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Metastasierter Brustkrebs

LEBEN MIT BRUSTKREBS

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Wenn Brustkrebs in einem fortgeschrittenen Stadium vorliegt, kann dies Angst und Unsicherheit auslosen. Eine Brustkrebserkrankung verändert den Alltag von betroffenen Frauen und ihren Angehörigen. Dank guter Behandlungsmöglichkeiten leben immer mehr Patientinnen viele Jahre mit dieser Erkrankung.

Auf einen Blick: metastasierter Brustkrebs
  • "Metastasiert" bedeutet, dass der Krebs sich im Körper ausgebreitet hat. Der Krebs hat Absiedlungen in entfernten Lymphknoten oder Organen gebildet. Fachleute sprechen von Metastasen.
  • Im Verlauf der Krankheit streut etwa jeder vierte Brustkrebs. Bei einigen wird Brustkrebs erst entdeckt, wenn bereits Metastasen vorliegen.
  • Hat der Krebs gestreut, können bestimmte Medikamente das Leben verlängern und die Lebensqualität so gut wie möglich erhalten.
  • Mit den heutigen Behandlungen ist es oft möglich, jahrelang mit der Erkrankung zu leben.

DIE ERKRANKUNG

Bei metastasiertem Brustkrebs breitet sich der Krebs über die Lymphe oder die Blutbahn im Körper aus. Man sagt, der Krebs hat Metastasen gebildet. Wenn Brustkrebs in entfernte Organe streut, dann vor allem in Knochen, Lunge und Leber.  

Bei etwa 1 von 4 erkrankten Frauen schreitet der Krebs im Krankheitsverlauf weiter fort und bildet Metastasen. Bei ungefähr 3 von 100 Frauen mit Brustkrebs ist der Krebs bereits zum Zeitpunkt der Diagnose metastasiert.

UNTERSUCHUNGEN

Mit mehreren Untersuchungen stellt die Ärztin oder der Arzt fest, ob tatsächlich Brustkrebs vorliegt und wie weit er sich ausgebreitet hat. Besteht nach den ersten Untersuchungen der Verdacht auf Metastasen oder steht bei Ihnen eine Chemotherapie an, so empfehlen Ihnen Fachleute bildgebende Untersuchungen von Lunge, Leber und Knochen.  

Wurden in den Bilduntersuchungen Metastasen erkannt, ist eine Gewebeprobe wichtig. Es ist möglich, dass Metastasen andere Eigenschaften haben als der ursprüngliche Krebs in der Brust. Auf diese Weise erhält Ihr Ärzteteam Informationen, die wichtig für Ihre Behandlung sind.

BEHANDLUNG

Die Behandlung von metastasiertem Brustkrebs hat folgende Ziele: Beschwerden zu vermeiden oder zu lindern, das Leben zu verlängern und die Lebensqualität so gut wie möglich zu erhalten. 

Hat der Krebs im Körper gestreut, so ist es nicht mehr möglich, ihn vollständig zu entfernen. Eine Operation bringt Ihnen in diesem Fall keinen Vorteil. Der Eingriff würde Sie nur unnötig belasten. 

Hier kommen die folgenden verschiedenen Möglichkeiten der Behandlung in Betracht:  

  • Medikamente, die auf den ganzen Körper wirken
  • eine gezielte Behandlung einzelner Metastasen – meist durch Operation oder Bestrahlung
  • eine gute unterstützende Behandlung, die sich nicht gegen den Krebs selbst richtet, sondern vor allem Beschwerden lindert 

Unter günstigen Voraussetzungen lässt sich die Erkrankung oft jahrelang unter Kontrolle halten.

Fachleute empfehlen folgende Behandlungen mit dem Ziel, Beschwerden zu lindern und das Krebswachstum zu verlangsamen:  

  • Anti-Hormon-Behandlung: Bei etwa drei Viertel der Patientinnen wächst Brustkrebs verstärkt unter dem Einfluss weiblicher Hormone. Ein Medikament kann diese körpereigenen Hormone ausschalten. Bestätigt ein Test die Hormonabhängigkeit, so wird der Betroffenen eine Anti-Hormon-Behandlung empfohlen. 
  • Chemotherapie: Hier werden Medikamente eingesetzt, die die Zellteilung stören. Sie kommt für Frauen in Frage, deren Krebs nicht hormonabhängig wächst und die körperlich nicht zu geschwächt sind. 
  • Fachleute empfehlen, Anti-Hormone und Chemotherapie nicht gleichzeitig einzusetzen. Das Überleben verbessert sich dadurch nicht, aber die Nebenwirkungen können sich dann verstärken.  
  • Zielgerichtete Behandlung: Die Wirkstoffe, etwa Antikörper, richten sich gezielt gegen bestimmte Eigenschaften von Krebszellen. Ergibt ein Test, dass der Krebs für eine solche Behandlung geeignet ist, so können zielgerichtete Wirkstoffe zusätzlich oder im Anschluss an eine Chemotherapie zum Einsatz kommen. 
  • Gezielte Bestrahlung: um Beschwerden zu lindern, zum Beispiel Schmerzen in den Knochen. Alle Behandlungen können teils erhebliche Nebenwirkungen hervorrufen. Einige dieser Nebenwirkungen lassen sich vorbeugend behandeln. Es gibt zum Beispiel Medikamente, die Übelkeit und Erbrechen wirksam verhindern oder verringern können. 

Sie können auch auf eine gegen den Krebs gerichtete Behandlung verzichten: zum Beispiel, wenn der Körper geschwächt ist oder Sie die Medikamente nicht vertragen. Dann werden nur die Folgen der Erkrankung wie Schmerzen wirksam behandelt. Die passende Behandlung zu finden, ist manchmal nicht einfach. Dabei kommt es vor allem auf Ihre persönlichen Ziele an. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Sie ausführlich beraten und Vorschläge machen – die Entscheidung liegt aber bei Ihnen.

WAS SIE SELBST TUN KÖNNEN

Bei der Behandlung Ihrer Krankheit geht es auch darum, Ihre Lebensqualität bestmöglich zu erhalten. Für viele bedeutet das, weitestgehend schmerzfrei und ohne größere Beschwerden leben zu können.

  • Entscheiden Sie selbst, welche Belastungen Sie durch die Therapie auf sich nehmen wollen. Sie können eine Behandlung auch abbrechen.
  • Sie müssen mögliche Schmerzen nicht tapfer aushalten. Mit der richtigen Behandlung können sie wirksam ausgeschaltet oder gelindert werden.
  • Zu jedem Zeitpunkt – auch nach Abschluss der Behandlung – können Sie auf psychologische oder psychotherapeutische Hilfe zurückgreifen.
  • Tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen aus, zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe.
  • Für alle Probleme, die mit Krankschreibung, Arbeitsplatz, Versicherungen und Hilfen in der Familie zusammenhängen, sind die Kliniksozialdienste und Krebsberatungsstellen wichtige Anlaufstellen.

 

MEHR INFORMATIONEN

Diese Information beruht auf der aktuellen ärztlichen  S3-Leitlinie "Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms (Update 2018)" des Leitlinienprogramms Onkologie. Das Programm wird getragen von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe.

Methodik und weiterführende Links

Kontakt Selbsthilfe

Wo Sie eine Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe finden, erfahren Sie bei der NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen):

Internet www.nakos.de 
Telefon 030 3101-8960

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3. Auflage, 2019 | DOI: 10.6101/AZQ/000448

zuletzt verändert: 24.11.2017 11:42
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