Gut informiert entscheiden

Patienteninformationen des ÄZQ

verlässlich, verständlich, transparent

Wörterbuch

Wörterbuch zu Fremdwörtern und Fachbegriffen der Patientenleitlinien des Leitlinienprogramms Onkologie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe.

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

3-D-Histologie

Dreidimensionale Gewebedarstellung unter dem Mikroskop. Die 3-D-Histologie hat den Vorteil, dass der Operateur nach dem Schneiden ein sehr präzises Bild der Schnittränder bekommt und punktgenau nachschneiden kann, wenn kleinste Tumorausläufer beim ersten Schneiden nicht erfasst worden sind.

ablative Verfahren

Mit ablativen Behandlungen wird Tumorgewebe direkt im Organ zerstört.

ableitende Harnwege

Hierzu gehören Nierenbecken, Harnleiter, Harnblase und Harnröhre.

Abrasio

Auch Abrasio uteri genannt; Ausschabung von Gebärmutterschleimhaut, operativ wird Schleimhautgewebe entfernt.

Acetylcystein

Schleimlösender Wirkstoff. Ärztinnen und Ärzte verschreiben ihn zum Beispiel bei einer Bronchitis.

Acetylsalicylsäure

Kurz: ASS, bekannt als Aspirin®. Medikament, das schmerzlindernd und fiebersenkend wirkt. Zudem hemmt es die Anlagerung von Blutplättchen und verhindert damit die Verstopfung der Blutgefäße.

Achalasie

Seltene Erkrankung, bei der die Beweglichkeit der Muskeln in der Speiseröhre gestört ist und der untere Speiseröhrenschließmuskel nicht richtig öffnet. Dies macht sich vor allem durch Schluckbeschwerden bemerkbar.

Aciclovir

Medikament gegen Herpesviren.

Adenokarzinom

Von Drüsengewebe ausgehender bösartiger Tumor.

Adenom

Gutartige Geschwulst aus der Schleimhaut oder aus Drüsengewebe.

Adipositas

Fettleibigkeit, krankhaftes Übergewicht.

adjuvante Behandlung

Maßnahmen im Rahmen einer Krebsbehandlung, die eine heilende Behandlung unterstützen: zum Beispiel eine zusätzliche Bestrahlung nach der Operation oder eine unterstützende Hormonentzugstherapie während der Bestrahlung.

Adnexe

In der medizinischen Fachsprache werden Eierstock und Eileiter oft als Adnexe (Anhangsgebilde) zusammengefasst.

Adnexexstirpation

Operative Entfernung von Eierstock und Eileiter.

Adomen

Bauch.

After (auch Anus)

Hinterer, der Ausscheidung dienender Ausgang des Darms.

Afterloading

Ist ein anderer Begriff für die Hochdosis-Brachytherapie. Dabei wird eine relativ starke Strahlendosis gezielt auf den Tumor gerichtet. Die Behandlung wird in der Regel zwei- bis dreimal durchgeführt.

AHB

Abkürzung für Anschlussheilbehandlung.

akneiformes Exanthem

Akne-ähnlicher Hautausschlag.

akrolentiginöses Melanom

Bestimmter Melanomtyp nach der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation WHO. Dieser Typ ist mit 5 Prozent aller Melanome relativ selten. Das akrolentiginöse Melanom wächst schnell und tritt vor allem an den Handflächen und Fußsohlen sowie unter den Nägeln auf.

Akupressur

Akupunktur-Massage. Behandlungsverfahren, das vor allem in der traditionellen chinesischen Medizin und in der japanischen Medizin zum Einsatz kommt. Bei dieser Form der Massage wird stumpfer Druck auf bestimmte Punkte des Körpers ausgeübt.

Akupunktur

Behandlungsverfahren, bei dem Nadeln an speziellen Punkten gesetzt werden, die mit bestimmten Körperstellen in Verbindung stehen.

akut

Vordringlich, dringend, in diesem Moment.

akute lymphatische Leukämie

Blutkrebs-Form, bei der sich sogenannte lymphatische Vorläuferzellen verändert ha-ben. Die Erkrankung tritt plötzlich auf und entwickelt sich schnell.

Akute myeloische Leukämie

Blutkrebs-Form, bei der sich sogenannte myeloische Vorläuferzellen verändert haben. Die Erkrankrung tritt plötzlich auf und entwickelt sich schnell.

Akutfolgen

Begleiterscheinungen oder Nebenwirkungen, die unmittelbar während oder nach einer Behandlung auftreten.

Alanin-Aminostransferase (ALT)

Enzym, das besonders häufig in Leberzellen vorkommt. Ist dieser Wert gemeinsam mit anderen Enzymwerten erhöht, kann das auf schädigende Prozesse in der Leber hinweisen.

Albumin

Spezielles Eiweiß, das in der Leber hergestellt wird. Es sorgt unter anderem dafür, dass das Blut in den Gefäßen bleibt.

Alkalische Phosphatase (AP)

Enzym, das in Leber, Knochen und Dünndarm vorkommt. Die Körperzellen brauchen es für den Stoffwechsel. Ist der Wert gemeinsam mit anderen Enzymwerten erhöht, kann das auf zellschädigende Vorhänge in der Leber (zum Beispiel eine Leberentzündung) hindeuten.

Alkylanzien

Medikamente dieser Gruppe greifen chemisch die Moleküle der Erbsubstanz der Tumorzellen sowie einiger Eiweiße an und vernetzen sie. Die "Bauanleitung" der Zellen steht dann nicht mehr zur Verfügung.

Beispiele: Cylophosphamid, Hydroxyharnstoff (Hydroxyurea), Melphalan.

Aloe vera

Eine Pflanzenart.

Alopezie

Haarausfall, Haarlosigkeit.

Alpha-Liponsäure

Körpereigene Substanz, die aus Thioctsäure genannt wird. Ihr wird eine schützende (antioxidative) Wirkung zugeschrieben, unter anderem für Nerven und Leber.

alternative Behandlungsverfahren

Behandlungsverfahren, die an Stelle der von der wissenschaftlichen Medizin entwickelten Methoden angeboten werden.

Amalgam

Soff aus verschiedenen Metallen. Er wird häufig als Zahnfüllung verwendet.

ambulant

Gegenteil von stationär. Bei einer ambulanten Behandlung kann der Patient unmittelbar oder kurze Zeit nach Beendigung wieder nach Hause gehen.

Amifostin

Arzneimittel, das vor allem im Rahmen einer Chemo- oder Strahlentherapie eingesetzt werden kann. Zum Beispiel ist es in Deutschland bei Bestrahlung der Speicheldrüsen zugelassen, um Mundtrockenheit vorzubeugen.

Aminoglykoside

Gruppe von Antibiotika, die wasserlöslich sind. Wenn sie oral eingenommen werden, können sie nicht vom Darm in den Körper gelangen.

Amine

Amine sind Stoffe, die krebserzeugend sind.

Aminosäure

Kleiner Baustein von Eiweiß.

Amitriptylin

Arzneimittel gegen Depression. Gehört zur Gruppe der sogenannten trizyklischen Antidepressiva. Sie können auch bei bestimmten Schmerzen in Frage kommen.

anal

Den After/Anus betreffend.

Analgetikum

Schmerzmittel. Man unterscheidet Schmerzmittel, die kein Opioid enthalten, und Opioid-haltige Schmerzmittel. Das bekannteste opioidhaltige Schmerzmittel ist Morphium.

Anämie

Blutarmut.

Anamnese

Ergebnis der ärztlichen Erstuntersuchung. Dabei erfragt die Ärztin oder der Arzt unter anderem Beschwerden, frühere oder aktuelle Erkrankungen und Lebensgewohnheiten.

Anästhesiologie

Medizinisches Fachgebiet, das sich mit Methoden der Schmerzausschaltung sowie der Schmerzbehandlung beschäftigt. Hierzu gehört zum Beispiel die Vorbereitung und Durchführung einer Narkose.

Anastomosenstriktur

Bezeichnet eine durch Narbenbildung verursachte Verengung am Blasenhals, die unangenehme Probleme beim Wasserlassen verursacht.

anatomisch

Den Aufbau eines physiologisch gesunden Körpers oder Gewebes betreffend. Die Anatomie ist die Lehre vom Aufbau des Körpers und beschreibt Gestalt, Lage und Struktur von Körperteilen, Organen, Gewebe oder Zellen.

Anpassungsstörung

Bei einer Anpassungsstörung handelt es sich um eine seelische Reaktion auf einen psychosozialen Belastungsfaktor wie beispielsweise familiäre Probleme, Todesfälle oder einer schwere Krankheit.

Anschlussheilbehandlung

(AHB; auch Anschlussrehabilitation, AR) Besondere Form der medizinischen Rehabilitation, die sich unmittelbar an einen Krankenhausaufenthalt anschließt und in der Regel drei Wochen dauert. Sie muss bereits im Krankenhaus beantragt werden.

Anthrazykline

Krebsmedikamente, die das Tumorwachstum hemmen. Sie bewirken Brüche in den Erbanlagen, so dass sich die Zellen nicht mehr teilen können. Allerdings sind sie nicht nur in der Phase der Zellteilung effektiv. Dadurch ist das Potenzial für Nebenwirkungen bei diesen Zytostatika vergleichsweise hoch. Beispiel: Doxorubicin, Epirubicin.

Antiandrogene

Werden bei der Hormonentzugstherapie eingesetzt. Die Wirkstoffe sorgen dafür, dass das männliche Sexualhormon Testosteron in der Prostata – speziell in den Tumorzellen – nicht wirksam werden kann. Männer, die mit Antiandrogenen behandelt werden, haben einen normalen Testosteronspiegel.

Antibabypille

Die Antibabypille unterdrückt unter anderem den monatlichen Eisprung. Sie wird als Verhütungsmittel, aber auch gegen Regelschmerzen oder gegen Akne verwendet.

Antibiotikum

Medikament, das Bakterien, aber keine Viren abtötet.

Antidepressivum

Medikament zur Behandlung von Depressionen. Es kann aber auch bei anderen seelischen Erkrankungen oder Schmerzen eingesetzt werden. Je nach Wirkstoff können unterschiedliche Nebenwirkungen auftreten. Anders als manche Menschen glauben, machen Antidepressiva nicht abhängig.

Antiemetikum

Medikament, das Übelkeit und Erbrechen verhindert und unterdrückt.

Antihistaminikum

Medikamente gegen Allergien und Juckreiz.

Anti-Hormontherapie

Hormone sind verantwortlich für wichtige Vorgänge im Körper wie zum Beispiel die Senkung des Blutzuckerspielgels, die Fortpflanzung oder das Wachstum. Auch manche Tumore wachsen verstärkt unter dem Einfluss von Hormonen. Brustkrebs oder Eierstockkrebs zum Beispiel kann unter dem Einfluss des weiblichen Geschlechtshormon Östrogen wachsen. Diese Hormonabhängigkeit von Krebszellen ist der Ansatzpunkt der Anti-Hormontherapie. Hierbei werden körpereigene Hormone ausgeschaltet. So kann die Ausbreitung eines Tumors gehemmt werden.

Antikörper

Natürlich vorkommende Eiweißmoleküle, die körperfremde und gegebenenfalls auch körpereigene Strukturen als sogenannte Antigene erkennen und sich an ihnen festheften. Sie sind wichtig für die menschliche Immunabwehr gegen Krankheitserreger. Siehe auch: "monoklonale Antikörper".

Antikörpertherapie

Wird auch als "zielgerichtete Behandlung" bezeichnet. Während "klassische" Wirkstoffe der Chemotherapie die Zellteilung behindern, wirken "zielgerichtete" Substanzen wie Antikörper auf spezielle Eigenschaften der Krebszellen. Sie blockieren beispielsweise Botenstoffe oder die Entwicklung der Blutversorgung, die die Zelle zum Wachsen benötigt.

Antimetabolit

Medikament, das in die Erbsubstanz als "falscher" Baustein eingebaut wird und so die DNA der Tumorzelle zerstört. Antimetabolite wirken sehr spezifisch während der Zellteilung. Beispiele: Methotrexat, 5-Fluoruracil (5-FU), Cladribin, Fludarabin, Capecitabine, Gemcitabine.

Antimykotikum

Medikament gegen Pilzerkrankungen.

Antipsychotikum

Dieses Medikament wird bei seelischen Erkrankungen eingesetzt, vorwiegend bei Wahnvorstellungen und Halluzinationen.

antizipatorisch

Vorgereifend, vorwegnehmend.

antizipatorisches Erbrechen

Siehe erlerntes Erbrechen.

Anus präter

Künstlicher Darmausgang oder auch Enterostoma genannt; das ist ein künstlich angelegter Ausgang, bei dem der Darm durch die Bauchdecke ausgeleitet wird. Ein kleiner Teil des Darms ist sichtbar und wird durch einen selbstklebenden Beutel abgedichtet. Dieser ist geruchsdicht und sammelt die Ausscheidungen.

Aorta

Hauptschlagader.

apparative Diagnostik

Alle Untersuchungsmethoden, zu denen der Arzt Geräte und technische Hilfsmittel benötigt, beispielsweise Röntgen, Ultraschalluntersuchungen, MRT, PET.

Appendektomie

Operatives Entfernen des Wurmfortsatzes des Blinddarms; wird umgangssprachlich oft fälschlicherweise als Blinddarmentfernung bezeichnet.

Approbation

Berufszulassung.

Aprepitant

Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen durch Krebsmedikamente. Der Wirkstoff gehört zu den Neurokinin-Antagonisten, die einen Botenstoff im Körper blockieren, der über das Brechzentrum im Gehirn Brechreiz auslöst.

Arginin

Eine wichtige Aminosäure - also ein Baustein für Eiweiße. Kommt in vielen Nahrungsmitteln vor.

Aromatasehemmer

Medikament, das die Bildung von Östrogen verhindert. Dadurch können Brustkrebszellen an ihrer Entstehung beziehungsweise an ihrem Wachstum gehindert werden.

Arterie

Vom Herzen wegführendes Blutgefäß. Die Arterien transportieren das sauerstoffreiche Blut vom Herzen in den gesamten Körper.

Aspartat-Aminotransferase (AST)

Enzym, das besonders häufig in Herz-, Leber-, Gehirn, Nieren und Skelettmuskelzellen vorkommt. Ist dieser Wert gemeinsam mit anderen "Leberwerten" erhöht, kann das auf eine Schädigung der Leber hindeuten.

Aszites

Wasseransammlung im Bauchraum, zum Beispiel als Folge von Metastasen im Bauchfell (Peritonealmetastasen) oder einer Ausbreitung von Eierstockkrebs (siehe auch Peritonealkarzinose).

Ataxia teleangiecatica (auch: Louis-Bar-Syndrom)

Die Ataxia Teleangiecatica ist eine seltene Erberkrankung, die eine Störung der Bewegungsabläufe verursacht. Sie beruht auf einer genetischen Störung und geht mit einem hundertfach erhöhten Krebsrisiko einher. Zu den frühen Symptomen zählen Schwierigkeiten beim Gehen (Ataxie) und andere neurologische Auffälligkeiten, die bereits im Kleinkindalter auftreten. Weitere Anzeichen sind Erweiterungen der Gefäße im Augenweiß und an der Nase. Meist entwickeln die Patienten eine Abwehrschwäche gegen Infektionserkrankungen, da vor allem Zellen des Immunsystems betroffen sind. Hinzu kommt das gehäufte Auftreten von verschiedenen Formen des Blutkrebses.

Atrophie

Rückbildung eines Organs oder Gewebes, zum Beispiel eine Verdünnung der Haut.

Ausscheidungsurogramm

Röntgendarstellung der ableitenden Harnwege durch Kontrastmittel.

autogenes Training

Entspannungstechnik.

AWMF

Abkürzung für Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Die AWMF beurteilt Handlungsempfehlungen für Ärzte, sogenannte Leitlinien, nach ihrer Güte. Die Empfehlungen einer ärztlichen Leitlinie beruhen auf möglichst fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Ayurveda

Bezeichnet die Sammlung der wichtigsten Lehrbücher der altindischen Medizin aus einer bestimmten Epoche, und die auf dieser Sammlung beruhende Gesundheitslehre und Gesundheitspflege.

Azathioprin    

Wirkstoff, der das körpereigene Abwehrsystem unterdrückt.

Azidose

Eine Azidose ist eine Übersäuerung des Körpers, also eine Störung des Säure-Basen-Haushaltes, die mit einem Absinken des pH-Werts im Blut unter 7,35 einhergeht.


zurück nach oben

Bacillus Calmette-Guérin (BCG)

Ein aus Rindertuberkelbazillen entwickelter abgeschwächter Lebendimpfstoff gegen Tuberkulose. Eine besondere Anwendung für BCG ist die Behandlung bestimmter Formen von Blasenkrebs in Form einer Immuntherapie. Dazu wird BCG durch einen Katheter in die Harnblase eingebracht (Instillationstherapie). BCG bewirkt eine lokale Immunreaktion (Blasenschleimhautreizung) gegen die Tumorzellen.

Barrett-Ösophagus

Als Komplikation einer Refluxkrankheit wandeln sich die Deck-Zellen in der unteren Speiseröhre in Drüsen-Zellen ähnlich des Magens um. Ein Barrett-Ösophagus ist eine Vorstufe von Krebs: Im schlimmsten Fall kann sich daraus Krebs in der unteren Speiseröhre entwickeln.

Bauchfell

Ist eine feuchte Haut, die den Bauchraum auskleidet und dort die inneren Organe umgibt. Das Bauchfell bildet eine Flüssigkeit, die als "Schmiermittel" dient, damit sich die Organe im Bauch leichter gegeneinander bewegen können. Eine weitere Funktion des Bauchfells ist, Flüssigkeit aus dem Bauchraum aufzunehmen und den Lymph- und Blutgefäßen zuzuführen. Das ist für die körperliche Abwehr wichtig. 

Bauchhöhlen-Chemotherapie (intraperitoneale Chemotherapie)

Örtliche statt systemische Chemotherapie; die Wirkstoffe werden direkt in die Bauchhöhle geleitet statt in den Blutkreislauf. Auf diese Weise können die Substanzen örtlich in hohen Konzentrationen wirken, wobei die Nebenwirkungen auf den gesamten Körper im Vergleich zur systemischen Chemotherapie geringer sind. Über einen dünnen Schlauch werden die Substanzen mit bis zu zwei Litern Flüssigkeit in die Bauchhöhle gespült. Sie verbleiben dort für mehrere Stunden.

Allerdings ist eine intraperitoneale Chemotherapie nur sehr begrenzt verträglich. Es kann zu schmerzhaften Bauchfellentzündungen und Vernarbungen im Bauchraum kommen.

Bauchnetz

Das Bauchnetz heißt in der Fachsprache Omentum majus; es wird auch großes Netz genannt. Es bedeckt vor allem den Dünndarm und Teile des Dickdarms. Das Bauchnetz ist reich an Fettgewebe, Blut- und Lymphgefäßen. Zu seinen Aufgaben gehören die Flüssigkeitsregulierung und die Immunabwehr im Bauchraum.

Bauchspeicheldrüsenkrebs

Der Fachbegriff für Krebs der Bauchspeicheldrüse lautet Pankreaskarzinom. Es kann überall in der Bauchspeicheldrüse auftreten: am Kopf, am Körper oder am Schwanz. Am häufigsten, in etwa zwei Drittel der Fälle, ist der Pankreaskopf betroffen. Wenn Bauchspeicheldrüsenkrebs streut, siedeln Metastasen häufig in der Leber, der Lunge und den Knochen. Ausführliche Informationen gibt es in der "Patientenleitlinie Bauchspeicheldrüsenkrebs".

Beclometason

Kortikoid-haltiges Medikament. Es kann zum Beispiel bei Lungenerkrankungen inhaliert werden.

Beckenboden

Der Beckenboden schließt beim Menschen die Beckenhöhle, in der zum Beispiel die Blase liegt, nach unten ab. Der Beckenboden besteht aus Bindegewebe und verschiedenen Muskeln.

benigne

Gutartig.

Benzodiazepin

Medikament, das als Beruhigungsmittel eingesetzt wird, beispielsweise bei Angst- und Unruhezuständen. Es besteht die Gefahr, davon abhängig zu werden, wenn es länger als zwei Wochen eingenommen wird.

Benzoylperoxid

Medikament gegen Akne. Es soll der Haut helfen, die obersten Hornschichten abzustoßen, so dass der Talg besser abfließen kann. Zudem wirkt es hemmend auf Bakterien. Das Mittel ist in verschiedenen Dosierungen als Gel, Lotion oder Creme frei verkäuflich. Eine vorsichtige Anwendung ist ratsam, weil Benzoylperoxid Haare und Kleidung bleichen kann.

Berufskrankheit

Es müssen zwei Bedingungen erfüllt sein, damit eine Krankheit als Berufskrankheit anerkannt wird: Der Erkrankung muss ursächlich eine berufsbedingte Schädigung zugrunde liegen und die sozialrechtlichen/gesetzlichen Voraussetzungen müssen erfüllt sein.

Bestrahlung

Als Bestrahlung (auch Radiotherapie) wird die medizinische Anwendung von ionisierender Strahlung, zum Beispiel Röntgenstrahlung, auf den Körper bezeichnet, um Krankheiten zu heilen oder deren Fortschreiten zu verzögern. Durch gezielte Behandlung mit hochenergetischer Röntgenstrahlung können verschiedene bösartige Tumoren entweder vollständig zerstört oder in ihrer Entwicklung gehemmt werden. Eine Strahlentherapie kommt bei der Behandlung von Eierstockkrebs nur in seltenen Einzelfällen zum Einsatz.

BET

Brust erhaltende Therapie; Ziel: weitgehende Erhaltung der Brust bei vollständiger Entfernung des Tumors.

Betamethason

Kortikoid-haltiges Medikament. Künstlich hergestellter Wirkstoff ähnlich dem Kortison. Es hemmt Entzündungen und unterdrückt das körpereigene Abwehrsystem.

Bethanechol

Medikament, das die Speicheldrüsen und die Verdauung anregt. Es kommt zum Bei-spiel bei Blasenschwäche zum Einsatz.

Betreuungsverfügung

Eine Betreuungsverfügung wird geltend, wenn kein Vorsorgebevollmächtigter vorab durch den Patienten bestimmt wurde und handeln kann. In diesem Fall bestimmt ein Betreuungsgericht eine gesetzliche Vertreterin oder einen gesetzlichen Vertreter.

Bevacizumab

Der Antikörper Bevacizumab ist ein Angiogenese-Hemmer, das heißt er hemmt die Neubildung von Gefäßen. Er greift nicht die Krebszellen selbst an, sondern wirkt auf Zellen in der Umgebung, die für das Tumorwachstum notwendig sind. Er hemmt den Wachstumsfaktor VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor), der die Gefäßbildung von Zellen steuert. Wenn Tumoren eine gewisse Größe erreichen, brauchen sie zu ihrer Versorgung eigene, neu gebildete Blutgefäße. Diese Gefäßneubildung (Angiogenese) wird durch Bevacizumab verringert. Bevacizumab wird als Infusion verabreicht. Es kann häufig schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen.

bildgebendes Verfahren

Verfahren, das bestimmte Teile des Körpers mit Hilfe verschiedener physikalischer Techniken abbildet. Dazu gehören Ultraschall (Sonografie), Röntgen, Computertomografie (CT), auch Szintigrafie, Positronenemissionstomografie (PET) und Magnetresonanztomografie (MRT).

Bilirubin

Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs, der in der Leber entsteht.

Biofeedback

Trainingsverfahren mit Rückmeldung zur Überprüfung der richtigen Anspannung der Muskulatur des Beckenbodens und des Blasenschließmuskels mit Hilfe eines Gerätes. Durch akustische oder optische Signale werden Körperfunktionen hör- oder sichtbar gemacht. Dies unterstützt die Betroffenen in ihren Bemühungen, ein richtiges und wirksames willkürliches Zusammenziehen der Beckenbodenmuskulatur durchzuführen. In Studien konnte ermittelt werden, dass Krankengymnastik in Verbindung mit dem Biofeedback-Verfahren eine größere Wirksamkeit bei der Behandlung und Heilung der Inkontinenz zeigt.

Biopsie

Gewebeprobe. Bei einer Biopsie wird zur Abklärung eines Tumorverdachts Gewebe entnommen, damit es im Labor vor allem unter dem Mikroskop untersucht werden kann.

Biotin

B-Vitamin, das unter anderem für Haare und Nägel wichtig ist.

blasenerhaltendes Vorgehen

Behandlung, deren Ziel die Tumorentfernung bei Erhalt der Blase ist.

Blasenkrebs (Harnblasenkarzinom)

Blasenkrebs ist ein in der Harnblase entstehender bösartiger Tumor, der von Schleimhautzellen ausgeht, welche die Blase von innen auskleiden.

Blasenspiegelung (Zystoskopie)

Bei einer Blasenspiegelung wird ein dünner Schlauch (Endoskop, Zystoskop) durch die Harnröhre in die Harnblase vorgeschoben. An der Spitze befindet sich eine kleine Kamera, die Bilder vom Inneren der Harnblase und Harnröhre auf einen Bildschirm überträgt. So kann die Ärztin oder der Arzt die Innenwände der Organe beurteilen und nach verdächtigen Stellen absuchen.

