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Patienteninformationen des ÄZQ

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2 Zusammenfassung

2. Auflage, 2016. Version 2 – Druckversionpdf.png | Kapitelübersicht | weitere Informationen

Dieses Kapitel fasst die wichtigsten Inhalte der Patientenleitlinie in aller Kürze zusammen.

2.1 Was ist eine Depression?

Depressionen sind weltweit sehr häufige Erkrankungen. Nach Schätzungen erkranken im Laufe ihres Lebens 16 bis 20 von 100 Menschen daran. In vielen Fällen bleibt eine Depression unerkannt. Die Erkrankung kann erblich bedingt sein. Ursachen für eine Depression können zudem im Lebensumfeld oder in der Lebensgeschichte des betroffenen Menschen zu suchen sein. Auch körperliche Krankheiten wie Diabetes oder eine koronare Herzkrankheit können mit einer Depression einhergehen.

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2.2 Wie wird eine Depression festgestellt?

Das diagnostische Gespräch ist das wichtigste Mittel, um eine Depression zu erkennen. Ihr Arzt oder Ihre Psychotherapeutin fragt nach Anzeichen für eine Depression. Auch spezielle Fragebögen können Rückschlüsse geben. Die Hauptsymptome einer Depression sind:

  • gedrückte, depressive Stimmung;
  • Interessenverlust und Freudlosigkeit;
  • Antriebsmangel mit erhöhter Ermüdbarkeit.

Daneben gibt es noch weitere Beschwerden (Nebensymptome), die auf eine Depression hindeuten können:

  • verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit;
  • reduziertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen;
  • Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit;
  • übertriebene Zukunftsängste oder "Schwarzsehen";
  • Suizidgedanken oder -versuche, Selbstverletzungen;
  • Schlafstörungen;
  • verminderter Appetit.

Eine Depression liegt vor, wenn mindestens zwei Haupt- und zwei Nebensymptome vorliegen. Die Beschwerden müssen wenigstens zwei Wochen lang anhalten. Fachleute unterscheiden drei Schweregrade einer Depression: leicht, mittelschwer und schwer.

Viele Menschen, bei denen später eine Depression festgestellt wird, suchen zunächst wegen körperlicher Beschwerden professionelle Hilfe. Zu den körperlichen Anzeichen für eine Depression zählen beispielsweise Schlaf- oder Appetitstörungen, Kopfschmerzen oder Kreislaufbeschwerden.

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2.3 Wie wird eine Depression behandelt?

Man kann eine Depression in der Regel gut behandeln. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Psychotherapeuten entscheiden Sie, welche in Ihrem Fall am geeignetsten ist. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle, wie der Schweregrad Ihrer Erkrankung sowie Ihre persönlichen Wünschen und Vorstellungen.

Aussagekräftige Studien belegen, dass verschiedene psychotherapeutische Verfahren und Medikamente bei Depressionen wirksam sind. Auch andere Methoden können infrage kommen, wie die Wachtherapie, die Lichttherapie oder die Elektrokrampftherapie. Bewegung und körperliches Training ergänzen die Behandlung.

Das "abwartende Beobachten" kann bei Menschen mit leichter Depression sinnvoll sein. Dann beginnt die Behandlung erst, wenn sich nach zwei Wochen keine Besserung einstellt.

Daneben gibt es leicht zugängliche Angebote, wie Selbsthilfe-Manuale oder Online-Programme mit Übungen und Anregungen. Verlässliche Informationsmaterialien und spezielle Kurse können für Betroffene und Angehörige ebenfalls hilfreich sein.

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zuletzt verändert: 23.03.2017 11:35