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Wörterbuch

Wörterbuch zu Fremdwörtern und Fachbegriffen der Patientenleitlinien des Leitlinienprogramms Onkologie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe.

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3-D-Histologie

Dreidimensionale Gewebedarstellung unter dem Mikroskop. Die 3-D-Histologie hat den Vorteil, dass der Operateur nach dem Schneiden ein sehr präzises Bild der Schnittränder bekommt und punktgenau nachschneiden kann, wenn kleinste Tumorausläufer beim ersten Schneiden nicht erfasst worden sind.

ablative Verfahren

Mit ablativen Behandlungen wird Tumorgewebe direkt im Organ zerstört.

Abrasio

Auch Abrasio uteri genannt; Ausschabung von Gebärmutterschleimhaut, operativ wird Schleimhautgewebe entfernt.

Achalasie

Seltene Erkrankung, bei der die Beweglichkeit der Muskeln in der Speiseröhre gestört ist und der untere Speiseröhrenschließmuskel nicht richtig öffnet. Dies macht sich vor allem durch Schluckbeschwerden bemerkbar.

Adenokarzinom

Von Drüsengewebe ausgehender bösartiger Tumor.

Adenom

Gutartige Geschwulst aus der Schleimhaut oder aus Drüsengewebe.

Adipositas

Fettleibigkeit, krankhaftes Übergewicht.

adjuvant

Maßnahmen im Rahmen einer Krebsbehandlung, die eine heilende Behandlung unterstützen: zum Beispiel eine zusätzliche Bestrahlung nach der Operation oder eine unterstützende Hormonentzugstherapie während der Bestrahlung.

Adnexe

In der medizinischen Fachsprache werden Eierstock und Eileiter oft als Adnexe (Anhangsgebilde) zusammengefasst.

Adnexexstirpation

Operative Entfernung von Eierstock und Eileiter.

After (auch Anus)

Hinterer, der Ausscheidung dienender Ausgang des Darms.

Afterloading

Ist ein anderer Begriff für die Hochdosis-Brachytherapie. Dabei wird eine relativ starke Strahlendosis gezielt auf den Tumor gerichtet. Die Behandlung wird in der Regel zwei- bis dreimal durchgeführt.

AHB

Abkürzung für Anschlussheilbehandlung.

akrolentiginöses Melanom

Bestimmter Melanomtyp nach der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation WHO. Dieser Typ ist mit 5 Prozent aller Melanome relativ selten. Das akrolentiginöse Melanom wächst schnell und tritt vor allem an den Handflächen und Fußsohlen sowie unter den Nägeln auf.

akut

Vordringlich, dringend, in diesem Moment.

Alanin-Aminostransferase (ALT)

Enzym, das besonders häufig in Leberzellen vorkommt. Ist dieser Wert gemeinsam mit anderen Enzymwerten erhöht, kann das auf schädigende Prozesse in der Leber hinweisen.

Albumin

Spezielles Eiweiß, das in der Leber hergestellt wird. Es sorgt unter anderem dafür, dass das Blut in den Gefäßen bleibt.

Alkalische Phosphatase (AP)

Enzym, das in Leber, Knochen und Dünndarm vorkommt. Die Körperzellen brauchen es für den Stoffwechsel. Ist der Wert gemeinsam mit anderen Enzymwerten erhöht, kann das auf zellschädigende Vorhänge in der Leber (zum Beispiel eine Leberentzündung) hindeuten.

Alkylanzien

Medikamente dieser Gruppe greifen chemisch die Moleküle der Erbsubstanz der Tumorzellen sowie einiger Eiweiße an und vernetzen sie. Die "Bauanleitung" der Zellen steht dann nicht mehr zur Verfügung.

Beispiele: Cylophosphamid, Hydroxyharnstoff (Hydroxyurea), Melphalan.

alternative Behandlungsverfahren

Behandlungsverfahren, die an Stelle der von der wissenschaftlichen Medizin entwickelten Methoden angeboten werden.

ambulant

Gegenteil von stationär. Bei einer ambulanten Behandlung kann der Patient unmittelbar oder kurze Zeit nach Beendigung wieder nach Hause gehen.

anal

Den After/Anus betreffend.

Analgetikum

Schmerzmittel. Man unterscheidet nicht opioidhaltige und opioidhaltige Schmerzmittel. Das bekannteste opioidhaltige Schmerzmittel ist Morphium.

Anämie

Blutarmut.

Anamnese

Ergebnis der ärztlichen Erstuntersuchung. Dabei erfragt die Ärztin oder der Arzt unter anderem Beschwerden, frühere oder aktuelle Erkrankungen und Lebensgewohnheiten.

Anästhesiologie

Medizinisches Fachgebiet, das sich mit Methoden der Schmerzausschaltung sowie der Schmerzbehandlung beschäftigt. Hierzu gehört zum Beispiel die Vorbereitung und Durchführung einer Narkose.

Anastomosenstriktur

Bezeichnet eine durch Narbenbildung verursachte Verengung am Blasenhals, die unangenehme Probleme beim Wasserlassen verursacht.

anatomisch

Den Aufbau eines physiologisch gesunden Körpers oder Gewebes betreffend. Die Anatomie ist die Lehre vom Aufbau des Körpers und beschreibt Gestalt, Lage und Struktur von Körperteilen, Organen, Gewebe oder Zellen.

Anpassungsstörung

Bei einer Anpassungsstörung handelt es sich um eine seelische Reaktion auf einen psychosozialen Belastungsfaktor wie beispielsweise familiäre Probleme, Todesfälle oder einer schwere Krankheit.

Anschlussheilbehandlung

(AHB; auch Anschlussrehabilitation, AR) Besondere Form der medizinischen Rehabilitation, die sich unmittelbar an einen Krankenhausaufenthalt anschließt und in der Regel drei Wochen dauert. Sie muss bereits im Krankenhaus beantragt werden.

Anthrazykline

Anthrazykline hemmen das Tumorwachstum. Sie bewirken Brüche in der DNA, so dass sich die Zellen nicht mehr teilen können. Allerdings sind sie nicht nur in der Phase der Zellteilung effektiv. Dadurch ist das Potenzial für Nebenwirkungen bei diesen Zytostatika vergleichsweise hoch. Beispiel: Doxorubicin, Epirubicin.

Antiandrogene

Werden bei der Hormonentzugstherapie eingesetzt. Die Wirkstoffe sorgen dafür, dass das männliche Sexualhormon Testosteron in der Prostata – speziell in den Tumorzellen – nicht wirksam werden kann. Männer, die mit Antiandrogenen behandelt werden, haben einen normalen Testosteronspiegel.

Antibabypille

Die Antibabypille unterdrückt unter anderem den monatlichen Eisprung. Sie wird als Verhütungsmittel, aber auch gegen Regelschmerzen oder gegen Akne verwendet.

Antibiotikum

Medikament, das Bakterien, aber keine Viren abtötet.

Antidepressivum

Medikament zur Behandlung von Depressionen. Es kann aber auch bei anderen seelischen Erkrankungen oder Schmerzen eingesetzt werden. Je nach Wirkstoff können unterschiedliche Nebenwirkungen auftreten. Anders als manche Menschen glauben, machen Antidepressiva nicht abhängig.

Antiemetikum

Medikament, das Übelkeit und Erbrechen verhindert und unterdrückt.

Anti-Hormontherapie

Hormone sind verantwortlich für wichtige Vorgänge im Körper wie zum Beispiel die Senkung des Blutzuckerspielgels, die Fortpflanzung oder das Wachstum. Auch manche Tumore wachsen verstärkt unter dem Einfluss von Hormonen. Brustkrebs oder Eierstockkrebs zum Beispiel unter dem Einfluss des weiblichen Geschlechtshormon Östrogen. Diese Hormonabhängigkeit von Krebszellen ist der Ansatzpunkt der Anti-Hormontherapie. Hierbei werden körpereigene Hormone ausgeschaltet. So kann die Ausbreitung eines Tumors gehemmt werden.

Antikörper

Natürlich vorkommende Eiweißmoleküle, die körperfremde und gegebenenfalls auch körpereigene Strukturen als sogenannte Antigene erkennen und sich an ihnen festheften. Sie sind wichtig für die menschliche Immunabwehr gegen Krankheitserreger. Siehe auch: "monoklonale Antikörper".

Antikörpertherapie

Wird auch als "zielgerichtete Behandlung" bezeichnet. Während "klassische" Wirkstoffe der Chemotherapie die Zellteilung behindern, wirken "zielgerichtete" Substanzen wie Antikörper auf spezielle Eigenschaften der Krebszellen. Sie blockieren beispielsweise Botenstoffe oder die Entwicklung der Blutversorgung, die die Zelle zum Wachsen benötigt.

Antimetabolit

Medikament, das in die Erbsubstanz als "falscher" Baustein eingebaut wird und so die DNA der Tumorzelle zerstört. Antimetabolite wirken sehr spezifisch während der Zellteilung. Beispiele: Methotrexat, 5-Fluoruracil (5-FU), Cladribin, Fludarabin, Capecitabine, Gemcitabine.

Antipsychotika

Dies sind Medikamente, die bei seelischen Erkrankungen eingesetzt werden, vorwiegend bei Wahnvorstellungen und Halluzinationen.

Anus präter

Künstlicher Darmausgang oder auch Enterostoma genannt; das ist ein künstlich angelegter Ausgang, bei dem der Darm durch die Bauchdecke ausgeleitet wird. Ein kleiner Teil des Darms ist sichtbar und wird durch einen selbstklebenden Beutel abgedichtet. Dieser ist geruchsdicht und sammelt die Ausscheidungen.

Aorta

Hauptschlagader.

apparative Diagnostik

Alle Untersuchungsmethoden, zu denen der Arzt Geräte und technische Hilfsmittel benötigt, beispielsweise Röntgen, Ultraschalluntersuchungen, MRT, PET.

Appendektomie

Operatives Entfernen des Wurmfortsatzes des Blinddarms; wird umgangssprachlich oft fälschlicherweise als Blinddarmentfernung bezeichnet.

Approbation

Berufszulassung.

Aromatasehemmer

Medikament, das die Bildung von Östrogen verhindert. Dadurch können Brustkrebszellen an ihrer Entstehung beziehungsweise an ihrem Wachstum gehindert werden.

Arterie

Vom Herzen wegführendes Blutgefäß. Die Arterien transportieren das sauerstoffreiche Blut vom Herzen in den gesamten Körper.

Aspartat-Aminotransferase (AST)

Enzym, das besonders häufig in Herz-, Leber-, Gehirn, Nieren und Skelettmuskelzellen vorkommt. Ist dieser Wert gemeinsam mit anderen "Leberwerten" erhöht, kann das auf eine Schädigung der Leber hindeuten.

Aszites

Wasseransammlung im Bauchraum, zum Beispiel als Folge von Metastasen im Bauchfell (Peritonealmetastasen) oder einer Ausbreitung von Eierstockkrebs (siehe auch Peritonealkarzinose).

Ataxia teleangiecatica (auch: Louis-Bar-Syndrom)

Die Ataxia Teleangiecatica ist eine seltene Erberkrankung, die eine Störung der Bewegungsabläufe verursacht. Sie beruht auf einer genetischen Störung und geht mit einem hundertfach erhöhten Krebsrisiko einher. Zu den frühen Symptomen zählen Schwierigkeiten beim Gehen (Ataxie) und andere neurologische Auffälligkeiten, die bereits im Kleinkindalter auftreten. Weitere Anzeichen sind Erweiterungen der Gefäße im Augenweiß und an der Nase. Meist entwickeln die Patienten eine Abwehrschwäche gegen Infektionserkrankungen, da vor allem Zellen des Immunsystems betroffen sind. Hinzu kommt das gehäufte Auftreten von verschiedenen Formen des Blutkrebses.

Atrophie

Rückbildung eines Organs oder Gewebes, zum Beispiel eine Verdünnung der Haut.

autogenes Training

Entspannungstechnik.

AWMF

Abkürzung für Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Die AWMF beurteilt Handlungsempfehlungen für Ärzte, sogenannte Leitlinien, nach ihrer Güte. Die Empfehlungen einer ärztlichen Leitlinie beruhen auf möglichst fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Ayurveda

Bezeichnet die Sammlung der wichtigsten Lehrbücher der altindischen Medizin aus einer bestimmten Epoche, und die auf dieser Sammlung beruhende Gesundheitslehre und Gesundheitspflege.

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Barrett-Ösophagus

Als Komplikation einer Refluxkrankheit wandeln sich die Deck-Zellen in der unteren Speiseröhre in Drüsen-Zellen ähnlich des Magens um. Ein Barrett-Ösophagus ist eine Vorstufe von Krebs: Im schlimmsten Fall kann sich daraus Krebs in der unteren Speiseröhre entwickeln.

Bauchfell

Ist eine feuchte Haut, die den Bauchraum auskleidet und dort die inneren Organe umgibt. Das Bauchfell bildet eine Flüssigkeit, die als "Schmiermittel" dient, damit sich die Organe im Bauch leichter gegeneinander bewegen können. Eine weitere Funktion des Bauchfells ist, Flüssigkeit aus dem Bauchraum aufzunehmen und den Lymph- und Blutgefäßen zuzuführen. Das ist für die körperliche Abwehr wichtig. 

Bauchhöhlen-Chemotherapie (intraperitoneale Chemotherapie)

Örtliche statt systemische Chemotherapie; die Wirkstoffe werden direkt in die Bauchhöhle geleitet statt in den Blutkreislauf. Auf diese Weise können die Substanzen örtlich in hohen Konzentrationen wirken, wobei die Nebenwirkungen auf den gesamten Körper im Vergleich zur systemischen Chemotherapie geringer sind. Über einen dünnen Schlauch werden die Substanzen mit bis zu zwei Litern Flüssigkeit in die Bauchhöhle gespült. Sie verbleiben dort für mehrere Stunden.

Allerdings ist eine intraperitoneale Chemotherapie nur sehr begrenzt verträglich. Es kann zu schmerzhaften Bauchfellentzündungen und Vernarbungen im Bauchraum kommen.

Bauchnetz

Das Bauchnetz heißt in der Fachsprache Omentum majus; es wird auch großes Netz genannt. Es bedeckt vor allem den Dünndarm und Teile des Dickdarms. Das Bauchnetz ist reich an Fettgewebe, Blut- und Lymphgefäßen. Zu seinen Aufgaben gehören die Flüssigkeitsregulierung und die Immunabwehr im Bauchraum.

Bauchspeicheldrüsenkrebs

Der Fachbegriff für Krebs der Bauchspeicheldrüse lautet Pankreaskarzinom. Es kann überall in der Bauchspeicheldrüse auftreten: am Kopf, am Körper oder am Schwanz. Am häufigsten, in etwa zwei Drittel der Fälle, ist der Pankreaskopf betroffen. Wenn Bauchspeicheldrüsenkrebs streut, siedeln Metastasen häufig in der Leber, der Lunge und den Knochen. Ausführliche Informationen gibt es in der "Patientenleitlinie Bauchspeicheldrüsenkrebs".

Beckenboden

Der Beckenboden schließt beim Menschen die Beckenhöhle, in der zum Beispiel die Blase liegt, nach unten ab. Der Beckenboden besteht aus Bindegewebe und verschiedenen Muskeln.

Benzodiazepine

Medikamente, die als Beruhigungsmittel eingesetzt werden, beispielsweise bei Angst- und Unruhezuständen.

Berufskrankheit

Es müssen zwei Bedingungen erfüllt sein, damit eine Krankheit als Berufskrankheit anerkannt wird: Der Erkrankung muss ursächlich eine berufsbedingte Schädigung zugrunde liegen und die sozialrechtlichen/gesetzlichen Voraussetzungen müssen erfüllt sein.

Bestrahlung

Bestrahlung (auch Radiotherapie) beschäftigt sich mit der medizinischen Anwendung von ionisierender Strahlung (zum Beispiel Röntgenstrahlung) auf den Körper, um Krankheiten zu heilen oder deren Fortschreiten zu verzögern. Durch gezielte Behandlung mit hochenergetischer Röntgenstrahlung können verschiedene bösartige Tumoren entweder vollständig zerstört oder in ihrer Entwicklung gehemmt werden. Eine Strahlentherapie kommt bei der Behandlung von Eierstockkrebs nur in seltenen Einzelfällen zum Einsatz.

BET

Brust erhaltende Therapie; Ziel: weitgehende Erhaltung der Brust bei vollständiger Entfernung des Tumors.

Betreuungsverfügung

Eine Betreuungsverfügung wird geltend, wenn kein Vorsorgebevollmächtigter vorab durch den Patienten bestimmt wurde und handeln kann. In diesem Fall bestimmt ein Betreuungsgericht eine gesetzliche Vertreterin oder einen gesetzlichen Vertreter.

Bevacizumab

Der Antikörper Bevacizumab ist ein Angiogenese-Hemmer, das heißt er hemmt die Neubildung von Gefäßen. Er greift nicht die Krebszellen selbst an, sondern wirkt auf Zellen in der Umgebung, die für das Tumorwachstum notwendig sind. Er hemmt den Wachstumsfaktor VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor), der die Gefäßbildung von Zellen steuert. Wenn Tumoren eine gewisse Größe erreichen, brauchen sie zu ihrer Versorgung eigene, neu gebildete Blutgefäße. Diese Gefäßneubildung (Angiogenese) wird durch Bevacizumab verringert. Bevacizumab wird als Infusion verabreicht. Es kann häufig schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen.

bildgebendes Verfahren

Verfahren, das bestimmte Teile des Körpers mit Hilfe verschiedener physikalischer Techniken abbildet. Dazu gehören Ultraschall (Sonographie), Röntgen, Computertomographie (CT), auch Szintigraphie, Positronenemissionstomographie (PET) und Magnetresonanztomographie (MRT).

Bilirubin

Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs, der in der Leber entsteht.

Biopsie

Gewebeprobe. Bei einer Biopsie wird zur Abklärung eines Tumorverdachts Gewebe entnommen, damit es im Labor vor allem unter dem Mikroskop untersucht werden kann.

Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG)

Geschwindigkeit, mit der sich feste Blutbestandteile (rote und weiße Blutzellen) von nicht festen (Serum) trennen; lässt Rückschlüsse auf Entzündungen im Körper zu.

Body-Mass-Index

Auch als Körpermasseindex bezeichnet. Ist eine Maßzahl für die Bewertung des Körpergewichts eines Menschen im Verhältnis zu seiner Körpergröße: BMI = Körpergewicht in kg / Körpergröße in m zum Quadrat. Ab einem BMI ≥ 30 kg/m² besteht Adipositas. (Fettleibigkeit)

Borderline-Tumor

Als Borderline-Tumor bezeichnet man Tumore, die nicht eindeutig als gut- oder bösartig eingestuft werden können. Bei ihnen sind Zell- und Gewebeveränderungen vorhanden, aber es ist kein zerstörendes Wachstum nachweisbar. Man spricht auch von Tumoren mit niedrigem bösartigem Potenzial.

Brachytherapie

Ist eine lokale Strahlentherapie, bei der von innen bestrahlt wird. Im sogenannten "Nachladeverfahren" (Afterloading) wird zuerst ein nicht-strahlender Führungsschlauch in den Tumor eingebracht. Über diesen kann eine radioaktive Strahlenquelle für einen genau berechneten Zeitraum eingesetzt werden und den Krebs direkt von innen bestrahlen.

Bronchoskopie

Spiegelung der Atemwege (Bronchien). Bei diesem Verfahren wird ein biegsamer Schlauch über den Rachen in die Luftröhre beziehungsweise die Bronchien geschoben. Ganz vorne am Gerät befindet sich eine kleine Kamera mit Lichtquelle, die Bilder aus den Atemwegen auf einen Bildschirm überträgt.

Brustkrebs

Ein bösartiger Tumor der Brustdrüse. Ausführliche Informationen gibt es in den Patientenleitlinien "Brustkrebs" im Internet.

B-Symptomatik

Bestimmte allgemeine Symptome ohne anderweitig erklärbare Ursache. Dazu gehören Fieber über 38° C, Nachtschweiß (Wechsel der Nachtwäsche) und ungewollter Gewichtsverlust von mehr als einem Zehntel des Körpergewichtes innerhalb von 6 Monaten.

Buspiron

Ein angstlösendes Medikament.

Bypass

Operativ angelegte Umgehung von Gefäßen oder Darmabschnitten.

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Capecitabin

Eine Substanz, die im Körper zu 5-FU abgebaut wird. Die Wirkweise ist deshalb mit 5-FU vergleichbar. Dieses Medikament wird als Tablette eingenommen.

Carboplatin

Siehe Platinverbindungen.

carcinoembryonales Antigen

(abgekürzt CEA) Tumormarker, der in der Nachsorge von Dickdarmkrebs verwendet werden kann.

Cerclage

Umschlingung. Beispielsweise kann der Gebärmutterhals operativ verschlossen werden, um eine Frühgeburt zu verhindern.

Cervix uteri

Gebärmutterhals.

Chemotherapie

Behandlung von Krankheiten oder Infektionen durch Medikamente. Umgangssprachlich ist jedoch meist die Behandlung von Krebs gemeint. Die Chemotherapie verwendet Stoffe, die möglichst gezielt bestimmte krankheitsverursachende Zellen schädigen, indem sie diese abtöten oder in ihrem Wachstum hemmen. Bei der Behandlung bösartiger Krebserkrankungen nutzen die meisten dieser Stoffe die schnelle Teilungsfähigkeit der Krebszellen, da diese empfindlicher als gesunde Zellen auf Störungen der Zellteilung reagieren. Auf gesunde Zellen mit ähnlich guter Teilungsfähigkeit hat die Chemotherapie allerdings eine ähnliche Wirkung. Sie kann erhebliche Nebenwirkungen wie Blutbildveränderungen, Erbrechen oder Durchfall hervorrufen.

Cholestase

Stau der Gallenflüssigkeit.

Cholinesterase (ChE)

Enzym, das in der Leber gebildet wird. Ist der Wert zu gering, deutet das auf eine Funktionsstörung der Leber hin. Das heißt, die Leber ist nicht mehr in der Lage, das Enzym in ausreichendem Maße zu bilden.

Chromoendoskopie

Eine endoskopische Untersuchung, bei der die Schleimhaut, zum Beispiel die der Speiseröhre, mit einer bestimmten Flüssigkeit angefärbt wird. Während der Spiegelung kann man verdächtige Stellen in der Schleimhaut daran erkennen, dass sie sich nicht verfärben.

chronisch

Der Begriff "chronisch" bezeichnet eine Situation oder eine Krankheit, die längere Zeit vorhanden ist und andauert.

Cisplatin

Siehe Platinverbindungen.

Colitis ulcerosa

Wie der Morbus Crohn eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Betroffene sind häufig zwischen dem 20 und 40 Jahre alt, wenn sie erkranken. Entzündet ist die Schleimhaut des Dickdarms. Bei den Betroffenen treten typischerweise wiederkehrend Durchfälle und krampfartige Bauchschmerzen auf.

Colon ascendens

Aufsteigender Teil des Kolons; liegt auf der rechten Körperseite.

Colon descendens

Absteigender Teil des Kolons; liegt auf der linken Körperseite.

Colon sigmoideum

Letzter Teil des Kolons. Liegt zwischen dem absteigenden Kolon (Colon descendens) und dem Rektum (Mastdarm). Er verläuft in einer S-förmigen Schleife, daher sein Name.

Colon transversum

Querkolon; Teil des Kolons zwischen Colon ascenden und descendens; zieht quer von der rechten zur linken Körperseite.

Colon

Siehe: Kolon

Colostoma

Siehe: Kolostoma.

Comprehensive Cancer Centers

Von der Deutschen Krebshilfe geförderte Onkologische Spitzenzentren: www.ccc-netzwerk.de/patienteninformation/links.html.

Computertomographie (CT)

Röntgen aus verschiedenen Richtungen. Ein Computer verarbeitet die Informationen, die hierbei entstehen, und erzeugt ein räumliches Bild vom untersuchten Organ. Im Regelfall werden dabei jodhaltige Kontrastmittel eingesetzt, die die Aussagefähigkeit der Methode erhöhen. Die Computertomographie ist mit einer höheren Strahlenbelastung verbunden als das einfache Röntgen. Siehe auch bildgebendes Verfahren.

Corpus uteri

Gebärmutterköper.

CT-Kolonographie

Siehe: virtuelle Darmspiegelung.

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Darmkrebs

Darmkrebs entsteht in der Schleimhaut des Darms. Der medizinische Fachbegriff für Dickdarmkrebs lautet "kolorektales Karzinom". Darunter sind "Kolonkarzinome" und "Rektumkarzinome" zusammengefasst. Da diese mit Abstand die häufigsten bösartigen Tumore im Darm sind, meint jemand, der über "Darmkrebs" spricht, in der Regel ein kolorektales Karzinom. Ausführliche Informationen gibt es in den Patientenleitlinien "Darmkrebs".

Darmpolyp

Gutartige Wucherung der Schleimhaut, die in den Darm hineinragt. Sie kann fingerförmig oder pilzartig aussehen.

Darmspiegelung (Koloskopie)

Untersuchung des Darmes von innen: Mit Hilfe eines Schlauches, an dem eine Lichtquelle und eine Kamera befestigt sind, lässt sich die Schleimhaut des Darmes gründlich untersuchen. Die Darmspiegelung ist ein Verfahren, um Darmkrebs festzustellen.

Darmspülung

Siehe: Irrigation.

Debulkingoperation

Das ist ein operativer Eingriff, um den bösartigen Tumor zu entfernen oder zu verkleinern.

Delir

Als Delir bezeichnet man eine Störung des Bewusstseins. Es können dabei zusätzlich Beeinträchtigungen bei der Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und beim Denken sowie Schlafstörungen auftreten.

Depression

Psychische Erkrankung. Wichtige Anzeichen sind eine gedrückte Stimmung, Interessens- und Freudlosigkeit sowie Antriebsmangel und Ermüdbarkeit. Auch körperliche Beschwerden können Ausdruck der Krankheit sein. Man kann eine Depression in vielen Fällen gut behandeln.
Ausführliche Informationen gibt es in der  "Patientenleitlinie Depression".

Depressivität

Niedergeschlagene Grundstimmung.

desmoplastisches Melanom

Besonderer Melanomvariante, die unter dem Mikroskop identifiziert werden kann. Typisch für das desmoplastische Melanom ist die Wucherung von Bindegewebe mit spindelig verformten Bindegewebszellen. Es tritt als harter, kleiner Knoten in Hautpartien auf, die sehr häufig der Sonne ausgesetzt sind, häufig an Hals und Kopf. Das desmoplastische Melanom wächst zwar an Ort und Stelle häufig nach, streut aber selten zu den nahen Lymphknoten.

Diabetes mellitus

Zuckerkrankheit; kennzeichnend ist eine langanhaltende Erhöhung des Blutzuckers. Die häufigsten Formen sind Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Diabetes kann eine Reihe von anderen Erkrankungen zur Folge haben. Das können zum Beispiel Gefäßveränderungen an Herz und Gehirn, Nierenerkrankungen, Fußkomplikationen oder Schäden an der Netzhaut sein.
Ausführliche Informationen gibt es in mehreren Patientenleitlinien zum Thema "Diabetes".

Diagnose, Diagnostik

Untersuchen, Abwägen und Einschätzen aller Krankheitsanzeichen, um auf das Vorhandensein und die besondere Ausprägung einer Krankheit zu schließen.

Dickdarm

Letzter, ungefähr anderthalb Meter langer, Abschnitt des Verdauungssystems. Beginnt nach dem Dünndarm und endet am Darmausgang (After, Anus). Der Dickdarm besteht aus dem Kolon (Grimmdarm) und dem Rektum (Mastdarm).

diffuser Typ

Ein meist schlecht differenzierter Tumor, der großflächig in die Magenwand wächst.

digital-rektal

Bei einer digital-rektalen Untersuchung tastet die Ärztin oder der Arzt den Enddarm vorsichtig mit dem Finger aus.

Distanzschiene

Es handelt sich um eine sogenannte Strahlenschutzschiene, die angefertigt wird, um erhaltungswürdige Zähne zu schützen. Zudem schützt diese auch die Schleimhäute vor Überdosierungen im Falle von metallhaltigen Zähnen und sie kann ebenfalls als Fluoridierungshilfe genutzt werden. Die Schiene wird während der täglichen Bestrahlungen über den Zähnen getragen. Sie sollte aus mindestens 3 Millimeter dickem Kunststoff bestehen. Die Kosten hierfür sollten Sie im Vorfeld mit dem behandelndem Zentrum absprechen, da die Krankenkassen diese nicht automatisch übernehmen.

Doppelblind-Studie

Weder die teilnehmenden Personen noch die behandelnden Mediziner wissen bei dieser Studie, wer welche Substanz erhält.

Doxorubicin

Doxorubicin ist ein Zytostatikum. Es hemmt das Tumorwachstum. Es bewirkt Brüche in der DNA, so dass sich die Zellen nicht mehr teilen können. Allerdings ist es nicht nur in der Phase der Zellteilung effektiv. Dadurch ist das Potenzial für Nebenwirkungen bei diesem Zytostatikum vergleichsweise hoch.

Dumpingsyndrom

Der Speisebrei kann aufgrund einer Operation am Magen zu schnell (sturzartig; engl. "dump" = stürzen) in den Dünndarm gelangen. Das kann zu zweierlei Komplikationen führen: Frühdumpingsyndrom (während oder unmittelbar nach der Nahrungsaufnahme: unangenehmes Völlegefühl, spontaner Durchfall, teilweise mit heftigen Schmerzen, Blutdruckabfall, Schweißausbrüche und Zittern) und Spätdumpingsyndrom (etwa ein bis drei Stunden nach einer Mahlzeit: Schweißausbrüche, Müdigkeit, Schwindel, Heißhunger und Zittern). In der Regel nehmen die Dumping-Beschwerden nach einigen Monaten ab. Manche Menschen sind jedoch immer wieder davon betroffen.

Dünnschicht-Spiral-CT

Bei einer (Dünnschicht-)Spiral-CT (zum Beispiel zur Untersuchung der Lunge) dreht sich die Röntgenröhre fortlaufend – spiralförmig – um die Patientin. Die Untersuchung geht viel schneller als eine herkömmliche CT und liefert Bilder jeder gewünschten Körperschicht.

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EGFR

siehe: Wachstumsfaktor-Rezeptor.

Ehrenamt

Hierunter versteht man ein freiwilliges öffentliches Amt. Dies wird geldlich nicht entlohnt.

Eierstockkrebs

Eierstockkrebs ist ein bösartiger Tumor der weiblichen Fortpflanzungsorgane. In der Fachsprache heißt dieser Krebs Ovarialkarzinom. Ausführliche Informationen gibt es in der "Patientinnenleitlinie Eierstockkrebs".

Eileiterkrebs

Tubenkarzinom; es handelt sich um eine Krebserkrankung, die sich biologisch wie Eierstockkrebs verhält und auch entsprechend behandelt wird.

Einlauf

Das Einführen von Flüssigkeit in den Dickdarm, um den Darm zu reinigen.

elektiv

Im medizinischen Bereich wird dieser Begriff meist verwendet, um zu verdeutlichen, dass eine bestimmte Behandlung bewusst ausgewählt wurde.

Embolie

Gefäßverschluss durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) oder andere mit dem Blut angeschwemmte Materialien. Am häufigsten sind Lungenembolien in Folge einer venösen Thrombose (Blutgerinnsel in einer tiefen Beinvene). Bei einer Lungenembolie verstopft ein solcher Blutpfropfen eine Lungenarterie. Das nachfolgende Lungengewebe wird nicht mehr mit Sauerstoff versorgt und kann nicht mehr arbeiten. Dadurch kommt es zu Sauerstoffmangel. Eine Lungenembolie kann tödlich sein.

Embolisation

Gezieltes Verschließen von Blutgefäßen.

Enddarm

Siehe: Rektum.

endokrin

Nach innen abgebend.

endokrine Drüsen

Eine endokrine Drüse ist eine Drüse, die ihre Stoffe direkt ins Blut, in die Lymphe oder ins Gewebe abgibt. Da dies vor allem die Hormondrüsen betrifft, benutzt man die Begriffe "endokrine" und "Hormondrüse" gleichbedeutend. Die Gesamtheit der Hormondrüse wird auch als endokrines System bezeichnet.

endokrine Therapie

Antihormontherapie; Hormone sind verantwortlich für wichtige Vorgänge im Körper wie zum Beispiel die Senkung des Blutzuckerspiegels, die Fortpflanzung oder das Wachstum. Auch manche Tumoren wachsen verstärkt unter dem Einfluss von Hormonen. Eierstockkrebs kann zum Beispiel unter dem Einfluss des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen wachsen. Diese Hormonabhängigkeit von Krebszellen ist der Ansatzpunkt der Antihormontherapie. Hierbei werden körpereigene Hormone ausgeschaltet, die das Tumorwachstum fördern. So kann die Ausbreitung eines Tumors gehemmt werden. In der Regel ist die Antihormontherapie besser verträglich und mit weniger Nebenwirkungen verbunden als eine Chemotherapie.

endoluminal

Im Lumen befindlich, aus dem Lumen heraus. Ein Lumen bezeichnet das Innere eines Hohlraums, zum Beispiel das Innere des Dickdarms.

Endometriumkarzinom

Krebs der Gebärmutterschleimhaut.

Endoskop

Gerät, das zur Spiegelung von Hohlorganen und Körperhöhlen (Endoskopie) genutzt wird. Ganz vorne am Gerät befindet sich eine kleine Kamera mit Lichtquelle, die zum Beispiel Bilder aus der Speiseröhre oder dem Magen auf einen Bildschirm überträgt.

Endoskopie

Spiegelung; eine medizinische Technik, um Hohlorgane und Körperhöhlen untersuchen und gegebenenfalls gleich behandeln zu können (vergleiche endoskopische Resektion und endoskopische Untersuchung).

endoskopische Resektion

Entfernen des Tumors mittels Endoskopie.

endoskopische Untersuchung

Untersuchen von Hohlorganen und Körperhöhlen mittels Endoskopie. Zum Beispiel wird bei der Spiegelung der Speiseröhre ein biegsamer Schlauch in die Speiseröhre bis in den Magen beziehungsweise den Zwölffingerdarm geschoben. Über eine Kamera können die Organe von innen betrachtet werden. Mit einer winzigen Zange kann die Ärztin oder der Arzt zugleich Gewebeproben entnehmen.

endoskopischer Ultraschall (EUS, auch Endosonographie)

Beim Ultraschall "von innen" wird ein winziger Ultraschallkopf über einen Schlauch in die Speiseröhre bis in den Magen eingeführt. Mit Hilfe von Schallwellen werden Bilder innerhalb des Körpers erzeugt. Auf den Schallbildern kann man erkennen, ob die tieferen oder die oberen Schichten der Organwand verdickt sind. Größe und Ausdehnung des Tumors werden so recht zuverlässig festgestellt.

enterale Ernährung

Form der künstlichen Ernährung, bei der über eine Sonde Nährstoffe direkt in den Magen oder Darm gegeben werden. Diese Sonde kann durch die Nase eingeführt oder über einen Schnitt in die Bauchdecke in den Magen oder Darm eingebracht werden.

Entspannungsverfahren

Verfahren, die eingeübt werden, um körperlichen und seelischen Stress zu vermindern. Durch Entspannungsverfahren sollen die Patienten gelassener und zufriedener werden. Zudem wird das seelische und körperliche Wohlbefinden gestärkt.

Enzym

Eiweißstoffe, die biochemische Vorgänge im Körper lenken und beschleunigen. Sie werden daher auch "Biokatalysatoren" genannt. Sie selbst bleiben bei dieser Reaktion unverändert. Enzyme sind für den Stoffwechsel im Körper lebenswichtig.