Blasenspülung

Einbringen von Medikamenten in die Harnblase.

Bluthochdruck

Kreislauferkrankung, bei der in den Blutgefäßen ein erhöhter Druck herrscht. Er liegt laut Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO dann vor, wenn der Druck in den Arterien auf einen systolischen Wert von über 140 mmHg und/oder einen diastolischen Wert über 90 mmHg gesteigert ist. Der Fachausdruck lautet Hypertonie. Bei Kindern und Jugendlichen gibt es keine einheitlichen Werte. Ihr Blutdruck wird bewertet, indem er zur Körpergröße ins Verhältnis gesetzt wird.

Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG)

Geschwindigkeit, mit der sich feste Blutbestandteile (rote und weiße Blutzellen) von nicht festen (Serum) trennen; lässt Rückschlüsse auf Entzündungen im Körper zu.

Bluttransfusion

Blutübertragung; Blut oder Blutbestandteile, wie rote Blutzellen, werden in eine Vene verabreicht. Dies kann bei hohem Blutverlust nötig sein.

Blutveränderungen

Eine Krebserkrankung selbst oder deren Behandlung können sich auf das Blut auswirken. Es kann zum Beispiel zu einem Mangel an roten und weißen Blutzellen kommen (Anämie oder Neutropenie). Die Therapie kann auch die Anzahl der Blutplättchen senken (Thrombozyten), die für die Blutgerinnung zuständig sind. Dann sprechen Fachleute von einer Thrombozytopenie. Siehe auch Anämie oder Neutropenie.

Body-Mass-Index

Auch als Körpermasseindex bezeichnet. Ist eine Maßzahl für die Bewertung des Körpergewichts eines Menschen im Verhältnis zu seiner Körpergröße: BMI = Körpergewicht in kg / Körpergröße in m zum Quadrat. Ab einem BMI ≥ 30 kg/m² besteht Adipositas. (Fettleibigkeit)

Borderline-Tumor

Als Borderline-Tumor bezeichnet man Tumore, die nicht eindeutig als gut- oder bösartig eingestuft werden können. Bei ihnen sind Zell- und Gewebeveränderungen vorhanden, aber es ist kein zerstörendes Wachstum nachweisbar. Man spricht auch von Tumoren mit niedrigem bösartigem Potenzial.

Bortezomib

Krebsmedikament zur Behandlung des multiplen Myeloms.

Brachytherapie

Ist eine lokale Strahlentherapie, bei der von innen bestrahlt wird. Im sogenannten "Nachladeverfahren" (Afterloading) wird zuerst ein nicht-strahlender Führungsschlauch in den Tumor eingebracht. Über diesen kann eine radioaktive Strahlenquelle für einen genau berechneten Zeitraum eingesetzt werden und den Krebs direkt von innen bestrahlen.

Bronchoskopie

Spiegelung der Atemwege (Bronchien). Bei diesem Verfahren wird ein biegsamer Schlauch über den Rachen in die Luftröhre beziehungsweise die Bronchien geschoben. Ganz vorne am Gerät befindet sich eine kleine Kamera mit Lichtquelle, die Bilder aus den Atemwegen auf einen Bildschirm überträgt.

Bruch (Hernie)

Der Bruch ist eine Öffnung im normal geschlossenen Muskelgewebe, zum Beispiel der Bauchwand, bei der in einer Vorwölbung innere Gewebeteile einen Bruchsack bilden.

Brustkrebs

Ein bösartiger Tumor der Brustdrüse. Ausführliche Informationen gibt es in den Patientenleitlinien "Brustkrebs" im Internet.

B-Symptomatik

Bestimmte allgemeine Symptome ohne anderweitig erklärbare Ursache. Dazu gehören Fieber über 38° C, Nachtschweiß (Wechsel der Nachtwäsche) und ungewollter Gewichtsverlust von mehr als einem Zehntel des Körpergewichtes innerhalb von 6 Monaten.

Budesonid

Kortikoid-haltiges Medikament. Künstlich hergestellter Wirkstoff ähnlich dem Kortison. Es hemmt zum Beispiel örtliche Entzündungen im Darm und kommt deshalb bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen zum Einsatz.

Buspiron

Ein angstlösendes Medikament.

Butyrat

Salz der Buttersäure. Dient den Schleimhautzellen des Darms als Energiequelle und regt die Bildung neuer Zellen und Darmbewegungen an.

Bypass

Operativ angelegte Umgehung von Gefäßen oder Darmabschnitten.

Calcineurin-Antagonist

Medikament, welches das körpereigene Abwehrsystem beeinflusst und entzündungshemmend wirkt. Bekannte Wirkstoffe sind Pimecrolimus und Tacrolimus. Sie kommen zum Beispiel bei Neurodermitis zum Einsatz.

Calendula-Creme

Ringelblumen-Creme.

Cannabinoide

Stoffe, die natürlicherweise in der Hanfpflanze vorkommen. Sie wirken im zentralen Nervensystem und können Übelkeit und Erbrechen lindern und zur allgemeinen Entspannung beitragen.


zurück nach oben

Capecitabin

Eine Substanz, die im Körper zu 5-FU abgebaut wird. Die Wirkweise ist deshalb mit 5-FU vergleichbar. Dieses Medikament wird als Tablette eingenommen.

Capsaicin

Wirkstoff aus den getrockneten Früchten des Cayennepfeffers.

Captopril

Blutdrucksenker. Gehört zu den sogenannten ACE-Hemmern. ACE-Hemmer kommen auch bei Herzschwäche zum Einsatz. Sie werden außerdem zur Vorbeugung von Herzinfarkten oder Schlaganfällen verwendet.

Carboplatin

Zytostatikum mit Platinanteil. Chemische Verbindungen dieses Edelmetalls binden sich an die Erbsubstanz der Tumorzellen und hemmen zusätzlich die Eiweiße, die dadurch ausgelöste Schäden reparieren könnten. Dieses Medikament hat vergleichsweise starke Nebenwirkungen, vor allem Übelkeit, die sich mit Begleitmedikamenten allerdings weitgehend unterdrücken lässt. Meist wird es in Kombination mit anderen Zytostatika eingesetzt. Siehe auch Platinverbindungen.

carcinoembryonales Antigen

(abgekürzt CEA) Tumormarker, der in der Nachsorge von Dickdarmkrebs verwendet werden kann.

Carcinoma in situ (CiS, Tis)

Nicht-muskelinvasiver Blasenkrebs, der breitflächig in der Schleimhaut wächst. Er hat ein hohes Rückfallrisiko.

Cerclage

Umschlingung. Beispielsweise kann der Gebärmutterhals operativ verschlossen werden, um eine Frühgeburt zu verhindern.

Cervix uteri

Gebärmutterhals.

Cetuximab

Antikörper, der als Krebsmedikament eingesetzt wird. Er richtet sich gegen den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor. Siehe EGFR-Hemmer.

Chemotherapeutika

Chemische Wirkstoffe unterschiedlicher Art, die Krebszellen in ihrem Wachstum hemmen oder abtöten sollen (Zytostatika).

Chemotherapie

Behandlung von Krankheiten oder Infektionen durch Medikamente. Umgangssprachlich ist jedoch meist die Behandlung von Krebs gemeint. Die Chemotherapie verwendet Stoffe, die möglichst gezielt bestimmte krankheitsverursachende Zellen schädigen, indem sie diese abtöten oder in ihrem Wachstum hemmen. Bei der Behandlung bösartiger Krebserkrankungen nutzen die meisten dieser Stoffe die schnelle Teilungsfähigkeit der Krebszellen, da diese empfindlicher als gesunde Zellen auf Störungen der Zellteilung reagieren. Auf gesunde Zellen mit ähnlich guter Teilungsfähigkeit hat die Chemotherapie allerdings eine ähnliche Wirkung. Sie kann erhebliche Nebenwirkungen wie Blutbildveränderungen, Erbrechen oder Durchfall hervorrufen.

Cholestase

Stau der Gallenflüssigkeit.

Cholestyramin

Medikament zur Behandlung erhöhter Blutfettwerte.

Cholinesterase (ChE)

Enzym, das in der Leber gebildet wird. Ist der Wert zu gering, deutet das auf eine Funktionsstörung der Leber hin. Das heißt, die Leber ist nicht mehr in der Lage, das Enzym in ausreichendem Maße zu bilden.

Chromoendoskopie

Eine endoskopische Untersuchung, bei der die Schleimhaut, zum Beispiel die der Speiseröhre, mit einer bestimmten Flüssigkeit angefärbt wird. Während der Spiegelung kann man verdächtige Stellen in der Schleimhaut daran erkennen, dass sie sich nicht verfärben.

chronisch

Der Begriff "chronisch" bezeichnet eine Situation oder eine Krankheit, die längere Zeit vorhanden ist und andauert.

Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung (COPD)

Die Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung wird nach der englischen Bezeichnung Chronic Obstructive Pulmonary Disease als COPD bezeichnet. Diese lebenslang bestehende Erkrankung umfasst die Chronisch Obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem. Typische Krankheitszeichen sind Husten mit Auswurf und Atemnot.

Cisplatin

Siehe Platinverbindungen.

Codein

Natürlich vorkommender Stoff aus der Gruppe der Opiate. Es kommt vor allem als Schmerzmittel und als Hustenstiller zum Einsatz. Codein wirkt auch darmstopfend.

Colchizin

Stoffe, der natürlicherweise in einer giftigen Pflanze vorkommt (Herbstzeitlose). Wird in niedriger Dosierung zum Beispiel bei Gicht eingesetzt. In hoher Dosis wirkt Colchicin sehr giftig.

Colitis ulcerosa

Wie der Morbus Crohn eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Betroffene sind häufig zwischen dem 20 und 40 Jahre alt, wenn sie erkranken. Entzündet ist die Schleimhaut des Dickdarms. Bei den Betroffenen treten typischerweise wiederkehrend Durchfälle und krampfartige Bauchschmerzen auf.

Colon ascendens

Aufsteigender Teil des Kolons; liegt auf der rechten Körperseite.

Colon descendens

Absteigender Teil des Kolons; liegt auf der linken Körperseite.

Colon sigmoideum

Letzter Teil des Kolons. Liegt zwischen dem absteigenden Kolon (Colon descendens) und dem Rektum (Mastdarm). Er verläuft in einer S-förmigen Schleife, daher sein Name.

Colon transversum

Querkolon; Teil des Kolons zwischen Colon ascenden und descendens; zieht quer von der rechten zur linken Körperseite.

Colon

Siehe: Kolon

Colostoma

Siehe: Kolostoma.

Comprehensive Cancer Centers

Von der Deutschen Krebshilfe geförderte Onkologische Spitzenzentren: www.ccc-netzwerk.de/patienteninformation/links.html.

Computertomografie (CT)

Röntgen aus verschiedenen Richtungen. Ein Computer verarbeitet die Informationen, die hierbei entstehen, und erzeugt ein räumliches Bild vom untersuchten Organ. Im Regelfall werden dabei jodhaltige Kontrastmittel eingesetzt, die die Aussagefähigkeit der Methode erhöhen. Die Computertomografie ist mit einer höheren Strahlenbelastung verbunden als das einfache Röntgen. Siehe auch bildgebendes Verfahren.

Conduit

Form der künstlichen Harnableitung. Bei einem Conduit wird ein etwa 15cm langes Darmstück verwendet. In die eine Seite werden die Harnleiter eingenäht. Die andere Seite des Darms wird mit der Bauchwand vernäht. Es entsteht ein Stoma, welches über die Bauchdecke hinausragt. Der Urin fließt in die damit verbundene Stomaversorgung. Das Darmstück kann sowohl aus dem unteren Dünndarm (Ileum-Conduit), als auch aus dem Dickdarm (Colon-Conduit)) entnommen werden.

Corpus uteri

Gebärmutterköper.

CT-Kolonografie

Siehe: virtuelle Darmspiegelung.

CT-Urografie

Radiologische Untersuchung beziehungsweise Computertomografie der ableitenden Harnwege.

Cyclophosphamid

Zytostatikum, das den Aufbau der Erbinformation stört und die Zellen dadurch teilungsunfähig macht.

Cyclosporin A

Wirkstoff, der das körpereigene Abwehrsystem unterdrückt.

 

zurück nach oben

Darmkrebs

Darmkrebs entsteht in der Schleimhaut des Darms. Der medizinische Fachbegriff für Dickdarmkrebs lautet "kolorektales Karzinom". Darunter sind "Kolonkarzinome" und "Rektumkarzinome" zusammengefasst. Da diese mit Abstand die häufigsten bösartigen Tumore im Darm sind, meint jemand, der über "Darmkrebs" spricht, in der Regel ein kolorektales Karzinom. Ausführliche Informationen gibt es in den Patientenleitlinien "Darmkrebs".

Darmpolyp

Gutartige Wucherung der Schleimhaut, die in den Darm hineinragt. Sie kann fingerförmig oder pilzartig aussehen.

Darmspiegelung (Koloskopie)

Untersuchung des Darmes von innen: Mit Hilfe eines Schlauches, an dem eine Lichtquelle und eine Kamera befestigt sind, lässt sich die Schleimhaut des Darmes gründlich untersuchen. Die Darmspiegelung ist ein Verfahren, um Darmkrebs festzustellen.

Darmspülung

Siehe: Irrigation.

Debulkingoperation

Das ist ein operativer Eingriff, um den bösartigen Tumor zu entfernen oder zu verkleinern.

Delir

Als Delir bezeichnet man eine Störung des Bewusstseins. Es können dabei zusätzlich Beeinträchtigungen bei der Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und beim Denken sowie Schlafstörungen auftreten.

Denosumab

Therapeutischer Antikörper, der in den Knochenstoffwechsel eingreift und den Abbau von Knochen verhindert. Kommt vor allem bei Knochenschwund und knochenbedingten Komplikationen durch Knochenmetastasen zum Einsatz.

Depression

Psychische Erkrankung. Wichtige Anzeichen sind eine gedrückte Stimmung, Interessens- und Freudlosigkeit sowie Antriebsmangel und Ermüdbarkeit. Auch körperliche Beschwerden können Ausdruck der Krankheit sein. Man kann eine Depression in vielen Fällen gut behandeln.
Ausführliche Informationen gibt es in der  "Patientenleitlinie Depression".

Depressivität

Niedergeschlagene Grundstimmung.

Desensibilisierung

Behandlungsmethode aus dem Bereich der Verhaltenstherapie. Sie kommt zum Beispiel bei Angststörungen zum Einsatz. Betroffene werden langsam und schrittweise an die angstauslösende Situation herangeführt. Siehe auch Verhaltenstherapie.

desmoplastisches Melanom

Besonderer Melanomvariante, die unter dem Mikroskop identifiziert werden kann. Typisch für das desmoplastische Melanom ist die Wucherung von Bindegewebe mit spindelig verformten Bindegewebszellen. Es tritt als harter, kleiner Knoten in Hautpartien auf, die sehr häufig der Sonne ausgesetzt sind, häufig an Hals und Kopf. Das desmoplastische Melanom wächst zwar an Ort und Stelle häufig nach, streut aber selten zu den nahen Lymphknoten.

Dexamethason

Kortikoid-haltiges Medikament. Künstlich hergestellter Wirkstoff ähnlich dem Kortison. Es hemmt Entzündungen und unterdrückt das körpereigene Abwehrsystem.

Dexpanthenol

Provitamin B5. Mittel, das unter anderem zur Hautpflege zum Einsatz kommt, um den Heilungsprozess von Haut- oder Schleimhautverletzungen zu beschleunigen.

Diabetes mellitus

Zuckerkrankheit; kennzeichnend ist eine langanhaltende Erhöhung des Blutzuckers. Die häufigsten Formen sind Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Diabetes kann eine Reihe von anderen Erkrankungen zur Folge haben. Das können zum Beispiel Gefäßveränderungen an Herz und Gehirn, Nierenerkrankungen, Fußkomplikationen oder Schäden an der Netzhaut sein.
Ausführliche Informationen gibt es in mehreren Patientenleitlinien zum Thema "Diabetes".

Diagnose, Diagnostik

Untersuchen, Abwägen und Einschätzen aller Krankheitsanzeichen, um auf das Vorhandensein und die besondere Ausprägung einer Krankheit zu schließen.

Diarrhö 

Durchfall. Siehe Durchfall.

Dickdarm

Letzter, ungefähr anderthalb Meter langer, Abschnitt des Verdauungssystems. Beginnt nach dem Dünndarm und endet am Darmausgang (After, Anus). Der Dickdarm besteht aus dem Kolon (Grimmdarm) und dem Rektum (Mastdarm).

diffuser Typ

Ein meist schlecht differenzierter Tumor, der großflächig in die Magenwand wächst.

digital-rektal

Bei einer digital-rektalen Untersuchung tastet die Ärztin oder der Arzt den Enddarm vorsichtig mit dem Finger aus.

Distanzschiene

Es handelt sich um eine sogenannte Strahlenschutzschiene, die angefertigt wird, um erhaltungswürdige Zähne zu schützen. Zudem schützt diese auch die Schleimhäute vor Überdosierungen im Falle von metallhaltigen Zähnen und sie kann ebenfalls als Fluoridierungshilfe genutzt werden. Die Schiene wird während der täglichen Bestrahlungen über den Zähnen getragen. Sie sollte aus mindestens 3 Millimeter dickem Kunststoff bestehen. Die Kosten hierfür sollten Sie im Vorfeld mit dem behandelndem Zentrum absprechen, da die Krankenkassen diese nicht automatisch übernehmen.

Docetaxel

Zytostatikum. Es gehört zur Gruppe der sogenannten Taxane. Siehe auch Taxane.

Doppelblind-Studie

Weder die teilnehmenden Personen noch die behandelnden Mediziner wissen bei dieser Studie, wer welche Substanz erhält.

Doxepin

Arzneimittel gegen Depression. Gehört zur Gruppe der sogenannten trizyklischen Antidepressiva.

Doxorubicin

Doxorubicin ist ein Zytostatikum. Es hemmt das Tumorwachstum. Es bewirkt Brüche in der DNA, so dass sich die Zellen nicht mehr teilen können. Allerdings ist es nicht nur in der Phase der Zellteilung effektiv. Dadurch ist das Potenzial für Nebenwirkungen bei diesem Zytostatikum vergleichsweise hoch.

Doxycyclin

Medikament gegen Bakterien. Siehe Antibiotikum.

Duloxetin

Arzneimittel gegen Depression. Gehört zur Gruppe der sogenannten selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI). Diese können auch bei bestimmten Schmerzen in Frage kommen.

Dumpingsyndrom

Der Speisebrei kann aufgrund einer Operation am Magen zu schnell (sturzartig; engl. "dump" = stürzen) in den Dünndarm gelangen. Das kann zu zweierlei Komplikationen führen: Frühdumpingsyndrom (während oder unmittelbar nach der Nahrungsaufnahme: unangenehmes Völlegefühl, spontaner Durchfall, teilweise mit heftigen Schmerzen, Blutdruckabfall, Schweißausbrüche und Zittern) und Spätdumpingsyndrom (etwa ein bis drei Stunden nach einer Mahlzeit: Schweißausbrüche, Müdigkeit, Schwindel, Heißhunger und Zittern). In der Regel nehmen die Dumping-Beschwerden nach einigen Monaten ab. Manche Menschen sind jedoch immer wieder davon betroffen.

Dünnschicht-Spiral-CT

Bei einer (Dünnschicht-)Spiral-CT (zum Beispiel zur Untersuchung der Lunge) dreht sich die Röntgenröhre fortlaufend – spiralförmig – um die Patientin. Die Untersuchung geht viel schneller als eine herkömmliche CT und liefert Bilder jeder gewünschten Körperschicht.

Durchfall

Stuhl, der bei Erwachsenen öfter als dreimal am Tag auftritt, in der Menge vermehrt und/oder wässrig-dünn ist. Bei starkem Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust kann Durchfall bedrohlich werden. Die Häufigkeit des Stuhlgangs ist von Mensch zu Mensch verschieden. Als normal wird dreimal am Tag bis dreimal in der Woche angesehen.

Dysurie

Schmerzhaftes, erschwertes Wasserlassen.

zurück nach oben

EGFR

siehe: Wachstumsfaktor-Rezeptor.

Ehrenamt

Hierunter versteht man ein freiwilliges öffentliches Amt. Dies wird geldlich nicht entlohnt.

Eierstockkrebs

Eierstockkrebs ist ein bösartiger Tumor der weiblichen Fortpflanzungsorgane. In der Fachsprache heißt dieser Krebs Ovarialkarzinom. Ausführliche Informationen gibt es in der "Patientinnenleitlinie Eierstockkrebs".

Eileiterkrebs

Tubenkarzinom; es handelt sich um eine Krebserkrankung, die sich biologisch wie Eierstockkrebs verhält und auch entsprechend behandelt wird.

Einlauf

Das Einführen von Flüssigkeit in den Dickdarm, um den Darm zu reinigen.

Eisen

Spurenelement. Es kommt vor allem im Blut und in den Muskeln vor. Eisen ist unter anderem an der Bildung der roten Blutzellen und somit an der Versorgung des Körpers mit Sauerstoff beteiligt.

Eisenmangel

Ein Eisenmangel besteht, wenn im Körper zu wenig Eisen ist. Das macht sich zum Beispiel durch Blässe und Müdigkeit bemerkbar.

Eisenüberladung

Besteht, wenn der Körper überschüssiges Eisen nicht ausscheiden kann. Dann lagert sich Eisen in den Organen ab, wodurch diese geschädigt werden.

elektiv

Im medizinischen Bereich wird dieser Begriff meist verwendet, um zu verdeutlichen, dass eine bestimmte Behandlung bewusst ausgewählt wurde.

Elektrotherapie

Unter dieser Behandlungsform wird in der Medizin die therapeutische Anwendung von Strom verstanden.

Embolie

Gefäßverschluss durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) oder andere mit dem Blut angeschwemmte Materialien. Am häufigsten sind Lungenembolien in Folge einer venösen Thrombose (Blutgerinnsel in einer tiefen Beinvene). Bei einer Lungenembolie verstopft ein solcher Blutpfropfen eine Lungenarterie. Das nachfolgende Lungengewebe wird nicht mehr mit Sauerstoff versorgt und kann nicht mehr arbeiten. Dadurch kommt es zu Sauerstoffmangel. Eine Lungenembolie kann tödlich sein.

Embolisation

Gezieltes Verschließen von Blutgefäßen.

Emesis

Erbrechen.

emetogen

Brechreiz-auslösend.

Enddarm

Siehe: Rektum.

Enddarmblase

Form der künstlichen Harnableitung, bei der die Harnleiter in den Enddarm eingenäht werden. Der Enddarm dient damit als Speicherort für den Urin. Der Urin wird mit dem Stuhl über den After ausgeschieden.

endokrin

Nach innen abgebend.

endokrine Drüsen

Eine endokrine Drüse ist eine Drüse, die ihre Stoffe direkt ins Blut, in die Lymphe oder ins Gewebe abgibt. Da dies vor allem die Hormondrüsen betrifft, benutzt man die Begriffe "endokrine" und "Hormondrüse" gleichbedeutend. Die Gesamtheit der Hormondrüse wird auch als endokrines System bezeichnet.

endokrine Therapie

Antihormontherapie; Hormone sind verantwortlich für wichtige Vorgänge im Körper wie zum Beispiel die Senkung des Blutzuckerspiegels, die Fortpflanzung oder das Wachstum. Auch manche Tumoren wachsen verstärkt unter dem Einfluss von Hormonen. Eierstockkrebs kann zum Beispiel unter dem Einfluss des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen wachsen. Diese Hormonabhängigkeit von Krebszellen ist der Ansatzpunkt der Antihormontherapie. Hierbei werden körpereigene Hormone ausgeschaltet, die das Tumorwachstum fördern. So kann die Ausbreitung eines Tumors gehemmt werden. In der Regel ist die Antihormontherapie besser verträglich und mit weniger Nebenwirkungen verbunden als eine Chemotherapie.

endoluminal

Im Lumen befindlich, aus dem Lumen heraus. Ein Lumen bezeichnet das Innere eines Hohlraums, zum Beispiel das Innere des Dickdarms.

Endometriumkarzinom

Krebs der Gebärmutterschleimhaut.

Endoskop

Gerät, das zur Spiegelung von Hohlorganen und Körperhöhlen (Endoskopie) genutzt wird. Ganz vorne am Gerät befindet sich eine kleine Kamera mit Lichtquelle, die zum Beispiel Bilder aus der Speiseröhre oder dem Magen auf einen Bildschirm überträgt.

