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Wörterbuch

Wörterbuch zu Fremdwörtern und Fachbegriffen der Patientenleitlinien des Programms für Nationale VersorgungsLeitlinien.

Das NVL-Programm steht unter der Trägerschaft von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften.

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abnorme Nüchternglukose

Der Ausdruck bezeichnet erhöhte Blutzuckerwerte im Nüchternzustand. Die Werte sind jedoch noch nicht so hoch, dass man von einem Typ-2-Diabetes sprechen kann. Siehe auch Nüchternglukose.

Abstoßungsreaktion

Bei einer Abstoßungsreaktion sieht das Immunsystem nach einer Transplantation das verpflanzte Organ als "Fremdkörper" an und versucht, es zu bekämpfen. Wird dieser Prozess nicht gestoppt, droht der Verlust des transplantierten Organs. Menschen, bei denen eine Transplantation durchgeführt wurde, müssen daher lebenslang Medikamente einnehmen. Siehe auch Transplantation und Immunsuppression.

ACE-Hemmer

Medikamente, die zum Beispiel bei Bluthochdruck oder Herzschwäche eingesetzt werden. Sie werden auch zur Vorbeugung von Herzinfarkten oder Schlaganfällen verwendetet. ACE-Hemmer blockieren das Entstehen eines gefäßverengend wirkenden Körpereiweißes (das Angiotensin II). Die Mittel senken den Blutdruck und entlasten durch ihre Wirkung das Herz, sodass es seine Pumpleistung wieder erhöhen kann. ACE ist eine Abkürzung und steht für: Angiotensin Converting Enzyme.

Acetylcholin

Botentoff.

Acetylsalicylsäure

Medikament, das die Anlagerung von Blutplättchen hemmt und damit die Verstopfung der Blutgefäße verhindert. Kommt zum Beispiel bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit (KHK) oder Herzinfarkt zum Einsatz. Ferner wirkt Acetylsalicylsäure (kurz: ASS) schmerzlindernd und fiebersenkend.

Achillessehnenreflex

Muskeleigenreflex, der durch einen Schlag auf die Achillessehne ausgelöst wird. Anhand des Achillessehnenreflexes wird die Nervenfunktion in diesem Körperbereich überprüft.

Adhärenz

Ausmaß, mit dem ein Patient die verordnete Medikation tatsächlich einnimmt. Dies ist ein wesentlicher Faktor für die Wirksamkeit einer Behandlung.

Adipositas

Fettleibigkeit, krankhaftes Übergewicht.

Adrenalin

Botenstoff, Stresshormon. Siehe auch Katecholamine.

Aerolizer

Spezielles Inhalationssystem zur Pulverinhalation.

Aggregation

Zusammenlagerung, Verklumpung, Ansammlung.

Agomelatin

Medikament zur Behandlung von Depressionen. Der Wirkstoff Agomelatin ist ein sogenannter Melatonin-Rezeptor-Agonist und Serotonin-5-HT2C-Rezeptor Antagonist. Er ahmt die Wirkung des Hormons Melatonin nach, welches für den Tag-Nacht-Rhythmus verantwortlich ist. Siehe auch Melatonin.

Akupunktur

Behandlungsverfahren, bei dem Nadeln an speziellen Punkten gesetzt werden, die mit bestimmten Körperstellen in Verbindung stehen.

akut

Vordringlich, dringend, in diesem Moment.

akutes Koronarsyndrom

Unter dem Begriff "akutes Koronarsyndrom" werden die Phasen der koronaren Herzkrankheit (KHK) zusammengefasst, die unmittelbar lebensbedrohlich sind. Hierzu gehören die instabile Angina pectoris, der akute Myokardinfakt und der plötzliche Herztod. Bei Verdacht auf ein akutes Koronarsyndrom müssen Sie oder Ihre Angehörigen, Freunde oder Kollegen sofort den Notarzt alarmieren!

Akuttherapie

Sofortbehandlung.

Albumin

Spezielles Eiweiß, das in der Leber hergestellt wird. Es sorgt unter anderem dafür, dass das Blut in den Gefäßen bleibt.

Albuminurie

Vermehrtes Vorhandensein von Albumin, einem Eiweiß, im Urin. Eine Albuminurie kann ein Hinweis auf eine bestehende Nierenerkrankung sein. Siehe auch Mikro- und Makroalbuminurie.

Aldosteron-Antagonisten

Medikamente, welche die Wirkung von Aldosteron verringern. Aldosteron ist ein Hormon. Es beeinflusst den Blutdruck und die Wassermenge im Körper. Aldosteron-Antagonisten können beispielsweise bei Herzschwäche oder Lebererkrankungen zum Entwässern verschrieben werden.

Alkoholabhängigkeit

Suchterkrankung, die durch einen erhöhten Alkoholkonsum gekennzeichnet ist. Sie kann zu körperlichen und seelischen Schäden sowie sozialen Problemen führen.

Allergene

Substanzen, die allergische Reaktionen auslösen können. Am häufigsten wirken Pflanzenpollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilze sowie Tierhaare als Allergene.

Allergie

Angeborene oder erworbene Veränderung der Reaktionsfähigkeit des Immunsystems gegenüber körperfremden sowie eigentlich unschädlichen Stoffen.

Allergietest

Test zur Ermittlung von Allergieauslösern. Dieser kann durch direkte Reizung der Atemwege, durch das Einatmen bestimmter Substanzen oder durch Aufbringen von Substanzen auf die Haut erfolgen (Prick-Test).

Allergisches Asthma

Liegt vor, wenn die Beschwerden durch bestimmte Stoffe hervorgerufen werden, wie Tierhaare, Hausstaub oder Pollen. Siehe auch Asthma.

Allgemeinmedizin

Fachgebiet in der Medizin, das sich mit Vorbeugung, Erkennung und Behandlung jeglicher Erkrankungen befasst.

Alpha2-Rezeptor-Antagonisten

Medikamente zur Behandlung von Depressionen. Sie verstärken über einen bestimmten Mechanismus die Wirkung der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin.

Alpha-1-Protease-Inhibitor-Mangel

Erbkrankheit, bei der ein bestimmter Eiweißstoff zu wenig gebildet wird. Die Organe können nicht ausreichend geschützt werden – vor allem die Lunge kommt dadurch zu Schaden (Lungenüberblähung). Durch die Atemluft kommt sie oft mit Schadstoffen der Umwelt und Krankheitserregern in Kontakt, wodurch Entzündungsreaktionen ausgelöst werden, die dann ungeschützt ablaufen.

Alpha-Blocker

Beeinflussen den Sympathikus, einen Teil des autonomen Nervensystems. Sie können zum Beispiel bei Bluthochdruck, gutartiger Prostatavergrößerung oder Erektionsstörungen eingesetzt werden.

Alpha-Glukosidase-Hemmer

Tabletten zur Behandlung von Typ-2-Diabetes. Sie senken den Blutzucker, indem sie Eiweiße (Enzyme) im Darm blockieren, die für die Aufspaltung von Zucker aus der Nahrung sorgen.

Alpha-Liponsäure

Körpereigene Substanz, die auch Thioctsäure genannt wird. Ihr wird eine schützende (antioxidative) Wirkung zugeschrieben, unter anderem für Nerven und Leber.

Alpha-Zellen

Zellen in den Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse, die das Hormon Glukagon bilden.

Alprostadil

Medikament, das hauptsächlich zur Behandlung einer Erektionsstörung eingesetzt wird. Die Substanz kann sich der Mann vor dem Geschlechtsverkehr selbst in den Penis spritzen. Dieses Verfahren wird als "Schwellkörperautoinjektionstherapie" (kurz: SKAT) bezeichnet.

Alveolen

Lungenbläschen am äußeren Ende der Bronchioli, den kleinsten Aufzweigungen der Bronchien.

Alzheimer-Demenz

Form der Demenz. Siehe auch Demenz.

ambulant

Gegenteil von stationär. Bei einer ambulanten Behandlung kann die Patientin oder der Patient unmittelbar oder kurze Zeit nach Beendigung wieder nach Hause gehen.

Amputation

Abtrennung eines Körperteils. Die Amputation wird als letzte Maßnahme durchgeführt, wenn das Leben der Patientin oder des Patienten anders nicht zu retten oder eine Heilung des betroffenen Körperteils nicht zu erwarten ist.

Analgetika

Schmerzmittel. Man unterscheidet nichtopioide und opioidhaltige Schmerzmittel. Das bekannteste opioidhaltige Schmerzmittel ist Morphium. Siehe auch nichtopioide und opioidhaltige Schmerzmittel.

analytische Psychotherapie

Psychotherapeutisches Verfahren. Bei der analytischen Psychotherapie geht es darum, ein tiefgreifendes Verstehen für die eigene Persönlichkeit und ihr Handeln zu entwickeln. Dabei wird nach dem Ursprung der Schwierigkeiten im psychotherapeutischen Gespräch gesucht.

Anämie

Blutarmut.

Anamnese

Ergebnis der ärztlichen Erstuntersuchung. Dabei erfragt die Ärztin oder der Arzt unter anderem Beschwerden, frühere oder aktuelle Erkrankungen und Lebensgewohnheiten.

Angina pectoris

Anfallartiges Engegefühl in der Brust, häufig verbunden mit Luftnot und starken Schmerzen. Ursache ist eine Minderdurchblutung des Herzmuskels, Auslöser sind meist körperliche Belastung oder Stress. Man unterscheidet die stabile und die instabilie Angina pectoris in Abhängigkeit von Häufigkeit, Dauer und Schwere der Anfälle. Siehe auch stabile und instabile Angina pectoris.

Angiopathie

Krankhafte Gefäßveränderung, welche im Rahmen eines Diabetes oder anderer Erkrankungen auftreten kann.

Angiotensin-I-Blocker

Medikamente, die unter anderem bei Bluthochdruck oder Herzschwäche eingesetzt werden. Sie haben eine ähnliche Wirkung wie ACE-Hemmer. Sie werden auch Sartane genannt.

Angststörung

Der Begriff fasst verschiedene seelische Krankheiten zusammen. Betroffene empfinden meist eine übertriebene Furcht. Die Störung geht mit körperlichen Anzeichen einher, wie Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Atemnot, Erstickungs- und Schwindelgefühl.

Mehr dazu in der Kurzinformation für Patienten "Angststörungen".

Anschlussheilbehandlung

Besondere Form der medizinischen Rehabilitation, die sich unmittelbar an einen Krankenhausaufenthalt anschließt und in der Regel 3 Wochen dauert. Sie muss bereits im Krankenhaus beantragt werden.

Anstrengungsasthma

Die Atemwege reagieren auf unspezifische Reize, wie trockene und kalte Luft, überempfindlich und verengen sich. Betroffene Personen können die eingeatmete Luft nicht mehr richtig ausatmen und leiden unter Atemnot. Siehe auch Asthma.

Antibiotikum

Medikament, das Bakterien, aber keine Viren abtöten.

Anticholinergikum

Dieses Medikament hemmt die Wirkung des Acetylcholins, einem Botenstoff, der Nerven-Impulse weiterleitet. Es wird bei zahlreichen Beschwerden oder Krankheiten eingesetzt, wie beispielsweise zur Behandlung einer überaktiven Blase, Reisekrankheit, zu langsamem Herzschlag oder bei verengten Bronchien. Als Tropfen kann es bei entzündeten Augen helfen.

Antidepressivum

Medikament zur Behandlung von Depressionen. Es kann aber auch bei anderen seelischen Erkrankungen oder Schmerzen eingesetzt werden. Je nach Wirkstoff können unterschiedliche Nebenwirkungen auftreten. Anders als manche Menschen glauben, machen Antidepressiva nicht abhängig.

Antidiabetikum

Medikament, das den Blutzucker senkt. Es wird zur Behandlung von Diabetes mellitus eingesetzt.

Antidiarrhoikum

Medikament gegen Durchfallerkrankungen.

Antiepileptikum

Medikament, das hauptsächlich bei epileptischen Krampfanfällen eingesetzt wird. Auch zur Schmerztherapie kann es in Betracht gezogen werden. Es entfaltet seine Wirkung, indem es auf verschiedene Art und Weise die Erregbarkeit von Nervenzellen im Gehirn beeinflusst.

Antikoagulation

Hemmung der Blutgerinnung.

Antikonvulsivum

Siehe Antiepileptikum.

Antipsychotikum

Medikament, das vor allem bei seelischen Erkrankungen eingesetzt wird, vorwiegend bei Wahnvorstellungen, Erregungszuständen und Halluzinationen.

Antitussivum

Medikament, das den Hustenreiz unterdrückt.

Aorta

Hauptschlagader.

Approbation

Berufszulassung.

Arrhythmie

Unregelmäßiger Herzschlag. Siehe auch Herzrhythmus-Störung.

Arterie

Vom Herzen wegführendes Blutgefäß. Die Arterien transportieren das sauerstoffreiche Blut vom Herzen in den gesamten Körper.

Arteriosklerose

Gefäßverhärtung mit Verengung der Gefäße durch krankhafte Ablagerungen in den Gefäßinnenwänden (Plaques). Siehe auch "Plaque".

arteriovenöse Dialysefistel

Spezieller Gefäßzugang für die Dialyse. Dafür werden in einer kleinen Operation eine Arterie und eine Vene am Arm zusammengenäht.

Asthma

Auf bestimmte Reize reagieren die Atemwege im Gegensatz zu denen gesunder Personen überempfindlich. Die Bronchien verkrampfen und verengen sich, Betroffene können die eingeatmete Luft nicht mehr richtig ausatmen und haben Atemnot.

Ausführliche Informationen gibt es in der Patientenleitlinie "Asthma".

Asthma-Anfall

Bei einem Asthma-Anfall verkleinert sich der Durchmesser der Bronchien und die Atemluft kann nicht mehr ungehindert ein- und ausströmen. Dann fällt vor allem das Ausatmen sehr schwer. Man erkennt den Asthma-Anfall an pfeifender Atmung, trockenem Husten, einem Engegefühl in der Brust oder Luftnot.

Asthmaschulung

Asthmaschulungen werden von Hausärzten, Lungenfachärzten, Kinderärzten, Akut- und Reha-Kliniken sowie von Selbsthilfeorganisationen angeboten. Siehe auch Patientenschulung.

Asthmatagebuch

Dient dem Eintragen der gemessenen aktuellen Peak-Flow-Werte. Neben diesen Werten können auch andere Besonderheiten eingetragen werden, zum Beispiel:

  • Beschwerden, wie Husten, Auswurf, Atemnot;
  • Einsatz der Notfallmedikamente;
  • Besonderheiten, wie nächtliche Atemnot und Infekte.

atemerleichternde Körperhaltung

Es gibt ganz bestimmte Körperhaltungen oder Körperstellungen, die das Atmen erleichtern. Kennzeichnend sind das Hochstützen der Schultern und die nicht hängenden Arme. Siehe auch Kutschersitz und Torwarthaltung.

Ausführliche Informationen gibt es in der Patientenleitlinie "Asthma".

Atemtechnik

Bei Atembeschwerden, auch in Belastungssituationen, unterstützen diese Techniken beim Ausatmen das Ausströmen der Luft. Dadurch fällt das Atmen leichter. Siehe auch Lippenbremse.

Ausführliche Informationen gibt es in der Patientenleitlinie "Asthma".

atherogen

Bedeutet: Gefäßveränderungen beziehungsweise Gefäßverkalkungen fördernd.

Auswurf

Abgehusteter Schleim aus den Atemwegen. Der Fachbegriff ist Sputum.

autochthone Rückenmuskulatur

Dieser tiefliegende Teil der Rückenmuskulatur entwickelt sich ortsständig beidseits entlang der Wirbelsäule – im Gegensatz zur oberflächlich befindlichen Rückenmuskelschicht, die aus der Schultergürtel- und Rumpfmuskulatur stammt.

autogenes Training

Entspannungstechnik.

Autohaler

Dosieraerosol, bei dem der Sprühstoß mit dem Medikament durch einen Atemzug ausgelöst wird. Dadurch entfällt das Problem, das Auslösen des Sprühstoßes mit dem Einatmen genau abzustimmen.

automatische Peritonealdialyse

Spezielle Form der Bauchfelldialyse. Bei der automatischen Peritonealdialyse (kurz: APD) übernimmt eine Maschine in der Nacht den Austausch von Flüssigkeit und harnpflichtigen Substanzen. Siehe auch Peritonealdialyse.

autonom

Eigenständig.

autonome diabetische Neuropathie

Nerven des autonomen Nervensystems sind durch Diabetes geschädigt. Dadurch wird die Funktion von inneren Organen und Organsystemen gestört, wie das Herz-Kreislauf-System, der Magen-Darm-Trakt oder der Harn- und Geschlechtstrakt. Körperliche Vorgänge, die über die autonomen Nerven reguliert werden, können ebenfalls beeinträchtigt sein, wie das Schwitzen und die Anpassung der Pupillen.

Ausführliche Informationen gibt es in der Patientenleitlinie "Nervenschädigungen bei Diabetes".

autonomes Nervensystem

Steuert die inneren Organe und somit viele Funktionen im Körper, die nicht bewusst kontrolliert werden können. Es ist beispielsweise für Atmung, Kreislauf, Stoffwechsel, Blasenentleerung oder Verdauung zuständig. Andere Namen dafür sind "vegetatives" oder "unwillkürliches" Nervensystem.

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Bagatelltrauma

Bezeichnet eine an sich leichte Krafteinwirkung auf den Körper, die beim gesunden Menschen keinen Schaden anrichtet – etwa durch Husten, Niesen oder eine abrupte Körperbewegung. Bei bestimmten Vorerkrankungen kann ein Bagatelltrauma aber genügen, um eine ernsthafte Verletzung, etwa einen Wirbelbruch, zu verursachen.

Ballondilatation

Ärztlicher Eingriff, bei dem zum Beispiel ein verengtes Herzkranzgefäß durch Dehnung über einen Ballon erweitert wird.

basal unterstützte orale Therapie

Form der Insulintherapie. Hierbei nimmt man in der Regel blutzuckersenkende Tabletten ein und spritzt auch noch ein Verzögerungsinsulin.

Bauchfell

Ist eine feuchte Haut, die den Bauchraum auskleidet und dort die inneren Organe umgibt. Das Bauchfell bildet eine Flüssigkeit, die als "Schmiermittel" dient, damit sich die Organe im Bauch leichter gegeneinander bewegen können. Eine weitere Funktion des Bauchfells ist, Flüssigkeit aus dem Bauchraum aufzunehmen und den Lymph- und Blutgefäßen zuzuführen. Das ist für die körperliche Abwehr wichtig.

Bauchfelldialyse

Das Blut wird innerhalb des Körpers gesäubert: Als natürlicher Filter dient das Bauchfell. Daher wird diese Form der Dialyse als Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse) bezeichnet.

Belastungs-EKG

Ein Belastungs-EKG wird erstellt, wenn die Person auf einem Standfahrrad fährt oder auf einem Laufband läuft und dabei ein Elektrokardiogramm erstellt wird. Siehe auch EKG.

Benfotiamin

Vorstufe des Vitamin B1. Es ist fettlöslich und kann somit – im Gegensatz zum wasserlöslichen Vitamin B1 – vom Körper besser aufgenommen werden.

Benzodiazepine

Beruhigungsmittel. Sie können beispielsweise bei Krampfanfällen, Angst- oder Unruhezuständen eingesetzt werden.

Beta-Blocker

Medikamente, die den Blutdruck senken und den Herzschlag langsamer machen. Beta-Blocker hemmen die Wirkung von Stresshormonen. Diese Stresshormone heißen Noradrenalin und Adrenalin. Wenn Beta-Blocker die Rezeptoren besetzen, sinken der Blutdruck und der Sauerstoffbedarf des Herzens. Dadurch wird das Herz entlastet. Deshalb werden die Mittel vor allem bei Bluthochdruck oder Herzkrankheiten, wie Herzschwäche oder Angina pectoris eingesetzt. Auch bei einer Überfunktion der Schilddrüse oder grünem Star (Glaukom) können sie infrage kommen.

Beta-Mimetikum

Medikament, das wegen seiner erweiternden Wirkung auf die Bronchien eine große Bedeutung für die Behandlung von Asthma und COPD hat. Es wird auch Beta-2-Sympathomimetikum oder Adrenergikum genannt.

Beta-Zellen

Zellen in den Langhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse, die das Hormon Insulin produzieren.

Betreuungsverfügung

Eine Betreuungsverfügung wird geltend, wenn kein Vorsorgebevollmächtigter vorab durch die Patientin oder den Patienten bestimmt wurde und handeln kann. In diesem Fall bestimmt ein Betreuungsgericht eine gesetzliche Vertreterin oder einen gesetzlichen Vertreter.

bildgebendes Verfahren

Verfahren, das bestimmte Teile des Körpers mit Hilfe verschiedener physikalischer Techniken abbildet. Dazu gehören Ultraschall (Sonographie), Röntgen, Computertomographie (CT), auch Szintigraphie und Positronenemissionstomographie (PET) und Magnetresonanztomographie (MRT).

Biofeedback-Therapie

Trainingsverfahren zur Kontrolle von Körperfunktionen, die normalerweise unbewusst ablaufen oder nicht bewusst wahrgenommen werden.

bipolare Erkrankung

Eine bipolare oder manisch-depressive Erkrankung ist eine psychische Störung. Dabei wechseln Phasen gedrückter, depressiver Stimmung mit solchen starker Hochstimmung und Rastlosigkeit, in denen die Betroffenen häufig den Bezug zur Realität verlieren.