EORTC

European Organisation for Research and Treatment of Cancer – eine der wichtigsten europäischen Organisation im Bereich der Krebsforschung, gemeinnützig, mit in Brüssel. Die EORTC führt jährlich eine große Anzahl von Studien zur Krebstherapie durch.

epidermaler Wachstumsfaktor

Wachstumsfaktoren sind notwendige Stoffe für den Zellen- und Gewebeaufbau. Die Rezeptoren für solche Stoffe (abgekürzt EGFR1 und HER2) befinden sich auch an der Oberfläche von Tumorzellen. Sie fördern das Tumorwachstum. Bei Tumoren, die Rezeptoren für diese Wachstums-faktoren haben, können gezielte Stoffe eingesetzt werden, die diese Rezeptoren blockieren und damit das Tumorwachstum zeitweise hemmen.

Epithese

Ein individuell angefertigtes Ersatzstück aus Kunststoff, Glas, Metall oder anderem Material, das oberflächliche Defekte, zum Beispiel im Gesicht, abdeckt.

erektile Dysfunktion

Potenzstörung, Impotenz. Man spricht von einer erektilen Dysfunktion (ED), wenn ein Mann über einen gewissen Zeitraum keine Erektion bekommen oder halten kann. Eine kurzfristige Erektionsstörung wird nicht als ED bezeichnet.

Ergotherapeut, Ergotherapeutin

Behandelt Patientinnen und Patienten, bei denen Störungen der Bewegungsabläufe, der Sinnesorgane, der geistigen oder seelischen Fähigkeiten vorliegen.

Ergotherapie

Verfahren der medizinischen Heilberufe, das der Patientin oder dem Patienten helfen soll, eine durch Krankheit, Verletzung oder Behinderung verlorengegangene oder noch nicht vorhandene Handlungsfähigkeit im Alltagsleben (wieder) zu erreichen.

Erhaltungstherapie

Als Erhaltungstherapie bezeichnet man die Gabe eines Arzneimittels nach stattgehabter Erkrankung mit dem Ziel das Wiederauftreten des Krebses zu verhindern.

Erythropoetin

Wachstumshormon, das die Bildung roter Blutzellen anregt.

Erythrozyten

Rote Blutzellen.

Etoposid

Ist ein Zytostatikum, das vor allem den Aufbau der Erbinformation stört und die Zellen dadurch teilungsunfähig macht. Nebenwirkungen: Sehr häufig kommt es zum Haarausfall, häufig zu Veränderungen des Blutbildes, Übelkeit und Erbrechen, Entzündung der Mundschleimhaut, Haut- und Nagelreaktionen, allergischen Reaktionen; selten treten Fieber, Leberfunktionsstörung sowie Nervenschädigungen und sehr selten Durchfall, Herzmuskelschäden sowie lokale Reizungen an der Einstichstelle auf.

exokrin

Nach außen abgebend.

exokrine Drüse

Einige Drüsen im Körper geben die von ihnen produzierten Substanzen über einen Ausführungsgang in andere Organe oder an die Haut ab (im Gegensatz zu den endokrinen Drüsen, die ihre Substanzen direkt ins Blut abgeben). Die Bauchspeicheldrüse arbeitet sowohl exokrin (Verdauungssäfte werden in den Magen abgegeben) als auch endokrin (Hormone werden ins Blut abgegeben). Die meisten Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse betreffen das exokrine Gewebe, deshalb spricht man in diesen Fällen auch von einem exokrinen Pankreaskarzinom.

extern

Außen, äußerlich, von außen kommend.

Exzision

Herausschneiden, chirurgisch entfernen.

Exzisionsbiopsie

Bei der Exzisionsbiopsie, auch offene oder chirurgische Biopsie genannt, wird bei einer Operation möglichst das gesamte verdächtige Gewebe entfernt. Anschließend wird es untersucht.

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FAMMM-Syndrom

Das familiäre atypische multiple Muttermal und Melanom (FAMMM)-Syndrom ist eine erbliche Hauterkrankung, die durch das gehäufte Auftreten von Muttermalen und bösartigen Hauttumoren (Melanome) gekennzeichnet ist. Betroffene haben ein deutlich erhöhtes Risiko, auch an anderen Krebsarten zu erkranken, unter anderem an Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Fanconi-Anämie

Die Fanconi-Anämie ist eine sehr seltene Erbkrankheit, die nach dem schweizer Kinderarzt Guido Fanconi benannt wurden. Zu ihren typischen Merkmalen können gehören: angeborene Fehlbildungen (beispielsweise Daumen, Unterarme, Nieren, Speiseröhren, Hüften, Ohren, Herz), kleine Statur, kleiner Kopfumfang, Rückbildung des Knochenmarks und Pigmentstörungen der Haut. Betroffene haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken, vor allem an Leukämie und an Krebserkrankungen der Schleimhäute.

FAP

Die Familiäre adenomatöse Polyposis (FAP) ist eine Erbkrankheit, die den Darm befällt. Dort bilden sich Polypen. Wenn die Erkrankung unbehandelt bleibt, kann das zu Darmkrebs führen. FAP-Betroffene haben ein erhöhtes Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken.

Fasziensack

Hülle, die Niere, Nebenniere und Fettkapsel umschließt.

Fatigue

(französisch für Müdigkeit, Erschöpfung) Bezeichnet eine Begleiterscheinung vieler Krebserkrankungen. Zustand dauerhafter Erschöpfung, Abgeschlagenheit und Überforderung. Kann durch eine Krebserkrankung selbst, durch eine Strahlen- oder Chemotherapie ausgelöst werden.

Feinnadelpunktion

Bei einer Feinnadelpunktion wird durch eine feine Nadel Gewebe entnommen und anschließend im Labor untersucht. Man spricht auch von einer Feinnadelbiopsie.

Fernmetastasen

Metastasen in anderen Organen oder in entfernten Lymphknoten.

Fertilität

Fruchtbarkeit.

FIGO-Klassifikation

FIGO steht für Fédération Internationale de Gynécologie et d’Obstétrique.

Die FIGO-Klassifikation wird in der Frauenheilkunde neben der sonst üblichen TNM-Klassifikation bösartiger Tumoren eingesetzt.

Fistel

Röhrenförmiger Gang zwischen Körperhöhlen und äußerer oder innerer Körperoberfläche.

Fluoride

Fluoride sind die Salze der Fluorwasserstoffsäure (Flusssäure); wichtiger Mineralstoff für Knochen und Zähne, wird zur Prophylaxe von Zahnkaries eingesetzt.

Fluoroskopie

Durchleuchtung. Mit Röntgenstrahlen werden verschiedene Vorgänge im Körper durchgehend betrachtet, zum Beispiel die Schluckbewegung. Dabei wird nicht nur eine Aufnahme wie beim konventionellen Röntgenbild gemacht, sondern die komplette Bewegungsabfolge durchleuchtet. Verschiedene Kontrastmittel werden hierfür eingesetzt.

Folinsäure

Vitamin, das zwar nicht gegen Tumorzellen wirkt, jedoch die Wirkung von 5-FU auf die Tumorzellen verstärkt.

fraktionieren

Bedeutet im Falle einer Bestrahlung, dass die zu verabreichende Gesamtdosis nicht auf einmal gegeben, sondern auf mehrere Sitzungen verteilt wird.

Frühdumpingsyndrom

Tritt während oder unmittelbar nach der Nahrungsaufnahme auf. Der Speisebrei stürzt in den oberen Dünndarm. Dies kann sich als unangenehmes Völlegefühl verbunden mit teilweise heftigen Schmerzen äußern. Um die Nahrung zu transportieren, braucht der Körper außerdem Flüssigkeit, die er dann dem Kreislauf entzieht. Es kann zu Blutdruckabfall kommen, verbunden mit Schweißausbrüchen und Zittern. Oft ist ein spontaner Durchfall die Folge.

Fulvestrant

Reiner steroidaler Östrogen-Rezeptor-Block, der in der (Anti-)Hormontherapie eingesetzt wird. Fulvestrant kann zur Behandlung von hormonabhängigem Brustkrebs nach den Wechseljahren eingesetzt werden, wenn Tamoxifen nicht mehr wirkt. Es wird als Spitze verabreicht.

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Gamma-Glutmyltransferase (Gamma-GT, GGT)

Enzym, das in vielen Körperzellen vorkommt. Es ist bei Entzündungen und beim Abbau von Schadstoffen in der Leber wichtig. Die im Blut gemessene GGT stammt überwiegend aus den Zellen der Gallengänge in der Leber. Ein erhöhter GGT-Wert allein ist kein Hinweis auf eine Lebererkrankung. Ist er aber gemeinsam mit anderen Enzymwerten erhöht, kann das auf schädigende Vorgänge der Leber hindeuten.

Gastrektomie

Operative Entfernung des Magens.

Gastritis

Entzündung der Magenschleimhaut.

Gastroenterologe, Gastroenterologin

Facharzt oder Fachärztin für Innere Medizin mit zusätzlicher Spezialisierung auf das Fachgebiet Gastroenterologie. Beschäftigt sich mit Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts einschließlich Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse.

Gastroenterologie

Fachgebiet in der Medizin, das sich mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes befasst.

gastroösophageale Reflux-Erkrankung

Kann entstehen, wenn der Verschlussmechanismus am Übergang Speiseröhre-Magen nicht richtig funktioniert und der saure Magensaft dauerhaft die empfindliche Schleimhaut der Speiseröhre reizt. Diese Krankheit macht sich durch Sodbrennen, saures Aufstoßen und Druckgefühl hinter dem Brustbein bemerkbar. Besteht die Refluxkrankheit dauerhaft, so kann die Deck-Schleimhaut ernsthaft geschädigt werden (siehe Barrett-Ösophagus).

Gastroskopie

Magenspiegelung. Bei der Gastroskopie wird ein biegsamer Schlauch über die Speiseröhre in den Magen geschoben. Am Ende befindet sich eine kleine Kamera mit Lichtquelle, die Bilder aus dem Magen auf einen Bildschirm überträgt. Mit einer winzigen Zange kann der Arzt zugleich Gewebeproben entnehmen (Biopsie). Vergleiche auch Endoskopie.

Gebärmutterhalskreb

Gebärmutterhalskrebs ist ein bösartiger Tumor der weiblichen Fortpflanzungsorgane. In der Fachsprache heißt dieser Krebs Zervixkarzinom. Ausführliche Informationen gibt es in der "Patientinnenleitlinie Gebärmutterhalskrebs".

Gemcitabin

Gemcitabin ist ein Zytostatikum. Es wird anstelle eines natürlichen Bausteins in die Erbsubstanz (DNA) einer Zelle eingebaut. Dadurch wird die Erbinformation zerstört. Der Reparaturmechanismus der Zelle kann den Fehler nicht erkennen, die Zelle wird teilungsunfähig. Gemcitabin wird als Infusion verabreicht.

genetisch

Erblich, durch die Gene bedingt.

Gewebeprobe

Biopsie. Bei einer Biopsie wird zur Abklärung eines Tumorverdachts Gewebe entnommen, damit es feingeweblich untersucht werden kann.

gezielte Therapie

Unter gezielten Therapien werden systemische (auf den ganzen Körper wirkende) Behandlungsformen verstanden, die bestimmte Ziele, das heißt Strukturen an oder in Krebszellen angreifen. Beispiele für gezielte Therapie sind Behandlungen mit dem Antikörper Trastuzumab, dem Small Molecule Lapatinib oder dem Angiogenese-Hemmer Bevacizumab (siehe auch Antikörpertherapie).

GIST

(Gastrointestinaler Stroma Tumor) Ist ähnlich wie das Leiomyom oder Leiomyosarkom ein Weichteiltumor, der im gesamten Verdauungstrakt vorkommen kann. Es handelt sich nicht um Magenkrebs, wenngleich GIST sich manchmal bösartig entwickeln können. Die Behandlungsprinzipien unterscheiden sich aber erheblich vom Magenkarzinom.

Gleason-Score

(nach dem amerikanischen Pathologen Donald F. Gleason) Um zu beurteilen, wie aggressiv ein Prostatakarzinom sein kann, wird der Gleason-Score bestimmt. Die beiden häufigsten Tumorzellarten, die in den entnommenen Gewebsproben vorkommen, werden untersucht. Gut differenzierte Zellen, also solche, die dem normalen Gewebe noch sehr ähnlich sind, haben einen niedrigen Gleason-Grad, schlecht differenzierte Zellen einen hohen (Werte von 1 bis 5). Die Summe der beiden Werte ergibt den sogenannten Gleason-Score, der für Diagnostik und Therapieentscheidungen eine wichtige Rolle spielt. Ein Gleason-Score von 6 deutet auf ein niedriges Risiko hin, ein Gleason-Score darüber auf mittleres (7) oder hohes Risiko (8-10).

Glukagon

Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es dient der Erhöhung des Blutzuckerspielgels und ist damit das Gegenstück zum Insulin.

GnRH-Analoga

Künstliche Hormone, die ähnlich (analog) aufgebaut sind wie das körpereigene Hormon GnRH (Genadotropin-Releasing-Hormon) oder auch LHRH (LH-Releasing-Hormon), das von einem Gehirnbereich im Zwischenhirn (Hypothalamus) produziert wird. GnRH steuert die Ausschüttung von zwei Hormonen (Luteinisierungshormon und Follikel stimulierendes Hormon), die die Produktion von Östrogen in den Eierstöcken bewirken. Die künstlichen Hormone blockieren die Bindungsstellen (Rezeptoren), die eigentlich für das körpereigene Hormon vorgesehen sind, und bewirken, dass der Körper die Östrogenproduktion einstellt. Dadurch wird den Krebszellen ihre Wachstumsgrundlage entzogen.

Grading

Beschreibung und Einordnung des Zellenbildes nach Untersuchung des entnommenen Gewebes durch den Pathologen. Es bezeichnet das Ausmaß, in dem das Tumorgewebe vom normalen Gewebe abweicht (Differenzierungsgrad). Je stärker diese Abweichung ist, desto aggressiver ist der Tumor und desto ungünstiger die Prognose.

G1: gut differenziert
G2: mäßig differenziert
G3: schlecht differenziert
G4: undifferenziert
Gx: der Differenzierungsgrad der Zellen kann nicht bestimmt werden
L = low Grade: G1/G2
H = high Grade G2/G3

Granulozyten-Wachstumsfaktor (G-CSF)

Ist ein bestimmtes Signaleiweiß, das die Bildung von bestimmten weißen Blutzellen (Granulozyten) anregt.

Gray (Gy)

Nach dem britischen Physiker Louis Harold Gray ist die Einheit benannt, welche die Strahlendosis angibt.

Grimmdarm

Siehe: Kolon.

Gynäkologie

Frauenheilkunde; ist die Lehre von der Behandlung der Erkrankungen der weiblichen Sexual- und Fortpflanzungsorgane.

Gynäkoonkologe, Gynäkoonkologin

Ein auf Krebserkrankungen spezialisierte/r Facharzt oder Fachärztin für Frauenheilkunde.

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Halluzinationen

Halluzinationen sind Sinnestäuschungen oder eine Beeinträchtigung der Wahrnehmung.

Hämoglobinwert

Maß für die Menge des Hämoglobins im Blut. Hämoglobine kommen in den roten Blutzellen vor und transportieren Sauerstoff. Wie viele dieser Hämoglobine sich im Blut befinden, lässt sich mit Hilfe eines Bluttests im Labor feststellen. Ein niedriger Hämoglobinwert deutet auf Blutarmut hin.

Harn-Inkontinenz

Bezeichnet die Unfähigkeit, Urin zurückzuhalten.

Hautkrebs, schwarzer

Der Fachbegriff lautet Melanom. Es ist wesentlich seltener, aber wesentlich gefährlicher als der weiße Hautkrebs. Es geht auf entartete Pigmentzellen zurück. Es gibt eine seltene, helle Form des Melanoms, die aus nicht-pigmentierten Zellen entsteht. Ausführliche Informationen gibt es in der "Patientenleitlinie Melanom".

Hemikolektomie

Operation, bei der ungefähr die Hälfte des Dickdarms entfernt wird.

Hepatitis

Bezeichnet eine Entzündung der Leber, für die es viele Ursachen geben kann: Infektionen mit Hepatitis-Viren ebenso wie eine Fettleber oder andere Erkrankungen. Eine Hepatitis kann wieder abklingen (akut) oder sie kann dauerhaft bestehen bleiben (chronisch). Ist sie chronisch, kann sie zu einer dauerhaften Vernarbung der Leber (Leberzirrhose) führen.

hepatozelluräres Karzinom

Siehe: Leberkrebs

HER2

HER2 steht für "human epidermal growth factor receptor 2". HER2 ist ein Eiweißbaustein, der sich an der Oberfläche von Zellen befindet. Er leitet Wachstumssignale in die Zelle. Eine normale Zelle besitzt nur eine relativ geringe Menge an HER2-Rezeptoren. Sind auf Tumorzellen zu viele solcher HER2-Rezeptoren vorhanden, werden viele Wachstumssignale ausgesendet. Die Zellen teilen sich dann häufig und der Tumor wächst schnell und unkontrolliert.

hereditäres Mammakarzinom

Medizinischer Fachbegriff für eine erbliche Brustkrebserkrankung: "hereditär" bedeutet erblich, "Mammakarzinom" heißt Brustkrebs.

hereditäres Ovarialkarzinom

Medizinischer Fachbegriff für eine erbliche Krebserkrankung der Eierstöcke: "Ovarialkarzinom" bedeutet Eierstockkrebs. Das hereditäre Ovarialkarzinom ist ein Risikofaktor für die Erkrankung an Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Hernie

Austritt von Eingeweiden aus der Bauchhöhle durch eine Lücke in der Bauchwand, auch als "Bruch" bezeichnet.

HIFU

Abkürzung für hochintensiver fokussierter Ultraschall. Dabei werden sehr stark konzentrierte Ultraschallwellen gezielt auf das Tumorgewebe gelenkt mit dem Ziel, durch die entstehende Wärme die Krebszellen zu zerstören.