Endoskopie

Spiegelung; eine medizinische Technik, um Hohlorgane und Körperhöhlen untersuchen und gegebenenfalls gleich behandeln zu können (vergleiche endoskopische Resektion und endoskopische Untersuchung).

endoskopische Resektion

Entfernen des Tumors mittels Endoskopie.

endoskopische Untersuchung

Untersuchen von Hohlorganen und Körperhöhlen mittels Endoskopie. Zum Beispiel wird bei der Spiegelung der Speiseröhre ein biegsamer Schlauch in die Speiseröhre bis in den Magen beziehungsweise den Zwölffingerdarm geschoben. Über eine Kamera können die Organe von innen betrachtet werden. Mit einer winzigen Zange kann die Ärztin oder der Arzt zugleich Gewebeproben entnehmen.

endoskopischer Ultraschall (EUS, auch Endosonografie)

Beim Ultraschall "von innen" wird ein winziger Ultraschallkopf über einen Schlauch in die Speiseröhre bis in den Magen eingeführt. Mit Hilfe von Schallwellen werden Bilder innerhalb des Körpers erzeugt. Auf den Schallbildern kann man erkennen, ob die tieferen oder die oberen Schichten der Organwand verdickt sind. Größe und Ausdehnung des Tumors werden so recht zuverlässig festgestellt.

enterale Ernährung

Form der künstlichen Ernährung, bei der über eine Sonde Nährstoffe direkt in den Magen oder Darm gegeben werden. Diese Sonde kann durch die Nase eingeführt oder über einen Schnitt in die Bauchdecke in den Magen oder Darm eingebracht werden.

Entspannungsverfahren

Verfahren, die eingeübt werden, um körperlichen und seelischen Stress zu vermindern. Durch Entspannungsverfahren sollen die Patienten gelassener und zufriedener werden. Zudem wird das seelische und körperliche Wohlbefinden gestärkt.

Entzündung

Immunreaktion des Körpers; als Reaktion auf einen Gewebeschaden versucht der Körper, den Reiz (zum Beispiel Krankheitserreger, Fremdkörper, Giftstoff oder Hitze) zu beseitigen und die Stelle wieder zu heilen. Die typischen Anzeichen einer Entzündung sind: Rötung, Schwellung, Schmerz, Überwärmung und eingeschränkte Funktion. Siehe auch Infektion.

Enzym

Eiweißstoffe, die biochemische Vorgänge im Körper lenken und beschleunigen. Sie werden daher auch "Biokatalysatoren" genannt. Sie selbst bleiben bei dieser Reaktion unverändert. Enzyme sind für den Stoffwechsel im Körper lebenswichtig.

EORTC

European Organisation for Research and Treatment of Cancer – eine der wichtigsten europäischen Organisation im Bereich der Krebsforschung, gemeinnützig, mit in Brüssel. Die EORTC führt jährlich eine große Anzahl von Studien zur Krebstherapie durch.

epidermaler Wachstumsfaktor

Wachstumsfaktoren sind notwendige Stoffe für den Zellen- und Gewebeaufbau. Die Rezeptoren für solche Stoffe (abgekürzt EGFR1 und HER2) befinden sich auch an der Oberfläche von Tumorzellen. Sie fördern das Tumorwachstum. Bei Tumoren, die Rezeptoren für diese Wachstums-faktoren haben, können gezielte Stoffe eingesetzt werden, die diese Rezeptoren blockieren und damit das Tumorwachstum zeitweise hemmen.

Epilepsie

Erkrankung, bei der Krampfanfälle auftreten. Auslöser sind vorübergehende Funktionsstörungen des Gehirns. Umgangssprachlich wird diese Krankheit auch als Fallsucht oder Krampfleiden bezeichnet.

Epithese

Ein individuell angefertigtes Ersatzstück aus Kunststoff, Glas, Metall oder anderem Material, das oberflächliche Defekte, zum Beispiel im Gesicht, abdeckt.

erektile Dysfunktion

Potenzstörung, Impotenz. Man spricht von einer erektilen Dysfunktion (ED), wenn ein Mann über einen gewissen Zeitraum keine Erektion bekommen oder halten kann. Eine kurzfristige Erektionsstörung wird nicht als ED bezeichnet.

Erektion

Versteifung des männlichen Gliedes durch Füllen der Schwellkörper mit Blut.

Ergotherapeut, Ergotherapeutin

Behandelt Patientinnen und Patienten, bei denen Störungen der Bewegungsabläufe, der Sinnesorgane, der geistigen oder seelischen Fähigkeiten vorliegen.

Ergotherapie

Verfahren der medizinischen Heilberufe, das der Patientin oder dem Patienten helfen soll, eine durch Krankheit, Verletzung oder Behinderung verlorengegangene oder noch nicht vorhandene Handlungsfähigkeit im Alltagsleben (wieder) zu erreichen.

Erhaltungstherapie

Als Erhaltungstherapie bezeichnet man die Gabe eines Arzneimittels nach stattgehabter Erkrankung mit dem Ziel das Wiederauftreten des Krebses zu verhindern.

Erlotinib

Antikörper, der als Krebsmedikament eingesetzt wird. Er richtet sich gegen einen Wachstumsfaktor-Rezeptor. Siehe EGFR-Hemmer. Dieses Medikament kommt zum Beispiel bei Krebs der Lunge oder der Bauchspeicheldrüse zum Einsatz.

Ersatzblase (Neoblase)

Nach Entfernung der Harnblase kann aus einem Stück Darm eine neue Blase geformt werden. Die Harnleiter werden an der einen Seite der neuen Blase eingenäht. Die neue Blase wird direkt an die Harnröhre angeschlossen. In Form und Funktion entspricht dies am ehesten der ursprünglichen Harnblase: Sie speichert Urin, der über den normalen Weg ausgeschieden wird.

Erythropoese-stimulierende Wirkstoffe

Arzneimittel, welche die Bildung roter Blutzellen im Knochenmark anregen. Sie werden als Infusion verabreicht. In der Fachsprache heißen diese Mittel auch „Erythropoese-stimulierende Agenzien“ (kurz: ESA).

Erythropoetin

Wachstumshormon, das die Bildung roter Blutzellen anregt.

Erythrozyten

Rote Blutzellen.

Erythrozytenkonzentrate

Blutkonserve aus roten Blutzellen. Siehe auch Bluttransfusion.

Etoposid

Ist ein Zytostatikum, das vor allem den Aufbau der Erbinformation stört und die Zellen dadurch teilungsunfähig macht. Nebenwirkungen: Sehr häufig kommt es zum Haarausfall, häufig zu Veränderungen des Blutbildes, Übelkeit und Erbrechen, Entzündung der Mundschleimhaut, Haut- und Nagelreaktionen, allergischen Reaktionen; selten treten Fieber, Leberfunktionsstörung sowie Nervenschädigungen und sehr selten Durchfall, Herzmuskelschäden sowie lokale Reizungen an der Einstichstelle auf.

evidenzbasierte Medizin (EbM)

Auf beste wissenschaftliche Ergebnisse gestützte und auf die Belange der Patienten orientierte Medizin.

exokrin

Nach außen abgebend.

exokrine Drüse

Einige Drüsen im Körper geben die von ihnen produzierten Substanzen über einen Ausführungsgang in andere Organe oder an die Haut ab (im Gegensatz zu den endokrinen Drüsen, die ihre Substanzen direkt ins Blut abgeben). Die Bauchspeicheldrüse arbeitet sowohl exokrin (Verdauungssäfte werden in den Magen abgegeben) als auch endokrin (Hormone werden ins Blut abgegeben). Die meisten Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse betreffen das exokrine Gewebe, deshalb spricht man in diesen Fällen auch von einem exokrinen Pankreaskarzinom.

extern

Außen, äußerlich, von außen kommend.

Exzision

Herausschneiden, chirurgisch entfernen.

Exzisionsbiopsie

Bei der Exzisionsbiopsie, auch offene oder chirurgische Biopsie genannt, wird bei einer Operation möglichst das gesamte verdächtige Gewebe entfernt. Anschließend wird es untersucht.

zurück nach oben

falsch negativ

Der Patient ist krank, aber der Test hat ihn fälschlicherweise als gesund eingestuft. Beispiel Urintest: Das Untersuchungsergebnis zeigt keinen (krankhaften) Befund, obwohl Krebszellen vorhanden sind.

falsch positiv

Der Patient ist gesund, aber der Test hat ihn fälschlicherweise als krank eingestuft. Beispiel Urintest: Das Untersuchungsergebnis zeigt einen positiven (krankhaften) Befund, obwohl keine Krebszellen vorhanden sind.

FAMMM-Syndrom

Das familiäre atypische multiple Muttermal und Melanom (FAMMM)-Syndrom ist eine erbliche Hauterkrankung, die durch das gehäufte Auftreten von Muttermalen und bösartigen Hauttumoren (Melanome) gekennzeichnet ist. Betroffene haben ein deutlich erhöhtes Risiko, auch an anderen Krebsarten zu erkranken, unter anderem an Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Fanconi-Anämie

Die Fanconi-Anämie ist eine sehr seltene Erbkrankheit, die nach dem schweizer Kinderarzt Guido Fanconi benannt wurden. Zu ihren typischen Merkmalen können gehören: angeborene Fehlbildungen (beispielsweise Daumen, Unterarme, Nieren, Speiseröhren, Hüften, Ohren, Herz), kleine Statur, kleiner Kopfumfang, Rückbildung des Knochenmarks und Pigmentstörungen der Haut. Betroffene haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken, vor allem an Leukämie und an Krebserkrankungen der Schleimhäute.

FAP

Die Familiäre adenomatöse Polyposis (FAP) ist eine Erbkrankheit, die den Darm befällt. Dort bilden sich Polypen. Wenn die Erkrankung unbehandelt bleibt, kann das zu Darmkrebs führen. FAP-Betroffene haben ein erhöhtes Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken.

Fasziensack

Hülle, die Niere, Nebenniere und Fettkapsel umschließt.

Fatigue

(französisch für Müdigkeit, Erschöpfung) Bezeichnet eine Begleiterscheinung vieler Krebserkrankungen. Zustand dauerhafter Erschöpfung, Abgeschlagenheit und Überforderung. Kann durch eine Krebserkrankung selbst, durch eine Strahlen- oder Chemotherapie ausgelöst werden.

Feinnadelpunktion

Bei einer Feinnadelpunktion wird durch eine feine Nadel Gewebe entnommen und anschließend im Labor untersucht. Man spricht auch von einer Feinnadelbiopsie.

Fernmetastasen

Metastasen in anderen Organen oder in entfernten Lymphknoten.

Ferritin

Eisenspeicherndes Eiweiß. Ein niedriger Ferritin-Wert kann unter anderem auf einen Eisenmangel hinweisen.

Fertilität

Fruchtbarkeit.

FIGO-Klassifikation

FIGO steht für Fédération Internationale de Gynécologie et d’Obstétrique.

Die FIGO-Klassifikation wird in der Frauenheilkunde neben der sonst üblichen TNM-Klassifikation bösartiger Tumoren eingesetzt.

Fistel

Durch Gewebezerfall entstandener oder operativ angelegter röhrenförmiger Kanal, der einen Körper- oder Organhohlraum mit der Körperober-fläche oder einem anderen Organ verbindet, z. B. Harnableitung durch eine Harnleiter-Haut-Fistel.

Flohsamenschalen (Psyllium)

Pflanzliches Mittel, das die Darmtätigkeit reguliert; es kann sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall zum Einsatz kommen.

Fluoreszenz-basierte Zystoskopie (FC)

Blasenspiegelung mit Blaulicht, die den Nachweis von Blasentumoren erleichtert. Eine Stunde vor der Untersuchung wird über einen Katheter eine Arzneimittellösung in die Harnblase eingebracht. Der Wirkstoff wird von Tumorzellen verstärkt aufgenommen und bewirkt, dass diese unter Ausleuchtung mit Blaulicht rot leuchten (fluoreszieren). Auf diese Weise können Tumoren besser erkannt und vollständiger entfernt werden.

Fluoridgel

Gel, das Fluoride enthält. Kann zum Beispiel auf eine Fluoridierungsschiene aufgetragen werden.

Fluoride

Fluoride sind die Salze der Fluorwasserstoffsäure (Flusssäure); wichtiger Mineralstoff für Knochen und Zähne, wird zur Prophylaxe von Zahnkaries eingesetzt.

Fluoroskopie

Durchleuchtung. Mit Röntgenstrahlen werden verschiedene Vorgänge im Körper durchgehend betrachtet, zum Beispiel die Schluckbewegung. Dabei wird nicht nur eine Aufnahme wie beim konventionellen Röntgenbild gemacht, sondern die komplette Bewegungsabfolge durchleuchtet. Verschiedene Kontrastmittel werden hierfür eingesetzt.

5-Fluorouracil (5-FU)

Zytostatikum, das anstelle einer körpereigenen Substanz in die Erbinformation (DNA) eingebaut wird und so die Teilungsfähigkeit der Zelle stört. Es wird als Infusion verabreicht.

Folinsäure

Vitamin, das zwar nicht gegen Tumorzellen wirkt, jedoch die Wirkung von 5-FU auf die Tumorzellen verstärkt.

fraktionieren

Bedeutet im Falle einer Bestrahlung, dass die zu verabreichende Gesamtdosis nicht auf einmal gegeben, sondern auf mehrere Sitzungen verteilt wird.

Frühdumpingsyndrom

Tritt während oder unmittelbar nach der Nahrungsaufnahme auf. Der Speisebrei stürzt in den oberen Dünndarm. Dies kann sich als unangenehmes Völlegefühl verbunden mit teilweise heftigen Schmerzen äußern. Um die Nahrung zu transportieren, braucht der Körper außerdem Flüssigkeit, die er dann dem Kreislauf entzieht. Es kann zu Blutdruckabfall kommen, verbunden mit Schweißausbrüchen und Zittern. Oft ist ein spontaner Durchfall die Folge.

Früherkennung

Maßnahmen, um eine Krebserkrankung so früh wie möglich zu erkennen.

Frühinstillation

Innerhalb der ersten 24 Stunden nach einer Blasenoperation wird eine Blasenspülung mit einem Medikament durchgeführt. Die Frühinstillation soll versprengte Tumorzellen abtöten und das Anheften dieser Zellen an die Blasenschleimhaut verhindern.

Fulvestrant

Reiner steroidaler Östrogen-Rezeptor-Block, der in der (Anti-)Hormontherapie eingesetzt wird. Fulvestrant kann zur Behandlung von hormonabhängigem Brustkrebs nach den Wechseljahren eingesetzt werden, wenn Tamoxifen nicht mehr wirkt. Es wird als Spitze verabreicht.

zurück nach oben

Gabapentin

Wirkstoff zur Behandlung von Anfallskrankheiten. Gehört zu den sogenannten antiepileptischen Medikamenten. Er kann auch bei bestimmten Schmerzen zum Einsatz kommen. Siehe auch: Antiepileptische Medikamente.

Gallensäureverlust-Syndrom

Erkrankung, bei der es zu einem Mangel an Gallensäuren kommt. Folgen sind gestörte Fettverdauung und Fettstühle.

Gamma-Glutmyltransferase (Gamma-GT, GGT)

Enzym, das in vielen Körperzellen vorkommt. Es ist bei Entzündungen und beim Abbau von Schadstoffen in der Leber wichtig. Die im Blut gemessene GGT stammt überwiegend aus den Zellen der Gallengänge in der Leber. Ein erhöhter GGT-Wert allein ist kein Hinweis auf eine Lebererkrankung. Ist er aber gemeinsam mit anderen Enzymwerten erhöht, kann das auf schädigende Vorgänge der Leber hindeuten.

Gastrektomie

Operative Entfernung des Magens.

Gastritis

Entzündung der Magenschleimhaut.

Gastroenterologe, Gastroenterologin

Facharzt oder Fachärztin für Innere Medizin mit zusätzlicher Spezialisierung auf das Fachgebiet Gastroenterologie. Beschäftigt sich mit Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts einschließlich Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse.

Gastroenterologie

Fachgebiet in der Medizin, das sich mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes befasst.

gastroösophageale Reflux-Erkrankung

Kann entstehen, wenn der Verschlussmechanismus am Übergang Speiseröhre-Magen nicht richtig funktioniert und der saure Magensaft dauerhaft die empfindliche Schleimhaut der Speiseröhre reizt. Diese Krankheit macht sich durch Sodbrennen, saures Aufstoßen und Druckgefühl hinter dem Brustbein bemerkbar. Besteht die Refluxkrankheit dauerhaft, so kann die Deck-Schleimhaut ernsthaft geschädigt werden (siehe Barrett-Ösophagus).

Gastroskopie

Magenspiegelung. Bei der Gastroskopie wird ein biegsamer Schlauch über die Speiseröhre in den Magen geschoben. Am Ende befindet sich eine kleine Kamera mit Lichtquelle, die Bilder aus dem Magen auf einen Bildschirm überträgt. Mit einer winzigen Zange kann der Arzt zugleich Gewebeproben entnehmen (Biopsie). Vergleiche auch Endoskopie.

Gebärmutterhalskreb

Gebärmutterhalskrebs ist ein bösartiger Tumor der weiblichen Fortpflanzungsorgane. In der Fachsprache heißt dieser Krebs Zervixkarzinom. Ausführliche Informationen gibt es in der "Patientinnenleitlinie Gebärmutterhalskrebs".

Gemcitabin

Gemcitabin ist ein Zytostatikum. Es wird anstelle eines natürlichen Bausteins in die Erbsubstanz (DNA) einer Zelle eingebaut. Dadurch wird die Erbinformation zerstört. Der Reparaturmechanismus der Zelle kann den Fehler nicht erkennen, die Zelle wird teilungsunfähig. Gemcitabin wird als Infusion verabreicht.

genetisch

Erblich, durch die Gene bedingt.

Geschlechtshormone

Sexualhormone; Botenstoffe, die vor allem in den Eierstöcken bei der Frau und im Hoden beim Mann gebildet werden. Sie sind für die Ausbildung der Geschlechtsmerkmale und für die Fortpflanzung wichtig. Zu den Geschlechtshormonen der Frau zählen Östrogene und Gestagene, das bedeutendste Geschlechtshormon des Mannes ist Testosteron.

Gewebeprobe

Biopsie. Bei einer Biopsie wird zur Abklärung eines Tumorverdachts Gewebe entnommen, damit es feingeweblich untersucht werden kann.

gezielte Therapie

Unter gezielten Therapien werden systemische (auf den ganzen Körper wirkende) Behandlungsformen verstanden, die bestimmte Ziele, das heißt Strukturen an oder in Krebszellen angreifen. Beispiele für gezielte Therapie sind Behandlungen mit dem Antikörper Trastuzumab, dem Small Molecule Lapatinib oder dem Angiogenese-Hemmer Bevacizumab (siehe auch Antikörpertherapie).

GIST

(Gastrointestinaler Stroma Tumor) Ist ähnlich wie das Leiomyom oder Leiomyosarkom ein Weichteiltumor, der im gesamten Verdauungstrakt vorkommen kann. Es handelt sich nicht um Magenkrebs, wenngleich GIST sich manchmal bösartig entwickeln können. Die Behandlungsprinzipien unterscheiden sich aber erheblich vom Magenkarzinom.

Gleason-Score

(nach dem amerikanischen Pathologen Donald F. Gleason) Um zu beurteilen, wie aggressiv ein Prostatakarzinom sein kann, wird der Gleason-Score bestimmt. Die beiden häufigsten Tumorzellarten, die in den entnommenen Gewebsproben vorkommen, werden untersucht. Gut differenzierte Zellen, also solche, die dem normalen Gewebe noch sehr ähnlich sind, haben einen niedrigen Gleason-Grad, schlecht differenzierte Zellen einen hohen (Werte von 1 bis 5). Die Summe der beiden Werte ergibt den sogenannten Gleason-Score, der für Diagnostik und Therapieentscheidungen eine wichtige Rolle spielt. Ein Gleason-Score von 6 deutet auf ein niedriges Risiko hin, ein Gleason-Score darüber auf mittleres (7) oder hohes Risiko (8-10).

Glukagon

Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es dient der Erhöhung des Blutzuckerspielgels und ist damit das Gegenstück zum Insulin.

Glutamin

Eine lebenswichtige Aminosäure – also ein Baustein für Eiweiße. Kommt in vielen Nahrungsmitteln vor. Ist auch als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich.

Glutathion

Eiweiß. Es soll die Zellen entgiften und das Immunsystem stärken.

GnRH-Analoga

Künstliche Hormone, die ähnlich (analog) aufgebaut sind wie das körpereigene Hormon GnRH (Genadotropin-Releasing-Hormon) oder auch LHRH (LH-Releasing-Hormon), das von einem Gehirnbereich im Zwischenhirn (Hypothalamus) produziert wird. GnRH steuert die Ausschüttung von zwei Hormonen (Luteinisierungshormon und Follikel stimulierendes Hormon), die die Produktion von Östrogen in den Eierstöcken bewirken. Die künstlichen Hormone blockieren die Bindungsstellen (Rezeptoren), die eigentlich für das körpereigene Hormon vorgesehen sind, und bewirken, dass der Körper die Östrogenproduktion einstellt. Dadurch wird den Krebszellen ihre Wachstumsgrundlage entzogen.

Grading

Beschreibung und Einordnung des Zellenbildes nach Untersuchung des entnommenen Gewebes durch den Pathologen. Es bezeichnet das Ausmaß, in dem das Tumorgewebe vom normalen Gewebe abweicht (Differenzierungsgrad). Je stärker diese Abweichung ist, desto aggressiver ist der Tumor und desto ungünstiger die Prognose.

G1: gut differenziert
G2: mäßig differenziert
G3: schlecht differenziert
G4: undifferenziert
Gx: der Differenzierungsgrad der Zellen kann nicht bestimmt werden
L = low Grade: G1/G2
H = high Grade G2/G3

Granulozyten-Wachstumsfaktor (G-CSF)

Ist ein bestimmtes Signaleiweiß, das die Bildung von bestimmten weißen Blutzellen (Granulozyten) anregt.

Gray (Gy)

Nach dem britischen Physiker Louis Harold Gray ist die Einheit benannt, welche die Strahlendosis angibt.

Grimmdarm

Siehe: Kolon.

Gynäkologie

Frauenheilkunde; ist die Lehre von der Behandlung der Erkrankungen der weiblichen Sexual- und Fortpflanzungsorgane.

Gynäkoonkologe, Gynäkoonkologin

Ein auf Krebserkrankungen spezialisierte/r Facharzt oder Fachärztin für Frauenheilkunde.

zurück nach oben

Halluzinationen

Halluzinationen sind Sinnestäuschungen oder eine Beeinträchtigung der Wahrnehmung.

Haloperidol

Nervendämpfungsmittel; es blockiert den Botenstoff Dopamin im Körper. Das Medikament kommt vor allem bei seelischen Erkrankungen zum Einsatz, aber auch bei Übelkeit und Erbrechen durch eine Krebsbehandlung.

Hämatokrit

Maß für die Menge der rote Blutzellen. Ein niedriger Wert ist ein Hinweis auf eine Blutarmut.

Hämaturie

Vermehrte Ausscheidung roter Blutzellen im Urin.

Hämoglobin

Eiweiß (roter Blutfarbstoff in den roten Blutzellen), das Sauerstoff im Blut transportiert.

Hämoglobinwert

Maß für die Menge des Hämoglobins im Blut. Hämoglobine kommen in den roten Blutzellen vor und transportieren Sauerstoff. Wie viele dieser Hämoglobine sich im Blut befinden, lässt sich mit Hilfe eines Bluttests im Labor feststellen. Ein niedriger Hämoglobinwert deutet auf Blutarmut hin.

Hand-Fuß-Syndrom

Schmerzhafte Rötungen und Schwellungen an den Handinnenflächen und Fußsohlen, die als Nebenwirkung einer Behandlung mit bestimmten Krebsmedikamenten auftreten können. Das Hand-Fuß-Syndrom kann unterschiedlich schwer sein.

Harnableitung

Verschiedene Möglichkeiten zur Sammlung und Ausleitung des Urins nach Entfernung der Harnblase.

Harnblasenkarzinom

Siehe Blasenkrebs.

Harn-Inkontinenz

Bezeichnet die Unfähigkeit, Urin zuhalten und willentlich zu entleeren.

Harnleiter-Haut-Fistel

Form der künstlichen Harnableitung. Hierfür werden beide Harnleiter direkt in die Haut der Bauchdecke eingenäht. Über die Öffnung wird eine Stomaversorgung angebracht, in die ständig Urin tropft.

Harntrakt

Als Harntrakt bezeichnet man die Gesamtheit der Harnorgane. Hierzu zählen die Nieren mit Nierenbecken, Harnleiter sowie die Harnblase und die Harnröhre.

Harnverhalt, Harnstau

Unfähigkeit, die Harnblase zu entleeren, oft durch eine Blockade. Kann zum Stau von Harn bis in die Nieren führen.

Hautfistel

Krankhafter, röhrenartiger Hohlgang in der Haut, der sich eitrig entzündet. Eine Fistel ist eine nicht natürliche Verbindung im Körper.

Hautkrebs, schwarzer

Der Fachbegriff lautet Melanom. Es ist wesentlich seltener, aber wesentlich gefährlicher als der weiße Hautkrebs. Es geht auf entartete Pigmentzellen zurück. Es gibt eine seltene, helle Form des Melanoms, die aus nicht-pigmentierten Zellen entsteht. Ausführliche Informationen gibt es in der "Patientenleitlinie Melanom".

