz kommen und den Alltag von kranken Menschen erleichtern. Doch nicht alle Angebote sind vertrauenswürdig und schützen Ihre Daten. Hier erfahren Sie, was Sie im Umgang mit Gesundheits-Apps beachten sollten.

Auf einen Blick

Viele Menschen nutzen Gesundheits-Apps. Sie können damit zum Beispiel ihren Blutdruck messen, sich an Medikamente erinnern lassen oder Informationen nachschlagen. Seit Oktober 2020 können sich Patientinnen und Patienten geprüfte Apps sogar verschreiben lassen. Die Anwendung von Gesundheits-Apps kann jedoch mit Risiken verbunden sein. Diese Information zeigt Ihnen, wie Sie Gefahren verringern und Ihre Daten schützen können.

Risiken verringern – Sicherheit steigern

Wenn Sie sich für eine Gesundheits-App interessieren, sollten Sie sich folgende Fragen stellen, um Risiken zu verringern: 

  • Welchen Zweck verfolgt die App?

  • Gehöre ich zur Zielgruppe, an die sich die App richtet?

  • Wie genau kann sie mich unterstützen – welches Problem löst sie?

  • Brauche ich sie wirklich? Löst sie ein Problem?

  • Sind die Inhalte aktuell und verlässlich?

  • Ist die Nutzerführung intuitiv und einfach?

  • Kenne ich mich mit Apps genügend aus, um sie bedienen zu können? Gibt es jemanden, der mich unterstützen kann?

  • Bin ich mir bewusst, dass die App unter Umständen nur gut funktioniert, wenn ich sie regelmäßig benutze?

  • Bin ich bereit, persönliche Daten zur Verfügung zu stellen, wenn sie für die Funktion der App erforderlich sind?

  • Erscheinen die Messwerte plausibel? Wenn Sie Zweifel haben, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

  • Wer ist der Anbieter? Womit verdient er sein Geld? (zum Beispiel mit der Auswertung oder dem Verkauf meiner Daten)

  • Wurde die App bereits von anderen Nutzerinnen und Nutzern bewertet?

  • Gibt es Informationen zu dieser App, zum Beispiel von Selbsthilfegruppen?

  • Kostet die App etwas? Ist der Betrag angemessen? Muss ich ein Abonnement abschließen?

  • Wird die App von einer Krankenkasse empfohlen?

Was kann ich selbst tun, um einen Missbrauch meiner Daten zu vermeiden?

Lesen Sie die Datenschutzerklärung der App, auch wenn sie lang ist. Sie sollte folgende wichtige Informationen enthalten:  

  • Welche personenbezogenen Daten werden gespeichert?

  • Von wem werden sie gespeichert oder verarbeitet?

  • Zu welchem Zweck?

  • Wie lange?

  • Wo kann ich eine Löschung meiner Daten beantragen?

Ihre Erkrankungen gehören zu den persönlichsten Daten überhaupt. Wenn Sie Gesundheits-Apps auf Ihrem Mobilgerät installiert haben, sollten Sie dafür sorgen, dass keine anderen Menschen Zugriff darauf haben.

Wie kann ich meine persönlichen Daten auf Mobilgeräten schützen?

  • Sichern Sie Ihr Handy mit einer PIN-Sperre.

  • Erstellen Sie sichere Passwörter – je länger, desto sicherer. Diese sollten keine persönlichen Daten, wie zum Beispiel das Geburtsjahr enthalten. Verwenden Sie niemals das gleiche Passwort für unterschiedliche Accounts. Wenn gefragt wird, ob das Passwort gespeichert werden soll, klicken Sie auf Nein. Nutzen Sie gegebenenfalls einen Passwortmanager.

  • Nutzen Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Dabei müssen Sie sich über zwei Wege identifizieren: Sie loggen sich mit Nutzernamen und Passwort bei einem digitalen Dienst ein und bekommen gleichzeitig einen Code auf Ihr Handy, der eingegeben werden muss. Erst dann haben Sie Zugriff auf Ihr Nutzerkonto.

  • Loggen Sie sich nicht mit Ihren Accounts über soziale Medien ein.

  • Erlauben Sie niemals die Synchronisierung Ihres Kontaktverzeichnisses mit Anwendungen für soziale Medien.

  • Nutzen Sie Virenscanner und Firewalls.

Wo finden Sie noch mehr Informationen?

Hier finden Sie Checklisten und weitere Informationen zum Umgang mit Gesundheits-Apps:

November 2020, herausgegeben von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung

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Unsere Gesundheitsinformationen können Sie kostenlos herunterladen, ausdrucken und verteilen. Es gibt auch die Möglichkeit, diese bei Anbietern von Print on Demand auf hochwertigem Papier und in beliebiger Auflage kostenpflichtig ausdrucken zu lassen – wie zum Beispiel dem DDZ.

Folgende Quelle wurde zur Erstellung der Kurzinformation "Gesundheits-Apps – Worauf sollte ich achten?" genutzt:

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