HIPEC

Abkürzung für "Hyperthermic Intraperitoneal Chemotherapy". Bei dieser besonderen Behandlung von Metastasen im Bauchraum wird ein Chemotherapeutikum zusammen mit einer erhitzten Spüllösung in den Bauchraum geleitet. Krebszellen reagieren auf Hitze empfindlicher als normale Körperzellen.

Hippel-Lindau Syndrom

Das Hippel-Lindau Syndrom ist eine erbliche Tumorerkrankung, bei der zunächst gutartig, geschwulstartige Gewebeveränderungen im Bereich der Augennetzhaut, des Kleinhirns und des Rückenmarks auftreten. In der Folge können auch innere Organe (Niere, Bauchspeicheldrüse) betroffen sein. Diese Geschwulste können unbehandelt zu bösartigen Tumoren ausarten. Benannt ist die Krankheit nach dem deutschen Augenarzt Eugen von Hippel und dem schwedischen Pathologen Arvid Lindau, die zuerst wesentliche Symptome der Erkrankung beschrieben.

histologisch

Geweblich. Die Histologie ist die Lehre von den biologischen Geweben. Unter dem Mikroskop werden Zellstrukturen untersucht. Für eine gesicherte Krebsdiagnose ist der Nachweis von Tumorgewebe zwingend.

HNPCC

Das hereditäre non-polypöse Coloncarzinom (HNPCC) oder Lynch-Syndrom ist eine erbliche Form des Darmkrebs ohne Polyposis, das heißt, ohne Auftreten von vielen Polypen im Darm. Betroffene haben ein erhöhtes Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken.

hochwertige Studien

Sind "randomisierte kontrollierte Studien" (RCTs). Das bedeutet, Patientinnen/Patienten werden zufällig auf mehrere Behandlungsgruppen verteilt. Jede Gruppe erhält eine andere, jeweils genau festgelegte Behandlung. Die Ergebnisse werden am Ende miteinander verglichen. RCTs erlauben, wenn sie gut durchgeführt werden, die zuverlässigsten Aussagen zur Wirksamkeit von Behandlungen. Für die Zulassung neuer Medikamente sind Nutzennachweise durch RCTs regelhaft vorgesehen.

Hodgkin Lymphom

(früher auch Morbus Hodgkin oder Lymphogranulomatose genannt). Ist eine bösartige Krebsart des lymphatischen Systems und entsteht in einem Lymphknoten. Es kann sich im ganzen Körper ausbreiten und andere Organe (außerhalb des lymphatischen Systems) befallen. Ausführliche Informationen gibt es in der "Patientenleitlinie Hodgkin Lymphom".

Hohlvene

Es gibt im Körper zwei große Venen, die das Blut zum Herzen zurücktransportieren. Diese werden als Hohlvenen bezeichnet. Die untere Hohlvene "sammelt" das Blut von der unteren Körperhälfte, die obere Hohlvene von der Körperhälfte oberhalb des Zwerchfells.

Homöopathie

Verfahren, bei dem Erkrankte mit bestimmten Mitteln in hoher Verdünnung behandelt werden. Diese Mittel rufen in größerer Menge bei Gesunden ähnliche Krankheitserscheinungen hervor.

Hormone

Stoffe, die bestimmte Vorgänge und Abläufe im Körper regulieren, zum Beispiel den Stoffwechsel, das Sexualverhalten oder die Anpassung an Angst und Stress. Hormone werden in endokrinen Drüsen gebildet und direkt ins Blut abgegeben. Zum Beispiel produziert die Bauchspeicheldrüse die Hormone Insulin und Glukagon, die für den Zuckerstoffwechsel wichtig sind. Bekannte Hormone sind auch Adrenalin, Östrogen und Testosteron.

Hormonentzugstherapie

Das Wachstum von Prostatakrebs wird durch das männliche Sexualhormon Testosteron begünstigt. Eine Möglichkeit, das Wachstum zu beeinträchtigen und so den Erkrankungsverlauf zu verlangsamen, ist der Entzug von Testosteron. Dies ist mit Medikamenten oder operativ möglich.

Hormonrezeptorstatus

Ein Hormonrezeptor ist ein Eiweißkörper der Zellmembran oder des Zellkerns, an den ein bestimmtes Hormon gebunden wird. Er "übersetzt" quasi für die Zelle, welche Wirkung dieses Hormon auf sie hat.

Hospiz

Einrichtung für Sterbebegleitung. Ein Hospiz verfügt meist über wenige Betten und ist ähnlich wie ein kleines Pflegeheim organisiert. Hospize sind häufig mit Konzepten einer ganzheitlichen Sterbe- und Trauerbegleitung verbunden. Sie stellen die Sterbenden mit ihren Angehörigen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit.

Hospizmitarbeiter, Hospizmitarbeiterin

Hospizmitarbeiter und Hospizmitarbeiterinnen begleiten kranke und sterbende Menschen sowie deren Angehörige Zuhause, im Hospiz oder Krankenhaus. Sie sind für die Betroffenen sowohl für Gespräche, Nähe als auch Entlastung im Haushalt und bei kleinen Erledigungen da. Sie übernehmen keine ärztlichen und pflegerischen Aufgaben.

hypertherme intraperitoneale Chemotherapie (HIPEC)

Die hypertherme intraperitoneale Chemotherapie stellt eine Sonderform der Bauchhöhlen-Chemotherapie (siehe intraperitoneale Chemotherapie) dar. Hierbei werden die Substanzen auf über 40 Grad Celsius erhitzt und dann in die Bauchhöhle geleitet.

Hyperthermie

Überwärmung. In der Medizin bezeichnet man damit eine Behandlung, bei der die Gewebetemperatur künstlich erhöht wird. Durch eine Erwärmung auf mindestens 40 Grad Celsius sollen Krebszellen geschwächt oder abgetötet werden. Es gibt verschiedene Methoden, um das Gewebe zu erhitzen. Krebszellen reagieren allgemein auf Hitze empfindlicher als normale Körperzellen. Zudem macht die Wärme das Gewebe empfindlicher für Strahlen oder Zytostatika.

Hypokaliämie

Kaliummangel.

Hypokalzämie

Kalziummangel.

Hysterektomie

Gebärmutterentfernung.

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IGeL

Steht für Individuelle Gesundheits-Leitungen und bezeichnet medizinische Leistungen, die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Häufig ist der Nutzen solcher Leistungen nicht ausreichend nachgewiesen.
Hinweise zu IGeL bekommen Sie in der Broschüre "Selbst zahlen? Ein Ratgeber zu Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) für Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Ärzte".

Ileostoma

Künstlicher Darmausgang, bei der das Ende des Dünndarmes (Ileum) durch ein kleines Loch in der Bauchdecke geführt und in die Haut eingenäht wird.

Ileostomie

Operation, bei der ein Ileostoma angelegt wird.

Immunsuppression

Mit der Hilfe von Medikamenten wird das Immunsystem unterdrückt, zum Beispiel um nach einer Transplantation zu verhindern, dass das fremde Organ vom Körper abgestoßen wird. Das führt auch dazu, dass der Körper andere "Eindringlinge" wie Bakterien nicht mehr gut bekämpfen kann. Das Infektionsrisiko ist erhöht.

Immunsystem

Körperliches Abwehrsystem.

Immuntherapie

Behandlung mit Substanzen des Immunsystems oder mit Substanzen zur Stimulierung des Immunsystems. Die wachsende Erkenntnis über die Bedeutung des Immunsystems bei Krebs hat zu neuen Behandlungsansätzen geführt. Hierzu zählt die Behandlung mit monoklonalen Antikörpern, Interferon, Interleukin und Tumor-Impfstoffen.

Immunwirkstoff

Das Immunsystem unseres Körpers erkennt normalerweise Zellen, die sich unkontrolliert teilen, und tötet sie ab. Bricht eine Krebserkrankung aus, hat meist auch das Immunsystem versagt. Immunwirkstoffe sollen das Immunsystem anregen, verstärkt gegen Krebszellen vorzugehen. Zu diesen Wirkstoffen gehört beispielsweise Interferon-alpha.

Implantat (Zahnimplantat)

Implantate sind Schrauben (meist aus Titan), die als künstliche Zahnwurzeln in zahnlose Kieferbereiche "eingepflanzt" werden und als Träger von Zahnersatz dienen.

Impotenz

Siehe: erektile Dysfunktion.

IMRT

Intensitätsmodulierte Radiotherapie; die IMRT kann eine sehr individuelle Verteilung der Strahlendosis erreichen, indem aus einer großen Zahl von Einstrahlrichtungen bestrahlt wird und aus jeder dieser Richtungen ein größeres Strahlenfeld sowie kleinere Teilfelder bestrahlt werden. Somit ist es möglich, direkt angrenzendes gesundes Gewebe besser zu schonen.

Infektion

Ansteckung/Übertragung: Eindringen von Krankheitserregern in den Körper.

Infusion

Gabe von Flüssigkeit nicht über den Magen-Darm-Trakt, sondern zum Beispiel über eine Vene.

Inkontinenz

Verlust der Kontinenz, also der Verlust der Fähigkeit, den Stuhl oder Urin zu halten und willentlich auszuscheiden. Siehe Harn-Inkontinenz und Stuhl-Inkontinenz.

In-situ-Melanom

Begrenztes und kaum aktives Melanom. Nur ein Teil der In-situ-Melanome entwickelt sich weiter.

Insulin

Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es regelt zusammen mit dem Hormon Glukagon den Zuckerstoffwechsel und hat die Aufgabe, den Blutzuckerspiegel zu senken.

interdisziplinär

Bedeutet in der Medizin, dass Ärzte und Ärztinnen verschiedener Fachrichtungen und andere Spezialisten gemeinsam an der Behandlung beteiligt sind.

intermittierende Hormontherapie

Bei der intermittierenden Hormontherapie wird die Gabe der Medikamente für bestimmte Zeiträume ausgesetzt. Erst wenn der PSA Wert wieder ansteigt, wird die Medikation fortgesetzt. Man nimmt an, dass dadurch der Tumor länger hormonempfindlich bleibt. Auch die Nebenwirkungen des Hormonentzuges gehen während der Einnahmepausen zurück.

intern

Von innen.

Intervention

Bezeichnet in der Medizin die aktive Form der Behandlung, zum Beispiel die Operation oder die Bestrahlung. Im Gegensatz dazu stehen die sogenannten defensiven Strategien, die zunächst abwarten und beobachten.

intestinaler Typ

Ein eher gut begrenzter Tumor, in der Regel auch gut differenziert, der sich gut operieren lässt.

In-transit-Metastase

Metastase, die weiter als zwei Zentimeter vom Ausgangstumor entfernt, aber noch vor dem nächsten Lymphknoten liegt.

intraoperative Radiotherapie (IORT)

Hierbei wird während einer Operation eine hohe Bestrahlungsdosis auf das betroffene Gebiet gegeben, zum Beispiel in Arealen mit erwartetem oder gesichertem Tumorrest sowie nachgewiesen befallenen Lymphknoten.

intravenös

In die Vene hinein.

invasiv

Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, bei denen man mit Instrumenten durch die Haut in den Körper eindringt. Beim Krebs spricht man von einem invasiven Tumor, wenn er in das umgebende Gewebe hineinwuchert.

Irinotecan

Zytostatikum, das ein Eiweiß hemmt, das für den Aufbau der Erbinformationen wichtig ist und so die Zellteilung verhindert.

Irrigation

Besondere Form von regelmäßig durchgeführten Einläufen, mit denen zum Beispiel bei Menschen mit einem Stoma, zu einer gewünschten Zeit eine vollständige Entleerung des Dickdarms herbeigeführt werden soll. Danach hat die oder der Betroffene für etwa 24 Stunden keine weiteren Stuhlentleerungen zu erwarten.

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Kachexie

Körperliche Auszehrung; krankhafte, sehr starke Abmagerung. Kachexie liegt vor, wenn das Körpergewicht um mehr als 20 Prozent gegenüber dem Sollgewicht abnimmt.

Kapsel

Zum Beispiel ist jeder Lymphknoten von einer sogenannten Kapsel aus Bindegewebe umhüllt. Von dieser ziehen Bindegewebsstränge ins Innere des Lymphknotens.

Karzinom

Bösartige Krebsart. Krebszellen können über die Blut- oder Lymphbahnen in andere Gewebe streuen und dort Absiedlungen (Metastasen) bilden. Das Karzinom ist ein vom Deckgewebe (Epithel) der Haut oder der Schleimhaut ausgehender Tumor.

Kastration

Bezeichnet die Unterdrückung der Geschlechtshormonproduktion. Das kann durch eine Operation geschehen oder chemisch durch die Gabe von Medikamenten.

Katheter

Ein dünner Schlauch aus Kunststoff, der zum Beispiel zur künstlichen Harnableitung eingesetzt wird.

Klimakterium

Wechseljahre; die Übergangsphase der hormonellen Umstellung bei Frauen, die in den Jahren vor und nach der Menopause stattfindet.

Klinische Studie

Erforschung der Wirkung einer bestimmten medizinischen Behandlung mit Patienten. Die häufigste Form der klinischen Studie ist die Prüfung von Arzneimitteln für die Zulassung. In diesem Rahmen stellen klinische Studien den letzten Schritt in der Entwicklung dar. In der Praxis geht es dabei meistens um die Verträglichkeit und/oder medizinische Wirksamkeit von Medikamenten. Auch Behandlungsverfahren wie Operation oder Bestrahlung können in klinischen Studien weiter erforscht oder miteinander verglichen werden.

Worauf Sie bei einer Teilnahme an einer klinischen Studie achten sollten, erfahren Sie in einem Merkblatt der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Klistier

Verfahren, um den Darm zu entleeren, zum Beispiel bei Verstopfung.

Knochenmarkpunktion

Bei einer Knochenmarkpunktion wird das Knochenmark mit einer Nadel in der Regel aus dem Beckenkamm oder aus dem Brustbein entnommen und anschließend im Labor untersucht. Dieser Eingriff erfolgt in einer örtlichen Betäubung. Die Nebenwirkungen wie zum Beispiel Blutungen und Infektionen sind dabei sehr selten, es kann aber zu Schmerzen während des Eingriffs kommen.

Knochenszintigraphie

Bildgebendes Verfahren mit schwach radioaktiven Substanzen zur Darstellung von Knochenmetastasen. Zunächst wird dem Patienten eine schwach radioaktive Substanz in eine Armvene gespritzt. Zerstören Metastasen einen Knochen, unternimmt der Körper an diesen Stellen Reparaturversuche. Dabei wird die radioaktive Substanz vermehrt eingebaut. Mit einem Szintigramm kann diese verstärkte Zellaktivität in den Knochen dargestellt werden. Nach einer Wartezeit von zwei bis fünf Stunden wird mit einer speziellen Kamera eine Aufnahme des gesamten Körpers gemacht. Diese Aufnahme dauert etwa 30 Minuten. Die radioaktiven Einlagerungen im Knochengewebe erscheinen dann je nach Technik heller oder dunkler. Allerdings können verstärkte Einlagerungen auch andere Ursachen haben (etwa eine Entzündung oder Gelenkerkrankung). Die so entstandene Aufnahme des Skeletts kann mit hoher Wahrscheinlichkeit Veränderungen im Knochenstoffwechsel nachweisen und damit Hinweise auf Knochenmetastasen liefern. Die Untersuchung ist schmerzlos, aber mit einer geringen Strahlenbelastung verbunden.

Kolon (auch Colon)

Lateinisch für Grimmdarm, der längste Teil des Dickdarmes.

Kolonkarzinom

Ein bösartiger Tumor im längsten Teil des Dickdarms. Ausführliche Informationen gibt es in den Patientenleitlinien "Darmkrebs".

Kolonographie

Siehe: virtuelle Darmspiegelung.

kolorektal

Den Grimmdarm (Kolon) und den Mastdarm (Rektum) betreffend.

kolorektales Karzinom

Siehe: Darmkrebs.

Koloskopie

Siehe: Darmspiegelung.

Kolostoma (auch Colostoma)

Die häufigste Form eines künstlichen Darmausganges. Das Ende des Dickdarms wird in die Bauchdecke eingenäht.

Kolostomie

Operation, bei der ein Kolostoma angelegt wird.

Kolposkopie

Bezeichnet eine frauenärztliche Untersuchung, bei der Scheide und Muttermund mit einem Mikroskop betrachtet werden.

Komorbidität

Begleiterkrankung. Beispielsweise können Menschen mit einer Krebserkrankung gleichzeitig eine Depression haben.

komplementäre und alternative Behandlungsverfahren

"Complementum" ist lateinisch und bedeutet "Ergänzung". Komplementäre Behandlungsverfahren entstammen zum Beispiel der Naturheilkunde oder der traditionellen chinesischen Medizin und können unter bestimmten Voraussetzungen ergänzend zur üblichen medizinischen Behandlung eingesetzt werden. Alternative Verfahren sind dagegen Methoden, die an Stelle von Methoden und Arzneimitteln eingesetzt werden, die von der wissenschaftlichen Medizin entwickelt worden sind.

Die Wirksamkeit dieser Verfahren bei einer Krebserkrankung ist jedoch nach wissenschaftlich-klinischen Standards häufig nicht ausreichend belegt. In jedem Fall sind – wie bei anderen Therapien auch – unerwünschte Nebenwirkungen nicht auszuschließen. Vorsicht ist vor allem dann geboten, wenn Behandlungen nicht ergänzend, sondern alternativ zur normalen Behandlung angeboten werden. Und hellhörig sollten Sie auch werden, wenn Wunder, für die Sie viel Geld bezahlen sollen, versprochen oder Nebenwirkungen ausgeschlossen werden. Dann handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um unseriöse Angebote, die Ihnen mehr schaden als nutzen.

Wenn Sie komplementäre Verfahren anwenden möchten, ist vor allem wichtig, dass Sie Ihr Behandlungsteam vorher darüber informieren. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle Behandlungsschritte aufeinander abgestimmt sind.