Blutarmut

Eine Blutarmut oder eine Anämie ist durch einen Mangel an roten Blutzellen gekennzeichnet. Diese Krankheit wird durch eine Verminderung des roten Blutfarbstoffs oder der Zahl der roten Blutzellen hervorgerufen. Für eine Blutarmut gibt es eine Reihe von Ursachen. Die Folge ist eine geringere Versorgung des Körpers mit Sauerstoff. Anzeichen für eine Anämie sind Atemnot, Schwindelgefühl und Blässe. Anhand bestimmter Laborwerte kann festgestellt werden, ob eine Blutarmut vorliegt.

Bluthochdruck

Kreislauferkrankung, bei der in den Blutgefäßen ein erhöhter Druck herrscht. Er liegt laut Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO dann vor, wenn der Druck in den Arterien auf einen systolischen Wert von über 140 mmHg und/oder einen diastolischen Wert über 90 mmHg gesteigert ist. Der Fachausdruck lautet Hypertonie. Bei Kindern und Jugendlichen gibt es keine einheitlichen Werte. Ihr Blutdruck wird bewertet, indem er zur Körpergröße ins Verhältnis gesetzt wird.

Blutplasma

Flüssiger Anteil des Blutes ohne Blutzellen.

Bluttransfusion

Blutübertragung; Blut oder Blutbestandteile, wie rote Blutzellen, werden in eine Vene verabreicht. Dies kann bei hohem Blutverlust nötig sein.

Blutzuckerwert

Gibt Auskunft darüber, wie viel Glukose (Traubenzucker) sich im Blut befindet. Dieser Wert schwankt ständig, je nachdem, wann man etwas gegessen oder getrunken hat. Der HbA1c-Wert, auch Langzeit-Blutzucker genannt, lässt Rückschlüsse auf die mittleren Blutzuckerwerte der letzten 6 bis 12 Wochen zu.

Body-Maß-Index (BMI)

Auch als Körpermasseindex bezeichnet. Ist eine Maßzahl für die Bewertung des Körpergewichts eines Menschen im Verhältnis zu seiner Körpergröße: BMI = Körpergewicht in kg / Körpergröße in m zum Quadrat. Für Erwachsene gelten folgende Einstufungen, wobei auch das Lebensalter noch eine Rolle spielt: Untergewicht < 18,5 kg/m², Normalgewicht 18,5 bis < 25 kg/m², Übergewicht 25 bis < 30 kg/m². Ab einem BMI ≥ 30 kg/m² besteht Fettleibigkeit (Adipositas).

Bodyplethysmographie

Mit dieser Untersuchung werden der Atemwegswiderstand und das in der Lunge vorhandene Luftvolumen ermittelt. Die Untersuchung findet in einer geschlossenen, gläsernen Messkammer statt, die an eine Telefonzelle erinnert. Die Patientin oder der Patient atmet durch ein Rohr, das mit einem Aufzeichnungs- und Analysegerät außerhalb der Messkammer verbunden ist. Die Untersuchung wird vor allem in Lungenfacharztpraxen und in lungenärztlich ausgerichteten Kliniken oder Ambulanzen durchgeführt.

Botulinumtoxin-Injektion

Bei diesem Verfahren werden kleinste Mengen eines lähmenden Nervengifts, des Botulinumtoxins, gespritzt.

Bronchien

Atemwege mit größerem und kleinerem Durchmesser, in denen Luft transportiert wird. Einzahl: Bronchus, Mehrzahl: Bronchien.

Broncho-Dilatator

Medikament, das die zusammengezogenen Muskeln entspannt und damit die Atemwege erweitert. Die Luft kann wieder besser durch die Atemwege fließen. Kommt zum Beispiel bei Asthma und COPD zum Einsatz. Siehe auch Beta-Mimetikum und Anticholinergikum.

Bronchiolen

Kleinste Aufzweigung der Bronchien.

Bronchitis

Entzündung der Bronchialschleimhaut, die überwiegend die größeren Bronchien betrifft.

Broncho-Provokation

Der Test wird entweder durchgeführt, indem sich die Patientin oder der Patient körperlich anstrengt – eine Zeitlang läuft oder Fahrrad fährt – oder einen Reizstoff inhaliert, der typische Beschwerden von Asthma auslösen kann. Anschließend wird die Funktion der Lunge gemessen. Wenn die betreffende Person an Asthma erkrankt ist, verengen sich die Bronchien durch die körperliche Belastung oder den Reizstoff. Dadurch fallen die Ergebnisse der Messung der Lungenfunktion schlechter als zuvor aus. Dies ist dann ein wichtiger Hinweis auf Asthma.

Broncho-Spasmolysetest

Der Broncho-Spasmolysetest wird im Rahmen der Spirometrie durchgeführt. Nach der ersten Messung erhält die Patientin oder der Patient ein Medikament, das die Bronchien erweitert. Verändern sich die Ergebnisse der Messung danach nicht wesentlich, so deutet das darauf hin, dass eine COPD vorliegt. Wenn sich durch das Inhalieren eines Medikamentes, das die Lungengefäße erweitert (Broncho-Dilatator), der FEV-Wert nicht wesentlich verbessert (und zwar um weniger als 15% gegenüber dem Ausgangswert), handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine COPD und kein Asthma. Siehe auch Spirometrie.

Bulimie

Form der Essstörung. Charakteristisch für diese Krankheit sind Essanfälle. Betroffene verschlingen heimlich und hastig große Portionen. Sie können nicht kontrollieren, was und wie viel sie essen. Nach den Essanfällen kommt es zu Schuldgefühlen. Um die Kalorien wieder los zu werden, steuern Betroffene gegen, zum Beispiel mit selbst herbeigeführtem Erbrechen, Fasten, Diäten, Medikamenten oder übermäßigem Sport.

Mehr dazu in der Kurzinformation für Patienten "Essstörungen".

Bypass

Operativ angelegte Umgehung, zum Beispiel von Gefäßen am Herzen.
Ein "koronarer Bypass" ist eine Operation am Herzen, bei der verengte oder verschlossene Blutgefäße "überbrückt" werden, um die Blutversorgung des Herzens zu verbessern. Zur Überbrückung können körpereigenes Gewebe, zum Beispiel Unterschenkelvenen, oder Kunststoff (Prothese) verwendet werden.

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Calcitriol

Wirksame Form des Vitamin D im Körper. Calcitriol wird auch als Vitamin D-Hormon bezeichnet. Es fördert unter anderem die Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung und dessen Einbau in die Knochen.

Cannabis-Extrakte

Wirkstoffe der Hanfpflanze.

Capsaicin

Wirkstoff aus den getrockneten Früchten des Cayennepfeffers.

Chelat-Therapie

Chelate sind chemische Substanzen, die unlösliche Stoffe einhüllen und in eine lösliche Form überführen, die dann vom Körper ausgeschieden werden kann.

Chirurgie

Fachgebiet in der Medizin, das sich mit der operativen Behandlung von Verletzungen und Erkrankungen befasst.

Cholesterin

Fettähnliche Substanz, die in jeder menschlichen Zelle enthalten ist. Sie wird mit der Nahrung aufgenommen, aber auch vom Körper selbst in der Leber hergestellt. Überschüssiges Cholesterin kann sich an den Gefäßinnenwänden ablagern und Gefäßverkalkungen verursachen. Siehe auch Arteriosklerose.

Cholesterin-Resorptions-Hemmer

Medikament, das die Aufnahme von Cholesterin aus dem Darm hemmt. Sorgt ähnlich wie ein Statin für günstige Blutfettwerte.

Cholesterin-Senker

Medikamente, die für günstige Blutfettwerte sorgen. So entstehen weniger Plaques innen an den Gefäßen. In der Fachsprache heißen sie Statine. Sie kommen zum Beispiel bei Menschen mit KHK zum Einsatz.

chronisch

Der Begriff "chronisch" bezeichnet eine Situation oder eine Krankheit, die längere Zeit vorhanden ist und andauert.

Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung (COPD)

Die Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung wird nach der englischen Bezeichnung Chronic Obstructive Pulmonary Disease als COPD bezeichnet. Diese lebenslang bestehende Erkrankung umfasst die Chronisch Obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem. Typische Krankheitszeichen sind Husten mit Auswurf und Atemnot.

Ausführliche Informationen gibt es in der Patientenleitlinie "Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung – COPD".

chronische Bronchitis

Von einer chronischen Bronchitis spricht man laut Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO dann, wenn Husten und Auswurf an den meisten Tagen während mindestens 3 Monaten in 2 aufeinander folgenden Jahren auftritt.

CO2-Angiographie

Verfahren zur Gefäßdarstellung. Bei dieser Methode wird Kohlendioxid eingesetzt, um die Blutgefäße sichtbar zu machen.

CO2-Diffusionskapazität

Messwert, der Aufschluss über die Sauerstoffaufnahme der Lunge gibt.

Colestyramin

Medikament zur Behandlung erhöhter Blutfettwerte. Siehe auch Cholesterin-Resorptions-Hemmer.

Computertomographie (CT)

Röntgen aus verschiedenen Richtungen. Ein Computer verarbeitet die Informationen, die hierbei entstehen, und erzeugt ein räumliches Bild vom untersuchten Organ. Im Regelfall werden dabei jodhaltige Kontrastmittel eingesetzt, die die Aussagefähigkeit der Methode erhöhen. Die Computertomographie ist mit einer höheren Strahlenbelastung verbunden als das einfache Röntgen.

Cor pulmonale

Formwandel des Herzens als Reaktion auf eine Drucksteigerung im Lungenkreislauf, die durch eine Erkrankung der Lunge hervorgerufen wird.

Corticoide

Auch Corticosteroide; eine Gruppe von Hormonen, die in der Nebennierenrinde gebildet werden sowie chemisch vergleichbare künstlich hergestellte Stoffe. Ihr gemeinsamer Ausgangsstoff ist Cholesterin. Siehe auch Cortison.

Cortison

Hormon, das in der Nebennierenrinde gebildet wird. Seine aktive Form im Körper heißt "Cortisol". Als Medikament ist es heutzutage aufgrund seiner vielfältigen Wirkungen aus der Medizin nicht mehr wegzudenken. Cortison wirkt zum Beispiel entzündungshemmend und abschwellend. Zudem unterdrückt es allergische Reaktionen und das Immunsystem.

Cox-2-Hemmer

Medikamente gegen Entzündungen und Schmerzen. Die Mittel hemmen das Eiweiß "Cyclooxygenase" (kurz: COX). Sie blockieren aber nur einen Teil davon, nämlich die Untereinheit "COX-2" – daher auch der Name. Die Wirkstoffe können somit gezielter wirken: Die Bildung schmerzfördernder Botenstoffe wird dadurch gehemmt, andere für den Körper "nützliche" Stoffe bleiben aber unbeeinflusst. Auf diese Weise werden zum Beispiel die Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt geschont. Siehe auch nicht-steroidale Antirheumatika.

C-reaktives Protein

Körpereiweiß, das in der Leber hergestellt wird und eine wichtige Rolle im Immunsystem des Menschen spielt. Das C-reaktive Protein (kurz: CRP) erkennt zum Beispiel Bakterien und leitet zusammen mit anderen Stoffen Abwehrreaktionen ein. Seine Konzentration im Blut steigt an, sobald sich im Körper eine Entzündung abspielt und sinkt, wenn diese wieder abklingt. Es dient daher als eine Art Marker für entzündliche Erkrankungen; der deutlichste Anstieg zeigt sich bei bakteriellen Infektionen.

Cyclooxygenase

Körpereiweiß. Es ist entscheidend an der Produktion von Botenstoffen beteiligt, die entzündungs- und schmerzfördernd wirken. Siehe auch Cox-2-Hemmer.

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Debridement

Bezeichnet die chirurgische Versorgung offener Wunden durch Entfernung abgestorbener Gewebeteile.

Defibrillation

Behandlungsmethode gegen lebensbedrohliche Herzrhythmus-Störungen. Durch Stromstöße (Elektroschock) soll das Herz wieder in einen normalen Rhythmus gebracht werden.

Defibrillator

Gerät, das mittels Elektroschock eine lebensbedrohliche Herzrhythmus-Störung beseitigt.

Dehydration

Wassermangel im Körper.

Dekompensation

Eine nicht mehr auszugleichende Störung des Körpers, die lebensgefährlich werden kann. Zu einer Dekompensation kann es beispielsweise kommen, wenn das Herz nicht fähig ist, den Körper mit ausreichend Blut zu versorgen. Dadurch ist er schlecht mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

Demenz

Krankheit des Gehirns, bei der geistige Funktionen beeinträchtigt sind, wie Denkvermögen oder Gedächtnis.

Depression

Psychische Erkrankung. Wichtige Anzeichen sind eine gedrückte Stimmung, Interessens- und Freudlosigkeit sowie Antriebsmangel und Ermüdbarkeit. Auch körperliche Beschwerden können Ausdruck der Krankheit sein. Man kann eine Depression in vielen Fällen gut behandeln.

Ausführliche Informationen gibt es in der Patientenleitlinie "Depression".

depressive Episode

Eine einzelne depressive Phase von mindestens 2 Wochen nennt man depressive Episode. Diese kann einmalig oder wiederholt auftreten.

Dermatom

Ein Dermatom ist das von einem Rückenmarksnerven (Spinalnerv) versorgte Hautareal. Durch Kenntnis der Dermatome kann die Ärztin oder der Arzt bei Empfindungsstörungen in einem bestimmten Hautareal die Ausfälle ziemlich genau einem Rückenmarkssegment zuordnen.

Diabetes mellitus

Zuckerkrankheit; kennzeichnend ist eine langanhaltende Erhöhung des Blutzuckers. Die häufigsten Formen sind Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Diabetes kann eine Reihe von anderen Erkrankungen zur Folge haben. Das können zum Beispiel Gefäßveränderungen an Herz oder am Gehirn, Nierenerkrankungen, Fußkomplikationen oder Schäden an der Netzhaut sein.

Ausführliche Informationen gibt es in mehreren Patientenleitlinien zum Thema "Diabetes".

diabetische Gastropathie

Funktionsstörung des Magens infolge von Diabetes. Siehe auch Magenlähmung.

diabetische Makulopathie

Durch diabetische Gefäßveränderungen im Auge kann es in einem fortgeschrittenen Stadium auch zu Schädigungen im Bereich des schärfsten Sehens, auch gelber Fleck (Makula) genannt, kommen. Diese führen zu starken Sehbeeinträchtigungen.

Ausführliche Informationen gibt es in der Patientenleitlinie "Diabetes - Schäden an der Netzhaut: Vorbeugen und behandeln".

diabetische Nephropathie

Nierenerkrankung, die durch eine jahrelange Diabeteserkrankung verursacht wird.

Ausführliche Informationen gibt es in der Patientenleitlinie "Nierenerkrankungen bei Diabetes".

diabetische Neuroosteoarthropathie

Gelenkerkrankung mit Knochenbeteiligung durch Diabetes.

diabetische Neuropathie

Nervenschädigungen, die durch Diabetes bedingt sind. Die Schäden können verschiedene Regionen des peripheren und des autonomen Nervensystems betreffen. Die auftretenden Beschwerden und Störungen können daher sehr unterschiedlich sein. Siehe auch sensomotorische diabetische Polyneuropathie und autonome diabetische Neuropathie.

Ausführliche Informationen gibt es in der Patientenleitlinie "Nervenschädigungen bei Diabetes".

diabetische Retinopathie

Gefäßschädigungen in der Netzhaut (Retina), die als Folge des erhöhten Blutzuckerspiegels bei Diabetes auftreten. Man unterscheidet das Stadium der nicht-proliferativen Retinopathie, in dem Gefäßausbuchtungen und Einbuchtungen in die Retina auftreten, vom fortgeschrittenen Stadium der proliferativen Retinopathie, in dem zusätzlich krankhafte Gefäßneubildungen und Vernarbungen zu beobachten sind. Die diabetischen Netzhautveränderungen können lange Zeit beschwerdefrei und daher für den Betroffenen unbemerkt verlaufen. Siehe auch nicht-proliferative Retinopathie und proliferative Retinopathie.

Ausführliche Informationen gibt es in der Patientenleitlinie "Diabetes – Schäden an der Netzhaut: Vorbeugen und behandeln".

diabetische Zystopathie

Störung der Harnblasenfunktion bei Diabetes.

diabetisches Fußsyndrom

Krankheitszeichen am Fuß, die durch Nervenschädigungen und Durchblutungsstörungen als Folge von Diabetes entstanden sind.

Ausführliche Informationen gibt es in der Patientenleitlinie "Typ-2-Diabetes – Prävention und Behandlungsstrategien für Fußkomplikationen".

diabetisches Koma

Lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung bei Menschen mit Diabetes. Aufgrund extrem hoher Blutzuckerwerte kann es zur Bewusstlosigkeit kommen.

Diabetologe, Diabetologin

Ein Arzt oder eine Ärztin mit einer Zusatzausbildung, welche die Erkennung, Behandlung und Rehabilitation aller Formen der diabetischen Stoffwechselstörung einschließlich ihrer Komplikationen beinhaltet.

Diabetologie

Fachgebiet in der Medizin, das sich mit den Krankheitsursachen, der Erkennung und Behandlung von diabetischen Stoffwechselstörungen beschäftigt. Auch Folgeerkrankungen von Diabetes gehören dazu.

Diagnose

Feststellen einer Krankheit: Untersuchen, Abwägen und Einschätzen aller Krankheitsanzeichen, um auf das Vorhandensein und die besondere Ausprägung einer Krankheit zu schließen.

Dialysat

Spezielle Flüssigkeit für eine Dialysebehandlung. Das Dialysat enthält Stoffe, die während der Dialyse dafür sorgen, dass das Blut gefiltert und entgiftet wird.

Dialyse

Verfahren zur Blutreinigung, wenn die Nieren nicht mehr ausreichend arbeiten.

Dialyse-Katheter

Dünner Kunststoffschlauch, der als Gefäßzugang bei einer Dialysebehandlung zum Einsatz kommen kann.

Diarrhoe

Durchfall.

Diffusion

Physikalischer Prozess, der die Bewegung von Teilchen entlang eines Konzentrationsgradienten beschreibt.

Disci intervertebrales

Die Zwischenwirbelscheiben – auch Bandscheiben genannt – bestehen aus Knorpel, einer stabilen Rinde und einem weichen Kern. Sie befinden sich jeweils zwischen zwei Wirbeln und "puffen" so die Stöße und Bewegungen des Körpers ab, die beim Laufen oder Springen entstehen. Die 23 Bandscheiben verleihen der Wirbelsäule durch ihre große Elastizität außerdem eine enorme Beweglichkeit.

Disease-Management-Programme

Siehe: Strukturierte Behandlungsprogramme.

Diuretikum

Harntreibendes Medikament, das unter anderem bei Herzschwäche, Lungenödem oder Bluthochdruck eingesetzt wird. Es entzieht dem Körper Wasser und Salz.

DMP

Abkürzung für Disease-Management-Programme. Siehe auch Strukturierte Behandlungsprogramme.

Dopamin

Botenstoff im Nervensystem. Es leitet Signale zwischen einzelnen Nervenzellen weiter. Besser bekannt ist Dopamin unter dem Namen "Glückshormon".

Dopamin-Agonisten

Wenn ein Mangel an Dopamin besteht, sorgen Dopamin-Agonisten dafür, dass wieder Befehle an die Nervenzellen vermittelt werden. Medikamente mit diesem Wirkstoff ahmen somit die Wirkung von Dopamin nach. Sie werden unter anderem zur Behandlung von Parkinson-Krankheit, "Syndrom der unruhigen Beine" (Restless-Legs-Syndrom) oder bei hormonellen Beschwerden eingesetzt.

Doppeldepression

Wenn eine depressive Episode und eine Dysthymie gemeinsam vorliegen, sprechen Fachleute von einer "Doppeldepression" oder "double depression".

Dosier-Aerosol

Inhalationsgerät zur Abgabe von Asthma-Medikamenten in Form eines Sprays, das bei jedem Sprühstoß das Medikament als Gas-Wirkstoff-Gemisch (Aerosol) in bestimmter Menge und gleichbleibender Zusammensetzung zum Inhalieren freigibt.

Dosis

Die Menge eines Wirkstoffes.

Double depression

Siehe: Doppeldepression.

DPP-4-Hemmer

Medikamente zur Behandlung von Typ-2-Diabetes. Die Mittel werden auch als "Dipeptidyl-Peptidase-4-(DPP-4)-Inhibitoren" oder "Gliptine" bezeichnet. Sie beeinflussen bestimmte Darmhormone und tragen so dazu bei, dass die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse Insulin freisetzen.

Dysästhesie

Medizinischer Fachausdruck für Empfindungsstörungen, welche bei verschiedenen Nervenerkrankungen auftreten können. Betroffene empfinden beispielsweise normale Berührungen als unangenehm.

Dysthymie

Fachbegriff für eine anhaltend gedrückte Stimmung, die nicht so schwerwiegend ausgeprägt ist wie bei einer depressiven Episode.

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Echokardiographie

Untersuchung des Herzens mittels Ultraschall. Umgangssprachlich auch "Herz-Echo" genannt. In Abhängigkeit des gewählten Verfahrens können Herzgestalt, Bewegungsabläufe sowie Geschwindigkeit und Qualität der Blutstörung gemessen werden. Besonders wichtig zur Diagnose einer Herzmuskelschwäche. Siehe auch Ultraschall.

Eingefäß-Erkrankung

Ist eine der drei großen Herzkranzarterien an einer Stelle oder an mehreren Stellen verengt, liegt eine Eingefäß-Erkrankung der Koronararterien vor. Siehe auch Mehrgefäß-Erkrankung.

