Verdopplung der Kaiserschnittrate in Deutschland – Hebammen für natürliche Geburt
Internationaler Hebammentag am 5. Mai 2013
Die Kinder- und Müttersterblichkeit konnte in den letzten Jahrzehnten deutlich gesenkt werden. Zu diesem Erfolg haben Hebammen und Ärzte beigetragen.1 Doch trotz dieser erfreulichen Entwicklung gibt es einen fragwürdigen Trend in Deutschland: In den letzten zehn Jahren hat sich die Kaiserschnittrate verdoppelt. 2011 kamen 32,1 Prozent der Kinder per Kaiserschnitt zur Welt, 1992 waren es nur 16,2 Prozent.2
Der Kaiserschnitt wird in seiner positiven Wirkung häufig überschätzt. Die negativen Folgen werden dagegen kleingeredet. Auch gibt es das verstärkte Bedürfnis, ein Kind zu einem bestimmten Termin auf die Welt zu bringen. Viele Eltern wollen da nichts dem Zufall überlassen. Sie glauben, mit der operativen Geburt ihres Kindes maximale Sicherheit zu haben.
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Zahlen und Fakten: interaktive Karten der Bertelsmannstiftung
Termine: "Hebammen Wissen" |
Die Entscheidung für oder gegen die natürliche Geburt hängt nicht nur von medizinischen Faktoren und den Wünschen der werdenden Mutter ab. Sie wird auch von den beteiligten Geburtsprofis mitbestimmt. Hebammen stehen dabei häufiger für eine natürliche Geburt, Ärzte bevorzugen die Entbindung per Kaiserschnitt.
Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung hat sich dieser Fragestellung angenommen und zeigt interessante Ergebnisse. Maßgeblich für die Entscheidung pro Kaiserschnitt ist die Risikoeinschätzung der behandelnden Ärzte. Dabei kommt es auch darauf an, wo die Ärzte praktizieren. Im Saarland liegt die Kaiserschnittrate mit rund 38 Prozent am höchsten, in Sachsen liegt sie dagegen bei nur rund 23 Prozent.
Weiterführende Informationen
International Confederation of Midwives
Fachinformationen zum Kaiserschnitt: Faktencheck Gesundheit (Bertelsmannstiftung)
Quellen:
Foto: © sashpictures - Fotolia.com
1 Internetseite des Deutschen Hebammenverbandes / Pressemeldung zum Hebammenkongress vom 04.04.2013
2 Internetseite des Marburger Bundes / Geburtenbilanz

