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Hintergrund

Warum Patienten informieren? Ziele und Qualität von Patienteninformationen.

Bürgerinnen und Bürger - Patienten und Gesunde - haben ein Recht auf  umfassende Informationen zu Fragen, die ihre Gesundheit und Krankheit  betreffen sowie auf eine verständliche Vermittlung dieser Informationen. Diese  Grundsätze sind im Leitfaden "Patientenrechte in Deutschland" verankert.

Patientinnen und Patienten sollen in die Lage versetzt werden, Therapieentscheidungen selbstständig und kompetent mit zu treffen. In zahlreichen Studien konnte gezeigt werden, dass Patienten, die möglichst weitgehend in den Therapie- und Entscheidungsprozess involviert waren, besser mit krankheitsbezogenen Belastungen umgehen können und bessere Behandlungsergebnisse aufweisen.

Was zeichnet eine gute Patienteninformation aus?

Dazu brauchen Patienten Informationen, die sie im Entscheidungsprozess unterstützen, indem sie

  • unabhängig und ausgewogen sind
  • ein realistisches Bild der Erkrankung vermitteln
  • auf dem besten derzeit verfügbaren Wissen basieren
  • verständlich und verfügbar sind
  • Nutzen und Schaden aller in Frage kommenden Optionen vermitteln
  • Nutzen und Schaden an Hand von Behandlungsergebnissen darstellen, die für Patienten relevant sind
  • Risiken angemessen kommunizieren

Zu Kriterien für eine gute Patienteninformation gibt es zahlreiche Veröffentlichungen. Einige wichtige haben wir im Folgenden für Sie aufgelistet:

  • Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ).
    Manual Patienteninformation – Empfehlungen zur Erstellung evidenzbasierter Patienteninformationen. Berlin: ÄZQ; 2006
    Volltext
  • Klemperer D, Lang B, Koch K et al. Gute Praxis Gesundheitsinformation. Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (DNEbM).
    Volltext
  • Steckelberg A, Berger B, Köpke S, Heesen S, Mühlhauser I. Kriterien für Evidenzbasierte Patienteninformation. Z Arztl Fortbild Qualitatssich 2005;99(6):343–51.
    Volltext

Patienteninformation verbessern die Versorgung

Neben der Unterstützung im Entscheidungsprozess kann eine gezielte Patienteninformation dazu beitragen, dass die ärztliche Leitlinie häufiger angewendet wird, indem sie

  • die wichtigen Empfehlungen der ärztlichen Leitlinie für Patienten verständlich "übersetzt" und so
  • einen Überblick über die aktuellen Behandlungsstandards vermittelt.

So genannte Patientenleitlinien zu ärztlichen Leitlinien sind in manchen nationalen Leitlinien-Programmen verpflichtend, etwa im Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien (NVL) von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und AWMF oder dem Leitlinienprogramm Onkologie von Deutscher Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe und AWMF.

Die Erstellung von Patientenleitlinien erfolgt innerhalb dieser Programme nach einer festgelegten Methodik und unter aktiver Beteiligung von Patienten:

zuletzt verändert: 29.09.2011 12:42
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