Einsekundenkapazität

Messwert der Luftmenge, die nach maximal tiefer Einatmung bei kräftigster Ausatmung in der ersten Sekunde der Ausatmung ausgestoßen werden kann.

Einzeltherapie

Eine einzelne Person wird behandelt. Siehe auch Gruppentherapie.

EKG (Elektrokardiographie/Elektrokardiogramm)

Mit dieser Methode kann die elektrische Aktivität des Herzens gemessen werden: Das EKG-Gerät leitet die elektrischen Spannungen von der Körperoberfläche ab und stellt diese graphisch dar. Die Spannungen betragen nur wenige Mikrovolt. Das EKG ermöglicht Aussagen über Herzrhythmus und Herzfrequenz. Es gibt zudem Auskunft über die Erregungsabläufe innerhalb des Herzmuskels. Somit gibt das Verfahren auch indirekte Hinweise über Veränderungen der Form sowie der Struktur des Herzens. Wenn der Herzmuskel nicht ausreichend durchblutet wird, ist das im EKG erkennbar. Ein EKG wird in Ruhe (liegend) oder unter Belastung (auf einem Fahrrad-Ergometer) abgeleitet.

EKG in Ruhe

Beim EKG in Ruhe wird die Tätigkeit des Herzens ohne Belastung aufgezeichnet. Siehe auch EKG.

Elektrode

Leitfähiges Plättchen, das auf der Haut angebracht wird.

Elektrokrampftherapie

Die Elektrokrampftherapie (EKT) ist eine Behandlungsmöglichkeit bei einer schweren Depression. Auch bei anderen seelischen Erkrankungen kann sie eingesetzt werden. Bei der Behandlung wird durch einen kurzfristigen Stromreiz auf das Gehirn ein epileptischer Anfall ausgelöst. Der Eingriff wird in Narkose vorgenommen.

Elektroneurographie

Dieses Verfahren untersucht, wie schnell Reize über einen peripheren Nerv weitergeleitet werden. Dadurch kann die Funktionsfähigkeit eines Nervs überprüft werden. Dafür werden Elektroden am Körper aufgeklebt und der zu untersuchenden Nerv mit schwachen Strom-Impulsen angeregt.

Elektrostimulation

Training von Nervenfunktionen mit Hilfe elektronischer Reize.

Elektrotherapie

Unter dieser Behandlungsform wird in der Medizin die therapeutische Anwendung von Strom verstanden.

elektrothermische Verfahren

Es ist möglich, das Rückenmark durch kleine implantierte Elektroden zu stimulieren. Dadurch sollen Rückenschmerzen verringert werden. Die Elektroden werden dabei über ein kleines Gerät gesteuert, das unter der Haut sitzt.

Emphysem

Nicht rückbildungsfähige Überblähung des Lungengewebes. Durch Verlust von vielen kleinen Lungenbläschen entstehen dann weniger große Lungenblasen. Dies führt zu einer Verminderung der Oberfläche für den Gasaustausch. Damit ist die Möglichkeit zur Sauerstoffaufnahme und zur Kohlensäureabgabe geringer geworden. Es kommt zur Atemnot schon bei kleinsten körperlichen Anstrengungen.

Emphysem-Chirurgie

Operative Therapiemaßnahme im Endstadium der Lungenüberblähung. Bei der Lungenvolumenreduktion wird die Lunge operativ verkleinert. Bei einem Lungenemphysem sind häufig manche Lungenabschnitte deutlich mehr betroffen als andere. Es können sich zum Teil funktionslose Blasen im Lungengewebe bilden, welche die Funktion anderer Lungenanteile beeinträchtigen. Durch eine Entfernung dieser "schlechten" Lungenanteile kann eine Verbesserung der Lungenfunktion erreicht werden.

Endokrinologie

Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich speziell mit der Wirkung von Hormonen befasst.

Endoskop

Gerät, das zur Spiegelung von Hohlorganen und Körperhöhlen genutzt wird. Ganz vorne am Gerät befindet sich eine kleine Kamera mit Lichtquelle, die zum Beispiel Bilder aus der Speiseröhre oder dem Magen auf einen Bildschirm überträgt. Siehe auch Magenspiegelung.

Endoskopie

Spiegelung von Hohlorganen und Körperhöhlen. Siehe auch Endoskop.

Engwinkelglaukom

Augenerkrankung. Ein Engwinkelglaukom ist eine besondere Form des grünen Stars (Glaukom), bei der es – unter anderem durch einen zu hohen Augeninnendruck – zu einer Schädigung der Sehnervfasern und damit zu einem Gesichtsfeldausfall kommen kann. Wird die Erkrankung zu spät oder nicht erkannt beziehungsweise nicht behandelt, kann sie zur Erblindung führen. Unter bestimmten Bedingungen, zum Beispiel nach Einnahme von Anticholinergika, kann es zu einem akuten Glaukomanfall mit drastischer Erhöhung des Augeninnendrucks und tastbar steinhartem Augapfel kommen. Begleitend zu der Druckerhöhung kann es zu stärksten Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen kommen. Häufig tritt ein plötzlicher Sehverlust des betroffenen Auges ein.

enterale Ernährung

Form der künstlichen Ernährung, bei der über eine Sonde Nährstoffe direkt in Magen oder Darm gegeben werden. Diese Sonde kann durch die Nase eingeführt oder über einen Schnitt in die Bauchdecke in den Magen oder Darm eingebracht werden.

Entzündung

Immunreaktion des Körpers; als Reaktion auf einen Gewebeschaden versucht der Körper, den Reiz (zum Beispiel Krankheitserreger, Fremdkörper, Giftstoff oder Hitze) zu beseitigen und die Stelle wieder zu heilen. Die typischen Anzeichen einer Entzündung sind: Rötung, Schwellung, Schmerz, Überwärmung und eingeschränkte Funktion. Siehe auch Infektion.

Enzym

Eiweißstoffe, die biochemische Vorgänge im Körper lenken und beschleunigen. Sie werden daher auch "Biokatalysatoren" genannt. Sie selbst bleiben bei dieser Reaktion unverändert. Enzyme sind für den Stoffwechsel im Körper lebenswichtig.

Erregungsbildung/Erregungsleitung

Bildung und Ausbereitung einer durch einen Reiz ausgelösten elektrischen Erregung in den Nerven. Das Herz hat ein "autonomes" Erregungsbildungs- und Erregungsleitungssystem, das heißt, es hat eigene Schrittmacher, die für einen regelmäßigen Herzschlag sorgen. Siehe auch Herzrhythmus-Störung.

Epilepsie

Erkrankung, bei der Krampfanfälle auftreten. Auslöser sind vorübergehende Funktionsstörungen des Gehirns. Umgangssprachlich wird diese Krankheit auch als Fallsucht oder Krampfleiden bezeichnet.

Ergometrie

Die Ergometrie ist eine Belastungsuntersuchung – zum Beispiel mit Hilfe von Fahrrad oder Laufband – unter gleichzeitiger Messung von Puls, Blutdruck und EKG. Siehe auch EKG.

Ergotherapie

Verfahren der medizinischen Heilberufe, das Menschen helfen soll, eine durch Krankheit, Verletzung oder Behinderung verlorengegangene oder noch nicht vorhandene Handlungsfähigkeit im Alltagsleben (wieder) zu erreichen.

Erhaltungstherapie

Therapieabschnitt, der sich der eigentlichen Behandlung einer Erkrankung anschließt. Damit soll der Zustand stabilisiert und einem frühen Rückfall vorgebeugt werden.

Ernährungstherapie

Behandlung von Erkrankungen und Stoffwechselstörungen durch eine Veränderung der Ernährung. Dazu kann zum Beispiel das Vermeiden bestimmter Nahrungsmittel bei Unverträglichkeiten oder ausgewogene Ernährung bei Diabetes gehören.

Erythropoetin

Wachstumshormon, das die Bildung roter Blutzellen anregt.

Erythrozyten

Rote Blutzellen.

Essstörung

Erkrankung, bei der das Thema "Essen" im Mittelpunkt steht. Es handelt sich dabei aber nicht um ein Ernährungsproblem, sondern der Umgang mit dem Essen und das Verhältnis zum eigenen Körper sind gestört. Betroffene schränken ihr Essverhalten übermäßig stark ein, kontrollieren es ausgeprägt oder verlieren völlig die Kontrolle darüber. Es gibt drei Hauptformen von Essstörungen: Magersucht, Bulimie, unkontrollierte Essanfälle.

Mehr dazu in der Kurzinformation für Patienten "Essstörungen".

Exazerbation

Deutliche Verschlimmerung der Krankheitsanzeichen bei einer bereits bestehenden Erkrankung – zum Beispiel bei einer COPD. Siehe auch COPD.

exokrine Pankreasinsuffizienz

Schwäche der Verdauungsfunktion der Bauchspeicheldrüse, wodurch die Bildung von Verdauungsenzymen vermindert ist. Als Folge kann es zu Fettstühlen, Durchfall und Gewichtsverlust kommen.

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Fettstoffwechsel

Unter Fettstoffwechsel versteht man die Aufnahme, Verbreitung und Ausscheidung von Fetten im menschlichen Körper.

FEV-Wert

Forciertes expiratorisches Volumen. Dient dazu, die Lungenfunktion zu messen. Dieser Wert wird bestimmt, indem die zu untersuchende Person aufgefordert wird, schnell und kräftig die ganze Luft aus der Lunge auszuatmen, die zuvor tief eingeatmet wurde. Menge und Druck dieser "Ausatmung" werden aufgezeichnet. Siehe auch Lungenfunktionsprüfungen und Spirometrie.

Fibrate

Medikamente zur Behandlung erhöhter Blutfettwerte. Sie kommen zum Beispiel bei einer koronaren Herzkrankheit (KHK) zum Einsatz.

Finasterid

Medikament, das vor allem zur Behandlung einer vergrößerten Prostata eingesetzt wird. Es blockiert ein bestimmtes Enzym, das zur Bildung von Testosteron beiträgt und verkleinert so die Prostata. Der Wirkstoff zählt zu den "5-Alpha-Reduktase-Hemmern".

Flohsamenschalen

Samenschalen aus einer indischen Pflanze, die bei Magen-Darm-Beschwerden zum Einsatz kommen können.

Fluoreszenz-Angiographie

Bildgebendes Verfahren zur Untersuchung des Augenhintergrundes. Dabei wird ein Farbstoff in eine Vene gespritzt und anschließend beobachtet, wie sich dieser Farbstoff in den Blutgefäßen des Augenhintergrundes ausbreitet. Dies lässt Rückschlüsse auf bestimmte krankhafte Veränderungen zu, etwa ein Makula-Ödem.

Flupirtin

Muskelentspannendes und schmerzlinderndes Medikament.

Folgeerkrankungen

Erkrankungen, die auftreten können, wenn eine sogenannte Grunderkrankung nicht oder unzureichend behandelt wird. Zum Beispiel wenn Diabetes nicht behandelt wird, kann es als Folgeerkrankung zu Nierenschäden (Nephropathie) oder Netzhautschäden (Retinopathie) kommen. Folgekrankheit einer KHK kann ein Herzinfarkt sein.

Foramen vertebrale

Jeder Wirbel besteht aus einem Wirbelkörper und einem Wirbelbogen. Gemeinsam umschließen sie eine Öffnung, das "Foramen vertebrale". Da die Wirbel säulenartig übereinanderliegen, bildet sich durch die Aneinanderreihung dieser Öffnungen ein knöchern begrenzter Kanal, der sogenannte Spinalkanal. In ihm verlaufen gut geschützt das Rückenmark und die Rückenmarkshäute.

Foramina intervertebralia

An der Ober- und Unterseite eines jeden Wirbelbogens befindet sich auf beiden Seiten jeweils eine kleine Einkerbung. Durch den Kontakt mit dem darüber beziehungsweise darunter liegenden Wirbelbogen entstehen so seitliche Öffnungen, die "Foramina intervertebralia" oder auch "Zwischenwirbellöcher" genannt werden. Durch diese verlassen die Spinalnerven das Rückenmark.

Fovea

Im Augenhintergrund befindet sich die Netzhaut mit dem "Gelben Fleck" (Makula), der Stelle des schärfsten Sehens. Mitten auf dem gelben Fleck liegt eine Vertiefung, die sogenannte Fovea. Dieser Ort sorgt dafür, dass wir auch winzige Details erkennen können.

frequenzmodulierte elektromagnetische Nervenstimulation

Elektrotherapeutisches Verfahren. Kurz: FREMS, ist eine Variante der transkutanen elektrischen Nervenstimulation. Siehe auch transkutane elektrische Nervenstimulation.

Frühmobilisation

Verschiedene Maßnahmen, die auf ein möglichst frühzeitiges Bewegen und Aufstehen von Personen – zum Beispiel nach Operationen – ausgerichtet sind, um den Kreislauf anzuregen und die Beweglichkeit zu erhalten.

Fußdeformität

Durch Erkrankung hervorgerufene Veränderung der Gestalt des Fußes (Verformung).

Fußkomplikationen

Diabetes kann zu Schäden an Gefäßen und Nerven führen. Häufig sind dabei die Füße betroffen. Dann sprechen Ärzte von "Fußkomplikationen".

Ausführliche Informationen gibt es in der Patientenleitlinie "Typ-2-Diabetes – Prävention und Behandlungsstrategien für Fußkomplikationen".

Fußläsion

Verletzung oder Wunde an den Füßen.

Fußpulse

Pulse an den Füßen werden gemessen, um die Funktion der Gefäße zu überprüfen.

Fußsyndrom

Siehe: Fußkomplikationen oder diabetisches Fußsyndrom.

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Gallensäure bindende Mittel (Ionen-Austauscher)

Medikamente, die die Gallensäuren im Darm binden und dadurch verhindern, dass sie zurück in den Körper gelangen. Da Gallensäuren viel Cholesterin enthalten, sinkt so der Cholesterinspiegel.

Gangrän

Eine Form der Nekrose.

Ganzkörperplethysmographie

Siehe: Bodyplethysmographie.

gastraler Neurostimulator

Magenschrittmacher.

Gastroenterologe, Gastroenterologin

Facharzt oder Fachärztin für Innere Medizin mit zusätzlicher Spezialisierung auf das Fachgebiet Gastroenterologie. Beschäftigt sich mit Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts einschließlich Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse.

Gastroskopie

Siehe: Magenspiegelung.

Geldzähltest nach Nikolaus

Der Test kann herangezogen werden, um zu überprüfen, ob ältere Menschen mit Diabetes eine Insulintherapie selbstständig durchführen können. Dafür sollen sie einen bestimmten Geldbetrag aus einem Portemonnaie zählen.

genetisch

Erblich, durch die Gene bedingt.

gesättigte Fette

Nahrungsbestandteile tierischer Herkunft. Gesättigte Fette sind zum Beispiel in Butter, Wurst oder Käse enthalten. Sie fördern die Arteriosklerose.

Geschmacksschwitzen

Starkes Schwitzen oder heftige Schwitzattacken beim Essen. Diese können schon durch Gerüche ausgelöst werden.

Gesprächstherapie

Psychotherapeutisches Verfahren, das auch "klientenzentrierte Psychotherapie" genannt wird. Es gründet auf der Annahme, dass jeder Mensch fähig ist, Lösungen für seine Probleme zu erarbeiten, sein Leben selbst zu gestalten und seine Persönlichkeit zu entfalten.

Gestationsdiabetes

Siehe: Schwangerschaftsdiabetes.

gestörte Glukosetoleranz

Verminderte Glukoseverwertung im Organismus. Die Blutzuckerwerte sind erhöht, aber noch nicht so hoch, dass sie die Diagnosekriterien eines Diabetes erfüllen.

Gewichtsprotokoll

In einem Protokoll wird über einen bestimmten Zeitraum täglich das Gewicht eingetragen.

Glaskörper

Bestandteil des Auges. Der Glaskörper liegt zwischen Augenlinse und Netzhaut. Er besteht zum größten Teil aus Wasser. Weiter enthalten sind Hyaluronsäure und Kollagenfasern.

Glaukom

Grüner Star. Sammelbegriff für Krankheiten des Auges mit Druckschädigung des Sehnerven; geht oft mit erhöhtem Augeninnendruck einher. Siehe auch Engwinkelglaukom.

Glinide

Tabletten zur Behandlung des Typ-2-Diabetes. Mittel mit diesem Wirkstoff verstärken die Insulinproduktion in den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse. Sie wirken ähnlich wie Sulfonylharnstoffe. Allerdings tritt die Wirkung der Glinide schneller ein und ist kürzer. Die Tabletten werden deshalb direkt vor den Hauptmahlzeiten eingenommen.

Glitazone

Tabletten zur Behandlung des Typ-2-Diabetes. Sie machen die Körperzellen für Insulin empfindlicher, wodurch wieder mehr Glukose in die Zellen transportiert wird.

glomeruläre Filtrationsrate

Maß für die Funktion beziehungsweise der "Filterkapazität" der Nieren. Die glomeruläre Filtrationsrate (kurz: GFR) dient zur Einschätzung der Nierenfunktion. Daher wird sie für die Stadieneinteilung von Nierenerkrankungen verwendet.

Glomerulum, Glomeruli

Kleines Haargefäßknäul in den Nierenkörperchen. In den Glomeruli oder Nierenknäulchen wird der Primärharn gefiltert.

GLP1-Rezeptor-Agonist

Arzneimittel, das gespritzt wird, um den Blutzucker zu senken. Relativ neue Gruppe von Medikamente, die die Wirkung eines körpereigenen Darmhormons nachahmen.

Glukagon

Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es dient der Erhöhung des Blutzuckerspiegels und ist damit der Gegenspieler zum Insulin.

Glukokortikoide

Steroid-Hormone der Nebennierenrinde. Kommen als Medikamente zum Einsatz, die Entzündungen hemmen und das Immunsystem unterdrücken. Siehe auch Cortison.

Glukose

Traubenzucker.

Glukosetoleranz

Bezeichnung für die Fähigkeit des Körpers, den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Eine gestörte Glukosetoleranz ist ein Vorzeichen für Diabetes.

grauer Star

Siehe: Katarakt.

grüner Star

Siehe: Glaukom.

Gruppentherapie

Mehrere Personen werden gleichzeitig behandelt. Dabei fließen die Rückmeldungen der anderen Betroffenen mit in die Behandlung ein. Siehe auch Einzeltherapie.

Gutachterkommission und Schlichtungsstellen

Bei den Landesärztekammern sind seit 1975 Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen für Patientenbeschwerden eingerichtet. Als weisungsunabhängige Gremien sollen sie bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Arzt und Patient möglichst objektiv klären, ob gesundheitliche Komplikationen auf einem Behandlungsfehler ("haftungsbegründende ärztliche Behandlung") beruhen. Ziel dieser Einrichtungen ist die außergerichtliche Einigung zwischen Arzt und Patient.

Gynäkologie

Frauenheilkunde; die Lehre von der Behandlung der Erkrankungen der weiblichen Sexual- und Fortpflanzungsorgane.

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Hämodialyse

Form der Nierenersatztherapie. Sie übernimmt die Funktion der Nieren, wenn diese das Blut selbst nicht mehr ausreichend von Giftstoffen reinigen können. Bei der Hämodialyse wird das Blut außerhalb des Körpers entgiftet. Dafür werden unter anderem Dialysegeräte mit eingebautem Filter und ein Gefäßzugang benötigt. Siehe auch Dialyse.

Hämoglobin

Eiweiß (roter Blutfarbstoff in den roten Blutzellen), das Sauerstoff im Blut transportiert.

Harn-Inkontinenz

Bezeichnet die Unfähigkeit, Urin zurückzuhalten.

harnpflichtige Substanzen

Körpereigene Endprodukte des Stoffwechsels, welche über den Urin ausgeschieden werden müssen. Zu diesen Abfallprodukten gehören beispielsweise Harnstoff, Harnsäure, Kreatinin und Ammoniak.

Harnwegsinfektion

Entzündung der Harnwege. Auslöser sind meist Bakterien.

Hauptbronchien

Siehe: Bronchien.

Hauptstammstenose

Eine Einengung der linken herzversorgenden Arterie, bevor sie sich in ihre Hauptäste aufteilt.

Hausstaubmilbe

Winzige Organismen, die besonders in feuchtwarmen Wohnungen vorkommen. Die Milben befinden sich im Hausstaub. Ein besonders bevorzugter Aufenthaltsort sind Betten und Teppichböden.

Haut-Biopsie

Bei einer Haut-Biopsie wird mit Hilfe eines speziellen Geräts eine Gewebeprobe aus der Haut entnommen. Anschließend wird die Probe im Labor mikroskopisch untersucht.

HbA1c-Wert

Langzeitwert für die Blutzuckerkontrolle. Anhand des HbA1c-Wertes im Blut wird festgestellt, wie gut die Zuckereinstellung in den letzten 8 bis 12 Wochen war. Der Blutzuckerlangzeitwert wird als Prozentsatz und/oder in mmol/mol (Millimol pro Mol) angegeben. Er korreliert eng mit dem mittleren Blutzucker.

HDL-Cholesterin

Die Abkürzung HDL-Cholesterin steht für "High-Density-Lipoprotein-Cholesterin"; auch bekannt als "gutes" Cholesterin. Die Maßeinheit ist meist mg/dl (Milligramm pro Deziliter). HDL-Cholesterin befördert überschüssiges Cholesterin in die Leber, wo es abgebaut werden kann. Siehe auch Cholesterin und LDL-Cholesterin.

