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Wörterbuch

2. Auflage, 2016. Version 2 – Druckversionpdf.png | Kapitelübersicht | weitere Informationen

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Acetylcholin

Botenstoff.

Acetylsalicylsäure

Medikament, das die Anlagerung von Blutplättchen hemmt und damit die Verstopfung der Blutgefäße verhindert. Kommt zum Beispiel bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit KHK oder Herzinfarkt zum Einsatz. Ferner wirkt Acetylsalicylsäure (kurz: ASS) schmerzlindernd und fiebersenkend.

Akuttherapie

Der Begriff "akut" bezeichnet in der Medizin schnell zum Ausbruch kommende Krankheiten. Die Akuttherapie (Sofortbehandlung) ist der erste Teil einer Behandlung gegen Depression. Sobald Anzeichen beobachtet und eine Krankheit festgestellt wurde, setzt sie ein.

Allgemeinmedizin

Fachgebiet in der Medizin, das sich mit Vorbeugung, Erkennung und Behandlung jeglicher Erkrankungen befasst.

Alkoholabhängigkeit

Suchterkrankung, die durch einen erhöhten Alkoholkonsum gekennzeichnet ist. Sie kann zu körperlichen und seelischen Schäden sowie sozialen Problemen führen.

Alpha2-Rezeptor-Antagonisten

Medikamente zur Behandlung von Depressionen. Sie verstärken über einen bestimmten Mechanismus die Wirkung der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin.

Alzheimer-Demenz

Form der Demenz.

Siehe auch Demenz.

Ambulant

Gegenteil von stationär. Bei einer ambulanten Behandlung kann der Patient unmittelbar oder kurze Zeit nach Beendigung wieder nach Hause gehen.

Analytische Psychotherapie

Psychotherapeutisches Verfahren. Bei der analytischen Psychotherapie geht es darum, ein tiefgreifendes Verstehen für die eigene Persönlichkeit und ihr Handeln zu entwickeln. Dabei wird nach dem Ursprung der Schwierigkeiten im psychotherapeutischen Gespräch gesucht.

Angststörung

Unter einer Angststörung werden verschiedene seelische Krankheiten zusammengefasst. Betroffene empfinden meist eine übertriebene Furcht. Die Störung geht mit körperlichen Anzeichen wie Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Atemnot, Erstickungs- und Schwindelgefühl einher.

Antidepressiva

Medikamente, die auf die Seele wirken und hauptsächlich gegen Depression eingesetzt werden. Die Arzneimittel können je nach Wirkstoff unterschiedliche Nebenwirkungen haben.

Antipsychotika

Medikamente, die gegen seelische Erkrankungen eingesetzt werden, vorwiegend bei Wahnvorstellungen und Halluzinationen.

Approbation

Berufszulassung.


Benzodiazepine

Medikamente, die kurzfristig als Beruhigungsmittel eingesetzt werden, beispielsweise bei Angst- oder Unruhezuständen.

Bipolare Erkrankung

Eine bipolare oder manisch-depressive Erkrankung ist eine psychische Störung. Dabei wechseln Phasen gedrückter, depressiver Stimmung mit solchen starker Hochstimmung und Rastlosigkeit, in denen die Betroffenen häufig den Bezug zur Realität verlieren.

Bulimie

Form der Essstörung. Charakteristisch für diese Krankheit sind Essanfälle. Betroffene verschlingen heimlich und hastig große Portionen. Um die Kalorien wieder los zu werden, steuern Betroffene gegen, zum Beispiel mit Erbrechen, Fasten oder Diäten.

Weitere Informationen in der Kurzinformation "Essstörungen": www.patienten-information.de/kurzinformationen/psychische-erkrankungen/essstoerungen.

Chirurgie

Fachgebiet in der Medizin, das sich mit der operativen Behandlung von Verletzungen und Erkrankungen befasst.

Chronisch

Der Begriff "chronisch" bezeichnet eine Situation oder eine Krankheit, die längere Zeit vorhanden ist und andauert.

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Demenz

Krankheit des Gehirns, bei der geistige Funktionen beeinträchtigt sind, wie Denkvermögen oder Gedächtnis.

Depressive Episode

Eine einzelne depressive Phase von mindestens zwei Wochen nennt man depressive Episode. Diese kann einmalig oder wiederholt auftreten.