Komplikation

Unerwünschte Folge einer Operation oder auch eines Medikaments oder einer Erkrankung. Eine schwere Komplikation bei der Operation von Darmkrebs wäre zum Beispiel die Entzündung des Bauchfells.

Kompression

In der Medizin bedeutet Kompression die Ausübung von Druck auf ein Gewebe. Zur Behandlung von Lymphödemen eignen sich zur Kompression Bandagen oder spezielle Strümpfe.

konfokale Lasermikroskopie

Verfahren zur dreidimensionalen Darstellung von Präparaten unter dem Mikroskop.

Konisation

Operativer Eingriff, bei dem mittels elektrischer Schlinge oder Laserstrahl von der Scheide her ein kegelförmiges Gewebestück aus dem Gebärmutterhals herausgeschnitten wird.

konservative Behandlung

Allgemeine Bezeichnung für nicht-invasive beziehungsweise nicht-operative Behandlungsformen.

Kontinenz

Fähigkeit, den Stuhl zu halten und willentlich auszuscheiden.

Kontrastmittel

Werden bei Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren eingesetzt, um die Darstellung von Organen und Strukturen auf Aufnahmen zu verbessern. Diese Substanzen helfen also Krankheiten zu erkennen.

körperliche Untersuchung

Eine körperliche Untersuchung ist ein unabdingbarer Teil der Diagnostik. Im Rahmen der Untersuchung inspiziert der Arzt einen einzelnen Teil des Körpers oder den ganzen Körper. Dabei kann er Hilfsmittel verwenden, wie zum Beispiel ein Stethoskop.

Kortison

Hormon, das in der Nebennierenrinde gebildet wird. Seine aktive Form im Körper heißt "Cortisol". Als Medikament ist es heutzutage aufgrund seiner vielfältigen Wirkungen aus der Medizin nicht mehr wegzudenken. Cortison wirkt zum Beispiel entzündungshemmend und abschwellend. Zudem unterdrückt es allergische Reaktionen und das Immunsystem.
Cortison kann zum Beispiel bei einem Tumorödem die Wassereinlagerungen vermindern und in der Folge die Beschwerden lindern.

Kryoablation

Dieses Verfahren arbeitet mit dem gezielten Einsatz von Kälte, um Krebszellen örtlich zu zerstören.

Kryotherapie

Die Kryotherapie arbeitet mit dem gezielten Einsatz von Kälte, um Krebszellen zu zerstören.

kurativ

Mit dem Ziel der Heilung.

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Laparoskopie

Bauchspiegelung. Durch kleine Schnitte in die Bauchdecke wird eine kleine Kamera in den Bauchraum eingeführt. So können zum Beispiel die Organe betrachtet werden, die an den Magen angrenzen. Eine Laparoskopie wird unter Narkose im Krankenhaus durchgeführt.

laparoskopisch

Die laparoskopische Chirurgie ist ein Teilgebiet der Chirurgie. Durch kleine Schnitte in die Bauchdecke werden ein optisches Instrument und Operationsinstrumente in den Bauchraum eingeführt. Dies wird auch minimal-invasive Chirurgie genannt.

laparoskopische Operation

Im Gegensatz zur Eröffnung des Bauchraumes (siehe Laparotomie) wird der Bauch hier nicht durch einen langen Schnitt eröffnet, sondern es werden dünne Spezialinstrumente in die Bauchhöhle eingeführt. Umgangssprachlich spricht man auch von Knopfloch- oder Schlüssellochoperation.

Laparotomie

Operative Eröffnung des Bauchraumes durch einen Bauchschnitt.

lateral erweiterte endopelvine Resektion (LEER)

Bei dieser experimentellen Operation sollen zusätzlich zu allen Beckenorganen sämtliche seitlichen Gewebestrukturen des Beckens wie Muskeln, Gefäße und Nerven möglichst komplett bis zum Beckenknochen entfernt werden. Die praktischen Erfahrungen mit dieser Methode sind sehr begrenzt.

Lebensqualität

Der Begriff Lebensqualität umfasst unterschiedliche Bereiche des körperlichen, seelischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens. Jeder Mensch setzt dabei etwas andere Schwerpunkte, was für sein Leben wichtig ist und was ihn zufrieden macht.

Leberinsuffizienz

Das Versagen der Leberfunktionen.

Leberkrebs

Der Fachbegriff für Leberkrebs lautet: hepatozelluläres Karzinom. Es handelt sich um einen bösartigen Tumor, der von den Zellen der Leber ausgeht. Ausführliche Informationen gibt es in der "Patientenleitlinie Leberkrebs".

Leberzirrhose

Das letzte Stadium bei chronischen Lebererkrankungen. Viel Lebergewebe ist dabei vernarbt und die Durchblutung der Leber ist beeinträchtigt.

Leiomyom

Gutartige Geschwulst die vom Muskelgewebe ausgeht und selten auch im Magen entstehen kann.

Leiomyosarkom

Seltener, bösartiger Tumor, der vom Muskelgewebe ausgeht. Er kann im Magen, aber auch in anderen Regionen des Körpers entstehen.

Leitlinie

Eine Orientierungs- und Entscheidungshilfe für medizinische Fachleute. Sie wird von einer Expertengruppe erstellt, deren Mitglieder verschiedenen, medizinischen Fachgesellschaften für das betreffende Erkrankungsgebiet angehören. Die Handlungsempfehlungen einer Leitlinie stützen sich auf das beste derzeit verfügbare medizinische Wissen.
Dennoch ist eine Leitlinie keine Zwangsvorgabe. Jeder Mensch hat seine eigene Erkrankung, seine Krankengeschichte und eigene Wünsche. In begründeten Fällen müssen die Behandelnden sogar von den Empfehlungen einer Leitlinie abweichen.
Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) hat ein Klassifikations-Schema entwickelt, wobei S3 die höchste Qualitätsstufe ist. Dazu müssen alle Empfehlungen aus der wissenschaftlichen Literatur abgeleitet und in einem festgelegten Vorgang von der Expertengruppe im Konsens ausgesprochen werden. Die wissenschaftlichen Grundlagen für die Leitlinie sind nach ihrer Qualität zu bewerten und entsprechend zu berücksichtigen.

Mehr zu Leitlinien auf: www.awmf.org

Lentigo-maligna-Melanom

Bestimmter Melanomtyp nach der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation WHO. Etwa zehn Prozent aller Melanome gehören zu diesem Typ. Das lentigo-maligna-Melanom geht aus einem In-situ-Melanom hervor, wächst sehr langsam in die Fläche und tritt vor allem im Gesicht auf.

Leukämie

Blutkrebs.

Leukoplakie

Weißliche, nicht abwischbare Veränderung der obersten Schleimhautschicht; eine Leukoplakie kann in bösartigen Krebs übergehen.

Li-Fraumeni-Syndrom

Seltene Erbkrankheit, die bereits in jungen Jahren zu schweren Krebserkrankungen (Sarkom, einem aggressiven Tumor) führt.

Logopädie

Die Logopädie ist eine medizinische Fachdisziplin, die sich mit der Vorbeugung, Diagnostik, Behandlung und Beratung von Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schluckstörungen beschäftigt.

lokal

Örtlich.

Lokalisation

Beschreibt den Standort eines Geschehens, also zum Beispiel um die konkrete Lage einer Struktur im Körper zu bestimmen.

Lokalrezidiv

Wiederauftreten einer Erkrankung an ihrer ursprünglichen Stelle.

Lymphadenektomie

Operative Entfernung der Lymphknoten. Die entfernten Lymphknoten werden auf Tumorbefall untersucht. So kann festgestellt oder ausgeschlossen werden, dass der Tumor bereits gestreut hat. Dies ist von Bedeutung für die weitere Behandlung.

Lymphdrainage

Ist eine besondere Massage zur Behandlung von Lymphödemen (Schwellungen). Diese Behandlung kann die Ärztin oder der Arzt verschreiben.

Lymphknoten

Sammelgebiet für Lymphe. Jedes Organ produziert eine Zwischengewebsflüssigkeit, die sogenannte Lymphe. Diese wird über Lymphbahnen transportiert und in den Lymphknoten gefiltert. Lymphkoten spielen auch eine wichtige Rolle im Immunsystem.

Lymphknotendissektion

Radikale Entfernung eines Lymphknotens mitsamt der umliegenden Gewebebereiche, in die die Lymphe abfließt. Die Lymphknotendissektion, auch Lymphadenektomie genannt, ist ein chirurgisch anspruchsvoller Eingriff, der zu schweren Nebenwirkungen wie einem Lymphstau führen kann.

Lymphknoten-Level

Die Halslymphknoten werden klinisch in sechs verschiedene Lymphknotengruppen (Level) unterteilt (Klassifikation nach Robbins). Die Lage der mit Krebszellen befallenen Lymphknoten ist entscheidend für den Umfang der Operation und die Prognose.

Level I: Lymphknotengruppe unter dem Kinn/Unterkiefer
Level II: Lymphknotengruppe im obersten Drittel der Drosselvene
Level III: Lymphknotengruppe im mittleren Drittel der Drosselvene
Level IV: Lymphknotengruppe im unteren Drittel der Drosselvene
Level V: Lymphknotengruppe im hinteren Halsdreieck
Level VI: Lymphknotengruppe im vorderen Bereich, vor der Luftröhre

Lymphödem

Ein Lymphödem ist eine nicht-gerötete und schmerzlose Schwellung infolge einer Flüssigkeitsansammlung in den Gewebsspalten. Wenn zum Beispiel die Lymphknoten im Becken entfernt werden, kann das Lymphsystem gestört werden, die Lymphe (Zwischengewebsflüssigkeit) kann nicht abfließen und sammelt sich in der Leiste, im Unterbauch oder in den Beinen an.

Lymphonodektomie

Lymphknotenentfernung, siehe auch Lymphadenektomie.

Lymphsystem

Das Lymphsystem gehört zum Abwehrsystem des Körpers und umfasst Lymphbahnen und Lymphknoten. Siehe auch Lymphknoten.

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Magenkarzinom

Siehe: Magenkrebs.

Magenkrebs

geht von den Drüsen der Magenschleimhaut aus. Wenn er streut, können sich Metastasen in den Lymphknoten, in der Leber oder in anderen Organen bilden. Ausführliche Informationen gibt es in der "Patientenleitlinie Magenkrebs".

Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie (MRCP)

Besondere Magnetresonanztomographie (siehe unten), bei der die Bauchspeicheldrüse oder das Gallengangsystem bildlich dargestellt werden. Eine Strahlenbelastung gibt es nicht. Da Metallgegenstände am oder im Körper die Aufnahmen stören oder zu Verletzungen führen können, sind vorher besondere Vorkehrungen zu treffen. So müssen beispielsweise Schmuck oder Handys, aber auch Insulinpumpen, vor der Untersuchung abgelegt werden. Menschen mit Herzschrittmachern, Gelenkprothesen oder Metallplatten im Körper müssen das Ihrem Behandlungsteam vor der Untersuchung mitteilen.

Magnetresonanztomographie (MRT)

Auch Kernspintomographie genannt. Bildgebendes Verfahren, das starke elektromagnetische Felder einsetzt. Damit können Struktur und Funktion der inneren Gewebe und Organe dreidimensional dargestellt werden. Die Patientin oder der Patient wird dazu in eine "Röhre" geschoben. Die MRT ist nicht schmerzhaft, aber laut. Oft werden dabei Kontrastmittel verwendet. Siehe auch bildgebendes Verfahren.

makroskopische Komplettresektion

Operative vollständige beziehungsweise komplette Entfernung des sichtbaren Tumorgewebes.

maligne

Bösartig.

MALT-Lymphom

Eine bösartige Erkrankung des Lymphgewebes, die auch in der Magenwand entstehen kann. Die Behandlung unterscheidet sich grundsätzlich von der des Magenkarzinoms.

Mammakarzinom

Siehe: Brustkrebs.

Mammographie

Eine spezielle Röntgenuntersuchung zur Darstellung des Brustgewebes.

Massage

Bei dieser Therapieform setzt die Therapeutin oder der Therapeut bestimmte Grifftechniken ein, die eine mechanische Reizwirkung auf Haut, Unterhaut, Muskeln und Sehnen ausüben.

Mastdarm

Siehe: Rektum.

MDK – Medizinischer Dienst der Krankenversicherung

Der MDK ist der medizinische, zahnmedizinische und pflegerische Dienst für Beratungen und Begutachtungen für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung. Mehr Informationen unter: www.mdk.de.

Melanom

Siehe: Hautkrebs, schwarzer

Menopause

Bei Frauen wird der Zeitpunkt der letzten Menstruation als Menopause bezeichnet. Diese tritt in der Regel um das 50. Lebensjahr ein. Die Fruchtbarkeit der Frau ist damit beendet.

Menstruation

Monatsblutung (siehe auch Zyklus, weiblicher).

Mesokolon

Gekröse des Kolons, Bindegewebe um das Kolon, das Fettgewebe, Blut- und Lymphgefäße enthält und auch zwischen dem Kolon und der hinteren Wand des Bauchraumes liegt.

Mesorektum

Gekröse des Rektums. Bindegewebe um das Rektum, das Fettgewebe, Blut- und Lymphgefäße enthält und auch zwischen dem Rektum und dem Kreuzbein der Wirbelsäule liegt.

Metastase

Aus Zellen des Primärtumors hervorgegangener und an anderer Stelle im Körper angesiedelter Tumor. Metastase bedeutet sinngemäß: die Übersiedlung von einem Ort an einen anderen. Ist ein Primärtumor bösartig, so kann er Metastasen bilden, das bedeutet: Einzelne Krebszellen lösen sich vom Primärtumor und wandern durch die Blut- oder Lymphbahnen an andere Stellen im Körper, um sich dort anzusiedeln. Siehe auch: Satelliten-Metastase, In-transit-Metastase, Mikrometastase.

Mikrometastase

Kleinste Ansammlung von Tumorzellen in der unmittelbaren Umgebung des Ausgangstumors. Es wird versucht, Mikrometastasen beim Herausschneiden des Melanoms mit zu entfernen, um damit das Risiko einer Rückkehr des Tumors zu verringern.

minimal-invasiv

Eingriffe oder Untersuchungen, die mit möglichst kleinen Verletzungen der Haut und der Weichteile einhergehen.

Monochemotherapie

Chemotherapie mit einem einzelnen Medikament.

monoklonale Antikörper

Von einem Klon identischer Zellen in der Zellkultur produzierte Eiweißmoleküle, die Strukturen erkennen und sich an ihnen festheften, im Falle der Tumortherapie an Oberflächenmoleküle von Tumorzellen. Sogenannte "monoklonale Antikörper" können künstlich hergestellt werden und richten sich gegen ein spezifisches Merkmal von Tumorzellen (siehe Antikörpertherapie).

Morbus Crohn

Wie die Colitis ulcerosa eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Es können sich Abschnitte im gesamten Verdauungssystem, von der Mundhöhle bis zum After entzünden, am häufigsten sind aber der letzte Teil des Dünndarms und der Dickdarm betroffen. Typischerweise treten die Entzündungen abschnittsweise auf, dazwischen liegt gesunde Schleimhaut. Bei Betroffenen kommt es häufig zu Bauchschmerzen und zu Durchfällen.

MRT

Siehe: Magnetresonanztomographie.

Mukositis

Schleimhautentzündung, zum Beispiel der Mundschleimhaut.

Mukoviszidose

Die Mukoviszidose, auch zystische Fibrose genannt, ist eine angeborene Stoffwechselerkrankung. Durch eine Fehlfunktion ist die Zusammensetzung aller Sekrete der exokrinen Drüsen stark verändert. In Lunge, Bauchspeicheldrüse, Dünndarm, Gallenwegen und Schweißdrüsen werden daher zähflüssige Sekrete gebildet, die nur erschwert vom Körper abtransportiert werden können. Dadurch kommt es in den betroffenen Organen zu Funktionsstörungen unterschiedlicher Art.

multilokulär

an mehreren Orten.

Multiprofessionalität

Die strukturierte Zusammenarbeit von Vertretern verschiedener Berufsgruppen (Synonym: Professionen) innerhalb eines Teams wird als multiprofessionelles Arbeiten verstanden.

Mundhöhlenkarzinom

Siehe: Mundhöhlenkrebs.

Mundhöhlenkrebs

Ein bösartiger Tumor im Kopf-Hals-Bereich. Etwa 95 von 100 bösartigen Tumoren der Mundhöhle gehen vom Plattenepithel der Mundschleimhaut aus. Jeder Bereich in der Mundhöhle kann betroffen sein; besonders oft sind es die Zunge und der Mundboden. Ausführliche Informationen gibt es in der "Patientenleitlinie Mundhöhlenkrebs".

Mutation

Genveränderung.

Myelosuppression

Beeinträchtigung oder Aussetzung der Blutbildung durch Schädigungen des Knochenmarks.

Myosarkom

Ein Myosarkom ist ein bösartiger Tumor des Muskelgewebes. Sarkome sind viel seltener als Karzinome.

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Narkose

Schlafähnlicher Zustand durch Medikamente. Mit bestimmten Medikamenten können Schmerzempfinden,  Abwehrreaktionen und Bewusstsein eines Patienten ausgeschaltet werden, um medizinische Eingriffe (Operationen) durchführen zu können.

Nebenwirkungen

Unerwünschte Wirkung oder Begleiterscheinung einer Untersuchungs- oder Behandlungsmethode. Diese können sehr harmlos, aber auch folgenschwer sein – viele lassen sich jedoch vermeiden oder behandeln.
Nicht jede Nebenwirkung tritt bei jedem Patienten oder jeder Patientin auf, manche sogar nur sehr selten. Es gibt eine genaue Vorschrift, wie auf Beipackzetteln von Medikamenten die Häufigkeit einer Nebenwirkung zu beschreiben ist. Auf diese Vorschrift beziehen sich auch die Angaben zu Häufigkeiten in den Textabschnitten der Patientenleitlinie:

Bezeichnung

Bei wie vielen Personen tritt die Nebenwirkung auf?