Heilmittel

Heilmittel im Sinne des fünften Sozialgesetzbuches sind "persönlich zu erbringende, ärztlich verordnete medizinische Dienstleistungen, die nur von Angehörigen entsprechender Gesundheitsberufe geleistet werden dürfen". Dazu zählen zum Beispiel die Ergotherapie oder die Physiotherapie. Davon grenzen sich die Arzneimittel (Medikamente) und die Hilfsmittel (sächliche Heilmittel wie Gehhilfen oder ähnliches) ab.

Heim-Hämodialyse

Die Heim-Hämodialyse ist ein Verfahren zur Blutreinigung, welches zu Hause von der Patientin oder dem Patienten selbst durchgeführt wird. Siehe auch Hämodialyse.

Hepatitis

Entzündung der Leber, für die es viele Ursachen geben kann: Infektionen mit Hepatitis-Viren ebenso wie eine Fettleber oder andere Erkrankungen. Eine Hepatitis kann wieder abklingen (akut) oder sie kann dauerhaft bestehen bleiben (chronisch). Ist sie chronisch, kann sie zu einer dauerhaften Vernarbung der Leber (Leberzirrhose) führen.

Hernie

Austritt von Eingeweiden aus der Bauchhöhle durch eine Lücke in der Bauchwand, auch als "Bruch" bezeichnet.

Herzchirurg, Herzchirurgin

Facharzt oder Fachärztin für Herzchirurgie, also spezialisiert auf Operationen am Herzen.

Herzfrequenz

Anzahl der Herzschläge in einer bestimmten Zeiteinheit (in der Regel pro Minute).

Herzfrequenz-Variabilität

Die Herzfrequenz-Variabilität (kurz: HRV) beschreibt die Schwankungen des Herzschlags. Bei einem gesunden Menschen passt sich die Herzfrequenz den jeweiligen Anforderungen an, zum Beispiel beim Sport oder bei Stress. Solche fortwährenden "Unregelmäßigkeiten" sind wichtig und normal. Diese Anpassungsfähigkeit ist eng mit dem autonomen Nervensystem verknüpft. Menschen, die eine verringerte HRV haben, können schneller in Atemnot geraten, wenn sie sich anstrengen.

Herzinfarkt

Fachbegriff: Myokardinfarkt. Plötzlich eintretendes Ereignis mit Zerstörung von Herzmuskelgewebe, verursacht durch einen akuten Sauerstoffmangel, zum Beispiel durch Verengung oder Verschluss zuführender Gefäße. Siehe auch akutes Koronarsyndrom.

Herzinsuffizienz

Siehe: Herzschwäche.

Herzkatheter

Bei einer Herzkatheter-Untersuchung werden Herz und Herzkranzgefäße mit Hilfe von Röntgenstrahlen und Kontrastmittel untersucht. Ziel ist es, krankhafte Veränderungen der Herzkranzgefäße, der Herzklappen oder des Herzmuskels zu erkennen. Mit dieser Untersuchung kann auch gleichzeitig eine Behandlung verbunden sein. So werden zum Beispiel verengte Stellen eines Herzkranzgefäßes mit einem kleinen Ballon gedehnt (Ballondilatation), damit sie wieder durchlässiger werden. Oder es kann ein dünnes Röhrchen aus Drahtgeflecht (Stent) eingesetzt werden, um das Gefäß offen zu halten.

Herzkranzgefäße

Blutgefäße, die den Herzmuskel mit Blut versorgen. Der Fachbegriff heißt Koronargefäße, da die Gefäße kranzförmig um das Herz angeordnet sind.

Herz-Kreislauf-Erkrankung

Unter diesem Oberbegriff werden verschiedene Krankheiten zusammengefasst, die das Herz und andere Gefäße betreffen. Hierzu gehören zum Beispiel die koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Herzrhythmus-Störung

Störung der normalen Herzschlagfolge, Fachbegriff: Arrhythmie. Wird zum Beispiel durch krankhafte Vorgänge im Herzmuskel oder auch durch Medikamente verursacht. Elektrische Reize werden unregelmäßig, zu schnell oder zu langsam weitergeleitet. Siehe auch Erregungsbildung/Erregungsleitung.

Herzschrittmacher

Kleines, elektronisches Gerät, das Strom-Impulse an das Herz abgibt. Durch die regelmäßige Anregung des Herzmuskels können Herzrhythmus-Störungen verringert werden. Der Herzschrittmacher wird bei einer Operation unter dem Brustmuskel eingesetzt.

Herzschwäche

Bei dieser Erkrankung ist die Pumpfunktion des Herzens vermindert. Der Fachausruck lautet Herzinsuffizienz. Dadurch kommt es zu einer unzureichenden Versorgung des Körpers mit Blut und Sauerstoff. Als Folge kann sich das Blut in der Lunge und anderen Organen stauen. Siehe auch Linksherzinsuffizienz und Rechtsherzinsuffizienz.

Ausführliche Informationen gibt es in der Patientenleitlinie "Herzschwäche"

Herz-Sportgruppe

Joggen, Schwimmen, Fahrradfahren, Tanzen – das sind einige der Sportarten, die in Herz-Sportgruppen betrieben werden. In Deutschland gibt es etwa 6000 ambulante Herz-Sportgruppen, in denen man unter Leitung eines speziell ausgebildeten Übungsleiters und eines kardiologisch erfahrenen Arztes mindestens einmal pro Woche trainieren kann. Die Gruppen bestehen aus bis zu 20 20 Herzpatientinnen und Herzpatienten. Voraussetzung ist eine ärztliche Verordnung, die vom zuständigen Kostenträger (Krankenversicherung oder Rentenversicherung) vor Teilnahmebeginn genehmigt werden muss.

Herztransplantation

Das Herz eines Organspenders wird einem Empfänger eingepflanzt.

Histamin

Botenstoff im Körper und Gewebshormon. Ist bei allergischen und Entzündungsreaktionen beteiligt, führt unter anderem zu Schwellungen und Juckreiz. Zudem verengt Histamin die Bronchien der Lunge. Im Gehirn steuert es gemeinsam mit anderen Stoffen den Schlaf-Wach-Rhythmus und die Appetitkontrolle.

hochfrequente Muskelstimulation

Verfahren, bei dem Elektroden an verschiedenen Punkten am Körper aufgeklebt werden. Mit Hilfe von hochfrequentem Wechselstrom wird der Köper der zu behandelnden Person in Schwingung versetzt. Dadurch soll unter anderem der Stoffwechsel angeregt und der Körper von schmerzauslösenden Stoffen entgiftet werden.

Hohlfuß

Angeborene oder erworbene Fehlstellung des Fußes. Die Zehen sind stark gekrümmt und versteift.

Homöopathie

Verfahren, bei dem Erkrankte mit bestimmten Mitteln (Homöopathika) in hoher Verdünnung behandelt werden. Diese Mittel rufen in größerer Menge bei Gesunden ähnliche Krankheitserscheinungen hervor.

Hormone

Stoffe, die bestimmte Vorgänge und Abläufe im Körper regulieren, zum Beispiel den Stoffwechsel, das Sexualverhalten oder die Anpassung an Angst und Stress. Hormone werden in endokrinen Drüsen gebildet und direkt ins Blut abgegeben. Zum Beispiel produziert die Bauchspeicheldrüse die Hormone Insulin und Glukagon, die für den Zuckerstoffwechsel wichtig sind. Bekannte Hormone sind auch Adrenalin, Östrogen und Testosteron.

Hospiz

Einrichtung für Sterbebegleitung. Ein Hospiz verfügt meist über wenige Betten und ist ähnlich wie ein kleines Pflegeheim organisiert. Hospize sind häufig mit Konzepten einer ganzheitlichen Sterbe- und Trauerbegleitung verbunden. Sie stellen die Sterbenden mit ihren Angehörigen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit.

Huffing

Siehe Hustentechnik.

Humaninsulin

Künstlich hergestelltes Insulin, dessen Bausteine mit dem des menschlichen Insulins identisch sind.

Hustentechnik

Spezielle Ausatemtechnik in Form kleiner Hustenstöße bei Husten (Huff). Fachausruck: Huffing. "Explosives Husten" sollten Menschen mit COPD vermeiden, da der enorme Druck, der dabei entsteht, die Atemwege reizt. Die Anwendung dieser Hustentechnik senkt die Hustenschwelle.

Hyperglykämie

Überzuckerung.

Hyperlipidämie

Erhöhung der Blutfette.

Hypertonie

Bluthochdruck.

Hypoglykämie

Unterzuckerung.

Hypokaliämie

Kaliummangel im Blut.

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IGeL

Steht für Individuelle Gesundheits-Leistungen und bezeichnet medizinische Leistungen, die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Häufig ist der Nutzen solcher Leistungen nicht ausreichend nachgewiesen.

Hinweise zu IGeL bekommen Sie in der Broschüre "Selbst zahlen? Ein Ratgeber zu Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) für Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Ärzte".

Immunsuppression

Mit der Hilfe von Medikamenten wird das Immunsystem unterdrückt. Zum Beispiel um nach einer Transplantation zu verhindern, dass das fremde Organ vom Körper abgestoßen wird. Das führt auch dazu, dass der Körper andere "Eindringlinge" wie Bakterien nicht mehr gut bekämpfen kann. Das Infektionsrisiko ist erhöht.

Immunsystem

Körperliches Abwehrsystem.

Infektion

Ansteckung oder Übertragung: Eindringen von Krankheitserregern in den Körper.

Infusion

Gabe von Flüssigkeit nicht über den Magen-Darm-Trakt, sondern zum Beispiel über eine Vene.

Inhalation

Einnahme eines Medikaments über die Atemwege. Bei der Inhalation wird der Wirkstoff in Form winziger Teilchen von der Kehle bis in die Atemwege transportiert. Das Medikament wird mit einem Inhalationsgerät eingeatmet. Siehe auch Inhalierhilfen.

Inhalations-Gerät

Geräte, die die Aufnahme von Medikamenten in die Atemwege ermöglichen. Informationen über Vor- und Nachteile sowie Handhabung und Reinigung erhalten Sie in der Arztpraxis, der Apotheke oder bei einer Asthmaschulung.

Inhalator

Gerät zum Aufbereiten von Medikamenten, die eingeatmet werden müssen.

Inhalier-Hilfen

Eine Art Mundstück mit einer größeren Luftklammer, die auf das Dosieraerosol aufgesetzt wird. Häufig wird der englische Begriff Spacer (Space: Raum) benutzt. Mit einer solchen Inhalier-Hilfe wird der Anteil des Medikaments verringert, der im Mund oder Rachen hängenbleibt. Durch einen Sprühstoß wird der Spacer mit Tröpfchen gefüllt. Der Inhalt des Spacers wird danach eingeatmet.

Viele der größeren Medikamententeilchen, die nicht die kleineren Atemwege erreichen können, bleiben auf diese Weise im Spacer hängen und nicht an der Mundschleimhaut.

Inkontinenz

Verlust der Kontinenz, also der Verlust der Fähigkeit, den Stuhl oder Urin zu halten und willentlich auszuscheiden. Siehe auch Harn-Inkontinenz und Stuhl-Inkontinenz.

Inkretin

Körpereigenes Darmhormon.

Innere Medizin

Fachgebiet in der Medizin, das sich mit Erkrankungen der inneren Organe befasst.

INR

Abkürzung von "International Normalized Ratio". Der Wert wird im Blut bestimmt und gibt Auskunft über die Gerinnungsfähigkeit des Blutes.

instabile Angina pectoris

Bei der instabilen Angina pectoris treten Anfälle gehäuft und ohne erkennbare Anlässe wie körperliche Belastung oder Stress auf oder/und werden zunehmend stärker. Siehe auch Angina pectoris, stabile Angina pectoris oder akutes Koronarsyndrom.

Insulin

Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es regelt zusammen mit dem Hormon Glukagon den Zuckerstoffwechsel und hat die Aufgabe, den Blutzuckerspiegel zu senken.

Insulin-Analoga

Gentechnisch hergestellte Insuline, die etwas anders aufgebaut sind als menschliches Insulin. Es gibt schnell und lang wirkende Insulin-Analoga.

Insulin-Mangel

Insulin ist ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Reicht diese Hormonproduktion nicht aus, muss Insulin zugeführt werden.

Insulin-Resistenz

Verminderte Insulinwirkung in den Körperzellen.

Insulin-Therapie

Bei Diabetes kann mit Hilfe einer Insulin-Therapie der Mangel an Insulin beseitigt werden. Das Insulin wird ins Unterhautfettgewebe gespritzt (Pen oder Pumpe).

intensivierte konventionelle Insulin-Therapie

Form der Insulin-Therapie, bei der das Insulin für die Mahlzeiten und für die Nacht getrennt gespritzt und angepasst wird.

interdisziplinär

Bedeutet in der Medizin, dass Ärzte und Ärztinnen verschiedener Fachrichtungen und andere Spezialisten gemeinsam an der Behandlung beteiligt sind.

intermittierende Selbstbeatmung

Vorübergehende oder dauerhafte Anwendung von mechanischen Atemhilfen. Die Beatmung erfolgt üblicherweise mit Hilfe von Masken über Nase oder Nase und Mund. Eine intermittierende Selbstbeatmung wird meistens stationär eingeleitet und nächtlich zu Hause fortgeführt.

intermittierender Katheterismus

Bei dieser Methode zur künstlichen Harnableitung wird ein Einmalkatheter durch die Harnröhre in die Blase geschoben. Das kann von dem Betroffenen selbst gemacht werden. Je nach Trinkmenge wird das Vorgehen am Tag 4- bis 6-mal wiederholt. Intermittierend bedeutet soviel wie "immer wieder" oder "mehrfach zu wiederholen".

intern

Von innen.

Internist, Internistin

Arzt oder Ärztin für Erkrankungen von inneren Organen und Organsystemen.

interpersonelle Psychotherapie

Psychotherapeutisches Verfahren, das speziell für die Behandlung von Depressionen entwickelt wurde. Ein wichtiges Therapieziel ist die Bewältigung von zwischenmenschlichen Konflikten und Problemen.

intravenös

In eine Vene hinein.

invasiv

Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, bei denen man mit Instrumenten durch die Haut in den Körper eindringt.

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Johanniskraut

Pflanzliches Mittel zur Behandlung von Depressionen.

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Kachexie

Körperliche Auszehrung; krankhafte, sehr starke Abmagerung. Kachexie liegt vor, wenn das Körpergewicht um mehr als 20 Prozent gegenüber dem Sollgewicht abnimmt.

Kalziumkanal-Blocker

Medikament, das den Blutdruck senkt und das Herz entlastet. Es hemmt das Kalzium, wodurch die Blutgefäße erschlaffen und sich erweitern. Die Mittel werden auch Kalzium-Antagonisten ge­nannt, die noch einmal in unterschiedliche Gruppen eingeteilt werden.

Kardiologe, Kardiologin

Arzt oder Ärztin für Herzkrankheiten (Herzspezialist).

Kardiologie

Fachgebiet in der Medizin, das sich mit Erkrankungen des Herzens befasst.

Karzinom

Bösartige Krebsart. Krebszellen können über die Blut- oder Lymphbahnen in andere Gewebe streuen und dort Absiedlungen (Metastasen) bilden. Das Karzinom ist ein vom Deckgewebe (Epithel) der Haut oder der Schleimhaut ausgehender Tumor.

Katarakt

Grauer Star. Trübung der Augenlinse – kommt bei vielen Menschen im Alter vor. Durch eine Operation und das Einsetzen einer Kunstlinse lässt sich die Sehfähigkeit wieder herstellen.

Katecholamine

Körpereigene Stoffe, welche die Herzfrequenz erhöhen und die Schlagkraft des Herzens günstig beeinflussen. Sie werden auch als Notfall-Medikamente eingesetzt. Das bekannteste Katecholamin ist Adrenalin.

Katheter

Ein dünner Schlauch aus Kunststoff, der zum Beispiel zur künstlichen Harnableitung eingesetzt wird.

kathetergestützt

Als kathetergestützt bezeichnet man ein Verfahren, bei dem über eine Hohlnadel in der Ellen- oder Leistenbeuge eine dünne Sonde (Katheter) in die zum Herz führenden Blutgefäße (Herzkranzgefäße) zum Zweck der Untersuchung (Angiographie) oder Behandlung (Ballondilatation/Stent) eingeführt wird.

Ketoazidose

Schwere Stoffwechselentgleisung mit Übersäuerung des Blutes. Die häufigste Ursache ist ein absoluter Mangel an Insulin. Siehe auch Diabetes mellitus.

ketoazidotisches Koma

Diabetisches Koma. Bewusstlosigkeit aufgrund eines Insulinmangels. Tritt vor allem bei Menschen mit Typ-1-Diabetes auf.

KHK

Koronare Herzkrankheit. Dabei kommt es zu einer Verengung der Herzkranzgefäße.

Klappenvitien

Angeborene oder erworbene Erkrankungen der Herzklappen.

klinische Studie

Erforschung der Wirkung einer bestimmten medizinischen Behandlung mit Patientinnen und Patienten. Die häufigste Form der klinischen Studie ist die Prüfung von Arzneimitteln für die Zulassung. In diesem Rahmen stellen klinische Studien den letzten Schritt in der Entwicklung dar. In der Praxis geht es dabei meistens um die Verträglichkeit und/oder medizinische Wirksamkeit von Medikamenten. Auch Behandlungsverfahren wie Operation oder Bestrahlung können in klinischen Studien weiter erforscht oder miteinander verglichen werden.

Worauf Sie bei einer Teilnahme an einer klinischen Studie achten sollten, erfahren Sie in einem Merkblatt der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Klistier

Verfahren, um den Darm zu entleeren, zum Beispiel bei Verstopfung.

Kniesehnenreflex

Muskeleigenreflex, der durch einen Schlag auf die Sehne unterhalb der Kniescheibe (Patellarsehne) ausgelöst wird. Anhand des Kniesehnen- oder auch Patellarsehnenreflex wird die Funktion der peripheren Nerven überprüft.

kognitiv

Fachbegriff aus der Psychologie. Zu den kognitiven Fähigkeiten eines Menschen zählen zum Beispiel Wahrnehmen, Denken, Erinnern, Aufmerksamkeit und Lernfähigkeit.

Kohlenhydrate

Nahrungsbestandteile, aus denen durch Verdauung Zuckerstoffe entstehen.

Kombinationsbehandlung

Bei einer Kombinationsbehandlung kommen mehrere Therapiemöglichkeiten gemeinsam zum Einsatz, zum Beispiel Psychotherapie und Medikamente.

Komorbidität

Begleiterkrankung. Beispielsweise können Menschen mit einer Herzerkrankung gleichzeitig eine Depression haben.

komplementäre und alternative Behandlungsmethoden

"Complementum" ist lateinisch und bedeutet "Ergänzung". Komplementäre Behandlungsverfahren entstammen zum Beispiel der Naturheilkunde oder der traditionellen chinesischen Medizin und können unter bestimmten Voraussetzungen ergänzend zur üblichen medizinischen Behandlung eingesetzt werden. Alternative Verfahren sind dagegen Methoden, die an Stelle von Methoden und Arzneimitteln eingesetzt werden, die von der wissenschaftlichen Medizin entwickelt worden sind.

Die Wirksamkeit dieser Verfahren bei ist jedoch nach wissenschaftlich-klinischen Standards häufig nicht ausreichend belegt. In jedem Fall sind – wie bei anderen Therapien auch – unerwünschte Nebenwirkungen nicht auszuschließen. Vorsicht ist vor allem dann geboten, wenn Behandlungen nicht ergänzend, sondern alternativ zur normalen Behandlung angeboten werden. Und hellhörig sollten Sie auch werden, wenn Wunder, für die Sie viel Geld bezahlen sollen, versprochen oder Nebenwirkungen ausgeschlossen werden. Dann handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um unseriöse Angebote, die Ihnen mehr schaden als nutzen.

Wenn Sie komplementäre Verfahren anwenden möchten, ist vor allem wichtig, dass Sie Ihr Behandlungsteam vorher darüber informieren. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle Behandlungsschritte aufeinander abgestimmt sind.

Komplikation

Unerwünschte Folge einer Erkrankung, einer Operation oder auch eines Medikaments.

konservative Behandlung

Allgemeine Bezeichnung für nicht-invasive beziehungsweise nicht-operative Behandlungsformen.

kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse

Spezielle Form der Bauchfell-Dialyse. Bei der kontinuierlichen ambulanten Peritonealdialyse (kurz: CAPD) tauscht die Patientin oder der Patient selbst im Laufe des Tages die Dialyseflüssigkeit aus. Diese verbleibt einige Stunden zur Blutreinigung in der Bauchhöhle. Siehe auch Peritonealdialyse.

Kontraktilität des Herzens

Die Kontraktilität bezeichnet die Fähigkeit des Herzmuskels, sich zusammenzuziehen und wieder zu entspannen.

Kontrastmittel

Werden bei Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren eingesetzt, um die Darstellung von Organen und Strukturen auf Aufnahmen zu verbessern. Diese Substanzen helfen somit Krankheiten zu erkennen.

kontrollierte Studie

In einer kontrollierten Studie wird eine bestimmte (medizinische) Maßnahme an Patientinnen und Patienten unter vergleichbaren Bedingungen untersucht. Siehe auch klinische Studie.

konventionelle Insulin-Therapie

Form der Insulin-Therapie. Hierbei wird für gewöhnlich zweimal am Tag Mischinsulin gespritzt.