Heilerde (CASAD)

Calcium-Aluminium-Silikat. Bindet Gift- und Bitterstoffe im Darm und kommt daher unter anderem bei Pilzvergiftungen zum Einsatz.

Hemikolektomie

Operation, bei der ungefähr die Hälfte des Dickdarms entfernt wird.

Hepatitis

Bezeichnet eine Entzündung der Leber, für die es viele Ursachen geben kann: Infektionen mit Hepatitis-Viren ebenso wie eine Fettleber oder andere Erkrankungen. Eine Hepatitis kann wieder abklingen (akut) oder sie kann dauerhaft bestehen bleiben (chronisch). Ist sie chronisch, kann sie zu einer dauerhaften Vernarbung der Leber (Leberzirrhose) führen.

hepatozelluräres Karzinom

Siehe: Leberkrebs

HER2

HER2 steht für "human epidermal growth factor receptor 2". HER2 ist ein Eiweißbaustein, der sich an der Oberfläche von Zellen befindet. Er leitet Wachstumssignale in die Zelle. Eine normale Zelle besitzt nur eine relativ geringe Menge an HER2-Rezeptoren. Sind auf Tumorzellen zu viele solcher HER2-Rezeptoren vorhanden, werden viele Wachstumssignale ausgesendet. Die Zellen teilen sich dann häufig und der Tumor wächst schnell und unkontrolliert.

hereditäres Mammakarzinom

Medizinischer Fachbegriff für eine erbliche Brustkrebserkrankung: "hereditär" bedeutet erblich, "Mammakarzinom" heißt Brustkrebs.

hereditäres Ovarialkarzinom

Medizinischer Fachbegriff für eine erbliche Krebserkrankung der Eierstöcke: "Ovarialkarzinom" bedeutet Eierstockkrebs. Das hereditäre Ovarialkarzinom ist ein Risikofaktor für die Erkrankung an Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Hernie

Austritt von Eingeweiden aus der Bauchhöhle durch eine Lücke in der Bauchwand, auch als "Bruch" bezeichnet.

Herzschwäche

Bei dieser Erkrankung ist die Pumpfunktion des Herzens vermindert. Der Fachausruck lautet Herzinsuffizienz. Dadurch kommt es zu einer unzureichenden Versorgung des Körpers mit Blut und Sauerstoff. Als Folge kann sich das Blut in der Lunge und anderen Organen stauen.

HIFU

Abkürzung für hochintensiver fokussierter Ultraschall. Dabei werden sehr stark konzentrierte Ultraschallwellen gezielt auf das Tumorgewebe gelenkt mit dem Ziel, durch die entstehende Wärme die Krebszellen zu zerstören.

High-Grade-Blasenkrebs

Aggressiver Blasenkrebs.

HIPEC

Abkürzung für "Hyperthermic Intraperitoneal Chemotherapy". Bei dieser besonderen Behandlung von Metastasen im Bauchraum wird ein Chemotherapeutikum zusammen mit einer erhitzten Spüllösung in den Bauchraum geleitet. Krebszellen reagieren auf Hitze empfindlicher als normale Körperzellen.

Hippel-Lindau Syndrom

Das Hippel-Lindau Syndrom ist eine erbliche Tumorerkrankung, bei der zunächst gutartig, geschwulstartige Gewebeveränderungen im Bereich der Augennetzhaut, des Kleinhirns und des Rückenmarks auftreten. In der Folge können auch innere Organe (Niere, Bauchspeicheldrüse) betroffen sein. Diese Geschwulste können unbehandelt zu bösartigen Tumoren ausarten. Benannt ist die Krankheit nach dem deutschen Augenarzt Eugen von Hippel und dem schwedischen Pathologen Arvid Lindau, die zuerst wesentliche Symptome der Erkrankung beschrieben.

Histamin

Botenstoff im Körper und Gewebshormon. Ist bei allergischen und Entzündungsreaktionen beteiligt, führt unter anderem zu Schwellungen und Juckreiz. Zudem verengt Histamin die Bronchien der Lunge. Im Gehirn steuert es gemeinsam mit anderen Stoffen den Schlaf-Wach-Rhythmus und die Appetitkontrolle.

Histamin-Antagonisten (Antihistamine)

Medikamente, die den Botenstoff Histamin im Körper blockieren. Sie kommen zum Beispiel bei Reisekrankheit, Schwindel oder Übelkeit und Erbrechen zum Einsatz.

histologisch

Geweblich. Die Histologie ist die Lehre von den biologischen Geweben. Unter dem Mikroskop werden Zellstrukturen untersucht. Für eine gesicherte Krebsdiagnose ist der Nachweis von Tumorgewebe zwingend.

HNPCC

Das hereditäre non-polypöse Coloncarzinom (HNPCC) oder Lynch-Syndrom ist eine erbliche Form des Darmkrebs ohne Polyposis, das heißt, ohne Auftreten von vielen Polypen im Darm. Betroffene haben ein erhöhtes Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken.

Hochdosis-Chemotherapie

Chemotherapie, bei der die Dosis der Medikamente (Zytostatika) über das Drei- bis Zehnfache der sonst üblichen Dosen liegt. Diese hochdosierte Chemotherapie kann besser als eine herkömmliche Chemotherapie Krebszellen vernichten. Sie hat aber auch stärkere Nebenwirkungen und beeinträchtigt insbesondere die blutbildenden Zellen. Deshalb erfolgt anschließend eine Stammzelltransplantation: Hier werden Zellen ins Blut übertragen, aus welchen sich neue Blutzellen entwickeln können.

hochwertige Studien

Sind "randomisierte kontrollierte Studien" (RCTs). Das bedeutet, Patientinnen/Patienten werden zufällig auf mehrere Behandlungsgruppen verteilt. Jede Gruppe erhält eine andere, jeweils genau festgelegte Behandlung. Die Ergebnisse werden am Ende miteinander verglichen. RCTs erlauben, wenn sie gut durchgeführt werden, die zuverlässigsten Aussagen zur Wirksamkeit von Behandlungen. Für die Zulassung neuer Medikamente sind Nutzennachweise durch RCTs regelhaft vorgesehen.

Hodgkin Lymphom

(früher auch Morbus Hodgkin oder Lymphogranulomatose genannt). Ist eine bösartige Krebsart des lymphatischen Systems und entsteht in einem Lymphknoten. Es kann sich im ganzen Körper ausbreiten und andere Organe (außerhalb des lymphatischen Systems) befallen. Ausführliche Informationen gibt es in der "Patientenleitlinie Hodgkin Lymphom".

Hohlvene

Es gibt im Körper zwei große Venen, die das Blut zum Herzen zurücktransportieren. Diese werden als Hohlvenen bezeichnet. Die untere Hohlvene "sammelt" das Blut von der unteren Körperhälfte, die obere Hohlvene von der Körperhälfte oberhalb des Zwerchfells.

Homöopathie

Verfahren, bei dem Erkrankte mit bestimmten Mitteln in hoher Verdünnung behandelt werden. Diese Mittel rufen in größerer Menge bei Gesunden ähnliche Krankheitserscheinungen hervor.

Hormone

Stoffe, die bestimmte Vorgänge und Abläufe im Körper regulieren, zum Beispiel den Stoffwechsel, das Sexualverhalten oder die Anpassung an Angst und Stress. Hormone werden in endokrinen Drüsen gebildet und direkt ins Blut abgegeben. Zum Beispiel produziert die Bauchspeicheldrüse die Hormone Insulin und Glukagon, die für den Zuckerstoffwechsel wichtig sind. Bekannte Hormone sind auch Adrenalin, Östrogen und Testosteron.

Hormonentzugstherapie

Das Wachstum von Prostatakrebs wird durch das männliche Sexualhormon Testosteron begünstigt. Eine Möglichkeit, das Wachstum zu beeinträchtigen und so den Erkrankungsverlauf zu verlangsamen, ist der Entzug von Testosteron. Dies ist mit Medikamenten oder operativ möglich.

Hormonrezeptorstatus

Ein Hormonrezeptor ist ein Eiweißkörper der Zellmembran oder des Zellkerns, an den ein bestimmtes Hormon gebunden wird. Er "übersetzt" quasi für die Zelle, welche Wirkung dieses Hormon auf sie hat.

Hospiz

Einrichtung für Sterbebegleitung. Ein Hospiz verfügt meist über wenige Betten und ist ähnlich wie ein kleines Pflegeheim organisiert. Hospize sind häufig mit Konzepten einer ganzheitlichen Sterbe- und Trauerbegleitung verbunden. Sie stellen die Sterbenden mit ihren Angehörigen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit.

Hospizmitarbeiter, Hospizmitarbeiterin

Hospizmitarbeiter und Hospizmitarbeiterinnen begleiten kranke und sterbende Menschen sowie deren Angehörige Zuhause, im Hospiz oder Krankenhaus. Sie sind für die Betroffenen sowohl für Gespräche, Nähe als auch Entlastung im Haushalt und bei kleinen Erledigungen da. Sie übernehmen keine ärztlichen und pflegerischen Aufgaben.

Hydrokolloid

Stoff, der die Wundheilung fördern soll. Er kommt zum Beispiel als Gel bei Wundverbänden zum Einsatz.

Hydrokortison

Schwach wirksames Kortikoid-haltiges Medikament mit entzündungshemmenden Eigenschaften. Siehe auch Kortison.

Hydroxymethyl-Buttersäure

Stoff, der im Körper durch den Abbau der Aminosäure Leucin entsteht. Als Nahrungsergänzungsmittel wird es von manchen Menschen eingenommen, die mehr Muskeln aufbauen wollen.

hyperbare Oxygenierung

Siehe Überdruck-Sauerstoff-Behandlung.

hypertherme intraperitoneale Chemotherapie (HIPEC)

Die hypertherme intraperitoneale Chemotherapie stellt eine Sonderform der Bauchhöhlen-Chemotherapie (siehe intraperitoneale Chemotherapie) dar. Hierbei werden die Substanzen auf über 40 Grad Celsius erhitzt und dann in die Bauchhöhle geleitet.

Hyperthermie

Überwärmung. In der Medizin bezeichnet man damit eine Behandlung, bei der die Gewebetemperatur künstlich erhöht wird. Durch eine Erwärmung auf mindestens 40 Grad Celsius sollen Krebszellen geschwächt oder abgetötet werden. Es gibt verschiedene Methoden, um das Gewebe zu erhitzen. Krebszellen reagieren allgemein auf Hitze empfindlicher als normale Körperzellen. Zudem macht die Wärme das Gewebe empfindlicher für Strahlen oder Zytostatika.

Hypnose

Verfahren, bei dem ein tief entspannter Wachzustand erreicht wird. Dieser besondere Bewusstseinszustand (Trance) unterscheidet sich vom normalen Wachsein und vom Schlaf. In diesem Zustand ist die Aufmerksamkeit desjenigen sehr eingeschränkt.

Hypokaliämie

Kaliummangel.

Hypokalzämie

Kalziummangel.

Hysterektomie

Gebärmutterentfernung.

zurück nach oben

IGeL

Steht für Individuelle Gesundheits-Leitungen und bezeichnet medizinische Leistungen, die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Häufig ist der Nutzen solcher Leistungen nicht ausreichend nachgewiesen.
Hinweise zu IGeL bekommen Sie in der Broschüre "Selbst zahlen? Ein Ratgeber zu Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) für Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Ärzte".

Ileostoma

Künstlicher Darmausgang, bei der das Ende des Dünndarmes (Ileum) durch ein kleines Loch in der Bauchdecke geführt und in die Haut eingenäht wird.

Ileostomie

Operation, bei der ein Ileostoma angelegt wird.

Ileum

Letzter Teil des Dünndarms.

Immunglobuline

Eiweiße, die der menschlichen Immunabwehr dienen (Antikörper).

Immunsuppression

Mit der Hilfe von Medikamenten wird das Immunsystem unterdrückt, zum Beispiel um nach einer Transplantation zu verhindern, dass das fremde Organ vom Körper abgestoßen wird. Das führt auch dazu, dass der Körper andere "Eindringlinge" wie Bakterien nicht mehr gut bekämpfen kann. Das Infektionsrisiko ist erhöht.

Immunsuppressivum

Medikament, das das körpereigene Abwehrsystem unterdrückt.

Immunsystem

Körpereigenes Abwehrsystem.

Immuntherapie

Behandlung mit Substanzen des Immunsystems oder mit Substanzen zur Stimulierung des Immunsystems. Die wachsende Erkenntnis über die Bedeutung des Immunsystems bei Krebs hat zu neuen Behandlungsansätzen geführt. Hierzu zählt die Behandlung mit monoklonalen Antikörpern, Interferon, Interleukin und Tumor-Impfstoffen.

Immunwirkstoff

Das Immunsystem unseres Körpers erkennt normalerweise Zellen, die sich unkontrolliert teilen, und tötet sie ab. Bricht eine Krebserkrankung aus, hat meist auch das Immunsystem versagt. Immunwirkstoffe sollen das Immunsystem anregen, verstärkt gegen Krebszellen vorzugehen. Zu diesen Wirkstoffen gehört beispielsweise Interferon-alpha.

Implantat (Zahnimplantat)

Implantate sind Schrauben (meist aus Titan), die als künstliche Zahnwurzeln in zahnlose Kieferbereiche "eingepflanzt" werden und als Träger von Zahnersatz dienen.

Impotenz

Verlust der Fruchtbarkeit. Siehe: erektile Dysfunktion.

IMRT

Intensitätsmodulierte Radiotherapie; die IMRT kann eine sehr individuelle Verteilung der Strahlendosis erreichen, indem aus einer großen Zahl von Einstrahlrichtungen bestrahlt wird und aus jeder dieser Richtungen ein größeres Strahlenfeld sowie kleinere Teilfelder bestrahlt werden. Somit ist es möglich, direkt angrenzendes gesundes Gewebe besser zu schonen.

Infektion

Ansteckung/Übertragung: Eindringen von Krankheitserregern in den Körper.

Infusion

Gabe von Flüssigkeit nicht über den Magen-Darm-Trakt, sondern zum Beispiel über eine Vene.

Inkontinenz

Verlust der Kontinenz, also der Verlust der Fähigkeit, den Stuhl oder Urin zu halten und willentlich auszuscheiden. Siehe Harn-Inkontinenz und Stuhl-Inkontinenz.

In-situ-Melanom

Begrenztes und kaum aktives Melanom. Nur ein Teil der In-situ-Melanome entwickelt sich weiter.

Insulin

Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es regelt zusammen mit dem Hormon Glukagon den Zuckerstoffwechsel und hat die Aufgabe, den Blutzuckerspiegel zu senken.

interdisziplinär

Bedeutet in der Medizin, dass Ärzte und Ärztinnen verschiedener Fachrichtungen und andere Spezialisten gemeinsam an der Behandlung beteiligt sind.

intermittierende Hormontherapie

Bei der intermittierenden Hormontherapie wird die Gabe der Medikamente für bestimmte Zeiträume ausgesetzt. Erst wenn der PSA Wert wieder ansteigt, wird die Medikation fortgesetzt. Man nimmt an, dass dadurch der Tumor länger hormonempfindlich bleibt. Auch die Nebenwirkungen des Hormonentzuges gehen während der Einnahmepausen zurück.

intern

Von innen.

Intervention

Bezeichnet in der Medizin die aktive Form der Behandlung, zum Beispiel die Operation oder die Bestrahlung. Im Gegensatz dazu stehen die sogenannten defensiven Strategien, die zunächst abwarten und beobachten.

intestinaler Typ

Ein eher gut begrenzter Tumor, in der Regel auch gut differenziert, der sich gut operieren lässt.

In-transit-Metastase

Metastase, die weiter als zwei Zentimeter vom Ausgangstumor entfernt, aber noch vor dem nächsten Lymphknoten liegt.

intraoperative Radiotherapie (IORT)

Hierbei wird während einer Operation eine hohe Bestrahlungsdosis auf das betroffene Gebiet gegeben, zum Beispiel in Arealen mit erwartetem oder gesichertem Tumorrest sowie nachgewiesen befallenen Lymphknoten.

intravenös

In die Vene hinein.

invasiv

Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, bei denen man mit Instrumenten durch die Haut in den Körper eindringt. Beim Krebs spricht man von einem invasiven Tumor, wenn er in das umgebende Gewebe hineinwuchert.

Irinotecan

Zytostatikum, das ein Eiweiß hemmt, das für den Aufbau der Erbinformationen wichtig ist und so die Zellteilung verhindert.

Irrigation

Besondere Form von regelmäßig durchgeführten Einläufen, mit denen zum Beispiel bei Menschen mit einem Stoma, zu einer gewünschten Zeit eine vollständige Entleerung des Dickdarms herbeigeführt werden soll. Danach hat die oder der Betroffene für etwa 24 Stunden keine weiteren Stuhlentleerungen zu erwarten.

Isotretinoin

Ist ein Abkömmling des Vitamin A. Das Mittel ist verschreibungspflichtig/ rezeptpflichtig und kommt zum Beispiel bei starker Akne als Creme, Gel oder Lösung zum Einsatz. Für schwangere und stillende Frauen ist es nicht zugelassen.

zurück nach oben

Kachexie

Körperliche Auszehrung; krankhafte, sehr starke Abmagerung. Kachexie liegt vor, wenn das Körpergewicht um mehr als 20 Prozent gegenüber dem Sollgewicht abnimmt.

Kalzium

Lebenswichtiger Mineralstoff für den Körper.

Kapsel

Zum Beispiel ist jeder Lymphknoten von einer sogenannten Kapsel aus Bindegewebe umhüllt. Von dieser ziehen Bindegewebsstränge ins Innere des Lymphknotens.

Karzinogene

Krebsfördernde oder krebsauslösende Stoffe.

Karzinom

Bösartige Krebsart. Krebszellen können über die Blut- oder Lymphbahnen in andere Gewebe streuen und dort Absiedlungen (Metastasen) bilden. Das Karzinom ist ein vom Deckgewebe (Epithel) der Haut oder der Schleimhaut ausgehender Tumor.

Kastration

Bezeichnet die Unterdrückung der Geschlechtshormonproduktion. Das kann durch eine Operation geschehen oder chemisch durch die Gabe von Medikamenten.

Katheter

Flexibler Gummi- oder Kunststoffschlauch verschiedener Größe, der zur Harnableitung in die Harnblase eingeführt wird. Man unterscheidet Einmalkatheter, Dauerkatheter, Harnleiterkatheter (Schiene).

Katheterismus

Die Notwendigkeit, eine Harnblase oder Ersatzblase mittels eines Katheters zu entleeren.

Kernspintomografie

Die Kernspintomografie (auch Magnetresonanztomografie) ist ein bildgebendes Verfahren, das zur Diagnostik eingesetzt wird. Von außen können, ähnlich wie bei der Computertomografie (CT), Struktur und Funktion der inneren Gewebe und Organe dargestellt werden. Allerdings beruht dieses Verfahren, anders als Röntgen oder Computertomografie, nicht auf Radioaktivität, sondern auf starken elektromagnetischen Feldern. Die Patientin oder der Patient wird dazu in eine „Röhre" geschoben. Die MRT ist nicht schmerzhaft, aber laut.

Kieferosteonekrose

Abgestorbener Knochen im Kiefer.

Klimakterium

Wechseljahre; die Übergangsphase der hormonellen Umstellung bei Frauen, die in den Jahren vor und nach der Menopause stattfindet.

Klinische Studie

Erforschung der Wirkung einer bestimmten medizinischen Behandlung mit Patienten. Die häufigste Form der klinischen Studie ist die Prüfung von Arzneimitteln für die Zulassung. In diesem Rahmen stellen klinische Studien den letzten Schritt in der Entwicklung dar. In der Praxis geht es dabei meistens um die Verträglichkeit und/oder medizinische Wirksamkeit von Medikamenten. Auch Behandlungsverfahren wie Operation oder Bestrahlung können in klinischen Studien weiter erforscht oder miteinander verglichen werden.

Worauf Sie bei einer Teilnahme an einer klinischen Studie achten sollten, erfahren Sie in einem Merkblatt der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Klistier

Verfahren, um den Darm zu entleeren, zum Beispiel bei Verstopfung.

Knochendichte

Medizinischer Fachbegriff, der beschreibt, wie fest und stabil die Knochen sind. Nimmt die Knochendichte ab, so werden die Knochen porös, brüchig und anfälliger für Brüche. Siehe auch Osteoporose (Knochenschwund).

Knochenmarkpunktion

Bei einer Knochenmarkpunktion wird das Knochenmark mit einer Nadel in der Regel aus dem Beckenkamm oder aus dem Brustbein entnommen und anschließend im Labor untersucht. Dieser Eingriff erfolgt in einer örtlichen Betäubung. Die Nebenwirkungen wie zum Beispiel Blutungen und Infektionen sind dabei sehr selten, es kann aber zu Schmerzen während des Eingriffs kommen.

Knochenmetastase

Krebsabsiedlung im Knochen. Siehe auch Metastase.

Knochenszintigrafie

Bildgebendes Verfahren mit schwach radioaktiven Substanzen zur Darstellung von Knochenmetastasen. Zunächst wird dem Patienten eine schwach radioaktive Substanz in eine Armvene gespritzt. Zerstören Metastasen einen Knochen, unternimmt der Körper an diesen Stellen Reparaturversuche. Dabei wird die radioaktive Substanz vermehrt eingebaut. Mit einem Szintigramm kann diese verstärkte Zellaktivität in den Knochen dargestellt werden. Nach einer Wartezeit von zwei bis fünf Stunden wird mit einer speziellen Kamera eine Aufnahme des gesamten Körpers gemacht. Diese Aufnahme dauert etwa 30 Minuten. Die radioaktiven Einlagerungen im Knochengewebe erscheinen dann je nach Technik heller oder dunkler. Allerdings können verstärkte Einlagerungen auch andere Ursachen haben (etwa eine Entzündung oder Gelenkerkrankung). Die so entstandene Aufnahme des Skeletts kann mit hoher Wahrscheinlichkeit Veränderungen im Knochenstoffwechsel nachweisen und damit Hinweise auf Knochenmetastasen liefern. Die Untersuchung ist schmerzlos, aber mit einer geringen Strahlenbelastung verbunden.

Kolon (auch Colon)

Lateinisch für Grimmdarm, der längste Teil des Dickdarmes.

Kolonkarzinom

Ein bösartiger Tumor im längsten Teil des Dickdarms. Ausführliche Informationen gibt es in den Patientenleitlinien "Darmkrebs".

Kolonografie

Siehe: virtuelle Darmspiegelung.

kolorektal

Den Grimmdarm (Kolon) und den Mastdarm (Rektum) betreffend.

kolorektales Karzinom

Siehe: Darmkrebs.

Koloskopie

Siehe: Darmspiegelung.

Kolostoma (auch Colostoma)

Die häufigste Form eines künstlichen Darmausganges. Das Ende des Dickdarms wird in die Bauchdecke eingenäht.

Kolostomie

Operation, bei der ein Kolostoma angelegt wird.

Kolposkopie

Bezeichnet eine frauenärztliche Untersuchung, bei der Scheide und Muttermund mit einem Mikroskop betrachtet werden.

Komorbidität

Begleiterkrankung. Beispielsweise können Menschen mit einer Krebserkrankung gleichzeitig eine Depression haben.

komplementäre und alternative Behandlungsverfahren

"Complementum" ist lateinisch und bedeutet "Ergänzung". Komplementäre Behandlungsverfahren entstammen zum Beispiel der Naturheilkunde oder der traditionellen chinesischen Medizin und können unter bestimmten Voraussetzungen ergänzend zur üblichen medizinischen Behandlung eingesetzt werden. Alternative Verfahren sind dagegen Methoden, die an Stelle von Methoden und Arzneimitteln eingesetzt werden, die von der wissenschaftlichen Medizin entwickelt worden sind.

Die Wirksamkeit dieser Verfahren bei einer Krebserkrankung ist jedoch nach wissenschaftlich-klinischen Standards häufig nicht ausreichend belegt. In jedem Fall sind – wie bei anderen Therapien auch – unerwünschte Nebenwirkungen nicht auszuschließen. Vorsicht ist vor allem dann geboten, wenn Behandlungen nicht ergänzend, sondern alternativ zur normalen Behandlung angeboten werden. Und hellhörig sollten Sie auch werden, wenn Wunder, für die Sie viel Geld bezahlen sollen, versprochen oder Nebenwirkungen ausgeschlossen werden. Dann handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um unseriöse Angebote, die Ihnen mehr schaden als nutzen.

Wenn Sie komplementäre Verfahren anwenden möchten, ist vor allem wichtig, dass Sie Ihr Behandlungsteam vorher darüber informieren. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle Behandlungsschritte aufeinander abgestimmt sind.

Komplikation

Unerwünschte Folge einer Behandlung, einer Operation, eines Medikaments oder auch einer Erkrankung.

Kompression

In der Medizin bedeutet Kompression die Ausübung von Druck auf ein Gewebe. Zur Behandlung von Lymphödemen eignen sich zur Kompression Bandagen oder spezielle Strümpfe.

konfokale Lasermikroskopie

Verfahren zur dreidimensionalen Darstellung von Präparaten unter dem Mikroskop.