Sehr selten

Bei weniger als einer von 10 000 Personen

Selten

Bei einer von 10 000 bis einer von 1 000 Personen

Gelegentlich

Bei einer von 1 000 bis einer von 100 Personen

Häufig

Bei einer von 100 bis einer von 10 Personen

Sehr häufig

Bei mehr als einer von 10 Personen

Neck-dissection

Eine Halslymphknotenausräumung wird in der Fachsprache als Neck-dissection (englisch: neck = Hals, dissection = das Sezieren, die Präparierung) bezeichnet. Dabei kann auch anderes Gewebe wie etwa Muskeln, Gefäße oder Nerven mitentfernt werden. Eine Neck-dissection kann ein- oder beidseitig erfolgen.

neoadjuvant

Unterstützende Behandlung vor dem eigentlichen Eingriff, etwa die Hormongabe vor einer Operation oder Bestrahlung.

Nephrektomie

Operative Entfernung der Niere, dies kann vollständig erfolgen (totale Nephrektomie) oder teilweise (partielle Nephrektomie). Bei teilweiser Entfernung bleibt Nierengewebe erhalten, daher wird diese Vorgehensweise auch als organerhaltender oder nierenerhaltender Eingriff bezeichnet.

Neurapraxie

Drucklähmung, vorübergehende Nervenschädigung in den Beinen durch Druck während der Operation.

Neurofibromatose

Die Neurofibromatose ist eine Erbkrankheit, deren erste Anzeichen Hautveränderungen (ovale Pigmentflecken) sind. Im Verlaufe der Krankheit treten gutartige Geschwulste auf, die sich auf der Haut, an den inneren Organen und im Gehirn ausbilden können.

neurologische Untersuchung

Bei Verdacht auf Hirnmetastasen, hier prüft die Ärztin/der Arzt zum Beispiel, ob die Haut überall gleichmäßig auf reize reagiert und ob alle wichtigen Reflexe vorhanden sind. Sie/er beobachtet Bewegungsabläufe und Gleichgewichtsreaktionen. Auch wird untersucht, ob Anzeichen für einen erhöhten Hirndruck bestehen. Die Untersuchung ist schmerzfrei und ohne Nebenwirkungen.

Neutropenie

Starke Verminderung weißer Blutzellen. Das hat zur Folge, dass die geschwächte Immunabwehr Keime schlechter abwehren kann. Sie kann als Nebenwirkung einer Chemotherapie auftreten.

nierenerhaltend

Wird bei einer Operation das Operation nicht vollständig entfernt, sondern es bleibt Gewebe erhalten, spricht man von organerhaltender Operation.

Nierenkapsel

Hülle aus Bindegewebe, welche das Nierengewebe unmittelbar umgibt

Nierenkrebs-Einteilung

nicht metastasiert

metastasiert

früh/lokal begrenzt

lokal fortgeschritten

 

auf die Niere begrenzt

auf die Niere begrenzt mit Tumorabsiedlungen in umliegenden Lymphknoten

oder

über die Niere hinaus in umliegendes Fettgewebe (Fettkapsel) eingewachsen,

die äußerste Hülle der Niere (Fasziensack) wird dabei nicht überschritten,

mit und ohne Befall von umliegenden Lymphknoten

über die Niere und ihre äußerste umgebende Hülle (Fasziensack) hinausgewachsen

und/oder

in die Nebenniere derselben Seite eingewachsen

oder

Tumor auf die Niere beschränkt und Fasziensack nicht durchbrochen, aber Tumorabsiedlungen in anderen Organen

keine Tumorabsiedlungen (Metastasen) in Lymphknoten oder anderen Organen

keine Tumorabsiedlungen in anderen Organen

 

Nierenzellkarzinom

Fachbegriff für die häufigste Form des Nierenkrebses

nodulär malignes Melanom

Bestimmter Melanomtyp nach der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation WHO. Das nodulär maligne Melanom macht etwa 20 Prozent aller Melanome aus und hat die ungünstigste Prognose. Es ist braun bis tiefschwarz, blutet leicht, wächst relativ schnell in die Tiefe und streut früh.

Nomogramm

Graphische Schaubilder und Modelle, die funktionale Zusammenhänge darstellen, zum Beispiel zwischen den verschiedenen diagnostischen Werten und der Aggressivität des Tumors.

Nuklearmedizin

Verwendung radioaktiver Stoffe, die sich im Körper frei verteilen können. Dies kann durch eine Spritze in die Blutbahn oder durch Tabletten erfolgen, die sich im Magen auflösen. In der Nuklearmedizin erfolgen damit Untersuchungen (zum Beispiel Skelettszintigramm), aber auch Behandlungen (zum Beispiel Radioiodtherapie der Schilddrüse).

Nutzen

Maß für Zufriedenheit und Glück. Aus Sicht der Patientin oder des Patienten besteht der Nutzen einer Behandlung in der Verbesserung des Gesundheitszustandes (möglichst bis zur vollständigen Gene-sung) und in der Erhaltung, Verbesserung oder Wiederherstellung der angestrebten Lebensqualität.

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Obstipation

Ist der Fachausdruck für eine Verstopfung, also eine erschwerte und zu seltene Darmentleerung.

Ödem

Krankhafte Ansammlung von Gewebsflüssigkeit in den Zellzwischenräumen.

Off-Label-Use

Behandlung mit Medikamenten, die für diese Erkrankung nicht zugelassen sind. Wenn eine begründete Aussicht auf Linderung besteht, kann eine solche Behandlung auch durch die Krankenkasse bezahlt werden. Mehr zum Off-Label-Use können Sie unter anderem beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) erfahren.

okkulte Metastasen

Sehr kleine, nicht erkennbare Metastasen. Sie können der Grund dafür sein, dass ein scheinbar geheilter Patient auch nach Jahren noch einen Rückfall bekommt. Deshalb wird die Nachsorge dringend empfohlen.

Omentektomie

Operative (un)vollständige Entfernung des Bauchnetzes.

Omentum majus

Bauchnetz oder auch großes Netz genannt; es bedeckt vor allem den Dünndarm und Teile des Dickdarms. Das Bauchnetz ist reich an Fettgewebe, Blut- und Lymphgefäßen. Zu seinen Aufgaben gehören die Flüssigkeitsregulierung und die Immunabwehr im Bauchraum.

Onkologie

Fachbezeichnung für den Zweig der Medizin, der sich mit Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Krebserkrankungen befasst.

Onkologin, Onkologe

Fachärztin, Facharzt für Onkologie

Opioid-Schmerzmittel

Oberbegriff für verschiedene Schmerzmittel, die ähnlich wie Morphin wirken. Morphin ist der Hauptwirkstoff im Opium. Sie werden zur Behandlung starker Schmerzen eingesetzt.

oral

Über den Mund. Zum Beispiel können Arzneimittel als Tablette über den Mund eingenommen werden.

Orchiektomie

Die operative Entfernung der Hoden.

organerhaltend

Wird bei einer Operation das Operation nicht vollständig entfernt, sondern es bleibt Gewebe erhalten, spricht man von organerhaltender Operation.

ösophagogastraler Übergang

Übergang der Speisröhre in den Magen. An diesem Übergang grenzt die Deck-Schleimhaut der Speiseröhre an die Drüsen-Schleimhaut des Magens (siehe auch gastroösophageale Refluxerkrankung und Barrett-Ösophagus).

Ösophagogastroduodenoskopie

Kurz: ÖGD. Spiegelung von Speiseröhre (Ösophagus), Magen (Gaster) und Zwölffingerdarm (Duodenum).

Ösophagus

Speiseröhre.

Ösophaguskarzinom

Speiseröhrenkrebs.

Osteoporose

Knochenschwund; ist eine Stoffwechselerkrankung der Knochen. Die Knochendichte nimmt ab, und die Knochen werden bruchanfällig und instabil.

Osteoradionekrose (infizierte)

Eine schwerwiegende Spätfolge der Bestrahlung ist die infizierte Osteoradionekrose, das bedeutet Knochengewebe stirbt ab und ist mit Bakterien besiedelt. Strahlungsbedingt werden Gefäße, die den Knochen versorgen, geschädigt. Der Knochen wird so anfällig für Infektionen, besonders nach zahnärztlichen Eingriffen. Häufig merken Betroffene dies zuerst nicht, später kann es zu Schmerzen und Knochenbrüchen kommen. Meist sind Teile des Unterkiefers betroffen. Unter Umständen ist es nötig, den Kiefer teilweise zu entfernen.

Östrogenrezeptor

Ist ein Hormonrezeptor für das Hormon Östrogen. Die Bestimmung ist bei Brustkrebs bedeutsam. Wenn nur geringe Mengen vorhanden sind, ist eine Hormonbehandlung wahrscheinlich nicht wirksam.

Ovarialkarzinom

Siehe: Eierstockkrebs.

Oxaliplatin

Siehe: Platinverbindungen.

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Paclitaxel

Siehe: Taxane.

palliativ

Mit dem Ziel der Linderung.

palliative Behandlung

Lebensverlängernde und Lebensqualität erhaltende, aber nicht Heilung anstrebende Behandlung. Sie soll Beschwerden lindern und Beeinträchtigungen im Alltag möglichst gering halten, so dass ein selbstbestimmtes Leben mit der Krankheit möglich ist. Zur Palliativmedizin gehört auch die Sterbe- und Trauerbegleitung. Ausführliche Informationen gibt es in der "Patientenleitlinie Palliativmedizin".

Pankreas

Bauchspeicheldrüse.

Pankreaskarzinom

Siehe: Bauchspeicheldrüsenkrebs

Pankreatektomie

Operative Entfernung der Bauchspeicheldrüse.

Papillomaviren, humane (HPV)

Viren, die die Zellen menschlicher Haut und Schleimhäuten befallen und diese zu unkontrolliertem Wachstum treiben können; über 100 Typen sind bekannt. Manche verursachen Genitalwarzen. Sogenannte Hochrisikotypen können bei anhaltender Infektion Gebärmutterhalskrebs auslösen. Mit einem HPV-Test können sie nachgewiesen werden.

Pap-Test

Zellabstrich des Gebärmutterhalses und des Gebärmuttermundes zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Die Zellen werden in einem Labor mikroskopisch untersucht. Die Ergebnisse werden je nach Abweichung vom normalen Zellbild mit PAP-I bis PAP-V (nach George Papanicolaou) bezeichnet. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen Frauen ab 20 Jahren einmal im Jahr diese Untersuchung.

paraaortal

Entlang der Aorta (Hauptschlagader).

Parametrien

Einzahl: Parametrium; Bindegewebsstrukturen im Beckenraum, die die Gebärmutter im Becken in ihrer Position halten.

parastomale Hernie

Neben dem Stoma drücken sich andere Darmanteile in das Unterhautfettgewebe vor.

parenterale Ernährung

Künstliche Ernährung "unter Umgehung des Darms", bei der eine hochdosierte Nährlösung über eine Infusion direkt ins Blut verabreicht wird (im Gegensatz zu enteraler Ernährung, bei der Nährstoffe über eine Sonde in den Darm gegeben werden).

Pathologe, Pathologin

Mediziner, der sich mit den krankhaften Vorgängen und Strukturen im Körper befasst. Ein Pathologe untersucht zum Beispiel das Gewebe, das bei einer Krebsoperation entnommen wurde, um daraus Rückschlüsse auf Art und Umfang des Tumors zu ziehen.

Patientenverfügung

Schriftliche, rechtsverbindliche Festlegung von Behandlung für den Fall, dass man nicht mehr zustimmungsfähig ist. Sie ist als freies Formular möglich, einmalige Unterschrift gilt, am besten zusammen mit einer Vorsorgevollmacht für Krankheitssituationen.

Perforation

Durchstoßen oder Durchbohren eines Hohlorgans; zum Beispiel ein Riss oder Loch in der Speiseröhre oder im Darm.

perineal

Der perineale Zugang bei der operativen Entfernung der Prostata ist der Zugangsweg "von unten" über den Damm.

perioperativ

Die Zeit kurz vor, während und kurz nach einem operativen Eingriff.

Peritonealkarzinom

Bauchfellkrebs; das heißt das Bauchfell selbst ist der Ursprungsort der bösartigen Tumorzellen. Es handelt sich um eine Krebserkrankung, die sich biologisch wie Eierstockkrebs verhält und auch entsprechend behandelt wird.

Häufiger aber ist, dass andere bösartige Tumore sich auf das Bauchfell ausgebreitet haben (siehe Peritonealkarzinose).

Peritonealkarzinose

Manche bösartigen Tumore, wie Eierstock- oder Eileiterkrebs, können sich auf das Bauchfell ausbreiten. Das wird als Peritonealkarzinose bezeichnet. Manchmal sind nur Teile des Bauchfells befallen, manchmal auch das gesamte Bauchfell, was zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen kann.

Peritonealmetastasen

Absiedlungen im Bauchfell.

Peritonealzytologie

Untersuchen des Bauchwassers auf Krebszellen im Labor.

Peritoneum

Bauchfell

perkutan

Durch die Haut hindurch.

Perkutane Hochvolt-Bestrahlungsbehandlung

Bestrahlung durch die Haut mit hoher Energie.

perkutane Strahlentherapie

Diese Form der Bestrahlung erfolgt von außen durch die Haut (vergleiche auch Braychytherapie).

Peutz-Jeghers-Syndrom

Benannt nach dem Internisten J.L.A. Peutz und H.J. Jeghers, beschreibt das Syndrom einer Erbkrankheit, bei der es zu Polypenwucherungen in Magen und Darm und Pigmentflecken auf Haut und Schleimhäuten kommt. Betroffene haben ein erhöhtes Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken.

physikalische Therapie

Der Begriff fasst mehrere Behandlungsformen zusammen, die alle auf physikalischen Methoden beruhen, etwa Krankengymnastik,  Bewegungstherapie, Massagen, Elektrotherapie, Wärme- und Kältetherapie, Infrarot-, UV-, und Gleichstrombehandlung oder medizinische Bäder. Die Maßnahmen sollen unter anderem die Beweglichkeit und die Durchblutung fördern sowie Muskelverspannungen und Schmerzen verringern. Oft wird der Begriff aber auch gleichbedeutend mit Krankengymnastik verwendet.

Physiotherapeut, Physiotherapeutin

Ist ein Gesundheitsfachberuf. Physiotherapeuten bieten Verfahren der Physiotherapie an, wie Krankengymnastik und Massagen.

Physiotherapie

Ist ein Behandlungsverfahren, mit dem vor allem die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des menschlichen Körpers wiederhergestellt, verbessert oder erhalten werden soll.

Phytotherapie

Pflanzenheilkunde. Bei diesen Behandlungsverfahren werden ausschließlich Pflanzen oder bestimmte Pflanzenteile verwendet, die auf verschiedene Weise zubereitet werden.

Placebo

Bezeichnung für eine Scheinbehandlung oder ein Scheinmedikament – eine Tablette ohne Wirkstoff. Eine Scheinbehandlung kann dennoch positive Effekte erzielen, die unter anderem durch die Zuwendung erklärt werden, die der Erkrankte durch die Behandlung erfährt. Forscher vermuten, dass Scheinmedikamente darüber hinaus die Ausschüttung körpereigener Schmerzmittel anregen.

Platinverbindungen

Sehr wirksame Zytostatika mit Platinanteil. Chemische Verbindungen dieses Edelmetalls binden sich an die Erbsubstanz der Tumorzellen und hemmen zusätzlich die Enzyme, die dadurch ausgelöste Schäden reparieren könnten. Diese Medikamente haben jedoch vergleichsweise starke Nebenwirkungen, vor allem Übelkeit, die sich mit Begleitmedikamenten allerdings weitgehend unterdrücken lässt. Meist werden sie in Kombination mit anderen Zytostatika eingesetzt. Beispiele: Cisplatin, Oxaliplatin, Carboplatin.

Plattenepithel

Ein Zellverband aus flachen, fest miteinander verbundenen Zellen. Das Plattenepithel ist meist mehrschichtig und bedeckt äußere und innere Körperoberflächen, zum Beispiel Haut und Schleimhaut. Die Deck-Schleimhaut, die die gesamte Speiseröhre von innen ausgekleidet, besteht aus sogenanntem Plattenepithel.

Plattenepithelkarzinom

Von Plattenepithel ausgehender bösartiger Tumor.

Pleuraerguss

Das ist eine krankhafte Flüssigkeitsansammlung in dem Spalt zwischen Lunge und Brustwand (Pleurahöhle). Dieser schmale Spalt ist mit der sogenannten Pleura, also dem Lungenfell und dem Rippen- bzw. Brustfell, ausgekleidet.

Bei einem bösartigen (malignen) Pleuraerguss handelt es sich demnach um Flüssigkeit mit Krebszellen darin, die die Lunge umgibt.

Polychemotherapie

Chemotherapie mit mehreren Medikamenten gleichzeitig. Polychemotherapien werden empfohlen bei starken Schmerzen und raschem Fortschreiten der Erkrankung. Sie haben in der Regel etwas stärkere Nebenwirkungen als Chemotherapien mit nur einem Medikament.

Polyp

Gutartige, oft gestielte Ausstülpung der Schleimhäute.

Positronenemissionstomographie (PET)

PET gehört wie MRT und CT zu den sogenannten Schnittbildverfahren. Dabei wird eine schwach radioaktive Substanz (in der Regel Traubenzucker, der radioaktiv "markiert" wird) gespritzt, mit deren Hilfen der Stoffwechsel der Körperzellen dreidimensional sichtbar gemacht werden kann. Inzwischen wird diese Untersuchung oft zusammen mit einer Computertomographie durchgeführt (PET-CT). Siehe auch bildgebendes Verfahren.

Pouch

Reservoir, das bei der Operation eines Rektumkarzinoms aus gesunden Darmschlingen angelegt werden kann, um die Sammelfunktion des Rektums zu simulieren.

primär resektabel

Etwas, zum Beispiel ein Tumor oder eine Metastase, lässt sich durch eine Operation entfernen, ohne dass vorher eine weitere Behandlung notwendig ist.