Koronararterien

Siehe: Herzkranzgefäße

Koronare Herzkrankheit (KHK)

Bei einer koronaren Herzkrankheit kommt es zu Verengungen an den Herzgefäßen (Arteriosklerose). Als Folge davon bekommt der Herzmuskel weniger Blut und damit weniger Nährstoffe und Sauerstoff. Siehe auch Angina pectoris.

Weitere Informationen finden Sie in der Patientenleitlinie "Chronische Koronare Herzkrankheit (KHK)".

Koronargefäße

Siehe: Herzkranzgefäße.

Koronarsyndrom

Siehe: akutes Koronarsyndrom.

körperliche Untersuchung

Eine körperliche Untersuchung ist ein unabdingbarer Teil der Diagnostik. Im Rahmen der Untersuchung inspiziert der Arzt einen einzelnen Teil des Körpers oder den ganzen Körper. Dabei kann er Hilfsmittel verwenden, wie zum Beispiel ein Stethoskop.

Kortison

Siehe: Cortison.

Krallenzehen

Fehlstellung der Fußzehen (stark gekrümmt).

Kreatinin

Stoffwechselprodukt der Muskulatur, das in den Nieren gefiltert und mit dem Urin ausgeschieden wird. Der Kreatininwert im Blut oder im Urin wird gemessen, um die Nierenfunktion zu überprüfen.

kurativ

Mit dem Ziel der Heilung.

Kutschersitz

Atemerleichternde Körperhaltung. Beim Kutschersitz liegen die Unterarme auf den Knien, der Kopf ist nach vorne geneigt, Schultern und Nacken sind entspannt. Die Augen sind geschlossen und man atmet ganz ruhig und gleichmäßig.

Weitere Informationen finden Sie in der Patientenleitlinie "Asthma".

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LADA-Diabetes

LADA steht für die Abkürzung des englischen Begriffs "late onset autoimmune diabetes in adults". Das ist eine Sonderform des Typ-1-Diabetes, die sich langsam entwickelt und erst im Erwachsenenalter auftritt.

Laktatazidose

Übersäuerung des Bluts durch Milchsäure.

Langzeit-EKG

Bei einem Langzeit-EKG wird die Tätigkeit des Herzens aufgezeichnet, manchmal über 24 Stunden hinweg. Siehe auch EKG.

Langzeitsauerstoff-Therapie

Unter einer Langzeitsauerstoff-Therapie (LOT) wird die Zugabe von Sauerstoff zur Einatmungsluft über mindestens 12 Stunden, besser jedoch über mehr als 16 Stunden eines Tages (24 Stunden) verstanden. Sie ist erforderlich, wenn trotz normaler Atemtätigkeit ein erheblicher Sauerstoffmangel im Blut nachgewiesen wird.

Langzeit-Therapie

Diese Form der Behandlung ist erforderlich, wenn eine Krankheit andauert und sich nur langsam verbessert, wie zum Beispiel die Entzündung beim Asthma. Das Medikament zur Langzeit-Therapie muss regelmäßig und im Allgemeinen langfristig eingenommen werden, auch wenn die Beschwerden nicht immer gleich stark verspürt werden.

Laserkoagulation

Methode zur Bestrahlung bestimmter Augenerkrankungen. Der Laserstrahl besteht aus gebündeltem Licht. Er wird bei örtlicher Betäubung gezielt auf die zu behandelnden Stellen an der Netzhaut gerichtet. Wild wuchernde und brüchige Gefäße, die im fortgeschrittenen Stadium einer diabetischen Retinopathie entstehen, werden durch die Hitze des Laserstrahls verschweißt und können nicht weiterwachsen.

Läsion

Schädigung, Verletzung oder Störung einer anatomischen Struktur oder Funktion.

Laxanzien

Abführmittel. Werden bei Verstopfung eingesetzt, um die Entleerung des Darms zu fördern. Die Medikamente sollten nur für kurze Zeit angewendet werden.

LDL-Cholesterin

Abkürzung für "Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin". Die Maßeinheit ist meist mg/dl (Milligramm pro Deziliter). LDL-Cholesterin ist ein Transporteiweiß, welches Cholesterin durch das Blut befördert. Es ist auch als "schlechtes" Cholesterin bekannt, da es Cholesterin in die Zellen und Organe bringt. Dort wird es dann weiterverarbeitet. LDL-Cholesterin ist mitverantwortlich für die Gefäßverkalkung. Siehe auch Cholesterin und HDL-Cholesterin.

L-DOPA

Vorstufe von Dopamin. Im Gehirn wird diese Substanz in den eigentlichen Botenstoff umgewandelt. Somit gleichen L-Dopa-Präparate einen Dopamin-Mangel aus. Arzneimittel mit L-Dopa werden unter anderem bei der Behandlung des "Syndroms der unruhigen Beine" (Restless-Legs-Syndrom) oder bei einer Parkinson-Krankheit eingesetzt.

Lebensqualität

Der Begriff Lebensqualität umfasst unterschiedliche Bereiche des körperlichen, seelischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens. Jeder Mensch setzt dabei etwas andere Schwerpunkte, was für sein Leben wichtig ist und was ihn zufrieden macht.

Leitlinie

Eine Orientierungs- und Entscheidungshilfe für medizinische Fachleute. Sie wird von einer Expertengruppe erstellt, deren Mitglieder verschiedenen, medizinischen Fachgesellschaften für das betreffende Erkrankungsgebiet angehören. Die Handlungsempfehlungen einer Leitlinie stützen sich auf das beste derzeit verfügbare medizinische Wissen.

Dennoch ist eine Leitlinie keine Zwangsvorgabe. Jeder Mensch hat seine eigene Erkrankung, seine Krankengeschichte und eigene Wünsche. In begründeten Fällen müssen die Behandelnden sogar von den Empfehlungen einer Leitlinie abweichen.

Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) hat ein Klassifikations-Schema entwickelt, wobei S3 die höchste Qualitätsstufe ist. Dazu müssen alle Empfehlungen aus der wissenschaftlichen Literatur abgeleitet und in einem festgelegten Vorgang von der Expertengruppe im Konsens ausgesprochen werden. Die wissenschaftlichen Grundlagen für die Leitlinie sind nach ihrer Qualität zu bewerten und entsprechend zu berücksichtigen.

Mehr zu Leitlinien auf: www.awmf.org.

Lidocain-Pflaster

Pflaster mit dem schmerzstillenden Wirkstoff Lidocain.

Linksherzinsuffizienz

Linksherzschwäche; liegt vor, wenn das Herz nicht mehr fähig ist, ausreichend Blut in den Kreislauf zu pumpen. Bei einer Schwäche der linken Herzhälfte staut sich das Blut in der Lunge. Dies führt zu Luftnot und manchmal auch zu niedrigem Blutdruck. Siehe auch Rechtsherzinsuffizienz.

Lipide

Andere Bezeichnung für Fette.

Lippenbremse

Atemtechnik. Mit Hilfe der Lippenbremse strömt die Luft durch locker aufeinanderliegende Lippen aus. Bei Atembeschwerden, auch in Belastungssituationen, unterstützt diese Atemtechnik beim Ausatmen das Ausströmen der Luft. Das Atmen fällt leichter.

Lithium

Leichtmetall, das in der Natur vorkommt. In Form seiner Salze wird es in der Medizin unter anderem zur Behandlung von Depression, Manie, bipolarer Erkrankung und Cluster-Kopfschmerzen eingesetzt.

lokal

Örtlich.

Loperamid

Medikament zur Behandlung von Durchfallerkrankungen. Das Opioid Loperamid hemmt die Muskulatur des Darms, wodurch Durchfall und Bauchkrämpfe abklingen.

L-Thyroxin

Künstlich hergestelltes Schilddrüsenhormon. Damit lässt sich eine Unterfunktion der Schilddrüse behandeln.

Lungenfunktionsprüfung

Untersuchungsverfahren mit Messgeräten, um die Funktionsfähigkeit der Lunge und die Atemtätigkeit beurteilen zu können. Dazu gehören unter anderem Spirometrie, Peak-Flow-Messung und Bodyplethysmographie.

Lungen-Sportgruppe

Joggen, Schwimmen, Fahrradfahren, Tanzen – das sind einige der Sportarten, die in Lungen-Sportgruppen betrieben werden. Mehrere Hundert dieser Sportgruppen gibt es inzwischen in Deutschland. Meist sind die Sportgruppen teil eines Behinderten- oder Rehabilitationssportvereins, der je nach Bundesland Mitglied des jeweiligen Landesbehinderten-Sportverbandes (BSV) sein sollte. Für die Gruppen verantwortlich ist eine Übungsleiterin oder ein Übungsleiter. Sie oder er muss über eine entsprechende Lizenz des Landesbehinderten-Sportverbandes für Asthmasport oder Lungensport verfügen. Die Ausbildung und Lizenzvergabe regelt der Deutsche Behindertensportverband. Jede Lungen-Sportgruppe wird von einer Ärztin oder einem Arzt begleitet.

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Magenlähmung

Entleerungsstörung des Magens bei Diabetes (diabetische Gastroparese): Durch eine Schädigung der autonomen Nerven kann es zu einer Lähmung der Magenmuskulatur kommen. Dadurch bleibt die Nahrung länger im Magen und wird nur verlangsamt in den Darm transportiert. In der Folge können Appetitlosigkeit, Völlegefühl nach dem Essen, Übelkeit und Erbrechen auftreten.

Magenspiegelung

Fachbegriff: Gastroskopie. Bei dieser Untersuchung wird ein biegsamer Schlauch über die Speiseröhre in den Magen geschoben. Am Ende befindet sich eine kleine Kamera mit Lichtquelle, die Bilder aus dem Magen auf einen Bildschirm überträgt. Mit einer winzigen Zange kann der Arzt zugleich Gewebeproben entnehmen (Biopsie). Es können Veränderungen an Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm festgestellt werden.

Magersucht

Fachbegriff: Anorexie, Form der Essstörung. Betroffene sind untergewichtig. Sie verlieren Gewicht vor allem durch Hungern, aber auch durch selbst herbeigeführtes Erbrechen, übermäßig viel Sport oder bestimmte Medikamente (Appetitzügler). Sie haben panische Angst zuzunehmen und fühlen sich trotz Untergewicht zu dick.

Mehr dazu in der Kurzinformation für Patienten "Essstörungen".

Magnetresonanztomographie (MRT)

Auch Kernspintomographie genannt. Bildgebendes Verfahren, das starke elektromagnetische Felder einsetzt. Damit können Struktur und Funktion der inneren Gewebe und Organe dreidimensional dargestellt werden. Die Patientin oder der Patient wird dazu in eine "Röhre" geschoben. Die MRT ist nicht schmerzhaft, aber laut. Oft werden dabei Kontrastmittel verwendet. Eine Strahlenbelastung gibt es nicht. Da Metallgegenstände am oder im Körper die Aufnahmen stören oder zu Verletzungen führen können, sind vorher besondere Vorkehrungen zu treffen. So müssen beispielsweise Schmuck oder Handys, aber auch Insulinpumpen, vor der Untersuchung abgelegt werden. Menschen mit Herzschrittmachern, Gelenkprothesen oder Metallplatten im Körper müssen das Ihrem Behandlungsteam vor der Untersuchung mitteilen.

Majoramputation

Amputation im Unterschenkel- oder Oberschenkelbereich.

Makroalbuminurie

Stark erhöhte Ausscheidung des Eiweißes Albumin, das heißt mehr als 200mg/l (Milligramm pro Liter Urin). Eine Makroalbuminurie weist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Nierenerkrankung hin.

Makroangiopathie

Unter makroangiopathischen Komplikationen versteht man Schäden an den großen Gefäßen.

Makula

Gelber Fleck; Bereich des schärfsten Sehens in der Netzhaut.

Makula-Ödem

Durch Einlagerung von Flüssigkeit aus krankhaft veränderten Augengefäßen in der Nähe der Makula kann das Gewebe dort stark anschwellen und zu einer Schädigung der Makula führen. Siehe auch diabetische Makulopathie.

manisch-depressive Erkrankung

Siehe: bipolare Erkrankung.

Marfan-Syndrom

Krankheit, bei der das Bindegewebe anders beschaffen ist als bei einem gesunden Menschen. Die Ursache dafür ist bei den meisten Erkrankten genetisch bedingt.

Mehr dazu in der Kurzinformation für Patienten "Marfan-Syndrom".

Mehrgefäß-Erkrankung

Sind zwei oder drei der großen Herzkranzarterien an einer oder an mehreren Stellen verengt, liegt eine Mehrgefäß-Erkrankung der Koronararterien vor. Siehe auch Eingefäß-Erkrankung.

Melatonin

Körpereigenes Hormon, welches den Tag-Nacht-Rhythmus steuert.

Menopause

Bei Frauen wird der Zeitpunkt der letzten Menstruation als Menopause bezeichnet. Diese tritt in der Regel um das 50. Lebensjahr ein. Die Fruchtbarkeit der Frau ist damit beendet.

Menstruation

Monatsblutung.

metabolisches Syndrom

Unter einem metabolischen Syndrom werden mehrere Risikofaktoren und Störungen zusammengefasst, die oft gleichzeitig auftreten. Kennzeichen sind unter anderem: bauchbetontes Übergewicht, gestörte Insulinwirkung (Insulinresistenz), Störung der Zuckerverwertung bei Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck.

Metamizol

Schmerzmittel aus der Gruppe der nicht-opioiden Analgetika.

Metformin

Tablette zur Behandlung des Typ-2-Diabetes. Der Wirkstoff senkt den Blutzucker, indem er dafür sorgt, dass Körperzellen wieder empfindlicher für Insulin werden und weniger Zucker in der Leber produziert wird.

Mikroalbuminurie

Leicht erhöhte Ausscheidung des Eiweißes Albumin, das heißt zwischen 20 bis 200mg/l (Milligramm pro Liter Urin). Es gibt aber auch andere Konzentrationsangaben für eine Mikroalbuminurie. Sie kann auf eine beginnende Nierenerkrankung bei Diabetes hindeutet. Eine Mikroalbuminurie ist aber auch Hinweis auf andere Erkrankungen, wie Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems. Siehe auch Makroalbuminurie.

Mikroangiopathie

Schädigungen der kleinen Blutgefäße.

Mini-Mental-Status-Test

Schnelltest zur Beurteilung der geistigen Leistungsfähigkeit. Mit seiner Hilfe kann eine Demenz bei älteren Menschen erkannt werden. Er beinhalt Fragen, welche die Testperson beant­worten muss, zum Beispiel zum Datum und zur aktuellen Jahreszeit. Ihr werden außerdem praktische Aufgaben gestellt, um die Merkfähigkeit, Erinnerungsfähigkeit, Orientierung, Aufmerksamkeit, Rechenfähigkeit und Sprache zu überprüfen.

Minoramputation

Amputation im Vorfuß- und Mittelfußbereich (unterhalb der Knöchelregion).

Misch-Analgetikum

Medikament gegen Schmerzen, das neben einem oder mehreren schmerzstillenden Wirkstoffen noch andere Substanzen, wie Koffein oder Codein, enthält.

MODY-Diabetes

Sonderform des Diabetes. MODY ist die Abkürzung für "maturity onset diabetes of the young". Es gibt eine Reihe von MODY-For­men, die jeweils durch ein verändertes Gen verursacht werden. Diese seltene, vererbte Diabeteserkrankung tritt schon im Kindes- und Jugendalter auf.

Monoaminoxidase-Hemmstoffe (MAO-Hemmer)

Medikamente zur Behandlung von Depressionen. Sie können auch bei anderen seelischen Erkrankungen oder zur Behandlung von Parkinson eingesetzt werden. Mittel dieser Wirkstoffgruppe blockieren den Eiweißstoff Monoaminoxidase, das wichtig für den Abbau der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin ist. Auf diese Weise werden die beiden Botenstoffe langsamer abgebaut, sind in höherer Konzentration vorhanden und können daher verstärkt Reize übertragen. Das führt zur Linderung depressiver Symptome.

Monoamin-Rückaufnahme-Hemmer

Andere Bezeichnung für trizyklische Antidepressiva. Siehe auch trizyklische Antidepressiva.

Monotherapie

Behandlung mit nur einem Medikament oder einer Substanz.

Montelukast

Wirkstoff zur Behandlung eines Asthmas aus der Gruppe der Leukotrien-Antagonisten.

Motorik

Bewegungsvorgänge, welche vom zentralen Nervensystem kontrolliert werden.

motorisch

Die Bewegung betreffend.

motorische Nerven

Nerven, welche die Bewegung steuern (Bewegungsnerven).

MRT

Siehe: Magnetresonanztomographie.

Mukopharmaka

Medikamente, die zähen Schleim lösen und ein Abhusten erleichtern.

Musculus erector spinae

Gemeint ist ein tiefliegendes System aus Muskeln, das sich vom Kreuzbein bis zum Hinterkopf erstreckt und dabei die einzelnen Wirbel miteinander verbindet. Die Muskelstränge liegen der Wirbel­säule auf und sind seitlich von ihr als "Wulste" zu tasten. Hauptsächlich dienen sie der Streckung der Wirbelsäule. Aber auch an anderen Bewegungen, etwa der Drehung oder der Seitneigung ist das Muskelsystem beteiligt. Siehe auch autochthone Rückenmuskulatur.

Musculus latissimus dorsi

Dieser Muskel gehört zur oberflächlichen Schicht der Rückenmuskulatur und verläuft von den Dornfortsätzen der unteren Brustwirbelsäule bis zur Vorderseite der Oberarmknochen. Er nimmt von allen Muskeln des Menschen die größte Fläche ein. Aufgrund seiner Funktion – er senkt die erhobenen Arme und zieht sie zurück – wird er auch "Schürzenbindermuskel" genannt.

Musculus trapezius

Der "Trapezmuskel" ist Teil der oberflächlichen Schicht der Rückenmuskulatur. Auch "Kapuzenmuskel" genannt, erstreckt er sich zwischen Hinterkopf, Halswirbelsäule und Schlüsselbeinen. Er dient der Bewegung des Schulterblatts.

Muskeleigenreflex

Es handelt sich um eine unwillkürliche Reaktion eines Muskels, wenn er zuvor gereizt worden ist. Reflexe können mit einem Schlag mit einem Hämmerchen auf den Muskel ausgelöst werden und machen sich meist durch ein Zucken bemerkbar. Siehe auch Achillessehnenreflex.

Muskel-Relaxantien

Medikamente, welche vorübergehend die Muskeln entspannen und lockern. Sie werden unter anderem bei Muskelverspannungen, bei Operationen des Bauchraums und des Brustkorbes sowie zur künstlichen Beatmung eingesetzt.

Myokardinfarkt

Siehe: Herzinfarkt.

Myokard-Perfusions-Magnetresonanztomographie

Magnetresonanztomographie oder MRT ist ein bildgebendes Verfahren zur Darstellung von Strukturen im Inneren des Körpers. Bei der Myokard-Perfusions-Magnetresonanztomographie wird auf diese Weise der vom Blut durchströmte Herzmuskel dargestellt. Es handelt sich nicht um eine Röntgenuntersuchung, weil zur Darstellung ein Magnetfeld und keine Röntgenstahlen verwendet werden.

Myokardszintigraphie/Myokard-Perfusions-SPECT

Untersuchung der Durchblutung des Herzmuskels. Hierbei wird eine radioaktive Untersuchungssubstanz unter Belastung und meist auch in Ruhe in ein Blutgefäß (Vene) gespritzt. Die Substanz reichert sich abhängig von der Durchblutung im Herzen an. Bereiche, die weniger gut versorgt werden, nehmen weniger Substanz auf als normal durchblutete Bereiche. Das wird bildlich dargestellt. SPECT bedeutet in diesem Zusammenhang, dass eine schichtweise bildliche Darstellung des Herzens erfolgt, wie bei einer MRT- oder CT-Untersuchung auch.  Die verwendeten radioaktiven Substanzen haben eine kurze Halbwertszeit und werden vom Körper wieder ausgeschieden.

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Narkose

Schlafähnlicher Zustand durch Medikamente. Mit bestimmten Medikamenten können Schmerzempfinden, Abwehrreaktionen und Bewusstsein eines Patienten ausgeschaltet werden, um medizinische Eingriffe oder Operationen durchführen zu können.

Nationale VersorgungsLeitlinie

Abkürzung: NVL. Leitlinie, die im Rahmen des Programms für Nationale VersorgungsLeitlinien erstellt wird. Die Inhalte einer NVL werden auch in allgemein verständlichen Patientenleitlinien zur Verfügung gestellt. Das NVL-Programm steht unter der Trägerschaft von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften.

Mehr Informationen zum NVL-Programm.

Siehe auch Leitlinie.

Natrium

Chemisches Element, welches im Körper vorkommt. Es dient unter anderem dazu, den Wassergehalt im Körper zu regulieren.

Naturheilmittel

Wirkstoffe, die in der Natur vorkommen und nicht künstlich hergestellt werden. Auch die Behandlung mit Naturheilmitteln gehört in fachkundige Hände und sollte auf jeden Fall mit dem Behandlungsteam abgesprochen werden. Siehe auch komplementäre und alternative Behandlungsmethoden.

Nebenwirkung

Unerwünschte Wirkung oder Begleiterscheinung einer Untersuchungs- oder Behandlungsmethode. Diese können sehr harmlos, aber auch folgenschwer sein – viele lassen sich jedoch vermeiden oder behandeln.

Nicht jede Nebenwirkung tritt bei jedem Patienten oder jeder Patientin auf, manche sogar nur sehr selten. Es gibt eine genaue Vorschrift, wie auf Beipackzetteln von Medikamenten die Häufigkeit einer Nebenwirkung zu beschreiben ist:

Bezeichnung

Bei wie vielen Personen tritt die Nebenwirkung auf?