Diabetes mellitus

Zuckerkrankheit. In der Medizin bezeichnet man als Diabetes mellitus eine Gruppe von Erkrankungen des Stoffwechsels. Diabetes ist unter anderem gekennzeichnet durch eine Erhöhung des Blutzuckers. Es gibt verschiedene Diabetesformen. Die häufigsten sind Typ-1- und Typ-2-Diabetes.

Diabetes kann zu verschiedenen anderen Erkrankungen führen. Das können zum Beispiel Gefäßveränderungen am Herzen oder am Gehirn, Nierenerkrankungen, Fußkomplikationen oder Schäden an der Netzhaut sein.

Ausführliche Informationen gibt es in den Patientenleitlinien zum Thema "Diabetes und Folgeerkrankungen": www.patienten-information.de/patientenleitlinien/patientenleitlinien-nvl.

Diagnose

Feststellen einer Krankheit: Untersuchen, Abwägen und Einschätzen aller Krankheitsanzeichen, um auf das Vorhandensein und die Ausprägung einer Krankheit zu schließen.

Diarrhöe

Durchfall.

Doppeldepression

Wenn eine depressive Episode und eine Dysthymie gemeinsam vorliegen, sprechen Fachleute von einer "Doppeldepression" oder "double depression".

Dosis

Die Menge eines medizinischen Wirkstoffes.

Double depression

Siehe Doppeldepression oben.

Dysthymie

Der Fachbegriff bezeichnet eine anhaltend gedrückte Stimmung, die nicht so schwerwiegend ausgeprägt ist wie bei einer depressiven Episode.

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Einzeltherapie

Eine einzelne Person wird durch einen Psychotherapeuten behandelt. Siehe auch Gruppentherapie.

Elektrokardiogramm (EKG)

Mit dieser Methode kann die elektrische Aktivität des Herzens gemessen werden. Das EKG ermöglicht Aussagen über Herzrhythmus und -frequenz. Es gibt zudem Auskunft über die Erregungsabläufe innerhalb des Herzmuskels. Somit gibt das EKG auch indirekte Hinweise über Veränderungen der Form sowie der Struktur des Herzens.

Elektrokrampftherapie (EKT)

Die Elektrokrampftherapie ist eine Behandlungsmöglichkeit bei Depression. Dabei wird durch einen kurzfristigen Stromreiz auf das Gehirn ein epileptischer Anfall ausgelöst. Der Eingriff wird in Narkose vorgenommen.

Ergotherapie

Verfahren der medizinischen Heilberufe, das Menschen helfen soll, eine durch Krankheit, Verletzung oder Behinderung verlorengegangene oder noch nicht vorhandene Handlungsfähigkeit im Alltagsleben (wieder) zu erreichen.

Erhaltungstherapie

Als Erhaltungsphase bezeichnet man den zweiten Abschnitt der Depressionsbehandlung, der sich an die Akuttherapie anschließt. Damit soll der Zustand stabilisiert und einem frühen Rückfall vorgebeugt werden.

Essstörung

Erkrankung, bei der das Thema "Essen" im Mittelpunkt steht. Es handelt sich dabei aber nicht um ein Ernährungsproblem, sondern der Umgang mit dem Essen und das Verhältnis zum eigenen Körper sind gestört. Betroffene schränken ihr Essverhalten übermäßig stark ein, kontrollieren es ausgeprägt oder verlieren völlig die Kontrolle darüber. Es gibt drei Hauptformen von Essstörungen: Magersucht, Bulimie, unkontrollierte Essanfälle.

Weitere Informationen in der Kurzinformation "Essstörungen": www.patienten-information.de/kurzinformationen/psychische-erkrankungen/essstoerungen.

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Genetisch

Erblich, durch die Gene bedingt.

Gesprächspsychotherapie

Psychotherapeutisches Verfahren, das auch klientenzentrierte Psychotherapie genannt wird. Sie gründet auf der Annahme, dass jeder Mensch fähig ist, Lösungen für seine Probleme zu erarbeiten, sein Leben selbst zu gestalten und seine Persönlichkeit zu entfalten.