Primärtumor

Ausgangstumor. Er ist für die Diagnose und Therapieentscheidung maßgebend. Wenn sich kein Primärtumor finden lässt, kann das daran liegen, dass das Immunsystem den Primärtumor erfolgreich bekämpft hat und in der Folge eventuell auch Metastasen angreift

Progesteronrezeptor

Bestimmung ist ebenso wie die des Östrogenrezeptors für die Behandlung von Brustkrebs bedeutsam.

Prognose

Vorhersage über den vermuteten Krankheitsverlauf.

Progress

Fortschreiten der Krebserkrankung durch Tumorwachstum oder Metastasenbildung.

Prolaps

Vorfall, das heißt ein Organ oder ein Stück Gewebe verlagert sich im Körper. Bei einem Darmvorfall im Bereich eines Stomas tritt der Darm durch die künstliche Öffnung, ähnlich wie beim Umstülpen eines Handschuhfingers.

prophylaktisch

Vorsorglich.

Prostatakarzinom

Siehe: Prostatakrebs.

Prostatakrebs

geht von den Drüsen der Prostata aus. Wenn er streut, können sich Metastasen in den Lymphknoten, in den Knochen oder in anderen Organen bilden. Ausführliche Informationen gibt es in den Patientenleitlinien zum "Prostatakrebs".

Proteinurie

Eiweißausscheidung im Urin.

Prothese

Künstlicher, funktioneller Ersatz von Körperteilen, zum Beispiel vom Gebiss (Zahnprothesen).

Pruritus

Starker Juckreiz.

PSA

Das prostataspezifische Antigen (PSA) ist ein Eiweiß, das nur in der Prostata produziert wird. Im Krebsgewebe ist es zehnmal höher konzentriert als in gesundem Prostatagewebe.

psychisch

Seelisch; das Gemüt, das Verhalten, das Erleben und die Seele betreffend.

Psychologe, Psychologin

Ist die Berufsbezeichnung von Menschen, die ein Psychologiestudium abgeschlossen haben. Psychologen können nach Abschluss einer psychotherapeutischen Weiterbildung und Erteilung einer Approbation auch als "Psychologische Psychotherapeuten" an der Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten beteiligt sein.

Psychoonkologie

Zweig der Krebsmedizin, der sich mit Fragen der seelischen Auswirkungen von Krebserkrankungen beschäftigt. Psychoonkologen sind speziell weitergebildete Psychologen oder Mediziner.

Psychosoziale Belastung

Äußere Einflüsse, die auf die Seele und das Sozialleben negativ einwirken.

Psychosoziale Beratung

Eine psychosoziale Beratung bietet Hilfestellung bei psychosozialen Belastungen und sozialrechtlichen Anliegen, die im Zusammenhang mit einer Erkrankung aufkommen können.

Punktion

Einstechen in Körpergewebe; mit einer Nadel kann ein Hohlraum des Körpers erreicht werden, um zum Beispiel Flüssigkeit abzulassen, Gewebe zu entnehmen oder Arzneimittel hineinzugeben.

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Quickwert (TPZ)

Mit dem Quickwert misst man die Blutgerinnung. Ist der Wert erhöht, gerinnt das Blut schneller ist er zu niedrig, gerinnt es langsamer als normal (der Normalwert ist 100 Prozent). Die Leber bildet die Stoffe, die zur Blutgerinnung notwendig sind. Ist diese gestört, kann das auf eine Schädigung der Leber hindeuten, wenn gleichzeitig spezielle Enzymwerte der Leber erhöht sind.

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radikale Hysterektomie

Wenn eine einfache Gebärmutterentfernung auf den oberen Teil der Scheide, das Bindegewebe seitlich der Gebärmutter sowie auf Lymphknoten erweitert wird, sprechen Fachleute sprechen von einer radikalen Gebärmutterentfernung. Sie kann unterschiedlich umfangreich sein. Die "radikale" Hysterektomie ist ein feststehender medizinischer Begriff. Er beschreibt die Ausdehnung der umfangreichen Operation und grenzt sich somit von einer "einfachen" Hysterektomie ab.

radikale Prostataektomie

Die vollständige operative Entfernung der Prostata.

Radiochemotherapie

Chemotherapie in Verbindung mit einer Bestrahlung.

Radiofrequenzablation

Zerstören von Tumorgewebe durch starke Hitze mithilfe einer speziellen Sonde, die starken Wechselstrom erzeugt.

radiogene Mukositis

Entzündung der Schleimhaut durch eine Bestrahlung

Radiologie

Fachrichtung der Medizin, die bildgebende Verfahren mit Röntgenstrahlen, aber auch Ultraschall und elektromagnetische Felder zur Untersuchung einsetzt. Bei der einschreitenden (interventionellen) Radiologie werden auch Behandlungen vorgenommen. Ein Beispiel hierfür ist die Aufweitung von Gefäßen durch eine Ballondehnung. Unter Röntgenkontrolle wird die enge Stelle im Gefäß gesucht, aber die Aufdehnung der Engstelle erfolgt durch einen Ballon.

Radiologin, Radiologe

Fachärztin, Facharzt für Radiologie.

Radionuklide

Radionuklide sind Substanzen, deren Atomkerne radioaktiv zerfallen und dabei Strahlung freisetzen. Sie werden in der Strahlentherapie (siehe unten) unter anderem zur Behandlung von Knochenmetastasen eingesetzt.

Radiotherapie

Siehe: Strahlentherapie.

Radioxerostomie

Mundtrockenheit durch eine Bestrahlung.

Ramucirumab

Ist ein Antikörper und gehört zu den sogenannten zielgerichteten Therapien. Das Medikament hemmt das Blutgefäßwachstum des Tumors. Der Tumor wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen über das Blut versorgt.

referenzpathologische Untersuchung

Wird in pathologischen Zentren mit besonderer Ausstattung und umfangreicher Erfahrung auf dem jeweiligen Fachgebiet gemacht. Ist zum Beispiel bei einem Hodgkin Lymphom wichtig, weil diese Erkrankung ziemlich selten auftritt und relativ schwierig pathologisch zu klassifizieren ist.

Reflux-Erkrankung

Siehe gastroösophageale Reflux-Erkrankung

Rehabilitation

Alle medizinischen, psychotherapeutischen, sozialen und beruflichen Leistungen, die eine Wiedereingliederung eines Kranken in Familie, Gesellschaft und Berufsleben zum Ziel haben. Diese Leistungen sollen es der Patientin oder dem Patienten ermöglichen, besser mit krankheitsbedingten Problemen fertig zu werden.

Rekonstruktion

Bedeutet in der Medizin, dass Körperteile in ihrer Funktion und/oder ihrem Aussehen wiederhergestellt werden. Zum Beispiel wenn ein Tumor entfernt wurde, kann die defekte Stelle wieder aufgebaut (rekonstruiert) werden. Dies kann in einer oder auch in mehreren Operationen geschehen.

rektal

Den Mastdarm betreffend. Zäpfchen zum Beispiel werden in den Darm, also rektal, eingeführt.

Rektoskopie

Spiegelung des Enddarmes. Kann mit einem starren Rohr durchgeführt werden.

Rektum

Mastdarm oder Enddarm. Letzter Teil des Dickdarms mit dem Darmausgang.

Rektumkarzinom

Ein bösartiger Tumor im letzten Teil des Dickdarms.

Remission

Bedeutet, dass eine Erkrankung zurückgeht, die Symptome also nachlassen. Eine Remission ist zwar nicht mit einer Heilung gleichzusetzen, bei einer kompletten Remission hat man jedoch keine Krankheitssymptome mehr. Es sind auch mit Untersuchungen keine Tumorherde mehr nachweisbar.

resektabel

Etwas, zum Beispiel ein Tumor oder eine Metastase, lässt sich durch eine Operation entfernen.

Resektion

Operative Entfernung des Tumorgewebes. Im pathologischen Befund nach der Operation sagt das "R" aus, ob der Tumor mit einem Mindestabstand zum gesunden Gewebe komplett entfernt wurde ("im Gesunden"). R0 = kein Resttumor vorhanden; R1-2 = verbliebener Resttumor mit unterschiedlichem Ausmaß.

residual

Als Rest zurückbleibend.

Residualtumor

Tumorrest, der nach der chirurgischen Entfernung übrig bleibt. Residualtumore sollen nach Möglichkeit verhindert werden, denn sie sind oft Ausgangspunkt erneuten Tumorwachstums.

Response

Ansprechen auf eine Behandlung.

Re-Staging

Erneute Diagnostik, bei der die gleichen Verfahren angewendet werden, mit denen der Krebs ursprünglich diagnostiziert wurde. Die Ergebnisse werden miteinander verglichen, um den Erfolg einer Therapie zu bewerten oder Veränderungen festzustellen (siehe auch Staging).

Retraktion

Zusammenziehung, Schrumpfung.

retropubisch

Der retropubische Zugang bei der operativen Entfernung der Prostata ist der Zugang "von vorn" durch einen Schnitt in die Bauchdecke oberhalb des Schambeins.

reversibel

Umkehrbar; wieder rückgängig zu machen.

Rezeptor

Eiweißmolekül auf der Zelloberfläche, das bestimmte Teilchen binden und damit Signale ins Innere einer Zelle leiten kann.

Rezidiv

Wiederauftreten einer Erkrankung (Rückfall).

Rezidiv-Prophylaxe

Fortsetzen einer Behandlung, um das Wiederauftreten einer Erkrankung zu verhindern.

Risikofaktoren

Umstände und Faktoren, die das Entstehen einer Krankheit begünstigen können. Dazu gehören zum Beispiel Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, erbliche Belastungen, bereits vorhandene Krankheiten, Kontakt mit Schadstoffen. Wenn der Zusammenhang zwischen einem solchen Faktor und einem erhöhten Erkrankungsrisiko nachgewiesen ist, spricht man von einem Risikofaktor. Rauchen ist zum Beispiel ein Risikofaktor für viele Erkrankungen.

Röntgen

Beim Röntgen wird mit Hilfe von Röntgenstrahlen Körpergewebe abgebildet. Dadurch können Ärztinnen und Ärzte zum Beispiel Knochenbrüche oder Veränderungen an Organen oder am Skelett erkennen. Siehe auch bildgebendes Verfahren.

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S3-Leitlinie

Orientierungs- und Entscheidungshilfe der höchsten Qualitätsstufe für Ärzte. Die Handlungsempfehlungen stützen sich auf eine systematische Recherche und Bewertung der Fachliteratur. Eine Leitlinie ist allerdings weder verpflichtend, noch als starres "Kochbuch" zu verstehen. Jeder Patient hat seine eigene Krankengeschichte und eigene Wünsche. In begründeten Fällen muss der Arzt also von den Empfehlungen der Leitlinie abweichen. (siehe auch AWMF).

SAPV

Siehe "Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)".

Sarkom

Ein Sarkom ist ein bösartiger Tumor des Muskel-, Binde- oder Stützgewebes. Betroffen ist zum Beispiel Knochen, Knorpel oder Muskel. Sarkome sind viel seltener als Karzinome.

Satelliten-Metastase

Metastase, die näher als zwei Zentimeter am Ausgangstumor liegt.

Schlaganfall

Plötzliche Funktionsstörung des Gehirns. Sie wird ausgelöst, wenn eine Blutung oder ein Blutgerinnsel eine Arterie oder Vene blockiert.

Schmerzskala

Es gibt verschiedene Schmerzskalen, die Erkrankten helfen können, die Stärke der Schmerzen (Schmerzintensität) zu beurteilen:

  • Verbale Schmerzskala: Hier wird die Schmerzstärke mit Worten beschrieben: kein – leicht – mittel – schwer.
  • Numerische Schmerzskala: Hier bewertet man die Schmerzstärke auf einer Zahlenskala oder einem Lineal von 0 (keine Schmerzen) bis 10 (stärkste vorstellbare Schmerzen).
  • Visuelle Analogskala: Hier zeigt man auf einer Linie mit zwei Endpunkten (keine Schmerzen und stärkste vorstellbare Schmerzen) die Stelle, die dem aktuellen Schmerzgefühl entspricht.

Schnellschnitt

Bezeichnet die Untersuchung von Gewebeproben während einer noch laufenden Operation.

Schnittrand

Die entstehende Begrenzung beim Herausschneiden eines Gewebestücks. Das entfernte Gewebe wird unter dem Mikroskop untersucht. Dabei wird geprüft, ob sich an den Schnitträndern noch Tumorreste finden. Das ist ein Hinweis darauf, dass der Krebs nicht vollständig entfernt wurde. In diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass der Krebs wiederkommt oder streut. Um die Schnittränder zu beschreiben, wird die R-Klassifikation verwendet (r von residual tumor (engl.): verbliebener Tumor).

Screening

Bezeichnet eine Reihenuntersuchung, die bei möglichst vielen Menschen zu einem möglichst frühen Zeitpunkt das Erkennen von Anzeichen oder Risikofaktoren für bestimmte Krankheiten zum Ziel hat.

Second-Look-Operation

Nach abgeschlossener Behandlung kann grundsätzlich mittels eines "zweiten Blicks" auf das Operationsgebiet ein möglicher Tumorrest erkannt und eventuell auch entfernt werden. Diese zweite Operation zur Kontrolle des Behandlungserfolges nennen die Fachleute Second-Look-Operation.

Sedierung

Behandlung eines Patienten/einer Patientin mit einem Beruhigungsmittel.

Seeds

Kleine Strahlenquellen, die ungefähr die Größe von Saatkörnern haben, werden bei der LDR-Brachytherapie in die Prostata eingesetzt.

Seelsorger, Seelsorgerin

Person, die sich um das seelische und spirituelle Wohlergehen der Patientin oder des Patienten kümmert. Überwiegend gehören die Seelsorger einer bestimmten Kirche oder Religion an.

selektiv

Ausgewählt oder abgegrenzt.

Sensibilitätsstörungen

Veränderte Wahrnehmung von Empfindungen oder Bewegungen.

Sentinellymphknoten

Siehe: Wächterlymphknoten

Sigma

Siehe: Colon sigmoideum.

Skelettszintigraphie

Nach der Gabe einer radioaktiven Substanz, die sich im Knochen einlagert, wird mit einer Spezialkamera eine Aufnahme des Skeletts gemacht. So können Veränderungen erkannt werden, die auf einen Tumor im Knochen hindeuten.

Sonde

Stab- oder schlauchförmiges medizinisches Instrument, das zur Untersuchung oder Behandlung in Körperhöhlen oder Gewebe eingeführt wird.

Sonographie

Siehe: bildgebendes Verfahren.

Sozialdienst/Sozialarbeiter, Sozialarbeiterin

Beraten in sozialen Fragen und unterstützen bei der Erschließung von Hilfen. Dabei werden die persönlichen Bedürfnisse der Betroffenen berücksichtigt.

Spätdumpingsyndrom

Tritt etwa ein bis drei Stunden nach einer Mahlzeit auf, vorwiegend nach dem Frühstück. Da der Speisebrei zu schnell in den Dünndarm gelangt, wird der darin enthaltene Zucker zu schnell vom Darm aufgenommen. Dann kommt es zu einer Überzuckerung. Die Bauchspeicheldrüse schüttet vermehrt Insulin aus, um dem entgegenzuwirken. Danach jedoch gerät der Körper in eine Unterzuckerung. Die Folge: Schweißausbrüche, Müdigkeit, Schwindel und Zittern. Charakteristisch  ist zusätzlich Heißhunger.

spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)

Ein SAPV-Team besteht aus spezialisierten Ärzten und Pflegekräften und mindestens einer weiteren Berufsgruppe, zum Beispiel Seelsorger, Physiotherapeut, Sozialarbeiter, und soll 24 Stunden täglich erreichbar sein. Sie erbringen spezielle palliativmedizinische und pflegerische Leistungen.

Sphinkter

Schließmuskel; Muskelgruppe am Ende des Dickdarms, die dazu dient, den Stuhl zu halten und nur willentlich auszuscheiden.

Sphinktermanometrie

Untersuchung, mit welcher der Druck des Sphinkters gemessen wird. Die Untersuchung sagt etwas über die Fähigkeit aus, den Stuhl zu halten.

Spiegelung

Siehe: Endoskopie.

Spiegeluntersuchung

Das ist eine gängige frauenärztliche Untersuchung, bei der die Vagina mit einem Metallspatel gespreizt wird, damit die inneren Geschlechtsorgane angesehen werden können.

Stadium

Siehe: Tumorstadium.

Staging

Stadieneinteilung. Die Stadieneinteilung richtet sich nach der Größe und Ausdehnung des Tumors, der Anzahl der befallenen Lymphknoten und dem Vorhanden- oder Nichtvorhandensein von Fernmetastasen in anderen Organen wie Leber, Knochen und Lunge (siehe auch Re-Staging).

Stanzbiopsie

Eine Biopsie ist die Entnahme von Gewebe aus dem lebenden Organismus. Bei einer Stanzbiopsie werden die Gewebeproben mit Hilfe von Hohlnadeln aus dem zu untersuchenden Gewebe "gestanzt".

stationär

An eine Krankenhausaufnahme gebunden.

Stent

Röhrchen; kleines Gittergerüst aus Metall oder Kunstfasern, das in Gefäße oder Hohlorgane eingesetzt wird, um sie zu stützen oder offen zu halten.

Sterilisation bei Frauen

Operativer Eingriff, bei dem beide Eileiter verschlossen und zusätzlich durchtrennt werden (Tubenligatur). So können Eizellen nicht mehr befruchtet werden. Für Frauen, die ihre Familienplanung abgeschlossen oder keinen Kinderwunsch haben, ist die Sterilisation eine sichere Methode der Empfängnisverhütung. Der Eingriff ist in der Regel endgültig.

Stoma

Der Begriff Stoma bezieht sich auf eine operativ gebildete Öffnung am Bauch. Es ist also eine künstlich hergestellte Öffnung eines Hohlorgans zur Körperoberfläche, zum Beispiel des Darms (Enterostoma oder Anus präter) oder der Harnblase (Urostoma). Das Stoma ist rötlich und steht leicht an der Bauchdecke hervor.