Sehr selten

Bei weniger als einer von 10 000 Personen

Selten

Bei einer von 10 000 bis einer von 1 000 Personen

Gelegentlich

Bei einer von 1 000 bis einer von 100 Personen

Häufig

Bei einer von 100 bis einer von 10 Personen

Sehr häufig

Bei mehr als einer von 10 Personen

Nekrose

Bezeichnung für abgestorbenes Gewebe, zum Beispiel durch Verbrennungen, Erfrierungen oder Durchblutungsstörungen (PAVK). Der Gewebetod ist nicht umkehrbar.

Nephrologe, Nephrologin

Arzt oder Ärztin, die auf Nierenerkrankungen spezialisiert ist. Sie führen meist keine Operationen durch, sondern behandeln vor allem Erkrankungen der Nieren und deren Auswirkungen auf den Körper.

Nephrologie

Fachgebiet in der Medizin, das sich mit Nierenerkrankungen beschäftigt.

Nephron

Kleinste Funktionseinheit der Niere. Ein Nephron besteht aus einem Nierenkörperchen und den dazugehörigen Nierenkanälchen. Die Nephrone filtern nützliche Stoffe für den Körper heraus und transportieren Abfallstoffe im Urin weiter, damit diese über die ableitenden Harnwege ausgeschieden werden können. In jeder Niere gibt es etwa 1 bis 2 Millionen dieser lebensnotwendigen "Minikläranlagen".

Nervenverödung

Bei der Verödung von Nerven wird mit Hilfe von Kälte- oder Wärmesonden die Nervenversorgung bestimmter schmerzhafter Körperstrukturen, etwa der Wirbelbogengelenke oder der Band­scheiben, unterbunden.

Netzhautkomplikation

Krankhafte Veränderungen der Blutgefäße der Netzhaut des Auges. Siehe auch diabetische Retinopathie oder diabetische Makulopathie.

Ausführliche Informationen gibt es in der Patientenleitlinie "Diabetes – Schäden an der Netzhaut: Vorbeugen und behandeln".

Neuroleptika

Siehe: Antipsychotika.

Neurologe, Neurologin

Arzt oder Ärztin für Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, der Sinnesorgane, der Nerven und der Muskulatur.

Neurologie

Fachgebiet in der Medizin, das sich mit Erkrankungen von Gehirn, des Rückenmarks sowie der Sinnesorgane, der Nerven und der Muskulatur befasst.

neurologisch

Das Nervensystem betreffend.

Neuropathie

Sammelbegriff für viele Erkrankungen des peripheren (in die Glieder führenden) Nervensystems.

Mehr Informationen zur Neuropathie bei Diabetes gibt es in der Patientenleitlinie "Nervenschädigungen bei Diabetes".

nicht-medikamentös

Ohne Einsatz von Medikamenten.

nicht-opioide Schmerzmittel

Zu dieser Medikamentengruppe gehören Schmerzmittel, die wie der Name sagt, nicht mit Opiaten – Wirkstoffe, die ursprünglich aus dem Saft des Schlafmohns gewonnen wurden – verwandt sind. Nicht-opioide Präparate werden vor allem bei leichten bis mäßig schweren Schmerzen verschrieben. Viele dieser Medikamente wirken außerdem antientzündlich und fiebersenkend. Sie hemmen ein spezielles Körpereiweiß, die sogenannte Cyclooxygenase, und verhindern so die Bildung von Botenstoffen, die entzündungs- und schmerzfördernd wirken.

nicht-proliferative Retinopathie

Bei einer nicht-proliferativen Retinopathie wachsen noch keine kleinen Blutgefäße im Auge und dehnen sich auch nicht aus. Siehe auch diabetische Retinopathie.

nicht-selektiv

Nicht gezielt wirkend.

nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR)

Schmerzlindernde, fiebersenkende und entzündungshemmende Medikamente. Sie gehören zur Gruppe der nicht-opioiden Schmerzmittel und enthalten kein Cortison. Die Mittel werden häufig zur Behandlung von Muskel- oder Knochenschmerzen verschrieben, daher auch die Bezeichnung "Antirheumatika". Aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung ist auch von "nichtsteroidalen Antiphlogistika" (NSAP) oder im englischen Sprachraum von "non steroidal inflammatory drugs" (NSAID) die Rede. Bekannte Wirkstoffe dieser Medikamentengruppe sind Ibuprofen oder Diclofenac.

Nieren-/Pankreastransplantation

Bei einer Nieren-/Pankreastransplantation wird sowohl eine Niere als auch eine Bauchspeicheldrüse verpflanzt. Dabei können beide Organe gleichzeitig oder nacheinander übertragen werden. Siehe auch Transplantation.

Nierenarterienstenose

Verengung der Arterien, welche die Nieren versorgen. Das kann nur eine oder ebenso beide Nieren betreffen. Meist besteht bei dieser Gefäßerkrankung ein extrem hoher Blutdruck.

nierenbedingte Anämie

Blutarmut, die durch eine bestehende Nierenerkrankung hervorgerufen wird. Siehe auch Blutarmut.

Nierenbiopsie

Bei einer Nierenbiopsie wird aus der Niere mit einer Hohlnadel oder einem anderen chirurgischen Instrument eine Gewebeprobe entnommen. Anschließend wird die Probe im Labor mit dem Mikroskop untersucht. Auf die Weise lassen sich Nierenerkrankungen und deren Verlauf genauer untersuchen.

Nierenersatztherapie

Oberbegriff für eine Reihe von Verfahren, die eingesetzt werden, wenn die Nieren nicht mehr ausreichend arbeiten und ihre Funktion ersetzt werden muss. Siehe auch Dialyse und Transplantation.

Nierenfiltrationsrate

Maß für die Nierenfunktion. Je niedriger die Nierenfiltrationsrate ist, umso schlechter arbeiten die Nieren.

Niereninsuffizienz

Siehe: Nierenschwäche.

Nierenschwäche

Fachbegriff: Niereninsuffizienz. Eine unzureichende Nierenfunktion und im Extremfall ein völliges Nierenversagen. Das Blut wird nicht mehr ausreichend gereinigt.

Ausführliche Informationen gibt es in der Patientenleitlinie "Nierenerkrankungen bei Diabetes".

Nikotinersatztherapie

Ziel der Nikotinersatztherapie (NET) ist es, das Nikotin aus den Zigaretten zu ersetzen. Dies lindert die mit der Rauchentwöhnung einhergehenden Entzugssymptome und hilft dem Raucher, dem Zwang des Zigarettenrauchens zu widerstehen.

Nikotinsäure

Wird alternativ als Vitamin B3 bezeichnet. Als Arzneimittel wird es zur Absenkung zu hoher Blutfettwerte eingesetzt.

Nitrate

Medikamente, die die Blutgefäße erweitern und dadurch die Blutversorgung des Herzens verbessern. Als sogenanntes "Nitro-Spray" oder "Nitro-Kapsel" kommen sie beim Angina-pectoris-Anfall zur Anwendung und können so das Engegefühl in der Brust lindern.

Nitro-Spray

Siehe: Nitrate.

Noradrenalin

Botenstoff, Stresshormon. Siehe auch Katecholamine.

Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahme-Hemmer

Medikamente zur Behandlung von Depressionen. Sie sorgen dafür, dass die Konzentration von Noradrenalin und Dopamin im Gehirn erhöht wird.

NSAR

Siehe: nicht-steroidale Antirheumatika.

Nüchternglukose

Nüchternblutzucker.

Nutzen

Maß für Zufriedenheit und Glück. Aus Sicht der Patientin oder des Patienten besteht der Nutzen einer Behandlung in der Verbesserung des Gesundheitszustandes (möglichst bis zur vollständigen Genesung) und in der Erhaltung, Verbesserung oder Wiederherstellung der angestrebten Lebensqualität.

NYHA

Die Erkrankung an Herzschwäche wird in vier Schweregrade eingeteilt. International gilt die Empfehlung der "New York Heart Association", die abgekürzt NYHA genannt wird.

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Obstipation

Fachausdruck für Verstopfung, also eine erschwerte und zu seltene Darmentleerung.

Ödem

Krankhafte Ansammlung von Gewebsflüssigkeit in den Zellzwischenräumen.

Off-Label-Use

Behandlung mit Medikamenten, die für diese Erkrankung nicht zugelassen sind. Wenn eine begründete Aussicht auf Linderung besteht, kann eine solche Behandlung auch durch die Krankenkasse bezahlt werden. Mehr zum Off-Label-Use können Sie unter anderem beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) erfahren: www.g-ba.de/institution/themenschwerpunkte/arzneimittel/off-label-use.

Ophthalmoskopie

Untersuchung des Augenhintergrundes (Augenhintergrundspiegelung).

operative Nervenentlastung

Bei diesem operativen Eingriff werden Einengungen von Nerven beseitigt, die Schmerzen verursachen.

Opioid-Schmerzmittel

Oberbegriff für verschiedene Schmerzmittel, die ähnlich wie Morphin wirken. Morphin ist der Hauptwirkstoff im Opium. Sie werden zur Behandlung starker Schmerzen eingesetzt.

optische Kohärenztomographie

Abkürzung: OCT. Das Verfahren funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie eine Ultraschalluntersuchung. Allerdings nutzt die Augenärztin oder der Augenarzt dafür keine Schall- sondern Lichtwellen. Ein spezielles, für das Auge ungefährliches Laserlicht wird auf die Netzhaut gerichtet. Die verschiedenen Schichten der Netzhaut reflektieren dieses Laserlicht unterschiedlich. So kann das Untersuchungsgerät ein Bild der verschiedenen Netzhautschichten errechnen.

oral

Über den Mund. Zum Beispiel können Arzneimittel als Tablette über den Mund eingenommen werden.

oraler Glukosetoleranztest

Zuckerbelastungstest. Methode, um zu untersuchen, wie gut der Körper eine bestimmte Menge Zucker verarbeitet. Dafür wird vor und nach dem Trinken einer Zuckerlösung Blut abgenommen, um die Blutzuckerwerte zu bestimmen.

Orthese

Technische Hilfe zur Unterstützung von Extremitäten, die in ihrer Funktion eingeschränkt sind. Orthesen werden von Orthopädietechnikerinnen und Orthopädietechnikern hergestellt.

Orthostase-Beschwerden

Kreislaufbeschwerden, die bei Veränderungen der Körperposition auftreten, wie beispielsweise Schwindel und Schwäche.

Os coccygis

Das aus vier kleinen miteinander verschmolzenen Wirbeln bestehende "Steißbein" bildet den untersten Teil der Wirbelsäule. Es entspricht dem Schwanz vieler Säugetiere und ist beim Menschen ein knöchernes Überbleibsel, das sich im Laufe der Evolution nach und nach zurückgebildet hat. Dennoch hat es auch heute noch Funktionen: Es dient insbesondere der Beckenbodenmuskulatur als Ansatzpunkt.

Os ilium

Siehe: Os sacrum.

Os sacrum

Das annähernd keilförmig geformte "Kreuzbein" befindet sich unterhalb der Lendenwirbelsäule und bildet den hinteren Teil des Beckengürtels. Es besteht aus fünf miteinander verschmolzenen Wirbeln, den Kreuzwirbeln. Auf beiden Seiten liegt es in einer gelenkigen Verbindung dem Darmbein ("Os ilium") – einem Teil des knöchernen Beckens – an. Das Gelenk zwischen Kreuzbein und Beckenknochen wird demnach als "Sakroiliakalgelenk" (SIG) bezeichnet.

Osteoporose

Knochenschwund; ist eine Stoffwechselerkrankung der Knochen. Die Knochendichte nimmt ab, und die Knochen werden bruchanfällig und instabil.

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palliativ

Mit dem Ziel der Linderung.

palliative Behandlung

Lebensverlängernde und Lebensqualität erhaltende, aber nicht Heilung anstrebende Behandlung. Sie soll Beschwerden lindern und Beeinträchtigungen im Alltag möglichst gering halten, sodass ein selbstbestimmtes Leben mit der Krankheit möglich ist. Zur Palliativmedizin gehört auch die Sterbe- und Trauerbegleitung.

Ausführliche Informationen gibt es in der Patientenleitlinie "Palliativmedizin".

Panikstörung

Bei dieser Form der Angststörung tritt die Angst ganz plötzlich "aus heiterem Himmel" auf. Die Angstanfälle dauern meist nur einige Minuten.

Mehr dazu in der Kurzinformation für Patienten "Angststörungen".

Pankreas

Bauchspeicheldrüse.

Pankreasenzyme

Enzyme der Bauchspeicheldrüse zur Verdauung der Nahrungsmittel. Enzymhaltige Medikamente können eingesetzt werden, wenn die Funktion der Bauchspeicheldrüse gestört ist, zum Beispiel bei Bauchspeicheldrüsenkrebs oder Mukoviszidose.

Pankreasfistel

Unerwünschte Verbindung der Bauchspeicheldrüse zu anderen Organen, zum Beispiel nach Operationen oder einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse.

Paracetamol

Frei verkäufliches Schmerzmittel aus der Gruppe der nicht-opioid Analgetika.

Parasympathikus

Teil des autonomen Nervensystems. Der Parasympathikus baut Energiereserven des Körpers auf, indem er den Körper auf Ruhe umstellt und einige Funktionen dämpft. Er regt unter anderem die Verdauung an und hemmt den Herzschlag und die Atmung.

Parasympatho-Mimetikum

Medikament, welches die Wirkung eines Teils des autonomen Nervensystems, den sogenannten Parasympathikus, verstärkt oder imitiert. Es wird unter anderem zur Behandlung des grünen Stars (Glaukom) oder bei einer erschlafften Muskulatur der Harnblase eingesetzt.

parenterale Ernährung

Künstliche Ernährung "unter Umgehung des Darms". Dazu wird eine hochdosierte Nährlösung über eine Infusion direkt ins Blut verabreicht.

Parkinson-Krankheit

Erkrankung des Nervensystems. Typische Merkmale sind Bewegungsarmut, Muskelsteife und Zittern.

Parodontitis

Entzündung des Zahnhalteapparates.

Patientenschulung

Spezielle Fortbildungen für kranke Menschen. Sie werden in der Regel von Fachleuten aus unterschiedlichen Berufen des Gesundheitswesens, manchmal auch in Zusammenarbeit mit Vertretern von Selbsthilfegruppen, durchgeführt. Das Ziel von Patientenschulungen ist es, Wissen über die Erkrankung und ihre Behandlung zu vermitteln und das Selbstmanagement beim Umgang mit der Erkrankung zu unterstützen.

Patientenverfügung

Schriftliche, rechtsverbindliche Festlegung von Behandlung für den Fall, dass man nicht mehr zustimmungsfähig ist. Sie ist als freies Formular möglich, einmalige Unterschrift gilt, am besten zusammen mit einer Vorsorgevollmacht für Krankheitssituationen.

Peak-Flow-Messung

(englisch: peakflow = stärkste Strömung), deutscher Fachbegriff: Messung des Spitzenflusses. Mit dem Peak-Flow-Meter, einem einfachen Gerät, können Sie selbst messen, mit welchem Spitzenfluss Sie ausatmen. Die Einheit, in der dies gemessen wird, ist Liter pro Minute. Zuerst wird so viel Luft wie möglich eingeatmet. Dann wird die Luft so kräftig wie möglich in das Mundstück des Peak-Flow-Meters ausgeatmet. Dabei wird ein Kolben im Inneren des Geräts bewegt und die Anzeige zeigt den maximalen Luftstrom an. Die Werte können in einem Asthmatagebuch notiert und zum nächsten Arztbesuch mitgenommen werden.

Peak-Flow-Meter

Gerät zur Peak-Flow-Messung. Siehe auch Peak-Flow-Messung.

Peak-Flow-Protokoll

Dient der täglichen Aufzeichnung der Ergebnisse der Peak-Flow-Messung und ist ein Teil des Asthmatagebuchs. Siehe auch Peak-Flow-Messung.

Peak-Flow-Variabilität

Für die Asthmaerkrankung typische Unterschiede in den Peak-Flow-Werten, die zwischen eher guten und schlechten Werten schwanken.

Pen

Stiftförmiges Gerät, um Insulin zu spritzen.

Perforation

Durchstoßen oder Durchbohren eines Hohlorgans; zum Beispiel ein Riss oder Loch in der Speiseröhre oder im Darm.

peripher

Abseits vom Zentrum, zum Beispiel in die Glieder führende Nerven.

periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)

Erkrankung der arteriellen Gefäße, bei der es durch zunehmende Veränderungen der Gefäßwand zur Einengung im Gefäßdurchmesser kommt. Das führt dazu, dass das Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

Mehr dazu in der Kurzinformation für Patienten "Periphere arterielle Verschlusskrankheit".

peripherer Puls

Bei jedem Herzschlag wird Blut in die Aorta gestoßen. Hierdurch entsteht ein Druckstoß, der sich im gesamten Gefäßsystem ausbreitet. Diese "Druckwelle" kann als peripherer Puls an allen Arterien getastet werden, zum Beispiel am Handgelenk oder dem Fußrücken.

peripheres Nervensystem

Abkürzung: PNS. Umfasst die Nervenbahnen, die außerhalb von Gehirn und Rückenmark liegt. Dazu zählen Empfindungs- und Bewegungsnerven.

Peritonealdialyse

Bauchfelldialyse.

Peritoneum

Bauchfell.

Peritonitis

Bauchfellentzündung.

perkutan

Durch die Haut hindurch.

perkutane Koronarintervention

Zur perkutanen Koronarintervention zählen verschiedene Behandlungsverfahren zur kathetergestützten Öffnung verstopfter Herzkranzgefäße. Entweder werden die Verengungen durch Dehnung über einen Ballon erweitert (Ballondilatation) oder es wird eine Gefäßschiene (Stent) eingebracht. Siehe auch Herzkatheter.

perkutane transluminale Angioplastie

Bei diesem Verfahren (kurz: PTA) wird ein Katheter durch die Blutgefäße bis zur verengten Stelle vorgeschoben. An der Spitze dieses Katheters befindet sich ein Ballon. Dieser wird aufgeblasen und so die verengte Stelle aufgedehnt. Wenn die Behandlung abgeschlossen ist, wird der Ballon wieder entfernt.

perkutane transluminale Koronarangioplastie

Abkürzung: PTCA. Verengte Herzgefäße werden erweitert. Siehe auch perkutane Koronarintervention.

Persönlichkeitsstörung

Psychische Erkrankung. Betroffene haben besonders ausgeprägte und stark einseitige Persönlichkeitszüge und zeigen bestimmte Verhaltensweisen, die oft für ihre Umgebung störend oder belastend sind. Es gibt verschiedene Formen der Erkrankung.

Phosphodiesterase-5-Hemmer

Medikament zur Behandlung einer Erektionsstörung (erektilen Dysfunktion). Es sorgt dafür, dass die Gefäße der Schwellkörper im Penis erweitert werden und genügend Blut einfließt. Dadurch wird eine ausreichende Erektion erzielt. Außerdem werden Phosphodiesterase-5-Hemmer (kurz: PDE-5-Hemmer) bei Bluthochdruck in der Lunge eingesetzt.

physikalische Therapie

Der Begriff fasst mehrere Behandlungsformen zusammen, die alle auf physikalischen Methoden beruhen, etwa Krankengymnastik, Bewegungstherapie, Massagen, Elektrotherapie, Wärme- und Kältetherapie, Infrarot-, UV-, und Gleichstrombehandlung oder medizinische Bäder. Die Maßnahmen sollen unter anderem die Beweglichkeit und die Durchblutung fördern sowie Muskelverspannungen und Schmerzen verringern. Oft wird der Begriff aber auch gleichbedeutend mit Krankengymnastik verwendet.

Physiotherapeut, Physiotherapeutin

Ist ein Gesundheitsfachberuf. Bieten Verfahren der Physiotherapie an, wie Krankengymnastik und Massage.

Physiotherapie

Ist ein Behandlungsverfahren, mit der vor allem die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des menschlichen Körpers wiederhergestellt, verbessert oder erhalten werden soll.

Phytotherapie

Pflanzenheilkunde. Bei diesen Behandlungsverfahren werden ausschließlich Pflanzen oder bestimmte Pflanzenteile verwendet, die auf verschiedene Weise zubereitet werden.

Placebo

Bezeichnung für eine Scheinbehandlung oder ein Scheinmedikament – eine Tablette ohne Wirkstoff. Eine Scheinbehandlung kann dennoch positive Effekte erzielen, die unter anderem durch die Zuwendung erklärt werden, die der Erkrankte durch die Behandlung erfährt. Forscher vermuten, dass Scheinmedikamente darüber hinaus die Ausschüttung körpereigener Schmerzmittel anregen.

Plaque

Plaque Krankhafte Ablagerungen an den Blutgefäßwänden. Diese Plaques enthalten zum Beispiel Blutfette (Cholesterin), Thromben, Bindegewebe und Kalzium. Siehe auch "Arteriosklerose".

Plättchen-Hemmer

Medikamente, die verhindern, dass sich Blutplättchen an den Gefäßwänden anlagern und mit der Zeit die Gefäße verstopfen. In der Fachsprache heißen sie Thrombozyten-Aggregations-Hemmer. Die Acetylsalicylsäure (kurz: ASS) ist das bekannteste Medikament. Siehe auch Acetylsalicylsäure.

Pneumokokken

Bakterien, die häufig Atemwegsinfekte oder Lungenentzündungen verursachen.