Konisation

Operativer Eingriff, bei dem mittels elektrischer Schlinge oder Laserstrahl von der Scheide her ein kegelförmiges Gewebestück aus dem Gebärmutterhals herausgeschnitten wird.

konservative Behandlung

Allgemeine Bezeichnung für nicht-invasive beziehungsweise nicht-operative Behandlungsformen.

Kontinente Harnableitung

Hierzu zählen alle künstlichen Harnableitungen, die die Kontrolle über das Halten und das Entleeren des Urins ermöglichen. Diese Fähigkeit wird Kontinenz genannt. Zu den kontinenten Harnableitungen gehören die Ersatzblase, der Pouch und die Einpflanzung der Harnleiter (Ureter) in den Mastdarm.

Kontinenz

Fähigkeit, den Stuhl zu halten und willentlich auszuscheiden.

Kontrastmittel

Werden bei Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren eingesetzt, um die Darstellung von Organen und Strukturen auf Aufnahmen zu verbessern. Diese Substanzen helfen also Krankheiten zu erkennen.

körperliche Untersuchung

Eine körperliche Untersuchung ist ein unabdingbarer Teil der Diagnostik. Im Rahmen der Untersuchung inspiziert der Arzt einen einzelnen Teil des Körpers oder den ganzen Körper. Dabei kann er Hilfsmittel verwenden, wie zum Beispiel ein Stethoskop.

Kortikoid-haltiges Medikament

Gruppe von Medikamenten, die Kortikosteroide („Kortison“) enthalten. Sie kommen bei verschiedenen Erkrankungen zum Einsatz, wie Haut- oder Gelenkerkrankungen. Siehe auch Kortikosteroide und Kortison.

Kortikosteroide

Gruppe von Hormonen, die in der Nebennierenrinde gebildet werden sowie chemisch vergleichbare künstlich hergestellte Stoffe. Ihr gemeinsamer Ausgangsstoff ist Cholesterin. Siehe auch Kortison.

Kortison

Hormon, das in der Nebennierenrinde gebildet wird. Seine aktive Form im Körper heißt "Cortisol". Als Medikament ist es heutzutage aufgrund seiner vielfältigen Wirkungen aus der Medizin nicht mehr wegzudenken. Cortison wirkt zum Beispiel entzündungshemmend und abschwellend. Zudem unterdrückt es allergische Reaktionen und das Immunsystem.
Cortison kann zum Beispiel bei einem Tumorödem die Wassereinlagerungen vermindern und in der Folge die Beschwerden lindern.

Krampfanfall

Bei einem Krampfanfall sind die Muskeln angespannt. Es kann zu unwillkürlichen Zuckungen und Bewusstlosigkeit kommen. Auslöser sind vorübergehende Funktionsstörungen des Gehirns. Krampfanfälle können zum Beispiel bei Epilepsie (epileptischer Anfall), Vergiftungen oder Unterzuckerungen auftreten.

Kryoablation

Dieses Verfahren arbeitet mit dem gezielten Einsatz von Kälte, um Krebszellen örtlich zu zerstören.

Kryotherapie

Die Kryotherapie arbeitet mit dem gezielten Einsatz von Kälte, um Krebszellen zu zerstören.

kurativ

Mit dem Ziel der Heilung.

Lamotrigin

Wirkstoff zur Behandlung von Anfallskrankheiten. Gehört zu den sogenannten antiepileptischen Medikamenten. Siehe auch: Antiepileptische Medikamente.

zurück nach oben

Laparoskopie

Bauchspiegelung. Durch kleine Schnitte in die Bauchdecke wird eine kleine Kamera in den Bauchraum eingeführt. So können zum Beispiel die Organe betrachtet werden, die an den Magen angrenzen. Eine Laparoskopie wird unter Narkose im Krankenhaus durchgeführt.

laparoskopisch

Die laparoskopische Chirurgie ist ein Teilgebiet der Chirurgie. Durch kleine Schnitte in die Bauchdecke werden ein optisches Instrument und Operationsinstrumente in den Bauchraum eingeführt. Dies wird auch minimal-invasive Chirurgie genannt.

laparoskopische Operation

Im Gegensatz zur Eröffnung des Bauchraumes (siehe Laparotomie) wird der Bauch hier nicht durch einen langen Schnitt eröffnet, sondern es werden dünne Spezialinstrumente in die Bauchhöhle eingeführt. Umgangssprachlich spricht man auch von Knopfloch- oder Schlüssellochoperation.

Laparotomie

Operative Eröffnung des Bauchraumes durch einen Bauchschnitt.

Laser-Verfahren

Laserstrahlen sind elektromagnetische Wellen. Mithilfe bestimmter Laserstrahlen lassen sich schadhafte Bereiche im Gewebe veröden.

lateral erweiterte endopelvine Resektion (LEER)

Bei dieser experimentellen Operation sollen zusätzlich zu allen Beckenorganen sämtliche seitlichen Gewebestrukturen des Beckens wie Muskeln, Gefäße und Nerven möglichst komplett bis zum Beckenknochen entfernt werden. Die praktischen Erfahrungen mit dieser Methode sind sehr begrenzt.

Lebensqualität

Der Begriff Lebensqualität umfasst unterschiedliche Bereiche des körperlichen, seelischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens. Jeder Mensch setzt dabei etwas andere Schwerpunkte, was für sein Leben wichtig ist und was ihn zufrieden macht.

Leberinsuffizienz

Das Versagen der Leberfunktionen.

Leberkrebs

Der Fachbegriff für Leberkrebs lautet: hepatozelluläres Karzinom. Es handelt sich um einen bösartigen Tumor, der von den Zellen der Leber ausgeht. Ausführliche Informationen gibt es in der "Patientenleitlinie Leberkrebs".

Leberzirrhose

Das letzte Stadium bei chronischen Lebererkrankungen. Viel Lebergewebe ist dabei vernarbt und die Durchblutung der Leber ist beeinträchtigt.

Leiomyom

Gutartige Geschwulst die vom Muskelgewebe ausgeht und selten auch im Magen entstehen kann.

Leiomyosarkom

Seltener, bösartiger Tumor, der vom Muskelgewebe ausgeht. Er kann im Magen, aber auch in anderen Regionen des Körpers entstehen.

Leitlinie

Eine Orientierungs- und Entscheidungshilfe für medizinische Fachleute. Sie wird von einer Expertengruppe erstellt, deren Mitglieder verschiedenen, medizinischen Fachgesellschaften für das betreffende Erkrankungsgebiet angehören. Die Handlungsempfehlungen einer Leitlinie stützen sich auf das beste derzeit verfügbare medizinische Wissen.
Dennoch ist eine Leitlinie keine Zwangsvorgabe. Jeder Mensch hat seine eigene Erkrankung, seine Krankengeschichte und eigene Wünsche. In begründeten Fällen müssen die Behandelnden sogar von den Empfehlungen einer Leitlinie abweichen.
Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) hat ein Klassifikations-Schema entwickelt, wobei S3 die höchste Qualitätsstufe ist. Dazu müssen alle Empfehlungen aus der wissenschaftlichen Literatur abgeleitet und in einem festgelegten Vorgang von der Expertengruppe im Konsens ausgesprochen werden. Die wissenschaftlichen Grundlagen für die Leitlinie sind nach ihrer Qualität zu bewerten und entsprechend zu berücksichtigen.

Mehr zu Leitlinien auf: www.awmf.org

Lentigo-maligna-Melanom

Bestimmter Melanomtyp nach der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation WHO. Etwa zehn Prozent aller Melanome gehören zu diesem Typ. Das lentigo-maligna-Melanom geht aus einem In-situ-Melanom hervor, wächst sehr langsam in die Fläche und tritt vor allem im Gesicht auf.

Leukämie

Blutkrebs.

Leukoplakie

Weißliche, nicht abwischbare Veränderung der obersten Schleimhautschicht; eine Leukoplakie kann in bösartigen Krebs übergehen.

Levomepromazin

Nervendämpfungsmittel; es beeinflusst Dopamin und andere Botenstoffe im Körper. Das Medikament kommt vor allem bei seelischen Erkrankungen und Schmerzen zum Einsatz, aber auch bei Übelkeit und Erbrechen durch eine Krebsbehandlung.

Lidocain

Schmerzstillender und betäubender Wirkstoff. Er kann auch bei Herzrhythmusstörungen zum Einsatz kommen.

Li-Fraumeni-Syndrom

Seltene Erbkrankheit, die bereits in jungen Jahren zu schweren Krebserkrankungen (Sarkom, einem aggressiven Tumor) führt.

Logopädie

Die Logopädie ist eine medizinische Fachdisziplin, die sich mit der Vorbeugung, Diagnostik, Behandlung und Beratung von Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schluckstörungen beschäftigt.

lokal

Örtlich.

Lokalisation

Beschreibt den Standort eines Geschehens, also zum Beispiel um die konkrete Lage einer Struktur im Körper zu bestimmen.

Lokalrezidiv

Wiederauftreten einer Erkrankung an ihrer ursprünglichen Stelle.

Loperamid

Medikament zur Behandlung von Durchfallerkrankungen. Das Opioid Loperamid hemmt die Muskulatur des Darms, wodurch Durchfall und Bauchkrämpfe abklingen.

Low-Grade-Blasenkrebs

Wenig aggressiver Blasenkrebs.

Low-Level-Lasertherapie

Behandlung mit speziellem Laserlicht, die Schmerzen lindern und helfen soll, dass Wunden schneller heilen.

Lungenembolie

Bei einer Lungenembolie ist ein Blutgefäß der Lunge, meist durch ein Blutgerinnsel, verstopft. Der Blutstrom zur Lunge verringert sich dadurch, sie kann weniger Blut mit Sauerstoff anreichern. Die Betroffenen leiden unter plötzlicher Atemnot und Brustschmerzen.

Lungenfibrose

Lungenerkrankung, bei sich das Lungengewebe verändert hat. Die Ursachen sind vielfältig.

Lymphadenektomie

Operative Entfernung der Lymphknoten. Die entfernten Lymphknoten werden auf Tumorbefall untersucht. So kann festgestellt oder ausgeschlossen werden, dass der Tumor bereits gestreut hat. Dies ist von Bedeutung für die weitere Behandlung.

Lymphdrainage

Ist eine besondere Massage zur Behandlung von Lymphödemen (Schwellungen). Diese Behandlung kann die Ärztin oder der Arzt verschreiben.

Lymphknoten

Sammelgebiet für Lymphe. Jedes Organ produziert eine Zwischengewebsflüssigkeit, die sogenannte Lymphe. Diese wird über Lymphbahnen transportiert und in den Lymphknoten gefiltert. Lymphkoten spielen auch eine wichtige Rolle im Immunsystem.

Lymphknotendissektion

Radikale Entfernung eines Lymphknotens mitsamt der umliegenden Gewebebereiche, in die die Lymphe abfließt. Die Lymphknotendissektion, auch Lymphadenektomie genannt, ist ein chirurgisch anspruchsvoller Eingriff, der zu schweren Nebenwirkungen wie einem Lymphstau führen kann.

Lymphknoten-Level

Die Halslymphknoten werden klinisch in sechs verschiedene Lymphknotengruppen (Level) unterteilt (Klassifikation nach Robbins). Die Lage der mit Krebszellen befallenen Lymphknoten ist entscheidend für den Umfang der Operation und die Prognose.

Level I: Lymphknotengruppe unter dem Kinn/Unterkiefer
Level II: Lymphknotengruppe im obersten Drittel der Drosselvene
Level III: Lymphknotengruppe im mittleren Drittel der Drosselvene
Level IV: Lymphknotengruppe im unteren Drittel der Drosselvene
Level V: Lymphknotengruppe im hinteren Halsdreieck
Level VI: Lymphknotengruppe im vorderen Bereich, vor der Luftröhre

Lymphödem

Ein Lymphödem ist eine nicht-gerötete und schmerzlose Schwellung infolge einer Flüssigkeitsansammlung in den Gewebespalten. Wenn zum Beispiel die Lymphknoten im Becken entfernt werden, kann das Lymphsystem gestört werden, die Lymphe (Zwischengewebsflüssigkeit) kann nicht abfließen und sammelt sich in der Leiste, im Unterbauch oder in den Beinen an.

Lymphonodektomie

Lymphknotenentfernung, siehe auch Lymphadenektomie.

Lymphsystem

Das Lymphsystem gehört zum Abwehrsystem des Körpers und umfasst Lymphbahnen und Lymphknoten. Siehe auch Lymphknoten.

zurück nach oben

Magenkarzinom

Siehe: Magenkrebs.

Magenkrebs

geht von den Drüsen der Magenschleimhaut aus. Wenn er streut, können sich Metastasen in den Lymphknoten, in der Leber oder in anderen Organen bilden. Ausführliche Informationen gibt es in der "Patientenleitlinie Magenkrebs".

Magnesium

Mineralstoff, der auch in Medikamenten enthalten sein kann. Magnesium kann die Muskeln entspannen und gegen Verstopfung helfen.

Magnetresonanz-Cholangiopankreatikografie (MRCP)

Besondere Magnetresonanztomografie (siehe unten), bei der die Bauchspeicheldrüse oder das Gallengangsystem bildlich dargestellt werden. Eine Strahlenbelastung gibt es nicht. Da Metallgegenstände am oder im Körper die Aufnahmen stören oder zu Verletzungen führen können, sind vorher besondere Vorkehrungen zu treffen. So müssen beispielsweise Schmuck oder Handys, aber auch Insulinpumpen, vor der Untersuchung abgelegt werden. Menschen mit Herzschrittmachern, Gelenkprothesen oder Metallplatten im Körper müssen das Ihrem Behandlungsteam vor der Untersuchung mitteilen.

Magnetresonanztomografie (MRT)

Auch Kernspintomografie genannt. Bildgebendes Verfahren, das starke elektromagnetische Felder einsetzt. Damit können Struktur und Funktion der inneren Gewebe und Organe dreidimensional dargestellt werden. Die Patientin oder der Patient wird dazu in eine "Röhre" geschoben. Die MRT ist nicht schmerzhaft, aber laut. Oft werden dabei Kontrastmittel verwendet. Siehe auch bildgebendes Verfahren.

Makrohämaturie

Die mit dem bloßen Auge erkennbare rote Färbung des Urins, hervorgerufen durch die rote Blutzellen.

makroskopische Komplettresektion

Operative vollständige beziehungsweise komplette Entfernung des sichtbaren Tumorgewebes.

maligne

Bösartig.

MALT-Lymphom

Eine bösartige Erkrankung des Lymphgewebes, die auch in der Magenwand entstehen kann. Die Behandlung unterscheidet sich grundsätzlich von der des Magenkarzinoms.

Mammakarzinom

Siehe: Brustkrebs.

Mammografie

Eine spezielle Röntgenuntersuchung zur Darstellung des Brustgewebes.

Maniküre

Pflege von Händen und Fingernägeln.

Mapisal®-Salbe

Salbe, die zum Schutz vor einem Hand-Fuß-Syndrom entwickelt wurde. Fachleute empfehlen diese Salbe allerdings derzeit nicht, um einem Hand-Fuß-Syndrom durch das Krebsmedikament Capecitabin vorzubeugen.

Marker

In der Krebsmedizin spricht man eher von Tumormarkern, wenn eine körpereigene Substanz auf einen Krebs hinweisen kann.

Massage

Bei dieser Therapieform setzt die Therapeutin oder der Therapeut bestimmte Grifftechniken ein, die eine mechanische Reizwirkung auf Haut, Unterhaut, Muskeln und Sehnen ausüben.

Mastdarm

Siehe: Rektum.

MDK – Medizinischer Dienst der Krankenversicherung

Der MDK ist der medizinische, zahnmedizinische und pflegerische Dienst für Beratungen und Begutachtungen für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung. Mehr Informationen unter: www.mdk.de.

Mecamylamin (AGI004)

Wirkstoff, der die Beweglichkeit des Darms hemmt. Ist als Hautpflaster erhältlich.

Melanom

Siehe: Hautkrebs, schwarzer

Melphalan

Krebsmedikament (Zytostatikum), welches im Rahmen einer Hochdosis-Chemotherapie bei verschiedenen Krebserkrankungen zum Einsatz kommen kann. Es kann als Tablette eingenommen oder über eine Vene zugeführt werden.

Menopause

Bei Frauen wird der Zeitpunkt der letzten Menstruation als Menopause bezeichnet. Diese tritt in der Regel um das 50. Lebensjahr ein. Die Fruchtbarkeit der Frau ist damit beendet.

Menstruation

Monatsblutung (siehe auch Zyklus, weiblicher).

Mesalazin (5-Aminosalicylsäure)

Entzündungshemmendes Medikament. Es ist zur Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen zugelassen. Es kann als Tablette, Zäpfchen, Einlauf oder Schaum über den After eingesetzt werden.

Mesokolon

Gekröse des Kolons, Bindegewebe um das Kolon, das Fettgewebe, Blut- und Lymphgefäße enthält und auch zwischen dem Kolon und der hinteren Wand des Bauchraumes liegt.

Mesorektum

Gekröse des Rektums. Bindegewebe um das Rektum, das Fettgewebe, Blut- und Lymphgefäße enthält und auch zwischen dem Rektum und dem Kreuzbein der Wirbelsäule liegt.

Metastase

Aus Zellen des Primärtumors hervorgegangener und an anderer Stelle im Körper angesiedelter Tumor. Metastase bedeutet sinngemäß: die Übersiedlung von einem Ort an einen anderen. Ist ein Primärtumor bösartig, so kann er Metastasen bilden, das bedeutet: Einzelne Krebszellen lösen sich vom Primärtumor und wandern durch die Blut- oder Lymphbahnen an andere Stellen im Körper, um sich dort anzusiedeln. Siehe auch: Satelliten-Metastase, In-transit-Metastase, Mikrometastase.

Methadon

Künstlich hergestelltes Opioid mit starker schmerzstillender Wirkung. Es ist auch als Heroin-Ersatzstoff bekannt.

Methylprednisolon

Kortikoid-haltiges Medikament. Es kommt in Form von Tabletten, als Infusionslösung aber auch als Creme oder Salbe zur Anwendung. Siehe auch Kortison.

Metoclopramid (MCP)

Medikament, das Dopamin und andere Botenstoffe im Körper beeinflusst. Es regt die Magen-Darm-Tätigkeit an und lindert Übelkeit und Erbrechen.

Metronidazol

Ein Antibiotikum, das zum Beispiel bei Harnwegsinfekten oder bakteriellen Hautentzündungen zum Einsatz kommt. Siehe Antibiotikum.

Mikrohämaturie

Die mit dem bloßen Auge nicht sichtbare Blutbeimengung im Urin.

Mikrometastase

Kleinste Ansammlung von Tumorzellen in der unmittelbaren Umgebung des Ausgangstumors. Es wird versucht, Mikrometastasen beim Herausschneiden des Melanoms mit zu entfernen, um damit das Risiko einer Rückkehr des Tumors zu verringern.

minimal-invasiv

Eingriffe oder Untersuchungen, die mit möglichst kleinen Verletzungen der Haut und der Weichteile einhergehen.

Minocyclin

Medikament gegen Bakterien. Siehe Antibiotikum.

Misoprostol

Ein künstlich hergestellter Wirkstoff ähnlich des Gewebehormons Prostaglandin E1. Kommt unter anderem zur Behandlung von Magen- und Darmgeschwüren zum Einsatz.

Mitomycin-C

Chemotherapie-Medikament, das beispielsweise zur Behandlung von Blasenkrebs eingesetzt wird.

Mometasonfuroat

Stark wirksames Kortikoid-haltiges Medikament mit entzündungshemmenden Eigenschaften. Siehe auch Kortison. Es kommt zum Beispiel bei Hautkrankheiten, Allergien oder Asthma zum Einsatz.

Monochemotherapie

Chemotherapie mit einem einzelnen Medikament.

monoklonale Antikörper

Von einem Klon identischer Zellen in der Zellkultur produzierte Eiweißmoleküle, die Strukturen erkennen und sich an ihnen festheften, im Falle der Tumortherapie an Oberflächenmoleküle von Tumorzellen. Sogenannte "monoklonale Antikörper" können künstlich hergestellt werden und richten sich gegen ein spezifisches Merkmal von Tumorzellen (siehe Antikörpertherapie).

Morbus Crohn

Wie die Colitis ulcerosa eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Es können sich Abschnitte im gesamten Verdauungssystem, von der Mundhöhle bis zum After entzünden, am häufigsten sind aber der letzte Teil des Dünndarms und der Dickdarm betroffen. Typischerweise treten die Entzündungen abschnittsweise auf, dazwischen liegt gesunde Schleimhaut. Bei Betroffenen kommt es häufig zu Bauchschmerzen und zu Durchfällen.

Morphin

Hauptwirkstoff aus dem Opium, der als Schmerzmittel eingesetzt wird. Viele Opioid-haltige Schmerzmittel sind aus Morphin weiterentwickelt worden.

MRT

Siehe: Magnetresonanztomografie.

Mukositis

Schleimhautentzündung, zum Beispiel der Mundschleimhaut. Siehe auch orale Mukositis und radiogene Mukositis.

Mukoviszidose

Die Mukoviszidose, auch zystische Fibrose genannt, ist eine angeborene Stoffwechselerkrankung. Durch eine Fehlfunktion ist die Zusammensetzung aller Sekrete der exokrinen Drüsen stark verändert. In Lunge, Bauchspeicheldrüse, Dünndarm, Gallenwegen und Schweißdrüsen werden daher zähflüssige Sekrete gebildet, die nur erschwert vom Körper abtransportiert werden können. Dadurch kommt es in den betroffenen Organen zu Funktionsstörungen unterschiedlicher Art.

multilokulär

an mehreren Orten.

multiples Myelom

Auch Plasmozytom genannt; bösartige Erkrankung des Knochenmarks. Antikörper-bildende Blutzellen entarten und vermehren sich rasant. Dadurch löst sich der Knochen auf, was zu Schmerzen und spontanen Knochenbrüchen führen kann.

Multiprofessionalität

Die strukturierte Zusammenarbeit von Vertretern verschiedener Berufsgruppen (Synonym: Professionen) innerhalb eines Teams wird als multiprofessionelles Arbeiten verstanden.

Mundhöhlenkarzinom

Siehe: Mundhöhlenkrebs.

Mundhöhlenkrebs

Ein bösartiger Tumor im Kopf-Hals-Bereich. Etwa 95 von 100 bösartigen Tumoren der Mundhöhle gehen vom Plattenepithel der Mundschleimhaut aus. Jeder Bereich in der Mundhöhle kann betroffen sein; besonders oft sind es die Zunge und der Mundboden. Ausführliche Informationen gibt es in der "Patientenleitlinie Mundhöhlenkrebs".

muskelinvasiver Blasenkrebs

Eindringen von Krebszellen in das Muskelgewebe der Harnblase oder darüber hinaus.

Mutation

Genveränderung.

MVAC

Chemotherapie, die aus vier verschiedenen Wirkstoffen besteht. Wird beim muskelinvasiven oder metastasierten Blasenkrebs eingesetzt.

Myelosuppression

Beeinträchtigung oder Aussetzung der Blutbildung durch Schädigungen des Knochenmarks.

Myosarkom

Ein Myosarkom ist ein bösartiger Tumor des Muskelgewebes. Sarkome sind viel seltener als Karzinome.

zurück nach oben

Nachsorge

Auch wenn die Behandlung zunächst abgeschlossen ist, werden Erkrankte weiterhin durch Ihre Ärzte betreut. Ziel ist es zum Beispiel, rechtzeitig einen Krankheitsrückfall zu erkennen und Therapiefolgen zu behandeln.

Narkose

Schlafähnlicher Zustand durch Medikamente. Mit bestimmten Medikamenten können Schmerzempfinden,  Abwehrreaktionen und Bewusstsein eines Patienten ausgeschaltet werden, um medizinische Eingriffe (Operationen) durchführen zu können.

Natriumhydrogencarbonat

Natriumsalz der Kohlensäure. Kommt unter anderem zum Einsatz, wenn zu viel Säure gebildet wird, um den pH-Wert zu erhöhen.

Nausea

Übelkeit.

Nebenwirkungen

Unerwünschte Wirkung oder Begleiterscheinung einer Untersuchungs- oder Behandlungsmethode. Diese können sehr harmlos, aber auch folgenschwer sein – viele lassen sich jedoch vermeiden oder behandeln.
Nicht jede Nebenwirkung tritt bei jedem Patienten oder jeder Patientin auf, manche sogar nur sehr selten. Es gibt eine genaue Vorschrift, wie auf Beipackzetteln von Medikamenten die Häufigkeit einer Nebenwirkung zu beschreiben ist. Auf diese Vorschrift beziehen sich auch die Angaben zu Häufigkeiten in den Textabschnitten der Patientenleitlinie:

Bezeichnung

Bei wie vielen Personen tritt die Nebenwirkung auf?