Gruppentherapie

Mehrere Personen werden gleichzeitig durch eine Psychotherapeutin behandelt. Dabei fließen die Rückmeldungen der anderen Betroffenen mit in die Behandlung ein. Siehe auch Einzeltherapie.

Heilmittel

Heilmittel im Sinne des fünften Sozialgesetzbuches sind "persönlich zu erbringende, ärztlich verordnete medizinische Dienstleistungen, die nur von Angehörigen entsprechender Gesundheitsberufe geleistet werden dürfen". Dazu zählen zum Beispiel die Ergotherapie oder die Physiotherapie. Davon grenzen sich die Arzneimittel und die Hilfsmittel (sächliche Heilmittel wie Gehhilfen oder ähnliches) ab.

Histamin

Botenstoff, der Reize überträgt.

Infektion

Infektionen oder Entzündungen können unter anderem durch das Eindringen von Viren, Bakterien oder Pilzen in den Körper verursacht werden. Sie machen sich unter anderem durch Fieber, Schwellungen, Rötungen oder Schmerzen an den betroffenen Stellen bemerkbar.

Innere Medizin

Fachgebiet in der Medizin, das sich mit Erkrankungen der inneren Organe und Organsysteme befasst.

Insulin

Insulin ist ein lebenswichtiges Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es reguliert den Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel.

Interpersonelle Psychotherapie

Psychotherapeutisches Verfahren, das speziell für die Behandlung von Depressionen entwickelt wurde. Ein wichtiges Therapieziel ist die Bewältigung von zwischenmenschlichen Konflikten und Problemen.

Johanniskraut

Pflanzliches Mittel zur Behandlung von Depressionen.

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Kognitiv

Fachbegriff aus der Psychologie. Zu den kognitiven Fähigkeiten eines Menschen zählen zum Beispiel Wahrnehmen, Denken, Erinnern, Aufmerksamkeit und Lernfähigkeit.

Kombinationsbehandlung

Bei einer Kombinationsbehandlung kommen mehrere Therapiemöglichkeiten gemeinsam zum Einsatz, zum Beispiel Psychotherapie und Medikamente.

Komorbidität

Begleiterkrankungen. Wer depressiv ist, kann beispielsweise gleichzeitig an Diabetes oder Bluthochdruck leiden.

Koronare Herzkrankheit (KHK)

Bei einer koronaren Herzkrankheit kommt es zu Verengungen an den Herzgefäßen. Als Folge davon bekommt der Herzmuskel weniger Blut und damit weniger Nährstoffe und Sauerstoff. Es können Herzinfarkte oder eine Herzschwäche auftreten.

Körperliche Untersuchung

Eine körperliche Untersuchung ist ein unabdingbarer Teil der Diagnostik. Im Rahmen der Untersuchung inspiziert der Arzt einen einzelnen Teil des Körpers oder den ganzen Körper. Dabei kann er Hilfsmittel verwenden, wie zum Beispiel ein Stethoskop.

Leitlinie

Bei einer Leitlinie handelt es sich um eine Orientierungs- und Entscheidungshilfe für medizinische Fachleute. Sie wird von einer Expertengruppe erstellt, deren Mitglieder verschiedenen medizinischen Fachgesellschaften für das betreffende Erkrankungsgebiet angehören. Die Handlungsempfehlungen einer Leitlinie stützen sich auf wissenschaftliche Nachweise.

Eine Leitlinie ist aber kein "Kochbuch". Jeder Mensch hat seine individuelle Krankengeschichte. Das muss der Behandelnde bei der Therapie berücksichtigen.

Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) hat ein Klassifikationsschema entwickelt, wobei S3 die höchste Qualitätsstufe ist. Dazu müssen alle Empfehlungen aus der wissenschaftlichen Literatur abgeleitet und in einem festgelegten Vorgang von allen Experten im Konsens ausgesprochen werden. Die wissenschaftlichen Grundlagen für die Leitlinie sind nach ihrer Qualität zu bewerten und entsprechend zu berücksichtigen.

Mehr zu Leitlinien auf: www.awmf.org/awmf-online-das-portal-der-wissenschaftlichen-medizin/awmf-aktuell.html.

Lithium

Leichtmetall, das in der Natur vorkommt. In Form seiner Salze kann Lithium in der Medizin unter anderem zur Behandlung von Depression, bipolarer Erkrankung oder Cluster-Kopfschmerz eingesetzt werden.