Podologe, Podologin

Medizinischer Fußpfleger oder Fußpflegerin, unter anderem auch für die Behandlung von Fußproblemen bei Diabetes.

Polyneuropathie

Erkrankung der peripheren Nerven. Siehe auch sensomotorische diabetische Polyneuropathie.

Ausführliche Informationen gibt es in der Patientenleitlinie "Nervenschädigungen bei Diabetes".

Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)

Stoffwechselstörung von Frauen im gebärfähigen Alter.

postpartal

Nach der Geburt.

Prädiabetes

Vorstufe zu einem Diabetes mellitus.

prämenstruelle dysphorische Störung

Seelische und körperliche Beschwerden, die einige Tage vor dem Einsetzen der Regelblutung auftreten und stark belasten. Betroffene Frauen sind beispielsweise schlecht gestimmt, ängstlich, reizbar oder energielos. Zu den körperlichen Symptomen der prämenstruellen dysphorischen Störung (kurz: PMDS) zählen Brustempfindlichkeit, Kopf- oder Muskelschmerzen. Sobald die Regelblutung einsetzt, hören die Beschwerden meist auf.

Prävention

Vorbeugung. Die Maßnahmen zielen darauf ab, das Auftreten oder die Entwicklung von Krankheiten zu verhindern oder zu verzögern.

Primärharn

Harn, der in den Nierenknäulchen aus dem Blut gefiltert wird. In gesunden Nieren werden täglich etwa 180 Liter Primärharn gebildet. Am Ende werden jedoch durch Filtration des Primärharns nur ungefähr 1,5 Liter Harn – sogenannter Endharn – ausgeschieden.

probatorische Sitzung

"Probesitzungen" oder "Probestunden" zu Beginn einer Psychotherapie. In den ersten Gesprächen können sich alle Beteiligten kennenlernen und herausfinden, ob sie zueinander passen. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen die "Probesitzungen", bevor die Psychotherapie als Kassenleistung beantragt werden muss.

Prognose

Vorhersage über den vermuteten Krankheitsverlauf.

progressive Muskelrelaxation

Entspannungsverfahren. Bei dieser Methode wird durch die bewusste An- und Entspannung bestimmter Muskelgruppen ein Entspannungszustand im gesamten Körper erwirkt.

Prokinetikum

Medikament zur Behandlung einer gestörten Magen- und Darmfunktion. Es wird unter anderen bei Übelkeit, Verstopfung oder Magenlähmung eingesetzt.

Prolaps

Vorfall, das heißt ein Organ oder ein Stück Gewebe verlagert sich im Körper. Beispiel: Bandscheibenvorfall – siehe auch Protrusion.

proliferative Retinopathie

Fortgeschrittenes Stadium einer Netzhauterkrankung des Auges. Siehe auch diabetische Retinopathie.

Prolotherapie

Auch "Proliferationstherapie" genannt. Die Ärztin oder der Arzt spritzt ein spezielles Medikament in die Bandverbindungen der Wirbelsäule. Dies führt zu einer Vermehrung von Bindegewebszellen (daher der Name "Proliferation") und somit zur Verhärtung und Straffung der Bänder – eine Stabilisierung der Wirbelsäule ist die Folge.

prophylaktisch

Vorsorglich.

Prostata

Vorsteherdrüse des Mannes.

Prostatahyperplasie

Vergrößerung der Prostata.

Protonenpumpe

Spezielles Eiweiß (Enzym), das Säure aus bestimmten Zellen der Magenschleimhaut pumpt.

Protonenpumpen-Hemmer

Medikamente, welche die Bildung von Magensäure unterdrücken. Sie werden deshalb unter anderem bei Sodbrennen, Magenschleimhautentzündung oder Magengeschwüren eingesetzt. Wie der Name schon andeutet, hemmen sie die "Protonenpumpe", welche für die Bildung von Magensäure verantwortlich ist. Siehe auch Protonenpumpe.

Protrusion

Hervortreten oder Verschieben von Gewebe. Beispiel: Durch Abnutzung der Bandscheiben verlieren diese nach und nach Flüssigkeit und flachen ab. Die Rinde der Bandscheibe kann sich im Verlauf vorwölben – man spricht dann von einer "Protrusion". Auch das Entstehen von Rissen im äußeren Bandscheibenring ist möglich. Durch sie kann Gewebe aus dem Inneren der Zwischenwirbelscheiben nach außen gelangen und umgebende Strukturen, zum Beispiel Teile des Rückenmarks oder Spinalnervenwurzeln, einengen. Fachleute sprechen dann von einem Bandscheibenvorfall. Siehe auch Prolaps.

Psychiater, Psychiaterin

Arzt oder Ärztin für seelische Erkrankungen oder Störungen.

Psychiatrie

Fachgebiet in der Medizin, das sich mit seelischen Erkrankungen befasst.

psychisch

Seelisch; das Gemüt, das Verhalten, das Erleben und die Seele betreffend.

Psychoanalyse

Behandlungsverfahren und Erklärungsmodell in der Psychologie. Die von Sigmund Freud um 1890 entwickelte Theorie geht davon aus, dass bestimmte Verhaltensmuster unbewusste Ursachen haben. Mit einer psychoanalytischen Therapie können diese bewusst gemacht und verständlich werden.

psychoanalytisch begründete Verfahren

Psychotherapeutisches Verfahren. Sie beruhen auf der Psychoanalyse und zielen darauf ab, unbewusste Konflikte, die Grund für eine psychische Erkrankung sein können, zu erkennen. In der Behandlung können diese Konflikte bearbeitet werden. Siehe auch analytische Psychotherapie und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie.

Psychoedukation

Seminare oder Schulungen für Patientinnen und Patienten. Sie erfahren hier mehr über ihre Erkrankung und lernen, wie sie besser mit ihr umgehen können. Siehe auch Patientenschulung.

Psychologe, Psychologin

Berufsbezeichnung für Menschen, die ein Psychologiestudium abgeschlossen haben. Sie können als "Psychologische Psychotherapeuten" an der Versorgung von Menschen mit einer seelischen Erkrankung beteiligt sein, wenn sie nach dem Studium eine entsprechende Ausbildung gemacht haben.

Psychose

Psychische Erkrankung. Kennzeichen ist ein fehlender Bezug zur Realität.

Psychopharmaka

Medikamente zur Behandlung seelischer Erkrankungen. Dazu gehören zum Beispiel Antidepressiva oder Antipsychotika. Siehe auch Antidepressiva und Antipsychotika.

psychosoziale Belastung

Äußere Einflüsse, die auf die Seele und das Sozialleben negativ einwirken.

psychosoziale Beratung

Eine psychosoziale Beratung bietet Hilfestellung bei psychosozialen Belastungen und sozialrechtlichen Anliegen, die im Zusammenhang mit einer Erkrankung aufkommen können.

Psychotherapeut, Psychotherapeutin

Eine speziell geschulte Person, die eine Psychotherapie durchführt. Als Psychotherapeuten sind Ärzte oder Psychologen tätig.

Psychotherapie

Oberbegriff für alle Verfahren, die ohne den Einsatz von Medikamenten psychische Erkrankungen, Beeinträchtigungen oder Verhaltensstörungen behandeln. Dabei kommen vielfältige Methoden zum Einsatz.

Pulver-Inhalator

Arzneimittelbehältnis, in dem der Wirkstoff als feines Pulver vorliegt. Der Wirkstoff wird durch den Atemzug in die Lunge transportiert.

Punktion

Einstechen in Körpergewebe; mit einer Nadel kann ein Hohlraum des Körpers erreicht werden, um zum Beispiel Flüssigkeit abzulassen, Gewebe zu entnehmen oder Arzneimittel hineinzugeben.

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quantitative sensorische Testung

Methode, um die Schmerzempfindlichkeit zu untersuchen. Das Verfahren besteht aus insgesamt sieben Tests, mit denen die Empfindungsschwellen für Reize ermittelt werden. Zum Beispiel wird überprüft, inwieweit Kälte, Wärme, Berührung oder auch Druck auf der Haut gespürt werden können.

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Rechtsherzinsuffizienz

Rechtsherzschwäche; das Blut, das von den Organen zum Herzen zurückkommt, wird nicht mehr schnell genug weitergepumpt und staut sich vor dem Herzen. Dadurch entsteht ein erhöhter Druck in den Blutgefäßen. Dies kann Wasseransammlungen in verschiedenen Geweben verursachen. Das Wasser sammelt sich vor allem in der Leber, in den Beinen, in der Bauchhöhle und im Brustkorb. Siehe auch Linksherzinsuffizienz.

Reflux-Erkrankung

Kann entstehen, wenn der Verschlussmechanismus am Übergang Speiseröhre-Magen nicht richtig funktioniert und der saure Magensaft dauerhaft die empfindliche Schleimhaut der Speiseröhre reizt. Diese Krankheit macht sich durch Sodbrennen, saures Aufstoßen und Druckgefühl hinter dem Brustbein bemerkbar. Zudem kann sich die Speiseröhre entzünden.

Rehabilitation

Alle medizinischen, psychotherapeutischen, sozialen und beruflichen Leistungen, die eine Wiedereingliederung eines Kranken in Familie, Gesellschaft und Berufsleben zum Ziel haben. Diese Leistungen sollen es der Patientin oder dem Patienten ermöglichen, besser mit krankheitsbedingten Problemen fertig zu werden.

rektal

Den Mastdarm betreffend. Zäpfchen zum Beispiel werden in den Darm, also rektal, eingeführt.

Remission

Bedeutet, dass die Krankheitszeichen vorübergehend oder dauer¬haft nachlassen und zurückgehen. Eine Remission ist zwar nicht mit einer Heilung gleichzusetzen, bei einer kompletten Remission hat man jedoch über einen längeren Zeitraum keine Zeichen der Krankheit mehr.

Renin

Hormon, das in der Niere gebildet wird. Es beeinflusst Vorgänge im Körper, die den Blutdruck steuern. Wird zu viel Renin gebildet, kann das zu einer krankhaften Erhöhung des Blutdrucks führen.

Renin-Hemmer

Medikament gegen Bluthochdruck.

repetitive transkranielle Magnetstimulation

Verfahren, bei dem durch starke Magnetfelder einzelne Bereiche des Gehirns angeregt oder gehemmt werden können.

respiratorische Insuffizienz

Einschränkung der Atemfunktion mit Sauerstoffmangel, gegebenenfalls auch Anhäufung von Kohlendioxid.

Response

Ansprechen auf eine Behandlung, nicht aber unbedingt eine vollständige Heilung.

Restharn

Nach kompletter willentlicher Blasenentleerung in der Blase zurückgebliebene Harnmenge.

Restless-Legs-Syndrom

Neurologische Erkrankung, die auch unter der Bezeichnung "Syndrom der unruhigen Beine" bekannt ist. Sobald die Betroffenen sich entspannen, haben sie das Gefühl, ihre Beine bewegen zu müssen.

Mehr dazu in der Kurzinformation für Patienten "Restless-Legs-Syndrom".

Retard-Tabletten

Retardierung ist die allgemeine Bezeichnung für Verlangsamung oder Verzögerung eines Prozesses oder einer Entwicklung. Bei Medikamenten wird dieser Effekt bewusst eingesetzt, um den Wirkungseintritt zu verzögern und damit die Wirkung zu verlängern.

Retina

Netzhaut.

Retinopathie

Gefäßschädigung in der Netzhaut. Siehe auch diabetische Retinopathie.

Revaskularisation

Verbesserung der Durchblutung; zum Beispiel des Herzmuskels entweder über perkutane Koronarintervention oder Bypass. Siehe auch Herzkatheter und Bypass.

reversibel

Umkehrbar; wieder rückgängig zu machen.

Reversibilitäts-Test

Dieser Test wird zur Bestätigung der Diagnose einer Asthma-Erkrankung durchgeführt. Bei dem Reversibilitäts-Test nimmt die Patientin oder der Patient ein Medikament, das die verengten Bronchien erweitern soll. Einige Zeit nach der Gabe des Medikaments wird die Lungenfunktion gemessen. Fällt dieses Ergebnis dann besser aus als vor der Einnahme des Medikaments, hat das Asthmamedikament gewirkt. Dies ist ein wichtiger Hinweis, dass eine Asthma-Erkrankung besteht.

Rezeptor

Eiweißmolekül auf der Zelloberfläche, das bestimmte Teilchen binden und damit Signale ins Innere einer Zelle leiten kann.

Rezidiv

Wiederauftreten einer Erkrankung oder Rückfall.

Rezidiv-Prophylaxe

Fortsetzen einer Behandlung, um das Wiederauftreten einer Erkrankung zu verhindern.

Rhabdomyolyse

Muskelzerfall. Seltene, aber bedrohliche Nebenwirkung von Statinen. Siehe auch Cholesterin-Senker.

Richtlinienverfahren

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für folgende psychotherapeutische Verfahren: Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und analytische Psychotherapie. Diese Verfahren werden "Richtlinienverfahren" genannt. Siehe auch Verhaltenstherapie und psychoanalytisch begründete Verfahren.

Risikofaktoren

Umstände und Faktoren, die das Entstehen einer Krankheit begünstigen können. Dazu gehören zum Beispiel Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, erbliche Belastungen, bereits vorhandene Krankheiten, Kontakt mit Schadstoffen. Wenn der Zusammenhang zwischen einem solchen Faktor und einem erhöhten Erkrankungsrisiko nachgewiesen ist, spricht man von einem Risikofaktor. Rauchen ist zum Beispiel ein Risikofaktor für viele Erkrankungen.

Röntgen

Beim Röntgen wird mit Hilfe von Röntgenstrahlen Körpergewebe abgebildet. Dadurch können Ärztinnen und Ärzte zum Beispiel Knochenbrüche oder Veränderungen an Organen oder am Skelett erkennen. Siehe auch bildgebendes Verfahren.

Ruhe-EKG

Siehe: EKG.

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S3-Leitlinie

Siehe: Leitlinie.

sakrale Neuromodulation

Bei dieser Therapieform wird im Rahmen einer Operation ein kleiner Schrittmacher unter die Haut eingesetzt. Durch elektrische Impulse, die das Gerät aussendet, werden Nerven stimuliert, die bestimmte Körperfunktionen steuern. Diese Methode kann beispielsweise bei einer gestörten Blasenfunktion in Frage kommen.

Sakroiliakalgelenk (SIG)

Siehe: Os sacrum.

Sauerstofftherapie

Eine Form der Sauerstofftherapie ist die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie (SMT). Dieses auf Sauerstoff-Gabe beruhende Behandlungsverfahren wird der Alternativmedizin zugerechnet. Dabei erhält man zunächst einen Vitamin-Mineralstoff-Cocktail. Im Anschluss daran inhaliert man unterschiedlich lang sauerstoffangereicherte Luft. Danach soll sich der Patient sportlich betätigen. Die Wirksamkeit dieser Behandlung ist umstritten.

Schilddrüse

Hormondrüse, welche in der Nähe des Kehlkopfs sitzt. Die Schilddrüse ist für den Stoffwechsel wichtig.

Schizophrenie

Seelische Erkrankung mit Realitätsverlust und Wahnvorstellungen.

Schlafapnoe

Während des Schlafs kommt es zu wiederholten Atemaussetzern. Bei einem Atemaussetzer steht der Atemfluss durch Nase und Mund für mehr als 10 Sekunden still. Häufige Anzeichen dieser Schlafstörung sind Schnarchen, Konzentrationsschwäche und Müdigkeit am Tag. Meist bemerken die Partner die Atemaussetzer und nicht die Betroffenen selbst. Die häufigste Form dieser Atemstörung ist die obstruktive Schlafapnoe. Sie entsteht durch verengte Atemwege, zum Beispiel durch Übergewicht/Fettsucht. Die Erkrankung kann in einem Schlaflabor erkannt und unter anderem mit speziellen Atemmasken behandelt werden.

Schlaganfall

Plötzliche Funktionsstörung des Gehirns. Sie wird durch verstopfte Blutgefäße oder eine Blutung im Gehirn ausgelöst.

Schleimsekretion

Absonderung von Schleim.

Schmerzpumpe

Von einer kleinen Pumpe unter der Haut werden Schmerzmittel über einen kleinen Schlauch direkt in das Rückenmark geleitet ("spinale Opioidgabe").

Schmerzskala

Es gibt verschiedene Schmerzskalen, die Erkrankten helfen können, die Stärke der Schmerzen (Schmerzintensität) zu beurteilen:

Verbale Schmerzskala: Hier wird die Schmerzstärke mit Worten beschrieben: kein – leicht – mittel – schwer.

Numerische Schmerzskala: Hier bewertet man die Schmerzstärke auf einer Zahlenskala oder einem Lineal von 0 (keine Schmerzen) bis 10 (stärkste vorstellbare Schmerzen).

Visuelle Analogskala: Hier zeigt man auf einer Linie mit zwei Endpunkten (keine Schmerzen und stärkste vorstellbare Schmerzen) die Stelle, die dem aktuellen Schmerzgefühl entspricht.

Schwangerschaftsdiabetes

Diabetesform. Wie der Name schon andeutet, tritt diese Störung des Stoffwechsels während einer Schwangerschaft zum ersten Mal auf. Der Fachausdruck dafür lautet "Gestationsdiabetes". In den meisten Fällen verschwindet die Erkrankung nach der Geburt. Allerdings erhöht die Krankheit die Wahrscheinlichkeit, dass die betroffenen Mütter später an einem Typ-2-Diabetes erkranken.

Schwellkörperautoinjektionstherapie

Methode zur Behandlung einer erektilen Dysfunktion. Dabei wird die Substanz Alprostadil vor dem Geschlechtsverkehr in den Penis gespritzt. Siehe auch Alprostadil.

Schweregrad

Bei einigen Erkrankungen ist es wichtig, die Schwere der Erkrankung festzustellen, weil davon auch die Behandlung abhängt. Bei einer Depression gibt es beispielsweise drei Schweregrade: leicht, mittelgradig und schwer.

Screening

Bezeichnet eine Reihenuntersuchung, die bei möglichst vielen Menschen zu einem möglichst frühen Zeitpunkt das Erkennen von Anzeichen oder Risikofaktoren für bestimmte Krankheiten zum Ziel hat.

Sedierung

Behandlung eines Patienten oder einer Patientin mit einem Beruhigungsmittel.

Sekret

Absonderungsprodukte von Zellen.

selektiv

Ausgewählt oder abgegrenzt.

Selektive Serotonin- / Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI)

Medikamente zur Behandlung von Depressionen. Sie greifen in den Hirnstoffwechsel ein und verhindern gezielt die Wiederaufnahme der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin in Nervenzellen.

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)

Medikamente zur Behandlung von Depressionen. Sie beeinflussen den Hirnstoffwechsel und hemmen gezielt die Wiederaufnahme des Botenstoffes Serotonin in Nervenzellen.

Senkfuß

Wenn das Längsgewölbe des Fußes (die Wölbung von der Ferse zum Vorderfußballen) abgeflacht ist, wird dies als Senkfuß bezeichnet. Typisch ist, dass der Fuß eingeknickt ist und der Knöchel auf der Innenseite heraussteht. Der Extremfall liegt vor, wenn die Haut der Fußwölbung komplett am Boden aufliegt – dies wird als Plattfuß bezeichnet.

sensomotorische diabetische Polyneuropathie

Nerven sind durch Diabetes geschädigt, die für die Empfindungen und Bewegungen verantwortlich sind. Besonders häufig sind dabei die Füße und Unterschenkel betroffen. Typische Anzeichen sind: unangenehmes Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Missempfindungen an Händen und Füßen, Schmerzen, herabgesetztes oder fehlendes Schmerzempfinden oder Muskelschwäche in Armen und Beinen. Siehe auch diabetische Neuropathie.

Ausführliche Informationen gibt es in der Patientenleitlinie "Nervenschädigungen bei Diabetes".

sensorisch

Die Sinne betreffend.

sensorische Nerven

Die sensorischen oder sensiblen Nerven übermitteln Empfindungen aus dem Körper über das Rückenmark an das Gehirn, wie etwa Schmerzen, Temperatur oder Druck.

Serotonin

Botenstoff.

Serotoninsyndrom

Der Begriff Serotoninsyndrom bezieht sich auf verschiedene Beschwerden, die durch Medikamente, die den Serotoninspiegel im Gehirn erhöhen, verursacht werden können. Solche Beschwerden sind unter anderem Verwirrtheit, Zittern, Frösteln, Schwitzen, Blutdruckveränderungen, unwillkürlichen Muskelzuckungen und Pupillenerweiterung.

Serotonin-Wiederaufnahme-Verstärker

Medikamente zur Behandlung von Depressionen. Die Mittel sorgen dafür, dass der Botenstoff Serotonin verstärkt aus dem synaptischen Spalt wiederaufgenommen wird.

SGLT2-Hemmer

Tablette zur Behandlung des Typ-2-Diabetes. Die SGLT2-Hemmer oder Gliflozine hemmen ein bestimmtes Enzym in der Niere, einen Zucker-Transporter, sodass weniger Zucker in das Blut zurück gelangt. Als Folge wird sehr viel Zucker über den Urin ausgeschieden.

Shunt

Eine Kurzschlussverbindung zwischen einer Arterie und einer Vene. Er dient als Gefäßanschluss für die Dialyse. Siehe auch Punktion.

somatisches Nervensystem

Regelt alle Aktivitäten, die willentlich steuerbar sind. Es dient somit der bewussten Wahrnehmung von Reizen über die Sinnesorgane und der Steuerung von Körperbewegungen. Es wird auch als "animalisches" oder "willkürliches" Nervensystem bezeichnet.

somatoforme Störung

Seelische Erkrankung. Bei einer somatoformen Störung treten wiederholt körperliche Beschwerden ohne körperliche Ursache auf.