Sehr selten

Bei weniger als einer von 10 000 Personen

Selten

Bei einer von 10 000 bis einer von 1 000 Personen

Gelegentlich

Bei einer von 1 000 bis einer von 100 Personen

Häufig

Bei einer von 100 bis einer von 10 Personen

Sehr häufig

Bei mehr als einer von 10 Personen

Um Nebenwirkungen einer Krebsbehandlung zu beschreiben, benutzen Fachleute eine spezielle Einteilung. Diese wurde vom amerikanischen National Cancer Institute entwickelt. Es gibt fünf Grade:

Schweregrad
Grad 1 Leichte Nebenwirkungen
Grad 2 Mäßige Nebenwirkungen
Grad 3 Starke Nebenwirkungen
Grad 4 Lebensbedrohliche Nebenwirkungen
Grad 5 Tod aufgrund einer Nebenwirkung

Neck-dissection

Eine Halslymphknotenausräumung wird in der Fachsprache als Neck-dissection (englisch: neck = Hals, dissection = das Sezieren, die Präparierung) bezeichnet. Dabei kann auch anderes Gewebe wie etwa Muskeln, Gefäße oder Nerven mitentfernt werden. Eine Neck-dissection kann ein- oder beidseitig erfolgen.

neoadjuvant

Unterstützende Behandlung vor dem eigentlichen Eingriff, etwa die Hormongabe vor einer Operation oder Bestrahlung.

Neoblase

Siehe Ersatzblase.

Neomycin

Antibiotikum, das bestimmte Bakterien hemmt.

Nephrektomie

Operative Entfernung der Niere, dies kann vollständig erfolgen (totale Nephrektomie) oder teilweise (partielle Nephrektomie). Bei teilweiser Entfernung bleibt Nierengewebe erhalten, daher wird diese Vorgehensweise auch als organerhaltender oder nierenerhaltender Eingriff bezeichnet.

Neurapraxie

Drucklähmung, vorübergehende Nervenschädigung in den Beinen durch Druck während der Operation.

Neurofibromatose

Die Neurofibromatose ist eine Erbkrankheit, deren erste Anzeichen Hautveränderungen (ovale Pigmentflecken) sind. Im Verlaufe der Krankheit treten gutartige Geschwulste auf, die sich auf der Haut, an den inneren Organen und im Gehirn ausbilden können.

neurologische Untersuchung

Bei Verdacht auf Hirnmetastasen, hier prüft die Ärztin/der Arzt zum Beispiel, ob die Haut überall gleichmäßig auf reize reagiert und ob alle wichtigen Reflexe vorhanden sind. Sie/er beobachtet Bewegungsabläufe und Gleichgewichtsreaktionen. Auch wird untersucht, ob Anzeichen für einen erhöhten Hirndruck bestehen. Die Untersuchung ist schmerzfrei und ohne Nebenwirkungen.

Neuropathie

Sammelbegriff für viele Erkrankungen des Nervensystems. Dabei können durch Nervenschäden zum Beispiel Schmerzen und Empfindungsstörungen auftreten.

Neutropenie

Starke Verminderung weißer Blutzellen. Das hat zur Folge, dass die geschwächte Immunabwehr Keime schlechter abwehren kann. Sie kann als Nebenwirkung einer Chemotherapie auftreten.

Neutrophile Granulozyten

Untergruppe der weißen Blutzellen.

Nicht-muskelinvasiver Blasenkrebs (NMIBC)

Blasenkrebs beschränkt sich auf die Blasenschleimhaut.

nierenerhaltend

Wird bei einer Operation das Operation nicht vollständig entfernt, sondern es bleibt Gewebe erhalten, spricht man von organerhaltender Operation.

Nierenkapsel

Hülle aus Bindegewebe, welche das Nierengewebe unmittelbar umgibt

Nierenkrebs-Einteilung

nicht metastasiert

metastasiert

früh/lokal begrenzt

lokal fortgeschritten

 

auf die Niere begrenzt

auf die Niere begrenzt mit Tumorabsiedlungen in umliegenden Lymphknoten

oder

über die Niere hinaus in umliegendes Fettgewebe (Fettkapsel) eingewachsen,

die äußerste Hülle der Niere (Fasziensack) wird dabei nicht überschritten,

mit und ohne Befall von umliegenden Lymphknoten

über die Niere und ihre äußerste umgebende Hülle (Fasziensack) hinausgewachsen

und/oder

in die Nebenniere derselben Seite eingewachsen

oder

Tumor auf die Niere beschränkt und Fasziensack nicht durchbrochen, aber Tumorabsiedlungen in anderen Organen

keine Tumorabsiedlungen (Metastasen) in Lymphknoten oder anderen Organen

keine Tumorabsiedlungen in anderen Organen

 

Nierenschwäche

Fachbegriff: Niereninsuffizienz. Eine unzureichende Nierenfunktion und im Extremfall ein völliges Nierenversagen. Das Blut wird nicht mehr ausreichend gereinigt.

Nierenwerte

Unter Nierenwerten versteht man Blutwerte, die Hinweise auf die Funktion oder auf Schäden der Niere geben.

Nierenzellkarzinom

Fachbegriff für die häufigste Form des Nierenkrebses

nodulär malignes Melanom

Bestimmter Melanomtyp nach der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation WHO. Das nodulär maligne Melanom macht etwa 20 Prozent aller Melanome aus und hat die ungünstigste Prognose. Es ist braun bis tiefschwarz, blutet leicht, wächst relativ schnell in die Tiefe und streut früh.

Nomogramm

Graphische Schaubilder und Modelle, die funktionale Zusammenhänge darstellen, zum Beispiel zwischen den verschiedenen diagnostischen Werten und der Aggressivität des Tumors.

Nuklearmedizin

Verwendung radioaktiver Stoffe, die sich im Körper frei verteilen können. Dies kann durch eine Spritze in die Blutbahn oder durch Tabletten erfolgen, die sich im Magen auflösen. In der Nuklearmedizin erfolgen damit Untersuchungen (zum Beispiel Skelettszintigramm), aber auch Behandlungen (zum Beispiel Radioiodtherapie der Schilddrüse).

nuklearmedizinischen Untersuchungsverfahren

Sie dienen der Untersuchung und Darstellung von inneren Organen. Dazu wird dem Patienten eine geringe Menge einer radioaktiven Substanz verabreicht, die von Körperstrukturen unterschiedlich aufgenommen wird. Die abgegebene radioaktive Strahlung zeigt die räumliche Verteilung der Substanz, aus der sich Rückschlüsse auf die Funktionsfähigkeit des untersuchten Organs ziehen lassen.

Nutzen

Maß für Zufriedenheit und Glück. Aus Sicht der Patientin oder des Patienten besteht der Nutzen einer Behandlung in der Verbesserung des Gesundheitszustandes (möglichst bis zur vollständigen Gene-sung) und in der Erhaltung, Verbesserung oder Wiederherstellung der angestrebten Lebensqualität.

zurück nach oben

oberer Harntrakt

Als oberer Harntrakt werden die Nieren einschließlich der Nierenbecken und die Harnleiter bezeichnet.

Obstipation

Ist der Fachausdruck für eine Verstopfung, also eine erschwerte und zu seltene Darmentleerung.

Octreotid

Künstlich hergestelltes Medikament, das ähnlich wirkt wie der körpereigene Botenstoff Somatostatin. Es hemmt verschiedene Hormone wie zum Beispiel das Wachstumshormon. Es wird unter die Haut gespritzt. Octreotid ist unter anderem zur Behandlung bestimmter Magen-Darm-Tumore zugelassen. Die langwirksame Form dieses Mittels heißt Octreotid-LAR.

Ödem

Krankhafte Ansammlung von Gewebsflüssigkeit in den Zellzwischenräumen.

Off-Label-Use

Behandlung mit Medikamenten, die für diese Erkrankung nicht zugelassen sind. Wenn eine begründete Aussicht auf Linderung besteht, kann eine solche Behandlung auch durch die Krankenkasse bezahlt werden. Mehr zum Off-Label-Use können Sie unter anderem beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) erfahren.

okkulte Metastasen

Sehr kleine, nicht erkennbare Metastasen. Sie können der Grund dafür sein, dass ein scheinbar geheilter Patient auch nach Jahren noch einen Rückfall bekommt. Deshalb wird die Nachsorge dringend empfohlen.

Olanzapin

Nervendämpfungsmittel; es beeinflusst Dopamin und andere Botenstoffe im Körper. Das Medikament kommt vor allem bei seelischen Erkrankungen zum Einsatz, aber auch bei Übelkeit und Erbrechen durch eine Krebsbehandlung.

Omentektomie

Operative (un)vollständige Entfernung des Bauchnetzes.

Omentum majus

Bauchnetz oder auch großes Netz genannt; es bedeckt vor allem den Dünndarm und Teile des Dickdarms. Das Bauchnetz ist reich an Fettgewebe, Blut- und Lymphgefäßen. Zu seinen Aufgaben gehören die Flüssigkeitsregulierung und die Immunabwehr im Bauchraum.

Onkologie

Fachbezeichnung für den Zweig der Medizin, der sich mit Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Krebserkrankungen befasst.

Onkologin, Onkologe

Fachärztin, Facharzt für Onkologie

Opioid-Schmerzmittel

Oberbegriff für verschiedene Schmerzmittel, die ähnlich wie Morphin wirken. Morphin ist der Hauptwirkstoff im Opium. Sie werden zur Behandlung starker Schmerzen eingesetzt.

Opiumtinktur

Lösung von Opium, der aus Schlafmohn gewonnen wird. Der Fachbegriff lautet Tinctura opii. Wirkt ähnlich wie das Opioid Loperamid. Siehe auch Loperamid.

oral

Über den Mund. Zum Beispiel können Arzneimittel als Tablette über den Mund eingenommen werden.

orale Mukositis

Schleimhautentzündung im Mund.

Orchiektomie

Die operative Entfernung der Hoden.

organerhaltend

Wird bei einer Operation das Operation nicht vollständig entfernt, sondern es bleibt Gewebe erhalten, spricht man von organerhaltender Operation.

ösophagogastraler Übergang

Übergang der Speisröhre in den Magen. An diesem Übergang grenzt die Deck-Schleimhaut der Speiseröhre an die Drüsen-Schleimhaut des Magens (siehe auch gastroösophageale Refluxerkrankung und Barrett-Ösophagus).

Ösophagogastroduodenoskopie

Kurz: ÖGD. Spiegelung von Speiseröhre (Ösophagus), Magen (Gaster) und Zwölffingerdarm (Duodenum).

Ösophagus

Speiseröhre.

Ösophaguskarzinom

Speiseröhrenkrebs.

Osalazin

Entzündungshemmendes Medikament. Es handelt sich dabei eine Vorstufe des Medikaments Mesalazin. Siehe auch Mesalazin.

Osteoporose

Knochenschwund; eine Stoffwechselerkrankung der Knochen. Die Knochendichte nimmt ab, und die Knochen werden bruchanfällig und instabil.

Osteoradionekrose (infizierte)

Eine schwerwiegende Spätfolge der Bestrahlung ist die infizierte Osteoradionekrose, das bedeutet Knochengewebe stirbt ab und ist mit Bakterien besiedelt. Strahlungsbedingt werden Gefäße, die den Knochen versorgen, geschädigt. Der Knochen wird so anfällig für Infektionen, besonders nach zahnärztlichen Eingriffen. Häufig merken Betroffene dies zuerst nicht, später kann es zu Schmerzen und Knochenbrüchen kommen. Meist sind Teile des Unterkiefers betroffen. Unter Umständen ist es nötig, den Kiefer teilweise zu entfernen.

Östrogen

Weibliches Geschlechtshormon.

Östrogenrezeptor

Ist ein Hormonrezeptor für das Hormon Östrogen. Die Bestimmung ist bei Brustkrebs bedeutsam. Wenn nur geringe Mengen vorhanden sind, ist eine Hormonbehandlung wahrscheinlich nicht wirksam.

Ovarialkarzinom

Siehe: Eierstockkrebs.

Oxaliplatin

Siehe: Platinverbindungen.

zurück nach oben

Paclitaxel

Siehe: Taxane.

Palifermin

Keratinozytenwachstumsfaktor-1, das heißt es stimuliert die Bildung von Schleimhautzellen und Hautzellen. Dieses Medikament wird über die Vene gegeben und soll zum Beispiel bei Mundschleimhautentzündung helfen. In Europa ist es nicht mehr erhältlich.

palliativ

Mit dem Ziel der Linderung.

palliative Behandlung

Lebensverlängernde und Lebensqualität erhaltende, aber nicht Heilung anstrebende Behandlung. Sie soll Beschwerden lindern und Beeinträchtigungen im Alltag möglichst gering halten, so dass ein selbstbestimmtes Leben mit der Krankheit möglich ist. Zur Palliativmedizin gehört auch die Sterbe- und Trauerbegleitung. Ausführliche Informationen gibt es in der "Patientenleitlinie Palliativmedizin".

Palliativmedizin

Medizin am Ende des Lebens. Nicht mehr Lebensverlängerung, sondern Leidensminderung, seelische Begleitung und Fürsorge stehen im Mittelpunkt der Betreuung. Zur Palliativmedizin gehört auch die Sterbebegleitung.

Panitumumab

Antikörper, der als Krebsmedikament eingesetzt wird. Er richtet sich gegen den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor. Siehe EGFR-Hemmer.

Pankreas

Bauchspeicheldrüse.

Pankreaskarzinom

Siehe: Bauchspeicheldrüsenkrebs

Pankreatektomie

Operative Entfernung der Bauchspeicheldrüse.

Papillomaviren, humane (HPV)

Viren, die die Zellen menschlicher Haut und Schleimhäuten befallen und diese zu unkontrolliertem Wachstum treiben können; über 100 Typen sind bekannt. Manche verursachen Genitalwarzen. Sogenannte Hochrisikotypen können bei anhaltender Infektion Gebärmutterhalskrebs auslösen. Mit einem HPV-Test können sie nachgewiesen werden.

Pap-Test

Zellabstrich des Gebärmutterhalses und des Gebärmuttermundes zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Die Zellen werden in einem Labor mikroskopisch untersucht. Die Ergebnisse werden je nach Abweichung vom normalen Zellbild mit PAP-I bis PAP-V (nach George Papanicolaou) bezeichnet. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen Frauen ab 20 Jahren einmal im Jahr diese Untersuchung.

paraaortal

Entlang der Aorta (Hauptschlagader).

Parametrien

Einzahl: Parametrium; Bindegewebsstrukturen im Beckenraum, die die Gebärmutter im Becken in ihrer Position halten.

parastomale Hernie

Neben dem Stoma drücken sich andere Darmanteile in das Unterhautfettgewebe vor.

Paravasat

Austreten einer Infusionslösung in umliegendes Gewebe.

parenterale Ernährung

Künstliche Ernährung "unter Umgehung des Darms", bei der eine hochdosierte Nährlösung über eine Infusion direkt ins Blut verabreicht wird (im Gegensatz zu enteraler Ernährung, bei der Nährstoffe über eine Sonde in den Darm gegeben werden).

Pathologe, Pathologin

Mediziner, der sich mit den krankhaften Vorgängen und Strukturen im Körper befasst. Ein Pathologe untersucht zum Beispiel das Gewebe, das bei einer Krebsoperation entnommen wurde, um daraus Rückschlüsse auf Art und Umfang des Tumors zu ziehen.

Patientenverfügung

Schriftliche, rechtsverbindliche Festlegung von Behandlung für den Fall, dass man nicht mehr zustimmungsfähig ist. Sie ist als freies Formular möglich, einmalige Unterschrift gilt, am besten zusammen mit einer Vorsorgevollmacht für Krankheitssituationen.

PDD

Abkürzung für photodynamische Diagnostik. Siehe auch Fluoreszenz-basierte Zystoskopie.

Pegyliert

Pegylierte Arzneimittel haben eine spezielle Hülle, damit sie länger im Körper verbleiben.

Pentoxifyllin

Medikament, welches die Gefäße erweitert, damit das Blut besser fließen kann. Zudem wirkt es entzündungshemmend. Kommt zum Beispiel bei Durchblutungsstörungen zum Einsatz.

Perforation

Durchstoßen oder Durchbohren eines Hohlorgans; zum Beispiel ein Riss oder Loch in der Speiseröhre oder im Darm.

perineal

Der perineale Zugang bei der operativen Entfernung der Prostata ist der Zugangsweg "von unten" über den Damm.

perioperativ

Die Zeit kurz vor, während und kurz nach einem operativen Eingriff.

Peritonealkarzinom

Bauchfellkrebs; das heißt das Bauchfell selbst ist der Ursprungsort der bösartigen Tumorzellen. Es handelt sich um eine Krebserkrankung, die sich biologisch wie Eierstockkrebs verhält und auch entsprechend behandelt wird.

Häufiger aber ist, dass andere bösartige Tumore sich auf das Bauchfell ausgebreitet haben (siehe Peritonealkarzinose).

Peritonealkarzinose

Manche bösartigen Tumore, wie Eierstock- oder Eileiterkrebs, können sich auf das Bauchfell ausbreiten. Das wird als Peritonealkarzinose bezeichnet. Manchmal sind nur Teile des Bauchfells befallen, manchmal auch das gesamte Bauchfell, was zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen kann.

Peritonealmetastasen

Absiedlungen im Bauchfell.

Peritonealzytologie

Untersuchen des Bauchwassers auf Krebszellen im Labor.

Peritoneum

Bauchfell

perkutan

Durch die Haut hindurch.

Perkutane Hochvolt-Bestrahlungsbehandlung

Bestrahlung durch die Haut mit hoher Energie.

perkutane Strahlentherapie

Diese Form der Bestrahlung erfolgt von außen durch die Haut (vergleiche auch Braychytherapie).

PET

Abkürzung für Positronenemissionstomografie. Siehe dort.

Peutz-Jeghers-Syndrom

Benannt nach dem Internisten J.L.A. Peutz und H.J. Jeghers, beschreibt das Syndrom einer Erbkrankheit, bei der es zu Polypenwucherungen in Magen und Darm und Pigmentflecken auf Haut und Schleimhäuten kommt. Betroffene haben ein erhöhtes Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken.

photodynamische Diagnostik

Siehe Fluoreszenz-basierte Zystoskopie.

physikalische Therapie

Der Begriff fasst mehrere Behandlungsformen zusammen, die alle auf physikalischen Methoden beruhen, etwa Krankengymnastik,  Bewegungstherapie, Massagen, Elektrotherapie, Wärme- und Kältetherapie, Infrarot-, UV-, und Gleichstrombehandlung oder medizinische Bäder. Die Maßnahmen sollen unter anderem die Beweglichkeit und die Durchblutung fördern sowie Muskelverspannungen und Schmerzen verringern. Oft wird der Begriff aber auch gleichbedeutend mit Krankengymnastik verwendet.

Physiotherapeut, Physiotherapeutin

Ist ein Gesundheitsfachberuf. Physiotherapeuten bieten Verfahren der Physiotherapie an, wie Krankengymnastik und Massagen.

Physiotherapie

Ist ein Behandlungsverfahren, mit dem vor allem die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des menschlichen Körpers wiederhergestellt, verbessert oder erhalten werden soll.

Phytoöstrogene

Pflanzenstoffe, die ähnlich aufgebaut sind wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen.

Phytotherapie

Pflanzenheilkunde. Bei diesen Behandlungsverfahren werden ausschließlich Pflanzen oder bestimmte Pflanzenteile verwendet, die auf verschiedene Weise zubereitet werden.

Pilocarpin

Medikament, das den Speichelfluss anregt. Es verstärkt oder imitiert die Wirkung eines Teils des autonomen Nervensystems, den sogenannten Parasympathikus. Es wird unter anderem zur Erweiterung der Pupillen eingesetzt.

Placebo

Bezeichnung für eine Scheinbehandlung oder ein Scheinmedikament – eine Tablette ohne Wirkstoff. Eine Scheinbehandlung kann dennoch positive Effekte erzielen, die unter anderem durch die Zuwendung erklärt werden, die der Erkrankte durch die Behandlung erfährt. Forscher vermuten, dass Scheinmedikamente darüber hinaus die Ausschüttung körpereigener Schmerzmittel anregen.

Platin

Edelmetall.

Platinverbindungen

Sehr wirksame Zytostatika mit Platinanteil. Chemische Verbindungen dieses Edelmetalls binden sich an die Erbsubstanz der Tumorzellen und hemmen zusätzlich die Enzyme, die dadurch ausgelöste Schäden reparieren könnten. Diese Medikamente haben jedoch vergleichsweise starke Nebenwirkungen, vor allem Übelkeit, die sich mit Begleitmedikamenten allerdings weitgehend unterdrücken lässt. Meist werden sie in Kombination mit anderen Zytostatika eingesetzt. Beispiele: Cisplatin, Oxaliplatin, Carboplatin.

Plattenepithel

Ein Zellverband aus flachen, fest miteinander verbundenen Zellen. Das Plattenepithel ist meist mehrschichtig und bedeckt äußere und innere Körperoberflächen, zum Beispiel Haut und Schleimhaut. Die Deck-Schleimhaut, die die gesamte Speiseröhre von innen ausgekleidet, besteht aus sogenanntem Plattenepithel.

Plattenepithelkarzinom

Von Plattenepithel ausgehender bösartiger Tumor.

Pleuraerguss

Das ist eine krankhafte Flüssigkeitsansammlung in dem Spalt zwischen Lunge und Brustwand (Pleurahöhle). Dieser schmale Spalt ist mit der sogenannten Pleura, also dem Lungenfell und dem Rippen- bzw. Brustfell, ausgekleidet.

Bei einem bösartigen (malignen) Pleuraerguss handelt es sich demnach um Flüssigkeit mit Krebszellen darin, die die Lunge umgibt.

Pneumonitis

Lungenerkrankung, die durch entzündliche Veränderungen im Lungengewebe gekennzeichnet ist.

Podologin/Podologe

Medizinische/r Fußpfleger/in.

Polidocanol

Mittel, das örtlich Schmerzen und Juckreiz lindern kann. Es ist in verschiedenen kosmetischen Mitteln enthalten.

Polychemotherapie

Chemotherapie mit mehreren Medikamenten gleichzeitig. Polychemotherapien werden empfohlen bei starken Schmerzen und raschem Fortschreiten der Erkrankung. Sie haben in der Regel etwas stärkere Nebenwirkungen als Chemotherapien mit nur einem Medikament.

Polyp

Gutartige, oft gestielte Ausstülpung der Schleimhäute.

Port

Unter die Haut eingesetzter dauerhafter Gefäßzugang. Wenn wiederholte Infusionen nötig sind, zum Beispiel bei der Gabe von Krebsmedikamenten, kann ein sogenannter Port hilfreich sein. Diese kleine Kammer wird unter die Haut eingepflanzt (oft nahe des Schlüsselbeins). Ein dünner Schlauch mündet in eine herznahe Vene. Der Vorteil ist, dass nicht bei jeder Infusion erneut in eine Vene gepikt werden muss. Die Medikamente oder andere Flüssigkeiten können mit einer speziellen Nadel direkt in den Port gegeben werden.

Positronenemissionstomografie (PET)

PET gehört wie MRT und CT zu den sogenannten Schnittbildverfahren. Dabei wird eine schwach radioaktive Substanz (in der Regel Traubenzucker, der radioaktiv "markiert" wird) gespritzt, mit deren Hilfen der Stoffwechsel der Körperzellen dreidimensional sichtbar gemacht werden kann. Inzwischen wird diese Untersuchung oft zusammen mit einer Computertomografie durchgeführt (PET-CT). Siehe auch bildgebendes Verfahren.

Pouch

Reservoir, das bei der Operation eines Rektumkarzinoms aus gesunden Darmschlingen angelegt werden kann, um die Sammelfunktion des Rektums zu simulieren.

Pregabalin

Wirkstoff zur Behandlung von Anfallskrankheiten. Gehört zu den sogenannten antiepileptischen Medikamenten. Er kann auch bei bestimmten Schmerzen zum Einsatz kommen. Siehe auch: Antiepileptische Medikamente.

primär resektabel

Etwas, zum Beispiel ein Tumor oder eine Metastase, lässt sich durch eine Operation entfernen, ohne dass vorher eine weitere Behandlung notwendig ist.

Primärtumor

Ausgangstumor. Er ist für die Diagnose und Therapieentscheidung maßgebend. Wenn sich kein Primärtumor finden lässt, kann das daran liegen, dass das Immunsystem den Primärtumor erfolgreich bekämpft hat und in der Folge eventuell auch Metastasen angreift

Probiotikum

Zubereitung, die Kleinstlebewesen (spezielle Bakterienkulturen) enthält. Diese Mittel sollen die natürliche Darmflora wiederherstellen. Da sie möglicherweise das Risiko für eine Blutvergiftung (Sepsis) erhöhen, rät die Expertengruppe Menschen mit geschwächter Abwehr hiervon ab.

Progesteronrezeptor

Bestimmung ist ebenso wie die des Östrogenrezeptors für die Behandlung von Brustkrebs bedeutsam.

Prognose

Vorhersage über den vermuteten Krankheitsverlauf.

Progress

Fortschreiten der Krebserkrankung durch Tumorwachstum oder Metastasenbildung.

Prolaps

Vorfall, das heißt ein Organ oder ein Stück Gewebe verlagert sich im Körper. Bei einem Darmvorfall im Bereich eines Stomas tritt der Darm durch die künstliche Öffnung, ähnlich wie beim Umstülpen eines Handschuhfingers.

prophylaktisch

Vorsorglich.