Stomatherapeut, Stomatherapeutin

Jemand, der Spezialist oder Spezialistin in der Pflege von Stomata ist. Der Begriff ist nicht geschützt, also nicht unbedingt an eine bestimmte Ausbildung gebunden.

Strahlentherapeut, Strahlentherapeutin

Facharzt oder Fachärztin für Strahlentherapie.

Strahlentherapie

Anwendung von Strahlen zur Behandlung (Therapie). Verwendet werden dabei durch Geräte erzeugte Strahlen, die von außen in den Körper eindringen, wie Photonen, Elektronen und Protonen, in Zukunft womöglich auch schwere Ionen.

Stuhl-Inkontinenz

Bezeichnet die Unfähigkeit, Stuhlgang zurückzuhalten.

subtotal

Nicht vollständig. Bei einer subtotalen Magenresektion kann etwa ein Fünftel des Magens erhalten werden.

Subtypen

Untergruppierung oder Unterformen bestimmter Tumore.

Suizid

Selbstmord, Selbsttötung.

superfiziell spreitendes Melanom

Bestimmter Melanomtyp nach der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation WHO. Es ist mit etwa 60 Prozent aller Melanome der häufigste Typ. Es wächst in den ersten Jahren an der Hautoberfläche und bildet unregelmäßig pigmentierte, unscharf begrenzte Hautflecken.

supportive Therapie

Unterstützende Behandlung. Durch die Krebserkrankung können weitere Beschwerden entstehen, die ebenfalls behandelt werden müssen. Dies geschieht im Rahmen einer supportiven Therapie.

symmetrisch

Beide Körperseiten betreffend.

Symptom

Zeichen, die auf das Vorhandensein einer bestimmten Erkrankung hinweisen, oder Beschwerden, die mit einer Erkrankung auftreten.

Syndrom

Gleichzeitiges Auftreten mehrerer Krankheitszeichen, die in dieser Zusammenstellung kennzeichnend für eine bestimmte Erkrankung sind.

systemisch

Den gesamten Körper betreffend. Eine systemische Behandlung wirkt auf den ganzen Körper, während eine örtliche (lokale) Behandlung zielgerichtet ein bestimmtes Organ oder eine Struktur zum Ziel hat.

szintigraphische Verfahren

Als szintigraphische Verfahren werden nuklearmedizinische, bildgebende Untersuchungsmethoden bezeichnet, bei denen Patienten radioaktiv markierte Stoffe gespritzt werden. Diese reichern sich in bestimmten Geweben oder Organen an. Mit einer speziellen Kamera kann das aufgenommen werden. So können bestimmte Stellen des Körpers sichtbar gemacht werden, zum Beispiel Lymphknoten.

Szintigraphie

Nuklearmedizinisches Bildverfahren, bei dem schwach radioaktive Substanzen in den Körper eingebracht werden, die später wieder ausgeschieden werden. Mit Hilfe einer Spezialkamera kann man so krankhafte Veränderungen erkennen. Siehe auch Knochenszintigraphie oder Skelettszintigraphie.

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Tastuntersuchung

Abtasten beider Brüste (der gesunden, gegebenenfalls der operierten oder der Stelle der amputierten Brust), Lymphabflusswege, Schlüsselbeinregion, Brustbein, Thoraxwand und Achselhöhlen durch die Ärztin/den Arzt. Nutzen: Viele Tumore sind tastbar. Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei, ohne Nebenwirkungen und findet auch im Rahmen der Nachsorge statt.

Taxane

Taxane sind eine Gruppe von Chemotherapeutika, die ursprünglich aus der Eibenrinde (lateinisch "taxus brevifolia") gewonnen wurden. Heute werden die Wirkstoffe halbsynthetisch hergestellt. Diese Medikamente haben die Fähigkeit, die Zellteilung "anzuhalten"(= Zytostatika). Beispiele: Paclitaxel, Docetaxel

Teilstationär

Bedeutet, dass erkrankte Menschen tagsüber in einer Klinik behandelt werden, aber dort nicht über Nacht untergebracht sind.

Testosteron

Männliches Sexualhormon. Es sorgt beispielsweise dafür, dass Prostatazellen schneller wachsen und sich vermehren. Das gilt besonders für Prostatakrebszellen. Wenn der Testosteronspiegel gesenkt wird, verlangsamt sich das Wachstum der Krebszellen und nur noch wenige teilen sich.

Therapie

Behandlung, Heilbehandlung.

thermoablative Behandlung

Wärmeverfahren, um einen Tumor zu verkleinern. Es stehen verschiedene Techniken zur Verfügung.

Thorax

Brustkorb.

Thromboembolie

Gefäßverschluss; wenn ein Blutgerinnsel innerhalb der Blutbahn verschleppt wird und dadurch ein Gefäß verlegt oder verschlossen wird, spricht man von einer Thromboembolie

Thrombose

Ein Thrombus ist ein Blutgerinnsel, das sich in Venen (seltener in Arterien) bilden kann. Am häufigsten bilden sich diese Thromben in den tiefen Beinvenen. Wenn ein Gerinnsel sich ablöst, kann es zu einem bedrohlichen Gefäßverschluss (Embolie) in der Lunge kommen.

Thrombozyten

Blutplättchen.

Thrombozytopenie

Mangel an Blutplättchen (Thrombozyten), der zu Blutgerinnungsstörungen führen kann.

TNM-Klassifikation

Internationale Einteilung von Tumoren. T steht dabei für Tumor, N für Nodus = Lymphknoten und M für Metastasen.

Topotecan

Ist ein Zytostatikum, das halbkünstlich als Abkömmling des Pflanzeninhaltsstoffes Camptothecin hergestellt wird. Es stört vor allem den Aufbau der Erbinformation und macht die Zellen dadurch teilungsunfähig.

transanal

Durch den Anus/After hindurch.

Transarterielle Chemoembolisation (TACE)

Bei der TCA schieben die behandelnden Ärztinnen und Ärzte über eine Arterie ("transarteriell") einen Schlauch bis zur Leber und möglichst dicht an die einzelnen Tumore. Über diesen Schlauch werden die Blutgefäße mit kleinsten Teilchen verstopft, die den Tumor versorgen ("Embolisation). Gleichzeitig wird ein Chemotherapeutikum, das die Zellteilung hemmt, abgegeben. Damit das Tumorwachstum gestoppt oder gebremst werden.

Transplantation

Übertragung eines Spenderorgans. Zellen, Körperteile oder -gewebe können ebenfalls transplantiert werden.

transrektal

Durch den Enddarm.

Trastuzumab

Ist ein Antikörper und gehört zu den sogenannten zielgerichteten Therapien. Das Medikament blockiert einen Rezeptor auf bestimmten Krebszellen.

Tumor

Gewebe-Geschwulst. Tumore können gut- oder bösartig sein. Bösartige Tumore, auch als Krebs bezeichnet, wachsen verdrängend in anderes Gewebe hinein, einzelne Zellen können sich aus dem Tumor lösen und über die Blutbahn oder die Lymphe in anderen Organen Metastasen bilden.

Tumoranämie

Durch einen Tumor hervorgerufene Blutarmut. Eine Tumoranämie kann etwa durch Eisenmangel entstehen oder wenn Metastasen das Knochenmark befallen haben und so die Neuproduktion von Blutzellen hemmen. Patienten mit Tumoranämie sind geschwächt und wenig leistungsfähig.

Tumorkategorie

Die Tumorkategorie bezeichnet die Größe des Tumors und seine Ausarbeitung (Kurzbezeichnung: T). Man unterscheidet zwischen der klinischen Tumorkategorie cT – das ist der Befund aufgrund der diagnostischen Untersuchungen wie Tastuntersuchung und Bildgebung – und der pathologischen Kategorie pT nach dem Ergebnis der Operation. Manchmal schätzt man den Tumor im Vorfeld etwas kleiner ein (understaging), manchmal auch größer (overstaging).

Tumorkonferenz

Beratungsgremium von Ärztinnen und Ärzten aller Fachrichtungen in großen Kliniken, die die Situation einzelner Patienten besprechen. An der Behandlung von Krebs sind viele Spezialisten beteiligt: zum Beispiel Operateure, Strahlentherapeuten, Onkologen, Palliativmediziner, die auf die Behandlung bestimmter Krebserkrankungen spezialisiert sind. Die endgültige Entscheidung über eine Behandlung liegt – nach ausführlicher Beratung – bei der Patientin oder dem Patienten.

Tumormarker

Körpereigene Stoffe, die von Krebszellen besonders häufig gebildet werden oder deren Bildung durch Krebszellen ausgelöst wird.

tumorspezifische Behandlung

Eine Behandlung, die direkt beziehungsweise ursächlich den Tumor bekämpft. Hierzu gehören beispielsweise die Operation, Strahlen-, Chemo-, Hormon- oder Immuntherapie.

Tumorstadium

Entwicklungsstufe eines Tumors. Die Einteilung der Erkrankungsstadien richtet sich nach der Größe des Tumors (Kurzbezeichnung: T), ob Lymphknoten befallen sind (Kurzbezeichnung: N) und ob der Tumor Metastasen gebildet hat (Kurzbezeichnung: M).

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Überdruck-Sauerstoff-Behandlung (hyperbare Sauerstofftherapie)

Ein Behandlungsverfahren, bei dem 100 Prozent reiner Sauerstoff in einer speziellen Überdruckkammer über bestimmte Zeiträume eingeatmet wird. Auf diese Weise werden im Blut und im Gewebe hohe Sauerstoffkonzentrationen erreicht. Das hat verschiedene Auswirkungen auf den Körper. Unter anderem wird in minderversorgten Körpergeweben die Bildung neuer Blutgefäße gefördert.

Übergangszone

In der sogenannten Übergangszone (Transformationszone) des Gebärmutterhalses grenzen Drüsenzellen und Deckzellen aneinander. Gebärmutterhalskrebs entsteht meist in dieser Übergangszone.

UICC-Klassifikation

International gebräuchliche Klassifikation von Dickdarmkrebs, die auf der TNM-Klassifikation beruht. UICC steht für die Union Internationale Contre le Cancer.

Ulcus ventriculi

Magengeschwür, häufig hervorgerufen durch eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter Pylori.

Ultraschall

Schallwellen, die oberhalb des vom Menschen wahrnehmbaren Frequenzbereichs liegen. Diese Schallwellen können zur Bildgebung genutzt werden. Ultraschallwellen sind nicht elektromagnetisch oder radioaktiv. Siehe auch bildgebendes Verfahren.

ulzeriert

Geschwürig verändert. Ein ulzerierter Tumor kann bluten, nässen oder Krusten bilden.

Urologie

Die medizinische Fachrichtung hat die harnbildenden und harnableitenden Organe des Menschen und die männlichen Geschlechtsorgane zum Gegenstand.

Urostoma

Künstlicher Harnblasenausgang zur Ausleitung des Urins an der Bauchdecke (siehe auch Stoma).

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Vakuumbiospie

Die Vakuumbiopsie ist ein spezielles Verfahren zur Gewinnung einer Gewebsprobe.

Vene

Zum Herzen führende Ader.

Verhaltenstherapie

Die Grundidee dieser psychotherapeutischen Behandlungsform beruht darauf, dass bestimmte Denkweisen und Verhaltensmuster erlernt und wieder verlernt werden können. Durch die Unterstützung des Psychotherapeuten werden negative Gedanken oder beeinträchtigende Verhaltensweisen herausgearbeitet. Gemeinsam werden alternative Handlungsweisen und Denkmuster entwickelt und erlernt, die dem Betroffenen helfen, die Krankheit besser zu bewältigen.

virtuelle Darmspiegelung

(auch: künstliche Darmspiegelung; virtuelle Koloskopie, CT-Kolonographie oder MRT-Kolonographie) Untersuchung des Dickdarms mit Hilfe von radiologischer Technik, normalerweise mit Hilfe der Computertomographie (CT-Kolonographie), selten mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT-Kolonographie). Wie bei der Koloskopie muss der Darm dafür vollständig entleert sein, zusätzlich wird dem Untersuchten häufig noch ein Kontrastmittel gegeben. Dann wird der Untersuchte bei der CT-Kolonographie mit Röntgenstrahlen durchleuchtet, bei der Magnetresonanztomographie (MRT) mit Hilfe von Magnetfeldern. Bei beiden Verfahren entstehen viele einzelne Schnittbilder, aus denen der Computer ein dreidimensionales Bild des Dickdarms errechnet, mit denen sich auch die Schleimhaut im Inneren des Dickdarms beurteilen lässt.

Viszeralchirurg, Viszeralchirurgin

Chirurgen oder Chirurginnen, die auf die operative Behandlung der Bauchorgane spezialisiert sind.

Vorsorgevollmacht

Wenn aus gesundheitlichen Gründen selbst keine Entscheidungen mehr getroffen werden können, kann die in einer Vorsorgevollmacht festgelegte Person im Sinne des Betroffenen handeln, ohne dass weitere Formalitäten notwendig sind.

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Wachstumsfaktor

Für den Zellen- und Gewebeaufbau notwendige Stoffe. Die Rezeptoren für solche Stoffe befinden sich auch an der Oberfläche von Tumorzellen. Bei Tumoren, die Rezeptoren für diese Wachstumsfaktoren haben, können gezielte Stoffe eingesetzt werden, die diese Rezeptoren blockieren und damit das Tumorwachstum zeitweise hemmen.

Wachstumsfaktor-Rezeptor

EGFR (englisch: epidermal growth factor receptor) ist ein epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor. Wachstumsfaktoren sind notwendige Stoffe für den Zellen- und Gewebeaufbau. Die Rezeptoren für solche Stoffe befinden sich mitunter vermehrt an der Oberfläche von Tumorzellen. Sie fördern das Tumorwachstum. Bei Tumoren, die Rezeptoren für diese Wachstumsfaktoren haben, können gezielte Stoffe eingesetzt werden, die diese Rezeptoren blockieren und damit das Tumorwachstum zeitweise hemmen. Der Antikörper Cetuximab zum Beispiel blockiert einen Rezeptor auf bestimmten Krebszellen.

Wächterlymphknoten (Sentinel-Lymphknoten)

Der Wächterlymphknoten ist der Lymphknoten, der sich in unmittelbarer Nähe des Tumors befindet. Dies ist der erste Lymphknoten, den die Krebszellen auf ihrem Weg zu anderen Lymphknoten oder Organen passieren müssen. Der Wächterlymphknoten kann operativ komplett entfernt und unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersucht werden. Liegen hier Krebszellen vor, so deutet es darauf hin, dass sich die Krebszellen bereits weiter ausgebreitet haben. Dann werden weitere Lymphkonten operativ entfernt. Ist aber der Wächterlymphknoten frei von Krebszellen, so kann bei manchen Krebsarten, wie etwa Brustkrebs, auf die Entfernung benachbarter Lymphknoten verzichtet werden.

Wärmeverfahren

Bei hohen Temperaturen wird Gewebe gezielt zerstört. Die Zellen werden gewissermaßen verkocht (Hitzeverödung). Es kommen verschiedene Techniken zum Einsatz. Die Erhitzung des Gewebes spürt man nicht.

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Xerostomie

Mundtrockenheit

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Zahn-CT (Cone Beam CT)

Eine Zahn-CT erzeugt ähnlich wie eine CT oder MRT ebenfalls Schnittbilder. Dieses Verfahren wird auch als digitale Volumentomographie (DVT) oder im Englischen als Cone Beam CT bezeichnet. Für dieses bildgebende, dreidimensionale Verfahren werden Röntgenstrahlen genutzt. Wie bei einer CT kreist auch hier eine Röntgenröhre um den Patienten herum.

zertifiziertes Krebszentrum

Überprüftes Zentrum, das Krebspatientinnen und Krebspatienten umfassend betreut. Viele Fachleute und Spezialisten arbeiten hier zusammen, und es wird überprüft, ob ihre Arbeit auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand erfolgt. Ein Verzeichnis von zertifizierten Krebszentren finden Sie im Internet unter: www.oncomap.de.

Zervixkarzinom

Siehe: Gebärmutterhalskrebs.

zielgerichtete Therapien

Auf den ganzen Körper wirkende (systemische) Behandlungsformen, die bestimmte Strukturen an oder in Krebszellen angreifen. Antikörper zum Beispiel können Rezeptoren auf bestimmten Krebszellen blockieren.

Zirrhose

Vernarbung von Organgewebe durch Entzündungsvorgänge.

Zyklus, weiblicher

Bei Frauen im gebärfähigem Alter findet ein monatlicher Hormonzyklus statt: Die Schleimhaut der Gebärmutter wächst und bereitet sich auf eine mögliche Einnistung einer Eizelle vor. Wenn die Eizelle nicht befruchtet wird, stirbt sie ab.

Am Ende des sogenannten weiblichen Zyklus löst sich die oberste Schleimhautschicht der Gebärmutter ab und wird zusammen mit etwas Blut abgestoßen. Es kommt zur Regelblutung. Eine Blutung dauert normalerweise drei bis fünf Tage und zeigt an, dass ein Zyklus zu Ende gegangen ist.

zystische Fibrose

Siehe: Mukoviszidose.

Zytologe, Zytologin

Ein Zytologe oder eine Zytologin untersucht einzelne Zellen statt Zellgewebe. Das können zum Beispiel abgestrichene Einzelzellen aus dem Schleim des Gebärmutterhalses sein. Dieser Zellabstrich (siehe Pap-Test) ist ein bekanntes zytologisches Verfahren zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs.

zytoreduktive Chirurgie

Bezeichnung für ein Operationsverfahren bei Metastasen im Bauchfell: Die Operateure entfernen hierbei das gesamte Bauchfell und alle erkennbaren Tumorherde im Bauchraum.

Zytostatika

Gruppe von Medikamenten, die die Zellteilung hemmen. Sie werden in der Chemotherapie (siehe oben) eingesetzt.

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zuletzt verändert: 06.09.2016 10:10
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