L-Thyroxin

Künstlich hergestelltes Schilddrüsenhormon. Damit lässt sich eine Unterfunktion der Schilddrüse behandeln.

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Magersucht

Form der Essstörung. Menschen mit Magersucht oder Anorexie sind untergewichtig. Sie verlieren Gewicht vor allem durch Hungern, aber auch durch selbst herbeigeführtes Erbrechen, übermäßig viel Sport oder bestimmte Medikamente (Appetitzügler). Sie haben panische Angst zuzunehmen und fühlen sich trotz Untergewicht zu dick.

Weitere Informationen in der Kurzinformation "Essstörungen": www.patienten-information.de/kurzinformationen/psychische-erkrankungen/essstoerungen.

Manisch-depressive Erkrankung

Siehe Bipolare Erkrankung.

Melatonin

Körpereigenes Hormon, welches den Tag-Nacht-Rhythmus steuert.

Melatonin-Rezeptor-Agonist und Serotonin-5-HT2C-Rezeptor-Antagonist

Medikamente zur Behandlung von Depressionen. Der Wirkstoff Agomelatin ahmt die Wirkung des Hormons Melatonin nach, welches für den Tag-Nacht-Rhythmus verantwortlich ist.

Monoaminoxidase-Hemmstoffe (MAO-Hemmer)

Medikamente zur Behandlung von Depressionen. Mittel dieser Wirkstoffgruppe blockieren den Eiweißstoff Monoaminoxidase, das wichtig für den Abbau der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin ist. Auf diese Weise werden die beiden Botenstoffe langsamer abgebaut und sind in höherer Konzentration vorhanden und können daher verstärkt Reize übertragen. Das führt zur Linderung depressiver Symptome.

Morbus Parkinson

Erkrankung des Nervensystems. Typische Merkmale sind Bewegungsarmut, Muskelsteife und Zittern.

Narkose

Schlafähnlicher Zustand durch Medikamente. Mit bestimmten Medikamenten können Schmerzempfinden, Abwehrreaktionen und Bewusstsein eines Menschen ausgeschaltet werden, um medizinische Eingriffe wie Operationen durchführen zu können.

Nebenwirkungen

Unerwünschte Wirkung oder Begleiterscheinung einer Untersuchungs- oder Behandlungsmethode. Diese können sehr harmlos, aber auch folgenschwer sein – viele lassen sich jedoch vermeiden oder behandeln.

Neuroleptika

Siehe Antipsychotika.

Neurologie

Fachgebiet in der Medizin, das sich mit Erkrankungen von Gehirn und Rückenmark sowie der Sinnesorgane, der Nerven und der Muskulatur befasst.

Noradrenalin

Botenstoff.

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Obstipation

Verstopfung.

Panikstörung

Bei dieser Form der Angststörung tritt die Angst ganz plötzlich "aus heiterem Himmel" auf. Die Angstanfälle dauern meist nur einige Minuten.

Parasympathikus

Teil des autonomen Nervensystems. Der Parasympathikus baut Energiereserven des Körpers auf, indem er den Körper auf Ruhe umstellt und einige Funktionen dämpft. Er regt unter anderem die Verdauung an und hemmt den Herzschlag und die Atmung.

Persönlichkeitsstörung

Psychische Erkrankung. Betroffene haben besonders ausgeprägte und stark einseitige Persönlichkeitszüge und zeigen bestimmte Verhaltensweisen, die oft für ihre Umgebung störend oder belastend sind. Es gibt verschiedene Formen der Erkrankung.

Placebo

Bezeichnung für eine sogenannte Scheinbehandlung oder ein Scheinmedikament – eine Tablette ohne Wirkstoff.

postpartal

nach der Geburt.

Prämenstruelle dysphorische Störung

Als prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) bezeichnet man seelische und körperliche Beschwerden, die einige Tage vor dem Einsetzen der Regelblutung auftreten und stark belasten. Betroffene Frauen sind beispielsweise schlecht gestimmt, ängstlich, reizbar oder energielos. Zu den körperlichen Symptomen zählen Brustempfindlichkeit, Kopf- oder Muskelschmerzen. Sobald die Regelblutung einsetzt hören, die Beschwerden meist auf.