Sonde

Stab- oder schlauchförmiges medizinisches Instrument, das zur Untersuchung oder Behandlung in Körperhöhlen oder Gewebe eingeführt wird.

Sonographie

Siehe: Ultraschall.

Sozialdienst/Sozialarbeiter, Sozialarbeiterin

Beraten in sozialen Fragen und unterstützen bei der Erschließung von Hilfen. Dabei werden die persönlichen Bedürfnisse der Betroffenen berücksichtigt.

Soziotherapie

Die Soziotherapie bietet Unterstützung und Handlungsanleitung für chronisch psychisch kranke Menschen, wenn sie durch ihre Erkrankung so schwer beeinträchtigt sind, dass sie sich im sozialen Umfeld nicht mehr zurechtfinden.

Spacer

Siehe: Inhalierhilfen.

Spinalkanalstenose

Eine mechanische Einengung des Wirbelkanals ist oft Folge von Abnutzungserscheinungen der Wirbelsäule. Im Bereich der kleinen Wirbelgelenke – also der gelenkigen Verbindungen zwischen den Wirbeln – können sich knöcherne Anbauten ausbilden. Diese ragen teilweise bis in den Wirbelkanal oder die Zwischenwirbellöcher hinein und üben so Druck auf Nervenstrukturen aus. Schmerzen und eine Störung von Empfindungen oder eine Schwäche bestimmter Muskeln können die Folgen sein.

Spinalnerv

Zwischen zwei Wirbeln verlässt ein Spinalnervenpaar den Wirbelkanal und zieht in die Körperperipherie. Ein Mensch besitzt insgesamt 31 paarige Spinalnerven. Sie haben verschiedene Anteile: Nervenfasern, die Muskeln versorgen (motorische), Nervenfasern, die Empfindungen weiterleiten (sensible) und Nervenfasern, die Körperfunktionen steuern, welche nicht willentlich beeinflusst werden können (vegetative) – zum Beispiel die Verdauung. Die Stelle, an der die Nervenfasern das Rückenmark verlassen beziehungsweise dort eintreten, bezeichnet man als Spinalnervenwurzel.

Spirometrie

Lungenfunktionsprüfung mit Messung des Lungenvolumens und der Einsekundenkapazität. Die Spirometrie ist das wichtigste Verfahren zur Messung der Lungenfunktion und für die Feststellung einer Asthmaerkrankung.

Spondylolisthesis

Beim sogenannten "Wirbelgleiten" schiebt sich ein Wirbel über den unter ihm befindlichen nach vorne. Das Leiden tritt meist im Bereich der Lendenwirbelsäule auf und geht mit Kreuzschmerzen einher. Es kann Folge eines kleinen angeborenen knöchernen Defektes sein. Ein Wirbelgleiten kann aber auch im Laufe des Lebens erworben werden, zum Beispiel durch Abnutzung oder eine Verletzung.

Spreizfuß

Unter Spreizfuß wird ein Auseinanderweichen der Knochenstrahlen des Mittelfußes verstanden. Grund ist unter anderem das Tragen ungeeigneten Schuhwerkes, vor allem von Absatzschuhen.

Spritz-Ess-Abstand

Abstand zwischen einer Insulinspritze und einer Mahlzeit.

Sputum

Auswurf.

stabile Angina pectoris

Bei stabiler Angina pectoris wird der Herzmuskel bei vermehrter Beanspruchung, zum Beispiel durch Sport, nicht ausreichend mit Blut versorgt. Dies äußert sich in einem Engegefühl in der Brust, das nach kurzer Zeit entweder von allein wieder vergeht oder mit Medikamenten (Nitrospray) gut behandelt werden kann. Siehe auch Angina pectoris und instabile Angina pectoris.

stabile COPD

Als stabil wird die COPD dann bezeichnet, wenn keine Verschlimmerungen (Exazerbationen) auftreten. Siehe auch COPD.

Statine

Medikamente, welche die Blutfettwerte senken. Siehe auch Cholesterin-Senker.

stationär

An eine Krankenhausaufnahme gebunden.

Steroide

Steroid-Hormone. Siehe auch Glukokortikoide.

Stent

Röhrchen; kleines Gittergerüst aus Metall oder Kunstfasern, das in Gefäße oder Hohlorgane eingesetzt wird, um sie zu stützen oder offen zu halten. Stents unterscheiden sich in Form und Größe, aber auch im verwendeten Material. Es gibt welche aus reinem Metall sowie welche, die mit Medikamenten oder/und Antikörpern beschichtet sind. Derzeit kommen die medikamentenfreisetzenden Stents (englisch: Drug Eluting Stents = DES) am häufigsten zum Einsatz. Dabei wird dauerhaft ein Medikament in winzigen Mengen freigesetzt, das verhindern soll, dass sich das Gefäß wieder verengt.

Stoffwechsel

Vorgänge in den menschlichen Körperzellen. Diese werden durch das Hormon- und Nervensystem reguliert.

Stoffwechsel-Erkrankung

Erblich bedingte oder eine erworbene krankhafte Abweichung der Stoffwechselvorgänge im Körper. Häufige Ursachen sind Enzymmangel, eine mangelhafte Aktivität der Enzyme sowie Hormonmangel oder -überschüsse. Beispiele: Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion oder Mukoviszidose.

Stress

Gefühl starker Belastung oder Überforderung durch berufliche oder private Anforderungen. Kann zum Beispiel zum Auftreten von Herzbeschwerden führen. Die Bewältigung von Stress kann durch geeignete Behandlungsansätze verbessert werden.

Stress-Echokardiographie

Herz-Ultraschall unter körperlicher Belastung mit dem Standfahrrad oder Laufband beziehungsweise Belastung des Herzens hervorgerufen durch bestimmte Medikamente. Siehe auch Echokardiographie.

strukturierte Behandlungsprogramme

Als strukturierte Behandlungsprogramme werden die vom Gesetzgeber in Deutschland mit der englischen Bezeichnung eingeführten Disease Management Programme (DMP) speziell für chronisch Kranke bezeichnet. Ihr Ziel ist es, die Behandlung entsprechend dem allgemein anerkannten medizinisch-wissenschaftlichen Kenntnisstand durchzuführen. Bei DMP geht es um eine Verzahnung der Versorgung von Hausarzt, Facharzt und Klinik.

Stufenschema

Behandlungsplan, in dem unterschiedliche Medikamente oder das Zusammenspiel einzelner Medikamente für unterschiedliche Ausprägung der Beschwerden vorhergesehen sind. Das Stufenschema stellt für die ärztliche Behandlung und die Erkrankten eine Orientierungshilfe dar.

Stuhl-Inkontinenz

Bezeichnet die Unfähigkeit, Stuhlgang zurückzuhalten.

Suizid

Selbstmord, Selbsttötung.

Sulfonylharnstoffe

Medikamente zur Behandlung des Typ-2-Diabetes. Sie bewirken, dass in der Bauchspeicheldrüse mehr Insulin freigesetzt wird.

supplementäre Insulintherapie

Form der Insulintherapie. Bei der supplementären Insulintherapie erfolgt die Behandlung mit kurzwirkendem Insulin, welches jeweils zu den Hauptmahlzeiten gespritzt wird.

suprapubisch

Dieser Fachausdruck steht für "oberhalb des Schambeins".

symmetrisch

Beide Körperseiten betreffend.

Sympathikus

Teil des autonomen Nervensystems. Der Sympathikus wirkt anregend auf die Funktion der inneren Organe und steigert die körperliche Leistungsfähigkeit.

Sympatho-Mimetikum

Medikament, welches die Wirkung eines Teils des autonomen Nervensystems, den sogenannten Sympathikus, verstärkt oder imitiert. Siehe auch Beta-Mimetikum.

Symptom

Zeichen, die auf das Vorhandensein einer bestimmten Erkrankung hinweisen, oder Beschwerden, die mit einer Erkrankung auftreten.

synaptischer Spalt

Bezeichnung für den Zwischenraum zwischen zwei Nervenenden.

Syndrom

Gleichzeitiges Auftreten mehrerer Krankheitszeichen, die in dieser Zusammenstellung kennzeichnend für eine bestimmte Erkrankung sind.

systemisch

Den gesamten Körper betreffend. Eine systemische Behandlung wirkt auf den ganzen Körper, während eine örtliche (lokale) Behandlung zielgerichtet ein bestimmtes Organ oder eine Struktur zum Ziel hat.

Systemische Therapie

Psychotherapeutisches Behandlungsverfahren. Mit verschieden Techniken und Methoden versucht hier der Therapeut Beziehungsmuster und Verhaltensweisen des Patienten zu erkennen und zu ändern. Die Behandlung bezieht daher oft auch Familienmitglieder oder andere wichtige Bezugspersonen mit ein.

Szintigraphie

Nuklearmedizinisches Bildverfahren, bei dem schwach radioaktive Substanzen in den Körper eingebracht werden, die später wieder ausgeschieden werden. Mit Hilfe einer Spezialkamera kann man so krankhafte Veränderungen erkennen. Siehe auch Myokardszintigraphie.

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Tachykardie

Steigerung der Herzfrequenz auf über 100 Schläge pro Minute.

Tachypnoe

Beschleunigtes Atmen (in schweren Fällen bis zu 100 Atemzüge pro Minute) aufgrund von erhöhtem Sauerstoffbedarf oder erniedrigtem Sauerstoffangebot.

teilstationär

Bedeutet, dass Patientinnen und Patienten tagsüber in einer Klinik behandelt werden, aber dort nicht über Nacht untergebracht sind. (Tagesklinik)

Testosteron

Männliches Sexualhormon.

tetrazyklische Antidepressiva

Medikamente zur Behandlung von Depressionen: Sie ähneln den trizyklischen Antidepressiva.

Theophyllin

Medikament zur Behandlung von Asthma; der Wirkstoff ist mit Koffein oder Tein chemisch verwandt. Er wirkt entspannend auf die Bronchien. Wegen möglicher Nebenwirkungen – insbesondere bei hoher Dosis – muss die Einnahme regelmäßig durch Blutuntersuchungen überwacht werden.

Therapie

Behandlung, Heilbehandlung.

Thorax

Brustkorb.

Thrombose

Blutgerinnsel, das sich in Venen (seltener in Arterien) bilden kann. Am häufigsten bilden sich diese Thromben in den tiefen Beinvenen. Wenn sich ein Gerinnsel ablöst, kann es zu einem bedrohlichen Gefäßverschluss (Embolie) in der Lunge kommen.

Thrombozyten

Blutplättchen.

Thrombozyten-Aggregations-Hemmer

Siehe: Plättchen-Hemmer.

Tiefenpsychologie

Ist die zusammenfassende Bezeichnung für psychologische und psychotherapeutische Ansätze, die unbewussten seelischen Vorgängen einen zentralen Stellenwert für die Erklärung menschlichen Verhaltens und Erlebens beimessen.

tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Eine Form der Psychotherapie, die auf der Psychoanalyse beruht. Es wird davon ausgegangen, dass unbewusste Konflikte oder verdrängte Erfahrungen sich auf die seelische Gesundheit und das Verhalten des Menschen auswirken. Diese unbewussten Ursachen werden im Gespräch herausgearbeitet und als Ausgangspunkt für eine Veränderung im Wahrnehmen und Verhalten genutzt.

Torwarthaltung

Atemerleichternde Körperhaltung. Bei der Torwarthaltung stehen die Betroffenen breitbeinig und stützen die Hände bei leicht vorgebeugtem Oberkörper auf den Oberschenkeln ab.

transkutane elektrische Nervenstimulation

Das Verfahren wird auch als "Reizstrom-Verfahren" bezeichnet. Bei der transkutanen elektrischen Nervenstimulation (kurz: TENS) werden Nerven durch auf die Haut aufgeklebte Elektroden stimuliert, womit die Schmerzwahrnehmung positiv beeinflusst werden soll. Die elektrischen Impulse werden in der Regel von einem kleinen batteriebetriebenen Reizstrom-Gerät abgegeben, sodass die TENS auch zu Hause anwendbar ist.

transösophageale Echokardiographie

Ultraschalluntersuchung des Herzens durch die Speiseröhre. Siehe auch Echokardiographie.

Transplantation

Übertragung eines Spenderorgans. Zellen, Körperteile oder -gewebe können ebenfalls transplantiert werden.

transthorakale Echokardiographie

Ultraschalluntersuchung des Herzens auf dem Brustkorb. Siehe auch Echhokardiographie.

transurethral

Durch die Harnröhre.

Trauerreaktion

Trauer nach einem schwerwiegenden Ereignis, die langsam wieder abnimmt. Reaktionen können unter anderem Verzweiflung und Wut, aber auch Gefühlslosigkeit sein.

trizyklische Antidepressiva

Medikamente zur Behandlung von Depressionen. Trizyklische Antidepressiva (kurz: TZA) hemmen die Rückaufnahme verschiedener Botenstoffe. Allerdings wirken sie nicht gezielt auf Serotonin und Noradrenalin. Sie blockieren ebenso die "Andockstellen" weiterer Botenstoffe.

Trigger

Reiz oder Auslöser.

Triglyzerid

Neutralfette. Sie können im Körper gebildet oder über die Nahrung aufgenommen werden. Sind zu viele Triglyzeride im Blut vorhanden, weist das auf eine Störung des Fettstoffwechsels im Körper hin. Erhöhte Blutfette können auch die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen.

Tumor

Gewebe-Geschwulst. Tumore können gut- oder bösartig sein. Bösartige Tumore, auch als Krebs bezeichnet, wachsen verdrängend in anderes Gewebe hinein, einzelne Zellen können sich aus dem Tumor lösen und über die Blutbahn oder die Lymphe in anderen Organen Metastasen bilden.

Turbohaler

Inhalationsgerät für die Pulverinhalation. Das Pulver wird mit dem Atemzug in die Lunge transportiert.

Typ-2-Diabetes

Form des Diabetes. Siehe auch Diabetes mellitus.

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Überzuckerung

Hohe Blutzuckerwerte werden in der Medizin als Überzuckerung oder Hyperglykämie bezeichnet. Eine Überzuckerung kann schwerwiegende Folgen haben, wie zum Beispiel ein diabetisches Koma.

Uhren-Test

Test zur Beurteilung der geistigen Leistungsfähigkeit. Beim Uhren-Test wird die Patientin oder der Patient gebeten, in einem Kreis ein Ziffernblatt mit Zahlen und Uhrzeit einzuzeichnen. Wenn dies nicht gelingt, kann dies auf eine Demenzerkrankung hindeuten.

Ultraschall

Schallwellen, die oberhalb des vom Menschen wahrnehmbaren Frequenzbereichs liegen. Diese werden über einen Schallkopf versendet und empfangen. Die ausgesendeten Schallwellen durchdringen das Körpergewebe. Die zurückgeworfenen Schallwellen werden am Bildschirm sichtbar gemacht. Sie können wie ein Film betrachtet werden. Ultraschallwellen sind nicht schädlich. Daher kann eine Untersuchung mit Ultraschall beliebig oft wiederholt werden, ohne den Körper zu belasten oder Nebenwirkungen zu verursachen. Siehe auch bildgebendes Verfahren.

unipolare Depression

Im Gegensatz zur bipolaren Erkrankung, bei der sich depressive und manische Phasen abwechseln, ist die unipolare Depression ausschließlich durch das Auftreten depressiver Phasen gekennzeichnet.

Mehr Informationen gibt es in der Patientenleitlinie "Unipolare Depression".

Unterzuckerung

Medizinische Fachbegriff: Hypoglykämie. Bei einer Unterzuckerung sind die Blutzuckerwerte zu niedrig. Eine Unterzuckerung kann – in Abhängigkeit vom Schweregrad – zu einer lebensbedrohlichen Stoffwechselentgleisung führen.

Urämie

Harnvergiftung.

Urea

Fachbegriff für Harnstoff.

Urologe, Urologin

Arzt oder Ärztin für Krankheiten der harnbildenden und -ableitenden Organe sowie Erkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane.

Urologie

Fachgebiet in der Medizin, das die harnbildenden und -ableitenden Organe des Menschen sowie die männlichen Geschlechtsorgane zum Gegenstand hat.

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Vagus-Nerv

Hirnnerv. Als größter Nerv des Parasympathikus beeinflusst er die Funktion vieler innerer Organe. Der Parasympathikus ist ein Teil des menschlichen Nervensystems.

Vagus-Nerv-Stimulation

Verfahren, bei dem ein kleiner Schrittmacher am Hals unter die Haut eingesetzt wird. Dieser sendet elektrische Signale über den Vagus-Nerv an das Gehirn. Dadurch sollen depressive Beschwer¬den gelindert werden. Der Nutzen bei Depressionen ist jedoch noch nicht belegt.

vaskulär

"Zum Gefäßsystem gehörend" beziehungsweise "die Blutgefäße betreffend".

Vene

Zum Herzen führende Ader.

Venenthrombose

Blutgerinnsel in einer Vene.

Verhaltenstherapie

Psychotherapeutisches Behandlungsverfahren. Die Grundidee dieser Behandlungsform beruht darauf, dass bestimmte Denkweisen und Verhaltensmuster erlernt wurden und auch wieder verlernt werden können. Durch die Unterstützung des Psychotherapeuten werden negative Gedanken oder beeinträchtigende Verhaltensweisen herausgearbeitet. Gemeinsam werden alternative Handlungsweisen und Denkmuster entwickelt und eingeübt, die dem Betroffenen helfen, die Krankheit besser zu bewältigen.

Verzögerungsinsuline

Verzögerungs- oder Basalinsuline haben einen Zusatzstoff, der dafür sorgt, dass das gespritzte Insulin verzögert freigesetzt wird. Die Mittel werden unter die Haut gespritzt.

viszerale Adipositas

Form der Fettleibigkeit, bei der sich Fett am oder im Bauchraum befindet (im Volksmund: Bierbauch, Bauchfett oder Bauchansatz).

Vitalkapazität

Bezeichnet die Menge Luft, welche man in der Lunge maximal aufnehmen kann. Für die Messung muss man zunächst langsam tief Luft holen und danach so viel Luft ausatmen wie möglich.

Vitamin B1

Vitamin B1 (Thiamin) zählt zu der Gruppe der B-Vitamine. Vitamine sind lebenswichtige Stoffe, die der menschliche Körper nicht selbst produzieren kann. Sie müssen daher über die Nahrung aufgenommen werden. Siehe auch Benfotiamin.

Vitamin E

Sammelbegriff für eine Reihe von Substanzen. Einige haben eine antioxidative Wirkung: Sie können vor freien Radikalen schützen. Da der Körper Vitamin E nicht selbst produzieren kann, müssen Menschen es über die Nahrung aufnehmen. Vitamin E ist fettlöslich und kann daher im Körper gespeichert werden.

Vitrektomie

Operativer Eingriff am Glaskörper des Auges, bei dem Blutungen und Gewebewucherungen entfernt werden. Dieser Eingriff kann im fortgeschrittenen Stadium einer proliferativen Retinopathie notwendig werden, um einer weiteren Einschränkung der Sehfähigkeit entgegenzuwirken. Siehe auch diabetische Retinopathie.

vollständige Genesung

Von einer vollständigen Genesung spricht man, wenn längere Zeit keine Anzeichen für eine Erkrankung aufgetreten sind.

Vorsorgevollmacht

Wenn aus gesundheitlichen Gründen selbst keine Entscheidungen mehr getroffen werden können, kann die in einer Vorsorgevollmacht festgelegte Person im Sinne des Betroffenen handeln, ohne dass weitere Formalitäten notwendig sind.

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Wechselwirkung

Manche Medikamente beeinflussen ihre Wirkungen gegenseitig. Sie können sich verstärken oder vermindern. Diese Tatsache nennt man Wechselwirkung.

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Yoga

Es gibt viele verschiedene Formen des Yoga, die oft mit einer eigenen Philosophie verbunden sind. Einige Richtungen legen ihren Schwerpunkt auf körperliche Übungen und andere auf geistige Konzentration.

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zentrales Nervensystem (ZNS)

Das menschliche ZNS besteht aus dem Gehirn und dem Rückenmark.

Zirrhose

Vernarbung von Organgewebe durch Entzündungsvorgänge.

Zuckerkrankheit

Siehe: Diabetes mellitus.

Zwangseinweisung

Die Einweisung eines akut gefährdeten Menschen in eine psychiatrische Klinik gegen seinen Willen. Eine solche Einweisung gegen den Willen des Betroffenen ist in den Unterbringungsgesetzen oder Psychisch-Kranken-Gesetzen der einzelnen Bundesländer geregelt. Danach darf eine Zwangseinweisung erfolgen, wenn durch die Erkrankung die Gefahr besteht, dass die betroffene Person sich selbst oder anderen Schaden zufügt und wenn diese Gefahr nicht auf andere Weise abzuwenden ist.

Zwangsstörung

Seelische Erkrankung. Bei dieser Krankheit unterscheiden Fachleute zwischen Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Betroffene Personen spüren den Drang, bestimmte Gedanken oder Handlungen ständig zu wiederholen. Diese können nicht aus eigenem Willen unterdrückt werden und sind stark belastend.

Zyanose

Blaurote Verfärbung von Haut und Schleimhäuten, hervorgerufen durch eine Abnahme der Sauerstoffgehaltes im Blut.

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zuletzt verändert: 24.11.2016 14:17
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