Prostata

Vorsteherdrüse des Mannes. Sie ist normal kastaniengroß, liegt unterhalb der Harnblase und umschließt die Harnröhre.

Prostatakarzinom

Siehe: Prostatakrebs.

Prostatakrebs

geht von den Drüsen der Prostata aus. Wenn er streut, können sich Metastasen in den Lymphknoten, in den Knochen oder in anderen Organen bilden. Ausführliche Informationen gibt es in den Patientenleitlinien zum "Prostatakrebs".

Proteinurie

Eiweißausscheidung im Urin.

Prothese

Künstlicher, funktioneller Ersatz von Körperteilen, zum Beispiel vom Gebiss (Zahnprothesen).

Pruritus

Starker Juckreiz.

PSA

Das prostataspezifische Antigen (PSA) ist ein Eiweiß, das nur in der Prostata produziert wird. Im Krebsgewebe ist es zehnmal höher konzentriert als in gesundem Prostatagewebe.

psychisch

Seelisch; das Gemüt, das Verhalten, das Erleben und die Seele betreffend.

Psychologe, Psychologin

Ist die Berufsbezeichnung von Menschen, die ein Psychologiestudium abgeschlossen haben. Psychologen können nach Abschluss einer psychotherapeutischen Weiterbildung und Erteilung einer Approbation auch als "Psychologische Psychotherapeuten" an der Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten beteiligt sein.

Psychoonkologie

Zweig der Krebsmedizin, der sich mit Fragen der seelischen Auswirkungen von Krebserkrankungen beschäftigt. Psychoonkologen sind speziell weitergebildete Psychologen oder Mediziner.

Psychosoziale Belastung

Äußere Einflüsse, die auf die Seele und das Sozialleben negativ einwirken.

Psychosoziale Beratung

Eine psychosoziale Beratung bietet Hilfestellung bei psychosozialen Belastungen und sozialrechtlichen Anliegen, die im Zusammenhang mit einer Erkrankung aufkommen können.

Punktion

Einstechen in Körpergewebe; mit einer Nadel kann ein Hohlraum des Körpers erreicht werden, um zum Beispiel Flüssigkeit abzulassen, Gewebe zu entnehmen oder Arzneimittel hineinzugeben.

zurück nach oben

Quickwert (TPZ)

Mit dem Quickwert misst man die Blutgerinnung. Ist der Wert erhöht, gerinnt das Blut schneller ist er zu niedrig, gerinnt es langsamer als normal (der Normalwert ist 100 Prozent). Die Leber bildet die Stoffe, die zur Blutgerinnung notwendig sind. Ist diese gestört, kann das auf eine Schädigung der Leber hindeuten, wenn gleichzeitig spezielle Enzymwerte der Leber erhöht sind.

zurück nach oben

Racecadotril

Wirkstoff, der die Flüssigkeit im Darm vermindern kann. In Deutschland ist er zugelassen, um akuten Durchfall zu behandeln.

radikale Hysterektomie

Wenn eine einfache Gebärmutterentfernung auf den oberen Teil der Scheide, das Bindegewebe seitlich der Gebärmutter sowie auf Lymphknoten erweitert wird, sprechen Fachleute sprechen von einer radikalen Gebärmutterentfernung. Sie kann unterschiedlich umfangreich sein. Die "radikale" Hysterektomie ist ein feststehender medizinischer Begriff. Er beschreibt die Ausdehnung der umfangreichen Operation und grenzt sich somit von einer "einfachen" Hysterektomie ab.

radikale Prostataektomie

Die vollständige operative Entfernung der Prostata.

Radiochemotherapie

Chemotherapie in Verbindung mit einer Bestrahlung.

Radiodermatitis

Eine Entzündung der Haut, die durch eine Bestrahlung verursacht wurde. Bestrahlte Haut kann ähnlich wie bei einem Sonnenbrand reagieren: sie wird rot, warm, juckt und brennt.

Radiofrequenzablation

Zerstören von Tumorgewebe durch starke Hitze mithilfe einer speziellen Sonde, die starken Wechselstrom erzeugt.

radiogen

Durch eine Bestrahlung verursacht.

radiogene Diarrhö

Durchfall durch Bestrahlung.

radiogene Mukositis

Entzündung der Schleimhaut durch eine Bestrahlung

radiogene Proktitis

Entzündung des Enddarms (Rektums) durch eine Bestrahlung.

Radiologie

Fachrichtung der Medizin, die bildgebende Verfahren mit Röntgenstrahlen, aber auch Ultraschall und elektromagnetische Felder zur Untersuchung einsetzt. Bei der einschreitenden (interventionellen) Radiologie werden auch Behandlungen vorgenommen. Ein Beispiel hierfür ist die Aufweitung von Gefäßen durch eine Ballondehnung. Unter Röntgenkontrolle wird die enge Stelle im Gefäß gesucht, aber die Aufdehnung der Engstelle erfolgt durch einen Ballon.

Radiologin, Radiologe

Fachärztin, Facharzt für Radiologie.

Radionuklide

Radionuklide sind Substanzen, deren Atomkerne radioaktiv zerfallen und dabei Strahlung freisetzen. Sie werden in der Strahlentherapie (siehe unten) unter anderem zur Behandlung von Knochenmetastasen eingesetzt.

Radioonkologe

Facharzt für die Strahlenbehandlung von Krebserkrankungen.

Radiosensitizer

Mittel, welche die Wirkung der Strahlentherapie verstärken.

Radiotherapie

Siehe: Strahlentherapie.

Radioxerostomie

Mundtrockenheit durch eine Bestrahlung.

Ramucirumab

Ist ein Antikörper und gehört zu den sogenannten zielgerichteten Therapien. Das Medikament hemmt das Blutgefäßwachstum des Tumors. Der Tumor wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen über das Blut versorgt.

referenzpathologische Untersuchung

Wird in pathologischen Zentren mit besonderer Ausstattung und umfangreicher Erfahrung auf dem jeweiligen Fachgebiet gemacht. Ist zum Beispiel bei einem Hodgkin Lymphom wichtig, weil diese Erkrankung ziemlich selten auftritt und relativ schwierig pathologisch zu klassifizieren ist.

Reflux-Erkrankung

Siehe gastroösophageale Reflux-Erkrankung

Rehabilitation

Alle medizinischen, psychotherapeutischen, sozialen und beruflichen Leistungen, die eine Wiedereingliederung eines Kranken in Familie, Gesellschaft und Berufsleben zum Ziel haben. Diese Leistungen sollen es der Patientin oder dem Patienten ermöglichen, besser mit krankheitsbedingten Problemen fertig zu werden.

Rekonstruktion

Bedeutet in der Medizin, dass Körperteile in ihrer Funktion und/oder ihrem Aussehen wiederhergestellt werden. Zum Beispiel wenn ein Tumor entfernt wurde, kann die defekte Stelle wieder aufgebaut (rekonstruiert) werden. Dies kann in einer oder auch in mehreren Operationen geschehen.

rektal

Den Mastdarm betreffend. Zäpfchen zum Beispiel werden in den Darm, also rektal, eingeführt.

Rektoskopie

Spiegelung des Enddarmes. Kann mit einem starren Rohr durchgeführt werden.

Rektum

Mastdarm oder Enddarm. Letzter Teil des Dickdarms mit dem Darmausgang.

Rektumkarzinom

Ein bösartiger Tumor im letzten Teil des Dickdarms.

Remission

Bedeutet, dass eine Erkrankung zurückgeht, die Symptome also nachlassen. Eine Remission ist zwar nicht mit einer Heilung gleichzusetzen, bei einer kompletten Remission hat man jedoch keine Krankheitssymptome mehr. Es sind auch mit Untersuchungen keine Tumorherde mehr nachweisbar.

resektabel

Etwas, zum Beispiel ein Tumor oder eine Metastase, lässt sich durch eine Operation entfernen.

Resektion

Operative Entfernung des Tumorgewebes. Im pathologischen Befund nach der Operation sagt das "R" aus, ob der Tumor mit einem Mindestabstand zum gesunden Gewebe komplett entfernt wurde ("im Gesunden"). R0 = kein Resttumor vorhanden; R1-2 = verbliebener Resttumor mit unterschiedlichem Ausmaß.

residual

Als Rest zurückbleibend.

Residualtumor

Tumorrest, der nach der chirurgischen Entfernung übrig bleibt. Residualtumore sollen nach Möglichkeit verhindert werden, denn sie sind oft Ausgangspunkt erneuten Tumorwachstums.

Response

Ansprechen auf eine Behandlung.

Re-Staging

Erneute Diagnostik, bei der die gleichen Verfahren angewendet werden, mit denen der Krebs ursprünglich diagnostiziert wurde. Die Ergebnisse werden miteinander verglichen, um den Erfolg einer Therapie zu bewerten oder Veränderungen festzustellen (siehe auch Staging).

Restharn

Die nach dem Wasserlassen in der Harnblase oder Ersatzblase verbliebene restliche Harnmenge. Ursache für die unvollständige Entleerung der Blase kann eine Verengung der Harnröhre und insbesondere bei Männern eine gutartige Vergrößerung der Prostata sein. Nach Blasenoperationen und bei einer Ersatzblase kann eine Veränderung, z. B. die Verengung des Schließmuskels, Ursache von Restharn sein.

Retraktion

Zusammenziehung, Schrumpfung.

retropubisch

Der retropubische Zugang bei der operativen Entfernung der Prostata ist der Zugang "von vorn" durch einen Schnitt in die Bauchdecke oberhalb des Schambeins.

reversibel

Umkehrbar; wieder rückgängig zu machen.

Rezeptor

Eiweißmolekül auf der Zelloberfläche, das bestimmte Teilchen binden und damit Signale ins Innere einer Zelle leiten kann.

Rezidiv

Wiederauftreten einer Erkrankung (Rückfall).

Rezidiv-Prophylaxe

Fortsetzen einer Behandlung, um das Wiederauftreten einer Erkrankung zu verhindern.

Risikofaktoren

Umstände und Faktoren, die das Entstehen einer Krankheit begünstigen können. Dazu gehören zum Beispiel Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, erbliche Belastungen, bereits vorhandene Krankheiten, Kontakt mit Schadstoffen. Wenn der Zusammenhang zwischen einem solchen Faktor und einem erhöhten Erkrankungsrisiko nachgewiesen ist, spricht man von einem Risikofaktor. Rauchen ist zum Beispiel ein Risikofaktor für viele Erkrankungen.

Röntgen

Beim Röntgen wird mit Hilfe von Röntgenstrahlen Körpergewebe abgebildet. Dadurch können Ärztinnen und Ärzte zum Beispiel Knochenbrüche oder Veränderungen an Organen oder am Skelett erkennen. Siehe auch bildgebendes Verfahren.

Rückfallrisiko

Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine Erkrankung wiederauftritt (Rückfall). Bei frühem Blasenkrebs unterscheidet man zwischen niedrigem, mittlerem und hohem Rückfallrisiko. Danach richtet sich die Behandlung und Nachsorge.

zurück nach oben

S3-Leitlinie

Eine Leitlinie ist eine Orientierungs- und Entscheidungshilfe für medizinische Fachleute. Die Handlungsempfehlungen stützen sich auf das beste derzeit verfügbare medizinische Wissen. Dennoch ist eine Leitlinie keine Zwangsvorgabe. Jeder Mensch hat seine eigene Krankengeschichte und eigene Wünsche. In begründeten Fällen muss die Ärztin oder der Arzt sogar von den Empfehlungen der Leitlinie abweichen.

Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) beurteilt Leitlinien nach ihrer Güte. Die Stufe S3 hat die höchste methodische Qualität und beruht auf einer sehr gründlichen Evidenzrecherche, einer Qualitätsbewertung der Literatur in Bezug auf ihre wissenschaftliche Aussagekraft und ihre klinische Bedeutung und der Herbeiführung eines Konsenses zwischen den beteiligten Fachleuten.

Hochwertige Leitlinien zu Krebserkrankungen finden Sie im Internet unter:

Salicylsäure

Stoff, der gegen Hautschuppung helfen soll. Er ist in vielen Hautpflegemitteln enthalten. Salicylsäure dient zur Herstellung von Acetylsalicylsäure (ASS).

Samenbläschen

Sie liegen seitlich an der Prostata und produzieren die Samenflüssigkeit.

SAPV

Siehe "Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)".

Sarkom

Ein Sarkom ist ein bösartiger Tumor des Muskel-, Binde- oder Stützgewebes. Betroffen ist zum Beispiel Knochen, Knorpel oder Muskel. Sarkome sind viel seltener als Karzinome.

Satelliten-Metastase

Metastase, die näher als zwei Zentimeter am Ausgangstumor liegt.

Schlaganfall

Plötzliche Funktionsstörung des Gehirns. Sie wird ausgelöst, wenn eine Blutung oder ein Blutgerinnsel eine Arterie oder Vene blockiert.

Schmerzmedikamente

Kommen beispielsweise zum Einsatz, um Krebsschmerzen zu behandeln. Die Behandlung richtet sich nach dem Stufenschema der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Es unterscheidet zwischen schwachen, mittleren und starken Schmerzen. Für jede „Schmerzstufe“ werden bestimmte Gruppen von Schmerzmitteln und ergänzend weitere Medikamente oder Maßnahmen empfohlen. Das Grundprinzip dieses Schemas besagt: Schmerzen werden nach ihrer Stärke behandelt. Wenn eine Stufe der Schmerzbehandlung nicht mehr ausreicht, soll die nächst höhere gewählt werden.

Zum Einsatz kommen dabei unterschiedlich starke Schmerzmedikamente (Analgetika), zunächst solche, die kein Opioid enthalten (Nicht-Opioidanalgetika), wie Ibuprofen oder Paracetamol. Bei stärkeren Schmerzen erhalten Sie Opioid-haltige Analgetika, zum Beispiel Tramadol, Tilidin/Naloxon, Oxycodon, Morphin oder Hydromorphon. Wichtig ist, dass die Medikamente richtig dosiert werden und die neue Gabe bereits wirkt, bevor die Wirkung der alten nachlässt.

Schmerzskala

Es gibt verschiedene Schmerzskalen, die Erkrankten helfen können, die Stärke der Schmerzen (Schmerzintensität) zu beurteilen:

  • Verbale Schmerzskala: Hier wird die Schmerzstärke mit Worten beschrieben: kein – leicht – mittel – schwer.
  • Numerische Schmerzskala: Hier bewertet man die Schmerzstärke auf einer Zahlenskala oder einem Lineal von 0 (keine Schmerzen) bis 10 (stärkste vorstellbare Schmerzen).
  • Visuelle Analogskala: Hier zeigt man auf einer Linie mit zwei Endpunkten (keine Schmerzen und stärkste vorstellbare Schmerzen) die Stelle, die dem aktuellen Schmerzgefühl entspricht.

Schnellschnitt

Bezeichnet die Untersuchung von Gewebeproben während einer noch laufenden Operation.

Schnittrand

Die entstehende Begrenzung beim Herausschneiden eines Gewebestücks. Das entfernte Gewebe wird unter dem Mikroskop untersucht. Dabei wird geprüft, ob sich an den Schnitträndern noch Tumorreste finden. Das ist ein Hinweis darauf, dass der Krebs nicht vollständig entfernt wurde. In diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass der Krebs wiederkommt oder streut. Um die Schnittränder zu beschreiben, wird die R-Klassifikation verwendet (r von residual tumor (engl.): verbliebener Tumor).

Schüssler-Salze

Alternativmedizinische Heilmethode

Screening

Bezeichnet eine Reihenuntersuchung, die bei möglichst vielen Menschen zu einem möglichst frühen Zeitpunkt das Erkennen von Anzeichen oder Risikofaktoren für bestimmte Krankheiten zum Ziel hat.

Second-Look-Operation

Nach abgeschlossener Behandlung kann grundsätzlich mittels eines "zweiten Blicks" auf das Operationsgebiet ein möglicher Tumorrest erkannt und eventuell auch entfernt werden. Diese zweite Operation zur Kontrolle des Behandlungserfolges nennen die Fachleute Second-Look-Operation.

Sedierung

Behandlung eines Patienten/einer Patientin mit einem Beruhigungsmittel.

Seeds

Kleine Strahlenquellen, die ungefähr die Größe von Saatkörnern haben, werden bei der LDR-Brachytherapie in die Prostata eingesetzt.

Seelsorger, Seelsorgerin

Person, die sich um das seelische und spirituelle Wohlergehen der Patientin oder des Patienten kümmert. Überwiegend gehören die Seelsorger einer bestimmten Kirche oder Religion an.

selektiv

Ausgewählt oder abgegrenzt.

Selen

Lebensnotwendiges Spurenelement. Es spielt bei vielen Vorgängen und Funktionen im Körper eine Rolle. Es hat ähnliche Funktionen wie das Vitamin E. Siehe auch Vitamin E.

Sensibilitätsstörungen

Veränderte Wahrnehmung von Empfindungen oder Bewegungen.

Sentinellymphknoten

Siehe: Wächterlymphknoten

Serotonin

Botenstoff im Körper, der unter anderem das Brechzentrum im Gehirn anregt.

Serotonin-Antagonisten (Setrone)

Diese Medikamente blockieren den Botenstoff Serotonin, der sonst das Brechzentrum anregen würde. Fachleute sprechen auch von „5-HT-Rezeptor-Antagonisten“. Diese Medikamente sind zum Beispiel wirksam gegen Übelkeit und Erbrechen.

Sigma

Siehe: Colon sigmoideum.

Silbersulfadiazin

Silbersalz des Stoffes Sulfadiazin. Es wirkt hemmend auf viele Krankheitserreger. Es kommt als Creme bei frischen Hautwunden wie Verbrennungen oder Schürfwunden zum Einsatz.

Skelettszintigrafie

Nach der Gabe einer radioaktiven Substanz, die sich im Knochen einlagert, wird mit einer Spezialkamera eine Aufnahme des Skeletts gemacht. So können Veränderungen erkannt werden, die auf einen Tumor im Knochen hindeuten.

Smektit

Schichtsilikat, das im Darm viel Wasser binden und von dort nicht in den Körper gelangen kann. Das Mittel ist in Deutschland zugelassen, um akuten Durchfall zu behandeln.

Sonde

Stab- oder schlauchförmiges medizinisches Instrument, das zur Untersuchung oder Behandlung in Körperhöhlen oder Gewebe eingeführt wird.

Sonografie

Siehe: bildgebendes Verfahren.

Sorafenib

Wirkstoff, der zur zielgerichteten Krebsbehandlung gehört. Er kann zum Beispiel bei Krebs der Niere oder der Leber eingesetzt werden.

Sozialdienst/Sozialarbeiter, Sozialarbeiterin

Beraten in sozialen Fragen und unterstützen bei der Erschließung von Hilfen. Dabei werden die persönlichen Bedürfnisse der Betroffenen berücksichtigt.

Spätdumpingsyndrom

Tritt etwa ein bis drei Stunden nach einer Mahlzeit auf, vorwiegend nach dem Frühstück. Da der Speisebrei zu schnell in den Dünndarm gelangt, wird der darin enthaltene Zucker zu schnell vom Darm aufgenommen. Dann kommt es zu einer Überzuckerung. Die Bauchspeicheldrüse schüttet vermehrt Insulin aus, um dem entgegenzuwirken. Danach jedoch gerät der Körper in eine Unterzuckerung. Die Folge: Schweißausbrüche, Müdigkeit, Schwindel und Zittern. Charakteristisch  ist zusätzlich Heißhunger.

Speichelersatzmittel

Verschiedene Mittel, die den Mund befeuchten sollen, wenn zu wenig Speichel gebildet wird.

spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)

Ein SAPV-Team besteht aus spezialisierten Ärzten und Pflegekräften und mindestens einer weiteren Berufsgruppe, zum Beispiel Seelsorger, Physiotherapeut, Sozialarbeiter, und soll 24 Stunden täglich erreichbar sein. Sie erbringen spezielle palliativmedizinische und pflegerische Leistungen.

Sphinkter

Schließmuskel; Muskelgruppe am Ende des Dickdarms, die dazu dient, den Stuhl zu halten und nur willentlich auszuscheiden.

Sphinktermanometrie

Untersuchung, mit welcher der Druck des Sphinkters gemessen wird. Die Untersuchung sagt etwas über die Fähigkeit aus, den Stuhl zu halten.

Spiegelung

Siehe: Endoskopie.

Spiegeluntersuchung

Das ist eine gängige frauenärztliche Untersuchung, bei der die Vagina mit einem Metallspatel gespreizt wird, damit die inneren Geschlechtsorgane angesehen werden können.

Spülzytologie

Über einen Katheter werden durch Spülung Zellen aus Nierenbecken, Harnleiter und Blase zur Zelluntersuchung unter dem Mikroskop gewonnen.

Stadium

Siehe: Tumorstadium.

Staging

Stadieneinteilung. Die Stadieneinteilung richtet sich nach der Größe und Ausdehnung des Tumors, der Anzahl der befallenen Lymphknoten und dem Vorhanden- oder Nichtvorhandensein von Fernmetastasen in anderen Organen wie Leber, Knochen und Lunge (siehe auch Re-Staging).

Stammzelltransplantation

Zellen werden ins Blut übertragen, aus welchen sich neue Blutzellen entwickeln können. Durch dieses Verfahren kann die unerwünschte, aber unvermeidliche Schädigung des Knochenmarks durch eine Hochdosis-Chemotherapie wieder ausgeglichen werden.

Stanzbiopsie

Eine Biopsie ist die Entnahme von Gewebe aus dem lebenden Organismus. Bei einer Stanzbiopsie werden die Gewebeproben mit Hilfe von Hohlnadeln aus dem zu untersuchenden Gewebe "gestanzt".

stationär

im Krankenhaus.

Stent

Röhrchen; kleines Gittergerüst aus Metall oder Kunstfasern, das in Gefäße oder Hohlorgane eingesetzt wird, um sie zu stützen oder offen zu halten.

Sterilisation bei Frauen

Operativer Eingriff, bei dem beide Eileiter verschlossen und zusätzlich durchtrennt werden (Tubenligatur). So können Eizellen nicht mehr befruchtet werden. Für Frauen, die ihre Familienplanung abgeschlossen oder keinen Kinderwunsch haben, ist die Sterilisation eine sichere Methode der Empfängnisverhütung. Der Eingriff ist in der Regel endgültig.

Streuhaare

Haarpulver, das das lichte Haar optisch dichter wirken lässt. Durch statische Anziehung verbinden sich die Streuhaare mit dem eigenen Haar und halten dann bis zur nächsten Haarwäsche. Sie sind rezeptfrei erhältlich.

Stoma

Der Begriff Stoma bezieht sich auf eine operativ gebildete Öffnung am Bauch. Es ist also eine künstlich hergestellte Öffnung eines Hohlorgans zur Körperoberfläche, zum Beispiel des Darms (Enterostoma oder Anus präter) oder der Harnblase (Urostoma). Das Stoma ist rötlich und steht leicht an der Bauchdecke hervor.

Stomatherapeut, Stomatherapeutin

Jemand, der Spezialist oder Spezialistin in der Pflege von Stomata ist. Der Begriff ist nicht geschützt, also nicht unbedingt an eine bestimmte Ausbildung gebunden.

Strahlentherapeut, Strahlentherapeutin

Facharzt oder Fachärztin für Strahlentherapie.

Strahlentherapie

Anwendung von Strahlen zur Behandlung (Therapie). Verwendet werden dabei durch Geräte erzeugte Strahlen, die von außen in den Körper eindringen, wie Photonen, Elektronen und Protonen, in Zukunft womöglich auch schwere Ionen.

Stuhl-Inkontinenz

Bezeichnet die Unfähigkeit, Stuhlgang zurückzuhalten.

subtotal

Nicht vollständig. Bei einer subtotalen Magenresektion kann etwa ein Fünftel des Magens erhalten werden.

Subtypen

Untergruppierung oder Unterformen bestimmter Tumore.

Sucralfat

Medikament, das einen geleeartigen Überzug auf der Schleimhaut bildet. Kommt zum Beispiel zur Vorbeugung von Magen- oder Darmgeschwüren zum Einsatz.

Suizid

Selbstmord, Selbsttötung.

Sulfasalazin

Entzündungshemmendes Medikament; ist zur Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen zugelassen. Ist eine Vorstufe des Medikaments Mesalazin. Siehe auch Mesalazin.

superfiziell spreitendes Melanom

Bestimmter Melanomtyp nach der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation WHO. Es ist mit etwa 60 Prozent aller Melanome der häufigste Typ. Es wächst in den ersten Jahren an der Hautoberfläche und bildet unregelmäßig pigmentierte, unscharf begrenzte Hautflecken.

supportive Therapie

Unterstützende Behandlung. Durch die Krebserkrankung können weitere Beschwerden entstehen, die ebenfalls behandelt werden müssen. Dies geschieht im Rahmen einer supportiven Therapie.

symmetrisch

Beide Körperseiten betreffend.

Symptom

Zeichen, die auf das Vorhandensein einer bestimmten Erkrankung hinweisen, oder Beschwerden, die mit einer Erkrankung auftreten.