Probatorische Sitzung

Darunter versteht man "Probesitzungen" oder "Probestunden" zu Beginn einer Psychotherapie. In den ersten Gesprächen können sich Patientin und Therapeutin kennenlernen und herausfinden, ob sie zueinander passen. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen die ersten Treffen", bevor die Psychotherapie als Kassenleistung beantragt werden muss.

Prognose

Vorhersage über den vermuteten Krankheitsverlauf.

Psychisch

Seelisch oder die Seele/das Gemüt betreffend.

Psychiater

Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Er beschäftigt sich mit seelische Erkrankungen oder Störungen.

Psychiatrie

Fachgebiet in der Medizin, das sich mit seelischen Erkrankungen befasst.

Psychoanalyse

Die Psychoanalyse ist ein Erklärungsmodell in der Psychologie und ein Behandlungsverfahren. Die von Sigmund Freud um 1890 entwickelte Theorie geht davon aus, dass bestimmte Verhaltensmuster unbewusste Ursachen haben. Mit einer psychoanalytischen Therapie können diese bewusst gemacht und verständlich werden.

Psychoanalytisch begründete Verfahren

Psychotherapeutisches Verfahren. Sie beruhen auf der Psychoanalyse und zielen darauf ab, unbewusste Konflikte, die Grund für eine psychische Erkrankung sein können, zu erkennen. In der Behandlung können diese Konflikte bearbeitet werden. Siehe auch Analytische Psychotherapie und Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie.

Psychoedukation

Hierunter versteht man Seminare oder Schulungen für Patienten. Sie erfahren hier mehr über ihre Erkrankung und lernen, wie sie besser mit ihr umgehen können.

Psychologin

Berufsbezeichnung von Menschen, die ein Psychologiestudium abgeschlossen haben. Sie können als "Psychologische Psychotherapeuten" an der Versorgung von Menschen mit einer seelischen Erkrankung beteiligt sein, wenn Sie nach dem Studium eine entsprechende Ausbildung gemacht haben.

Psychopharmaka

Medikamente zur Behandlung seelischer Erkrankungen. Darunter fallen zum Beispiel Antidepressiva oder Antipsychotika.

Psychose

Psychische Erkrankung. Kennzeichen ist ein fehlender Bezug zur Realität.

Psychotherapie

Oberbegriff für alle Verfahren, die ohne den Einsatz von Medikamenten psychische Erkrankungen, Beeinträchtigungen oder Verhaltensstörungen behandeln. Dabei kommen vielfältige Methoden zum Einsatz.

Psychotherapeut

Als Psychotherapeuten sind entweder Ärztinnen oder Psycho­logen tätig, die jeweils eine Zusatzausbildung in Psychotherapie gemacht haben.

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Rehabilitation

Alle medizinischen, psychotherapeutischen, sozialen und beruflichen Leistungen, die eine Wiedereingliederung einer kranken Person in Familie, Gesellschaft und Berufsleben zum Ziel haben. Diese Leistungen sollen es erkrankten Menschen ermöglichen, besser mit krankheitsbedingten Problemen fertig zu werden.

Remission

Bedeutet, dass die Krankheitszeichen vorübergehend oder dauerhaft nachlassen und zurückgehen. Eine Remission ist zwar nicht mit einer Heilung gleichzusetzen, bei einer kompletten Remission hat man jedoch über einen längeren Zeitraum keine Zeichen der Krankheit mehr.

Repetitive Transkranielle Magnetstimulation

Verfahren, bei dem durch starke Magnetfelder einzelne Bereiche des Gehirns angeregt oder gehemmt werden können.

Response

Ansprechen auf eine Behandlung, nicht aber unbedingt die vollständige Heilung.

Rezidiv

Wiederauftreten einer Erkrankung (Rückfall).

Rezidivprophylaxe

Damit ist das Fortsetzen der Behandlung gemeint, um das Wiederauftreten einer Erkrankung zu verhindern.

Richtlinienverfahren

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für folgende psychotherapeutische Verfahren: Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und analytische Psychotherapie. Diese Verfahren werden "Richtlinienverfahren" genannt.

Risikofaktoren

Risikofaktoren beschleunigen die Entwicklung oder das Fortschreiten von Erkrankungen. Darunter fallen bestimmte Lebensweisen, Erbanlagen, Umwelteinflüsse oder schon bestehende Krankheiten.

Schilddrüse

Hormondrüse, welche in der Nähe des Kehlkopfs sitzt. Die Schilddrüse ist für den Stoffwechsel wichtig.

Schizophrenie

Seelische Erkrankung mit Realitätsverlust.

Schlaganfall

Plötzliche Funktionsstörung des Gehirns. Sie wird durch verstopfte Blutgefäße oder eine Blutung im Gehirn ausgelöst.

S3-Leitlinie

Siehe Leitlinie.

Schweregrad

Bei einigen Erkrankungen ist es wichtig, die Schwere der Erkrankung festzustellen, weil davon auch die Behandlung abhängt. Bei einer Depression gibt es drei Schweregrade: leicht, mittelgradig und schwer.

Selektive Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahmehemmer

Medikamente zur Behandlung von Depressionen. Sie sorgen dafür, dass die Konzentration von Noradrenalin und Dopamin im Gehirn erhöht wird.

Selektive Serotonin-/Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI)

Medikamente zur Behandlung von Depressionen. Sie greifen in den Hirnstoffwechsel ein und verhindern gezielt die Wiederaufnahme der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin in Nervenzellen.

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)

Medikamente zur Behandlung von Depressionen. Sie beeinflussen den Hirnstoffwechsel und hemmen gezielt die Wiederaufnahme des Botenstoffes Serotonin in Nervenzellen.

Serotonin

Botenstoff.

Serotoninsyndrom

Der Begriff Serotoninsyndrom bezieht sich auf verschiedene Beschwerden, die durch Medikamente, die den Serotoninspiegel im Gehirn erhöhen, verursacht werden können. Solche Beschwerden sind unter anderem Verwirrtheit, Zittern, Frösteln, Schwitzen, Blutdruckveränderungen, unwillkürliche Muskelzuckungen und Pupillenerweiterung.

Serotonin-Wiederaufnahme-Verstärker

Medikamente zur Behandlung von Depressionen. Die Mittel sorgen dafür, dass der Botenstoff Serotonin verstärkt aus dem synaptischen Spalt wiederaufgenommen wird.

Somatoforme Störung

Seelische Erkrankung. Bei einer somatoformen Störung treten wiederholt körperliche Beschwerden ohne körperliche Ursache auf.

Soziotherapie

Die Soziotherapie bietet Unterstützung und Handlungsanleitung für chronisch psychisch kranke Menschen, wenn sie durch ihre Erkrankung so schwer beeinträchtigt sind, dass sie sich im sozialen Umfeld nicht mehr zurechtfinden.

Stationär

An eine Krankenhausaufnahme gebunden.

Stoffwechsel

Darunter fallen verschiedene Vorgänge in den menschlichen Körperzellen. Diese werden durch das Hormon- und Nervensystem reguliert.

Suizid

Selbstmord, Selbsttötung.

Switching

Bei der Depressionsbehandlung ist damit der Wechsel von einem Medikament zu einem anderen gemeint, wenn ein bisheriges Arzneimittel nicht anschlägt.

Symptom

Zeichen, die auf das Vorhandensein einer bestimmten Erkrankung hinweisen, oder Beschwerden, die mit einer Erkrankung auftreten.

Synaptischer Spalt

Bezeichnung für den Zwischenraum zwischen zwei Nervenenden.

Systemische Therapie

Psychotherapeutisches Behandlungsverfahren. Mit verschiedenen Techniken und Methoden versucht hier die Therapeutin Beziehungsmuster und Verhaltensweisen des Patienten zu erkennen und zu ändern. Die Behandlung bezieht daher oft auch Familienmitglieder oder andere wichtige Bezugspersonen mit ein.

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Teilstationär

Bedeutet, dass erkrankte Menschen tagsüber in einer Klinik behandelt werden, aber dort nicht über Nacht untergebracht sind (Tagesklinik).

Tetrazyklische Antidepressiva

Medikamente zur Behandlung von Depressionen, sie ähneln den trizyklischen Antidepressiva.

Therapie

Behandlung, Heilbehandlung.