Synbiotikum

Sind in einem Nahrungsmittel Probiotika (Zubereitung mit Kleinstlebewesen) und Präbiotika (Nahrungsgrundlage für Darmbakterien) enthalten, die sich gegenseitig unterstützen, spricht man von einem Synbiotikum. Siehe auch Probiotikum.

Syndrom

Gleichzeitiges Auftreten mehrerer Krankheitszeichen, die in dieser Zusammenstellung kennzeichnend für eine bestimmte Erkrankung sind.

systemisch

Den gesamten Körper betreffend. Eine systemische Behandlung wirkt auf den ganzen Körper, während eine örtliche (lokale) Behandlung ein bestimmtes Organ zum Ziel hat, zum Beispiel Salbe auf der Haut oder Inhalation in der Lunge.

szintigraphische Verfahren

Als szintigraphische Verfahren werden nuklearmedizinische, bildgebende Untersuchungsmethoden bezeichnet, bei denen Patienten radioaktiv markierte Stoffe gespritzt werden. Diese reichern sich in bestimmten Geweben oder Organen an. Mit einer speziellen Kamera kann das aufgenommen werden. So können bestimmte Stellen des Körpers sichtbar gemacht werden, zum Beispiel Lymphknoten.

Szintigrafie

Nuklearmedizinisches Bildverfahren, bei dem schwach radioaktive Substanzen in den Körper eingebracht werden, die später wieder ausgeschieden werden. Mit Hilfe einer Spezialkamera kann man so krankhafte Veränderungen erkennen. Siehe auch Knochenszintigrafie oder Skelettszintigrafie.

zurück nach oben

Tastuntersuchung

Abtasten beider Brüste (der gesunden, gegebenenfalls der operierten oder der Stelle der amputierten Brust), Lymphabflusswege, Schlüsselbeinregion, Brustbein, Thoraxwand und Achselhöhlen durch die Ärztin/den Arzt. Nutzen: Viele Tumore sind tastbar. Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei, ohne Nebenwirkungen und findet auch im Rahmen der Nachsorge statt.

Taxane

Taxane sind eine Gruppe von Chemotherapeutika, die ursprünglich aus der Eibenrinde (lateinisch "taxus brevifolia") gewonnen wurden. Heute werden die Wirkstoffe halbsynthetisch hergestellt. Diese Medikamente haben die Fähigkeit, die Zellteilung "anzuhalten"(= Zytostatika). Beispiele: Paclitaxel, Docetaxel

teilstationär

Bedeutet, dass erkrankte Menschen tagsüber in einer Klinik behandelt werden, aber dort nicht über Nacht untergebracht sind.

Testosteron

Männliches Sexualhormon. Es sorgt beispielsweise dafür, dass Prostatazellen schneller wachsen und sich vermehren. Das gilt besonders für Prostatakrebszellen. Wenn der Testosteronspiegel gesenkt wird, verlangsamt sich das Wachstum der Krebszellen und nur noch wenige teilen sich.

TGF-ß2 (Transforming Growth Factor)

Botenstoff, der natürlicherweise im menschlichen Körper, in Muttermilch und Kuhmilch vorkommt und auch Sonden- und Trinknahrungen beigemischt wird.

Thalidomid

Schlaf- und Beruhigungsmittel. Der Wirkstoff hemmt auch das Wachstum von Tumoren.

Therapie

Behandlung, Heilbehandlung.

thermoablative Behandlung

Wärmeverfahren, um einen Tumor zu verkleinern. Es stehen verschiedene Techniken zur Verfügung.

Thorax

Brustkorb.

Thromboembolie

Gefäßverschluss; wenn ein Blutgerinnsel innerhalb der Blutbahn verschleppt wird und dadurch ein Gefäß verlegt oder verschlossen wird, spricht man von einer Thromboembolie

Thrombose

Ein Thrombus ist ein Blutgerinnsel, das sich in Venen (seltener in Arterien) bilden kann. Am häufigsten bilden sich diese Thromben in den tiefen Beinvenen. Wenn ein Gerinnsel sich ablöst, kann es zu einem bedrohlichen Gefäßverschluss (Embolie) in der Lunge kommen.

Thrombozyten

Blutplättchen.

Thrombozytopenie

Mangel an Blutplättchen (Thrombozyten), der zu Blutgerinnungsstörungen führen kann.

TNM-Klassifikation

Internationale Einteilung von Tumoren. T steht dabei für Tumor, N für Nodus = Lymphknoten und M für Metastasen.

Tocopherol

Eine Form von Vitamin E. Siehe auch Vitamin E.

Topotecan

Ist ein Zytostatikum, das halbkünstlich als Abkömmling des Pflanzeninhaltsstoffes Camptothecin hergestellt wird. Es stört vor allem den Aufbau der Erbinformation und macht die Zellen dadurch teilungsunfähig.

transanal

Durch den Anus/After hindurch.

Transarterielle Chemoembolisation (TACE)

Bei der TCA schieben die behandelnden Ärztinnen und Ärzte über eine Arterie ("transarteriell") einen Schlauch bis zur Leber und möglichst dicht an die einzelnen Tumore. Über diesen Schlauch werden die Blutgefäße mit kleinsten Teilchen verstopft, die den Tumor versorgen ("Embolisation). Gleichzeitig wird ein Chemotherapeutikum, das die Zellteilung hemmt, abgegeben. Damit das Tumorwachstum gestoppt oder gebremst werden.

Transferrin

Transporteiweiß. Es befördert Eisen im Blut.

Transplantation

Übertragung eines Spenderorgans. Zellen, Körperteile oder -gewebe können ebenfalls transplantiert werden.

transrektal

Durch den Enddarm.

transurethrale Resektion (TUR)

Mit einem Zystoskop wird erkranktes Gewebe mittels einer Drahtschlinge, über die elektrischer Strom fließt, aus der Harnblase abgetragen.

Trastuzumab

Ist ein Antikörper und gehört zu den sogenannten zielgerichteten Therapien. Das Medikament blockiert einen Rezeptor auf bestimmten Krebszellen.

Triamcinolon

Kortikoid-haltiges Medikament. Künstlich hergestellter Wirkstoff ähnlich dem Kortison. Es hemmt Entzündungen und unterdrückt das körpereigene Abwehrsystem.

Trigonum

Das Trigonum (vesicae) ist ein dreieckiges Schleimhautfeld am Blasengrund, das sich zwischen den Einmündungen der beiden Harnleiter und dem Abgang der Harnröhre befindet.

Tumor

Gewebe-Geschwulst. Tumore können gut- oder bösartig sein. Bösartige Tumore, auch als Krebs bezeichnet, wachsen verdrängend in anderes Gewebe hinein, einzelne Zellen können sich aus dem Tumor lösen und über die Blutbahn oder die Lymphe in anderen Organen Metastasen bilden.

Tumoranämie

Durch einen Tumor hervorgerufene Blutarmut. Eine Tumoranämie kann etwa durch Eisenmangel entstehen oder wenn Metastasen das Knochenmark befallen haben und so die Neuproduktion von Blutzellen hemmen. Patienten mit Tumoranämie sind geschwächt und wenig leistungsfähig.

Tumorkategorie

Die Tumorkategorie bezeichnet die Größe des Tumors und seine Ausarbeitung (Kurzbezeichnung: T). Man unterscheidet zwischen der klinischen Tumorkategorie cT – das ist der Befund aufgrund der diagnostischen Untersuchungen wie Tastuntersuchung und Bildgebung – und der pathologischen Kategorie pT nach dem Ergebnis der Operation. Manchmal schätzt man den Tumor im Vorfeld etwas kleiner ein (understaging), manchmal auch größer (overstaging).

Tumorkonferenz

Beratungsgremium von Ärztinnen und Ärzten aller Fachrichtungen in großen Kliniken, die die Situation einzelner Patienten besprechen. An der Behandlung von Krebs sind viele Spezialisten beteiligt: zum Beispiel Operateure, Strahlentherapeuten, Onkologen, Palliativmediziner, die auf die Behandlung bestimmter Krebserkrankungen spezialisiert sind. Die endgültige Entscheidung über eine Behandlung liegt – nach ausführlicher Beratung – bei der Patientin oder dem Patienten.

Tumormarker

Körpereigene Stoffe, die von Krebszellen besonders häufig gebildet werden oder deren Bildung durch Krebszellen ausgelöst wird.

Tumornachsorge

Siehe Nachsorge.

tumorspezifische Behandlung

Eine Behandlung, die direkt beziehungsweise ursächlich den Tumor bekämpft. Hierzu gehören beispielsweise die Operation, Strahlen-, Chemo-, Hormon- oder Immuntherapie.

Tumorstadium

Entwicklungsstufe eines Tumors. Die Einteilung der Erkrankungsstadien richtet sich nach der Größe des Tumors (Kurzbezeichnung: T), ob Lymphknoten befallen sind (Kurzbezeichnung: N) und ob der Tumor Metastasen gebildet hat (Kurzbezeichnung: M).

zurück nach oben

Überdruck-Sauerstoff-Behandlung (hyperbare Sauerstofftherapie)

Ein Behandlungsverfahren, bei dem 100 Prozent reiner Sauerstoff in einer speziellen Überdruckkammer über bestimmte Zeiträume eingeatmet wird. Auf diese Weise werden im Blut und im Gewebe hohe Sauerstoffkonzentrationen erreicht. Das hat verschiedene Auswirkungen auf den Körper. Unter anderem wird in minderversorgten Körpergeweben die Bildung neuer Blutgefäße gefördert.

Überempfindlichkeits-Reaktionen

Abwehrreaktion des Körpers, zum Beispiel gegenüber einem medizinischen Wirkstoff. Die hervorgerufenen Beschwerden können vielfältig sein.

Übergangszone

In der sogenannten Übergangszone (Transformationszone) des Gebärmutterhalses grenzen Drüsenzellen und Deckzellen aneinander. Gebärmutterhalskrebs entsteht meist in dieser Übergangszone.

Übersäuerung des Blutes

Siehe Azidose.

UICC-Klassifikation

International gebräuchliche Klassifikation von Dickdarmkrebs, die auf der TNM-Klassifikation beruht. UICC steht für die Union Internationale Contre le Cancer.

Ulcus ventriculi

Magengeschwür, häufig hervorgerufen durch eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter Pylori.

Ultraschall

Schallwellen, die oberhalb des vom Menschen wahrnehmbaren Frequenzbereichs liegen. Diese Schallwellen können zur Bildgebung genutzt werden. Ultraschallwellen sind nicht elektromagnetisch oder radioaktiv. Siehe auch bildgebendes Verfahren.

Ultraschalluntersuchung

Gewebeuntersuchung und -darstellung mittels Ultraschallwellen. Diese Schallwellen liegen oberhalb des vom Menschen wahrnehmbaren (hörbaren) Frequenzbereichs und können zur Bildgebung genutzt werden. Von den Gewebe- und Organgrenzen werden unterschiedlich starke Echos der Ultraschallwellen zurückgeworfen und vom Computer in ein digitales Bild umgewandelt. Damit können die inneren Organe angesehen und Tumoren entdeckt werden. Ultraschallwellen sind weder elektromagnetisch noch radioaktiv. Daher können sie beliebig oft wiederholt werden, ohne den Körper zu belasten oder Nebenwirkungen zu verursachen.

ulzeriert

Geschwürig verändert. Ein ulzerierter Tumor kann bluten, nässen oder Krusten bilden.

unterer Harntrakt

Als unterer Harntrakt werden die Harnblase und die Harnröhre (Urethra) bezeichnet.

Urea

Harnstoff.

Ureteroskopie

Spiegelung der Harnleiter (Ureter) und der Nieren.

Urethroskopie

Spiegelung der Harnröhre (Urethra).

Urinzytologie

Im Labor wird Urin oder Urinspülflüssigkeit (siehe auch Spülzytologie) auf veränderte und bösartige Zellen untersucht.

Urogenitaltrakt

Neben den Geschlechtsorganen gehören hierzu alle Organe der Harnbildung und die ableitenden Harnwege, also Nieren, Harnleiter, Harnblase und Harnröhre.

Urografie

Röntgenuntersuchung oder Magnetresonanztomografie der Harnwege; dem Patienten wird ein Kontrastmittel in eine Vene gespritzt, dieses scheiden die Nieren aus, die Harnwege füllen sich damit; im Abstand von einigen Minuten erfolgen dann mehrere Aufnahmen, um die Funktion und das Aussehen der ableitenden Harnwege/Harnableitung zu überprüfen.

Urologie

Die medizinische Fachrichtung hat die harnbildenden und harnableitenden Organe des Menschen und die männlichen Geschlechtsorgane zum Gegenstand.

Urologin, Urologe

Facharzt, der auf die Behandlung von Erkrankungen und Tumoren der harnableitenden Organe bei Frauen und Männern sowie auf die Erkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane spezialisiert ist.

Urostoma

Künstlicher Harnblasenausgang zur Ausleitung des Urins an der Bauchdecke. Das Urostoma wird angelegt, wenn die Harnblase entfernt wurde und keine Ersatzblase oder Enddarmblase infrage kommen (siehe auch Stoma).

Urothel

Schleimhaut, welche die ableitenden Harnwege auskleidet (Nierenbecken, Harnleiter, Harnblase, Harnröhre).

Urothelkarzinom

Krebs, ausgehend von der Schleimhaut der ableitenden Harnwege. Die häufigste Erkrankung ist der Blasenkrebs.

zurück nach oben

Vakuumbiospie

Die Vakuumbiopsie ist ein spezielles Verfahren zur Gewinnung einer Gewebsprobe.

Vene

Zum Herzen führende Ader.

Verhaltenstherapie

Die Grundidee dieser psychotherapeutischen Behandlungsform beruht darauf, dass bestimmte Denkweisen und Verhaltensmuster erlernt und wieder verlernt werden können. Durch die Unterstützung des Psychotherapeuten werden negative Gedanken oder beeinträchtigende Verhaltensweisen herausgearbeitet. Gemeinsam werden alternative Handlungsweisen und Denkmuster entwickelt und erlernt, die dem Betroffenen helfen, die Krankheit besser zu bewältigen.

Vinca-Alkaloide

Zytostatika, welche die Zellteilung unterbinden. Sie werden aus einer speziellen immergrünen Pflanze gewonnen.

Vinflunin

Medikament, das in der Chemotherapie bei metastasiertem Blasenkrebs zum Einsatz kommt.

virtuelle Darmspiegelung

(auch: künstliche Darmspiegelung; virtuelle Koloskopie, CT-Kolonografie oder MRT-Kolonografie) Untersuchung des Dickdarms mit Hilfe von radiologischer Technik, normalerweise mit Hilfe der Computertomografie (CT-Kolonografie), selten mit Hilfe der Magnetresonanztomografie (MRT-Kolonografie). Wie bei der Koloskopie muss der Darm dafür vollständig entleert sein, zusätzlich wird dem Untersuchten häufig noch ein Kontrastmittel gegeben. Dann wird der Untersuchte bei der CT-Kolonografie mit Röntgenstrahlen durchleuchtet, bei der Magnetresonanztomografie (MRT) mit Hilfe von Magnetfeldern. Bei beiden Verfahren entstehen viele einzelne Schnittbilder, aus denen der Computer ein dreidimensionales Bild des Dickdarms errechnet, mit denen sich auch die Schleimhaut im Inneren des Dickdarms beurteilen lässt.

Viszeralchirurg, Viszeralchirurgin

Chirurgen oder Chirurginnen, die auf die operative Behandlung der Bauchorgane spezialisiert sind.

Vitamin B3

Niacin. Das Vitamin ist für viele Stoffwechselvorgänge im Körper wichtig. Es kommt besonders in Fleisch, Fisch und Innereien vor.

Vitamin-B12-Mangel

Vitamin B12 wird im Darm aus der Nahrung aufgenommen. Es wird unter anderem bei der Bildung der roten Blutzellen benötigt. Ein Vitamin-B12- Mangel führt zur Blutarmut.

Vitamin D3

Wirksame Form des Vitamin D im Körper. Es ist eine Vorstufe für ein bestimmtes Hormon. Es fördert unter anderem die Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung und dessen Einbau in die Knochen. Scheint Sonnenlicht auf die Haut, so kann der Körper es selbst bilden.

Vitamin E

Sammelbegriff für eine Reihe von Substanzen. Einige haben eine antioxidative Wirkung: Sie können vor freien Radikalen schützen. Da der Körper Vitamin E nicht selbst produzieren kann, müssen Menschen es über die Nahrung aufnehmen. Vitamin E ist fettlöslich und kann daher im Körper gespeichert werden.

Vitamin K

Ein Vitamin, das unter anderem für die Blutgerinnung wichtig ist. Es ist in vielen Lebensmitteln enthalten. Vitamin K ist fettlöslich und kann daher im Körper gespeichert werden.

Vollnarkose

Schlafähnlicher Zustand durch Medikamente. Mit bestimmten Medikamenten können Schmerzempfinden, Abwehrreaktionen und Bewusstsein eines Patienten ausgeschaltet werden, um medizinische Eingriffe (Operationen) durchführen zu können.

Vorsorgevollmacht

Wenn aus gesundheitlichen Gründen selbst keine Entscheidungen mehr getroffen werden können, kann die in einer Vorsorgevollmacht festgelegte Person im Sinne des Betroffenen handeln, ohne dass weitere Formalitäten notwendig sind.

zurück nach oben

Wachstumsfaktor

Für den Zellen- und Gewebeaufbau notwendige Stoffe. Die Rezeptoren für solche Stoffe befinden sich auch an der Oberfläche von Tumorzellen. Bei Tumoren, die Rezeptoren für diese Wachstumsfaktoren haben, können gezielte Stoffe eingesetzt werden, die diese Rezeptoren blockieren und damit das Tumorwachstum zeitweise hemmen.

Wachstumsfaktor-Rezeptor

EGFR (englisch: epidermal growth factor receptor) ist ein epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor. Wachstumsfaktoren sind notwendige Stoffe für den Zellen- und Gewebeaufbau. Die Rezeptoren für solche Stoffe befinden sich mitunter vermehrt an der Oberfläche von Tumorzellen. Sie fördern das Tumorwachstum. Bei Tumoren, die Rezeptoren für diese Wachstumsfaktoren haben, können gezielte Stoffe eingesetzt werden, die diese Rezeptoren blockieren und damit das Tumorwachstum zeitweise hemmen. Der Antikörper Cetuximab zum Beispiel blockiert einen Rezeptor auf bestimmten Krebszellen.

Wächterlymphknoten (Sentinel-Lymphknoten)

Der Wächterlymphknoten ist der Lymphknoten, der sich in unmittelbarer Nähe des Tumors befindet. Dies ist der erste Lymphknoten, den die Krebszellen auf ihrem Weg zu anderen Lymphknoten oder Organen passieren müssen. Der Wächterlymphknoten kann operativ komplett entfernt und unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersucht werden. Liegen hier Krebszellen vor, so deutet es darauf hin, dass sich die Krebszellen bereits weiter ausgebreitet haben. Dann werden weitere Lymphkonten operativ entfernt. Ist aber der Wächterlymphknoten frei von Krebszellen, so kann bei manchen Krebsarten, wie etwa Brustkrebs, auf die Entfernung benachbarter Lymphknoten verzichtet werden.

Wärmeverfahren

Bei hohen Temperaturen wird Gewebe gezielt zerstört. Die Zellen werden gewissermaßen verkocht (Hitzeverödung). Es kommen verschiedene Techniken zum Einsatz. Die Erhitzung des Gewebes spürt man nicht.

Wechseljahre

Übergangsphase der hormonellen Umstellung bei Frauen, die in den Jahren vor und nach der letzten Monatsblutung stattfindet.

Weihrauch

Harz, der aus dem Weihrauch-Baum gewonnen wird. Als pflanzliches Heilmittel gibt es Weihrauch zum Beispiel in Tabletten oder Kapseln.

Weißlicht-Zystoskopie

Die Blasenspiegelung mit weißem Licht ist die Standarduntersuchung zur Erkennung des Blasenkarzinoms. Dabei wird die Harnblase mit einem Zystoskop mit einer hellen Lichtquelle ausgeleuchtet und auf Krebszellen untersucht. Blumenkohlartig wachsende Tumoren (papillärer Blasenkrebs) werden gut erkannt. Bei flach wachsenden Tumoren (Carcinoma in situ) ist die photodynamische Diagnostik (Fluoreszenz-Zystoskopie) besser.

Wobe-Mucos®

Mittel, welches als begleitende Enzymtherapie die Nebenwirkungen einer Krebsbehandlung mildern soll.

zurück nach oben

Xerosis cutis

Hauttrockheit.

Xerostomie

Mundtrockenheit

zurück nach oben

Zahn-CT (Cone Beam CT)

Eine Zahn-CT erzeugt ähnlich wie eine CT oder MRT ebenfalls Schnittbilder. Dieses Verfahren wird auch als digitale Volumentomografie (DVT) oder im Englischen als Cone Beam CT bezeichnet. Für dieses bildgebende, dreidimensionale Verfahren werden Röntgenstrahlen genutzt. Wie bei einer CT kreist auch hier eine Röntgenröhre um den Patienten herum.

zertifiziertes Krebszentrum

Überprüftes Zentrum, das Krebspatientinnen und Krebspatienten umfassend betreut. Viele Fachleute und Spezialisten arbeiten hier zusammen, und es wird überprüft, ob ihre Arbeit auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand erfolgt. Ein Verzeichnis von zertifizierten Krebszentren finden Sie im Internet unter: www.oncomap.de.

Zervixkarzinom

Siehe: Gebärmutterhalskrebs.

zielgerichtete Therapien

Auf den ganzen Körper wirkende (systemische) Behandlungsformen, die bestimmte Strukturen an oder in Krebszellen angreifen. Antikörper zum Beispiel können Rezeptoren auf bestimmten Krebszellen blockieren.

Zink

Lebensnotwendiges Spurenelement. Es spielt bei vielen Vorgängen und Funktionen im Körper eine Rolle.

Zirrhose

Vernarbung von Organgewebe durch Entzündungsvorgänge.

Zoledronat

Wirkstoff aus der Gruppe der sogenannten Bisphosphonate. Es kommt beispielsweise bei Osteoporose und krebsbedingten Knochenbeschwerden zum Einsatz.

Zyklus

Eine Chemotherapie besteht aus mehreren „Zyklen“, das bedeutet: Die Medikamente werden Ihnen in ganz bestimmten Abständen wiederholt gegeben. Dazwischen gibt es Pausen, in denen der Körper sich wieder erholen und die Medikamente abbauen kann.

Zyklus, weiblicher

Bei Frauen im gebärfähigem Alter findet ein monatlicher Hormonzyklus statt: Die Schleimhaut der Gebärmutter wächst und bereitet sich auf eine mögliche Einnistung einer Eizelle vor. Wenn die Eizelle nicht befruchtet wird, stirbt sie ab.

Am Ende des sogenannten weiblichen Zyklus löst sich die oberste Schleimhautschicht der Gebärmutter ab und wird zusammen mit etwas Blut abgestoßen. Es kommt zur Regelblutung. Eine Blutung dauert normalerweise drei bis fünf Tage und zeigt an, dass ein Zyklus zu Ende gegangen ist.

Zystektomie

Entfernung der Harnblase.

zystische Fibrose

Siehe: Mukoviszidose.

Zystoskop

Ein spezielles Untersuchungsgerät für endoskopische Untersuchungen (Spiegelungen) in der Urologie. Es dient der Betrachtung der Harnröhre und der Harnblase von innen. Diese Untersuchung wird als Blasenspiegelung bezeichnet.

Zystoskopie

Siehe Blasenspiegelung.

Zytologe, Zytologin

Ein Zytologe oder eine Zytologin untersucht einzelne Zellen statt Zellgewebe. Das können zum Beispiel abgestrichene Einzelzellen aus dem Schleim des Gebärmutterhalses sein. Dieser Zellabstrich (siehe Pap-Test) ist ein bekanntes zytologisches Verfahren zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs.

zytoreduktive Chirurgie

Bezeichnung für ein Operationsverfahren bei Metastasen im Bauchfell: Die Operateure entfernen hierbei das gesamte Bauchfell und alle erkennbaren Tumorherde im Bauchraum.

Zytostatika

Zytostatika werden in der lokalen und in der systemischen Chemotherapie eingesetzt. Sie zerstören Krebszellen, indem sie u.a. in die Zellteilung eingreifen. Auch gesunde Gewebe, die sich schnell erneuern und eine hohe Zellteilungsrate haben, werden durch die Behandlung mit Zytostatika vorübergehend in Mitleidenschaft gezogen. Betroffen können sein: Haut, Schleimhäute, Haare, Nägel. Ebenso kann das Allgemeinbefinden beeinträchtigt werden. Es können allgemeine Erschöpfung (Fatigue) und Übelkeit auftreten.

zurück nach oben

zuletzt verändert: 04.10.2017 13:40
Über uns

Wir entwickeln verlässliche und verständliche Informationen für Patienten und Interessierte. Alle Informationen werden auf Grundlage von aktuellen wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen sowie den Erfahrungen und Wünschen Betroffener entwickelt.