Tiefenpsychologie

Tiefenpsychologie ist die zusammenfassende Bezeichnung für psychologische und psychotherapeutische Ansätze, die unbewussten seelischen Vorgängen einen zentralen Stellenwert für die Erklärung menschlichen Verhaltens und Erlebens beimessen.

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ist eine Form der Psychotherapie, die auf der Psychoanalyse beruht. Es wird davon ausgegangen, dass unbewusste Konflikte oder verdrängte Erfahrungen sich auf die seelische Gesundheit und das Verhalten des Menschen auswirken. Diese unbewussten Ursachen werden im Gespräch herausgearbeitet und als Ausgangspunkt für eine Veränderung im Wahrnehmen und Verhalten genutzt.

Trauerreaktion

Trauer nach einem schwerwiegenden Ereignis, die langsam wieder abnimmt. Reaktionen können unter anderem Verzweiflung und Wut, aber auch Gefühlslosigkeit sein.

Trazodon

Wirkstoff zur Behandlung von Depressionen. Das Mittel zählt zu den "nichtklassifizierten Antidepressiva".

Trizyklische Antidepressiva (TZA)

Medikamente zur Behandlung von Depressionen. TZA hemmen die Rückaufnahme verschiedener Botenstoffe. Allerdings wirken sie nicht gezielt auf Serotonin und Noradrenalin. Sie blockieren ebenso die "Andockstellen" weiterer Botenstoffe.

Unipolare Depression

Im Gegensatz zur bipolaren Erkrankung, bei der sich depressive und manische Phasen abwechseln, ist die unipolare Depression ausschließlich durch das Auftreten depressiver Phasen gekennzeichnet.

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Vagus-Nerv

Hirnnerv. Als größter Nerv des sogenannten Parasympathikus beeinflusst er die Funktion vieler innerer Organe. Der Parasympathikus ist ein Teil des menschlichen Nervensystems.

Vagus-Nerv-Stimulation

Verfahren, bei dem ein kleiner Schrittmacher am Hals unter die Haut eingesetzt wird. Dieser sendet elektrische Signale über den Vagus-Nerv an das Gehirn. Dadurch sollen depressive Beschwerden gelindert werden. Der Nutzen bei Depressionen ist jedoch noch nicht belegt.

Verhaltenstherapie

Psychotherapeutisches Behandlungsverfahren. Die Grundidee dieser Behandlungsform beruht darauf, dass bestimmte Denkweisen und Verhaltensmuster erlernt wurden und auch wieder verlernt werden können. Durch die Unterstützung des Psychotherapeuten werden negative Gedanken oder beeinträchtigende Verhaltensweisen herausgearbeitet. Gemeinsam werden alternative Handlungsweisen und Denkmuster entwickelt und eingeübt, die dem Betroffenen helfen, die Krankheit besser zu bewältigen.

Vollständige Genesung

Eine vollständige Genesung liegt vor, wenn längere Zeit keine Anzeichen für eine Erkrankung erneut aufgetreten sind.

Wechselwirkung

Manche Medikamente beeinflussen ihre Wirkungen gegenseitig. Sie können sich verstärken oder vermindern. Diese Tatsache nennt man Wechselwirkung.

Wochenbettdepression

Depression nach der Geburt eines Kindes.

Zwangseinweisung

Die Einweisung eines akut gefährdeten Menschen in eine psychiatrische Klinik gegen seinen Willen. Eine solche Einweisung gegen den Willen des Betroffenen ist in den Unterbringungsgesetzen oder Psychisch-Kranken-Gesetzen der einzelnen Bundesländer geregelt. Danach darf eine Zwangseinweisung erfolgen, wenn durch die Erkrankung die Gefahr besteht, dass die betroffene Person sich selbst oder anderen Schaden zufügt und wenn diese Gefahr nicht auf andere Weise abzuwenden ist.

Zwangsstörung

Seelische Erkrankung. Bei dieser Krankheit unterscheiden Fachleute zwischen Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Betroffene Personen spüren den Drang, bestimmte Gedanken oder Handlungen ständig zu wiederholen. Diese können nicht aus eigenem Willen unterdrückt werden und sind stark belastend.

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zuletzt verändert: 20.11.2017 10:16